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		<title>Nach vorne vorsichtig, hinten sicher: Junuzovic beim Bremen-Debüt</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 22:48:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fünf Tage an der Weser &#8211; und schon durfte Zlatko Junuzovic erstmals von Beginn an ran! Der Ex-Austrianer wirkt im grünen Trikot noch etwas ungewohnt, aber seine Leistung beim 2:2 von Bremen in Freiburg war absolut herzeigbar. Ein Tor aufgelegt, defensiv kaum was anbrennen lassen: So kann&#8217;s weitergehen! Philipp Bargfrede gesperrt &#8211; die Chance für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Fünf Tage an der Weser &#8211; und schon durfte Zlatko Junuzovic erstmals von Beginn an ran! Der Ex-Austrianer wirkt im grünen Trikot noch etwas ungewohnt, aber seine Leistung beim 2:2 von Bremen in Freiburg war absolut herzeigbar. Ein Tor aufgelegt, defensiv kaum was anbrennen lassen: So kann&#8217;s weitergehen!</em></strong></p>
<div id="attachment_6643" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-02-05-Freiburg-Bremen-2-2.png"><img class=" wp-image-6643 " title="2012 02 05 Freiburg-Bremen 2-2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-02-05-Freiburg-Bremen-2-2.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">SC Freiburg - Werder Bremen 2:2</p></div>
<p><span id="more-6642"></span>Philipp Bargfrede gesperrt &#8211; die Chance für Zlatko Junuzovic, sein Debüt für Werder Bremen gleich in der Startformation zu feiern. Doch auch, wenn die Position rechts in der Bremer Raute für ihn aus vielerlei Hinsicht eine äußerst ungewohnte ist, er wird sich daran gewöhnen müssen. Denn Außenstürmer gibt es bei Thomas Schaaf grundsätzlich nicht, und auf der Zehn hat er mit Mehmet Ekici und Marco Marin gleich zwei Mann vor sich.</p>
<p><strong><em>Junuzovic im Bremer System</em></strong></p>
<p>Wenn Bremen das Spiel nicht selbst gestaltet, wie beim gegen den Abstieg kämpfenden SC Freiburg, sind die Positionen links und rechts in der Raute grundsätzlich defensiv. Die Formation entspricht eigentlich mehr einem italienischen 4-3-1-2. Die Breite im Spiel nach vorne kommt vornehmlich über die Außenverteidiger, während vor allem in defensiv angelegten Spielen mehr oder weniger drei Sechser vor der Abwehrkette stehen.</p>
<p>Nun ist Junuzovic weder ein geborener Defensiv-Spieler, noch fühlte er sich in der Vergangenheit auf der rechten Seite wohl. Daher verwundert es nicht, dass er bei seinem allerersten Auftritt in der deutschen Bundesliga zumeist eher zurückhaltend agierte und erst einmal versuchte, Fehler zu minimieren.</p>
<div id="attachment_6646" class="wp-caption aligncenter" style="width: 467px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Juno-vs-Freiburg1.jpg"><img class=" wp-image-6646  " title="Juno vs Freiburg" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Juno-vs-Freiburg1.jpg" alt="" width="457" height="317" /></a><p class="wp-caption-text">Die Pässe von Junuzovic: Fehlpässe sind hell umrahmt. Die kurzen Bälle kamen an. Lange versuchte er kaum. Er schlug eine Flanke - und die führte zum 1:0</p></div>
<p>Das gelang ihm gut: Er versuchte sich nicht an Risiko-Pässen mit ungewissem Ausgang, sondern war &#8211; passend zum Spiel, in dem Bremen zumeist durchaus unter Druck stand &#8211; bedacht, den Ball in den eigenen Reihen zu halten und nur dann Bälle nach vorne zu probieren, wenn diese möglichst sicher einen Abnehmer fanden.</p>
<div id="attachment_6648" class="wp-caption alignright" style="width: 348px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Juno-Heatmap.jpg"><img class=" wp-image-6648   " title="Juno Heatmap" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Juno-Heatmap.jpg" alt="" width="338" height="161" /></a><p class="wp-caption-text">Hier hielt sich Junuzovic auf</p></div>
<p>Seine Position auf der halbrechten Seite verließ Junuzovic nur selten. Einmal jedoch machte er das mit Erfolg: Er zog quer auf die linke Seite, legte in den Rücken der zum Tor laufenden Innenverteidiger auf Pizarro quer, und der Peruaner verwertete zum 1:0.</p>
<p>Doch auch, wenn er seine Position hielt, war Junuzovic dennoch von allen Spielern auf dem Feld derjenige mit den meisten absolvierten Kilometern: 13,2. Lediglich sein Pendant auf der halblinken Seite, Tom Trybull, rannte ähnlich viel wie der Österreicher &#8211; dieser wurde aber eine Viertelstunde vor Schluss ausgewechselt, Junuzovic spielte durch.</p>
<p><strong><em>Solide nach hinten</em></strong></p>
<p>Die Zweikampf-Werte des Ex-Austrianers sind nicht berühmt. Er hat nur ein Drittel davon gewonnen. Aber er machte diese (für einen in eine defensive Rolle geschobenen Offensiv-Spieler nicht verwunderliche) Schwäche mit enormer Laufarbeit wett. Er war, wenn Rosenthal und Lumb über seine Seite das Spiel nach vorne tragen wollen, in Zusammenarbeit mit Clemens Fritz hinter ihm zur Stelle, setzte den Ballführenden unter Druck und zwang die Freiburger somit immer wieder zu Rückpässen.</p>
<p>So hatte Freiburg zwar mehr Ballbesitz, aber die Hintermannschaft der Bremen stand, was ja schon seit längerem nicht selbstverständlich ist, recht sicher und kam aus dem Spiel heraus so gut wie gar nicht unter Bedrängnis. Was allerdings auffällig war: Während Junuzovic nie zu Fouls greifen musste und seine Seite dennoch stark im Griff hatte, konnte man nicht dasselbe über Tom Trybull sagen, seinem Pendant auf der halblinken Seite der extrem jungen Raute (im Schnitt nur 20 Jahre alt).</p>
<div id="attachment_6652" class="wp-caption alignleft" style="width: 340px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Bremer-Fouls-vs-Freiburg.jpg"><img class=" wp-image-6652  " title="Bremer Fouls vs Freiburg" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Bremer-Fouls-vs-Freiburg.jpg" alt="" width="330" height="226" /></a><p class="wp-caption-text">Auffällig: Auf der linken Seite von Trybull war Bremen deutlich öfter zu Fouls gezwungen als auf Junos rechter</p></div>
<p>Auf dessen Seite mussten immer wieder Ekici und auch Pizarro helfend eingreifen, beide holten sich dabei gelbe Karten ab. Ekici wurde trotz einer soliden Leistung nach einer Stunde durch Marco Marin ersetzt, weil die Gefahr einer Gelb-Roten Karte immer größer geworden war. Es hat zwar nicht ursächlich mit Trybull zu tun hat, aber beide Freiburger Tore (das erste aus einem Eckball, das zweite nach einem vom ansonsten braven Hartherz verlorenen Laufduell) fiele über Bremens linke Abwehrseite.</p>
<p>Der Neuzugang von der Wiener Austria bereitete hingegen nicht nur das erste Tor direkt vor. Auch die Aktion, aus der das zweite Bremer Tor entstand, leitete er durch einen geschickt platzierten Kopfball-Pass ein.</p>
<p><strong><em>Das Spiel an sich</em></strong></p>
<p>Keine Frage: Die Freiburger, die im Abstiegskampf jeden Punkt brauchen wie einen Bissen Brot, haben sich das 2:2 mehr als verdient. Wenn das Resultat einem Team schmeichelt, dann eher Werder: Die im Ballbesitz schnell nach vorne rückende Freiburger Mittelfeld-Reihe und der sehr mobile Anton Putsila konnten das Spiel gut lenken und die Abwehr kam nur selten ins Schwitzen. Zwar kam man selbst auch nicht wirklich zu Torchancen, aber man hatte deutlich mehr Ballbesitz und war auch in Eins-gegen-Eins-Situationen bissiger.</p>
<p>Bremen ging nach einer halben Stunde gegen den Spielverlauf in Führung, schlief im Gegenzug aber bei einem Eckball. Selbes Spielchen nach dem Seitenwechsel: Pizarro erzielt die Führung, aber der Freiburger Druck sorgte für den verdienten Ausgleich. Der sollte bis zum Ende Bestand haben, obwohl das Heimteam die letzten paar Minuten mit zehn Mann spielen musste. Innenverteidiger Krmas konnte verletzt nicht mehr weiter machen und Trainer Christian Streich hatte schon dreimal gewechselt.</p>
<p><strong><em>Fazit: Sehr ordentliches Debüt</em></strong></p>
<p>Ein Lob muss an die dafür Verantwortlichen bei der Wiener Austria gehen: Zlatko Junuzovic ist absolut topfit! Nicht nur, dass er nach nur fünf Tagen bei Werder sofort durchspielte, nein, er war auch noch der laufstärkste Spieler auf dem Feld. Und dabei machte er auch noch eine sehr ordentliche Figur: Zwar etwas zurückhaltend im Spiel nach vorne, aber mit einem sehr guten Stellungsspiel und einem guten Auge was die Defensivarbeit angeht. Wenige Fehlpässe (bei auch wenigen Risiko-Pässen), ein Tor vorbereitet, ein zweites eingeleitet &#8211; keine Frage, mit diesem Debüt kann sowohl Junuzovic als auch Trainer Thomas Schaaf absolut zufrieden sein.</p>
<p>Eine interessante Frage wird sein, inwieweit ihm diese Rolle bei Bremen &#8211; wie erwähnt, eine andere wird er auch in absehbarer Zukunft nicht bekommen &#8211; auf seine Qualitäten in der Nationalmannschaft auswirken. Ohne Zweifel wird er tempohärter und wird auch in der Defensivarbeit einiges dazulernen, aber eine Achter-Position ist im Team von sehr fähigen Leuten besetzt &#8211; Alaba, Baumgartlinger, auch Scharner &#8211; und eine offensive Rolle am Flügel, wie er sie bei der Austria und bisher auch im Team inne hatte, gibt es bei Bremen einfach nicht.</p>
<p>(<a href="https://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
<p style="text-align: right;"><em>Alle Grafiken von <a href="http://www.bundesliga.de/de/">dfl.de</a></em></p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=6642&amp;md5=14311df76e2bd815eb7eeae8b60d5d4b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Papierform entsprochen: Côte d&#8217;Ivoire und Sambia mit 3:0-Siegen weiter</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 23:42:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Einmal in Führung, gab&#8217;s keine Zweifel mehr: Das galt am ersten Viertelfinal-Tag beim Afrika-Cup sowohl für Côte d&#8217;Ivoire (gegen Co-Gastgeber Äquatorialguinea) als auch für Sambia (gegen den Sudan). Beide Favoriten feierten letztlich souveräne und verdiente 3:0-Siege gegen Mannschaften, die es mit guter Defensive versuchten und nach vorne harmlos blieben, als es darauf ankam. Äquatorialguinea &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Einmal in Führung, gab&#8217;s keine Zweifel mehr: Das galt am ersten Viertelfinal-Tag beim Afrika-Cup sowohl für Côte d&#8217;Ivoire (gegen Co-Gastgeber Äquatorialguinea) als auch für Sambia (gegen den Sudan). Beide Favoriten feierten letztlich souveräne und verdiente 3:0-Siege gegen Mannschaften, die es mit guter Defensive versuchten und nach vorne harmlos blieben, als es darauf ankam.</em></strong></p>
<div id="attachment_6639" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/4F2-Eqg-Civ-0-3.png"><img class=" wp-image-6639 " title="4F2 Eqg-Civ 0-3" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/4F2-Eqg-Civ-0-3.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Äquatorialguinea - Côte d&#39;Ivoire 0:3</p></div>
<p><strong><em><span style="color: #ff0000;"><span id="more-6636"></span>Äquatorialguinea &#8211; Côte d&#8217;Ivoire 0-3 (0-1).</span></em></strong> <span style="color: #0000ff;">0-1 Drogba 36&#8242; / 0-2 Drogba 69&#8242; / 0-3 Y. Touré 81&#8242;</span></p>
<p>Das sein Team das Spiel gegen den Turnierfavoriten Côte d&#8217;Ivoire selbst machten würde können, das glaubte mit Gilson Paulo der Teamchef von Co-Gastgeber Äquatorialguinea nicht. Darum versuchte er es auch gar nicht, sondern überließ den Ivorern bereitwillig den Ball &#8211; aber nicht, ohne in der Offensive ein wenig umzustellen.</p>
<p>Dort blieb Ex-Österreich-Legionär Thierry Fidjeu-Tazemeta, in allen Gruppenspielen die Sturmspitze, nämlich draußen. Dafür spielte seine Mannschaft de facto ohne Sturmspitze, weil sich Balboa, Ekanga und auch der nominell auf die rechte Seite gestellte Ekedo darin versuchten, das Mittelfeld-Trio der Ivorer an der Spieleröffnung zu stören. David hatte, nicht zum ersten Mal, die rechte Seite praktisch für sich alleine.</p>
<p><strong><em>Defensives Mittelfeld-Trio bei den Ivorern</em></strong></p>
<p>François Zahoui stellte Yaya Touré wiederum ins Zentrum seines Mittelfeld-Trios. Aber diesmal spielte er nicht extrem hoch, so wie er das vor allem<a href="http://ballverliebt.eu/2012/01/22/drogba-fuhrt-pomadige-ivorer-zu-muhsamem-10-sieg/"> im ersten Turnierspiel gegen den Sudan</a> gemacht hat, sondern extrem tief, als erster Mann vor den Innenverteidigern. Dort entzog er sich zwar ein wenig seinen Gegenspielern, aber viel Produktives in der Aufbauarbeit konnte er dort nicht leiten. Immerhin: Defensiv hatten die Ivorer nicht das Geringste zu Befürchten.</p>
<p>Im Spiel nach vorne wurden durch das vom Außenseiter verdichtete Zentrum natürlich die Außenverteidiger wichtiger. Und Kafouba Coulibaly: Der Mann vom OGC Nizza nützte die defensive Ausrichtung von Zokora und Yaya Touré, um sich seinerseits ins Spiel nach vorne einzuschalten. Die Ivorer sammelten zwei Drittel Ballbesitz, schafften es gegen das extrem defensiv eingestellte Team aus Äquatorialguinea kaum, zu Chancen zu kommen.</p>
<p><strong><em>Elfer verschossen, Fehler genützt</em></strong></p>
<p>So brauchte es zwei individuelle Schnitzer auf Seiten der Gastgeber, um den Ivorern auch zählbare Vorteile zu verschaffen. Erst rempelte Konaté im Strafraum Zokora um, aber Drogba verschoss den fälligen Elfmeter. Nur, um es wenig später eiskalt auszunützen, dass Fernando ein Ball beim Stoppen zu weit wegsprang: Drogba luchste ihm den Ball am, ließ noch Doe aussteigen und verwertete sicher zum 1:0.</p>
<p>Gilson Paulo brachte für die zweite Hälfte mit Fidjeu nun doch seinen Anspielpunkt in der Spitze, aber eigentlich war das Spiel schon mit Drogbas Führungstor zumindest vorentschieden. Denn wie gewohnt räumte das Innenverteidiger-Duo  mit Kolo Touré und Sol Bamba alles weg, was auch nur in die Nähe des eigenen Tores kam.</p>
<p><strong><em>Gastgeber nach vorne hilflos</em></strong></p>
<p>Äquatorialguinea wirkte hilflos: Durch die Mitte fanden Juvenal und Ekanga (bzw. später Bolado) gegen das sichere Dreier-Mittelfeld der Ivorer kein Durchkommen, Gosso und Boka hatten die Flügel bombenfest im Griff &#8211; so gingen dem Gastgeber rasch die Ideen aus. Problemlos spielte der Favorit die Zeit herunter und nahm dann noch einen paradoxen Wechsel vor: Indem Stürmer Bony für den defensiven Mittelfeld-Mann Zokora kam, stieg Zahoui vom Gas.</p>
<p>Die Erklärung ist ganz einfach: Aus dem 4-3-3 wurde nun, mit Bony und Drogba vorne, ein 4-4-2. Weil damit die Flügelstürmer zurück gingen, waren beide Flanken defensiv doppelt besetzt und mit zwei Viererketten konnten die Ivorer nun gleichmäßiger die Räume zustellen. Und entschieden die Partie dann auch noch vorzeitig &#8211; wenn auch nicht aus dem Spiel heraus, sondern aus zwei Standardsituationen: Erst versenkte Drogba eine solche per Kopf zum 2:0, zehn Minuten vor dem Ende zirkelte Yaya Touré eine Banane von einem Freistoß direkt in den Winkel.</p>
<p><strong><em>Fazit: Der Papierform entsprochen</em></strong></p>
<p>Geht man nach den Platzierungen in Weltrangliste (18 und 151) bzw. Elo-Raking (14 und 134), dürfte Äquatorialguinea gegen Côte d&#8217;Ivoire nicht den Funken einer Chance haben. Und genauso kam es auch. Die defensiv brutal sichere stehenden Ivorer kamen gegen die harmlosen Gastgeber nie ins Wanken und nach der so erstaunlichen Vorrunde des Co-Gastgebers wurden diesem ganz deutlich die Grenzen aufgezeigt.</p>
<p>Sicher: Offensiv war das bei den Ivorern noch lange keine Glanzleistung. Ein schlimmer Abwehrschnitzer und zwei Standards sorgten letztlich für die drei Tore. Aber wer diese wenigen Chancen nützt und hinten eine Abwehr hat, die so überhaupt nichts zulässt, kann sich das, zumindest gegen diesen Gegner, noch erlauben.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p><strong><em><span style="color: #ff0000;">Sambia &#8211; Sudan 3-0 (1-0).</span></em></strong> <span style="color: #0000ff;">1-0 Sunzu 15&#8242; / 2-0 C. Katongo 66&#8242; / 3-0 Chamanga 86&#8242;</span></p>
<div id="attachment_6637" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/4F1-Zam-Sud-3-0.png"><img class=" wp-image-6637 " title="4F1 Zam-Sud 3-0" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/4F1-Zam-Sud-3-0.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Sambia - Sudan 3:0</p></div>
<p>Mit einem Gruppensieger Sambia konnte man nicht wirklich rechnen. Mit dem Sudan im Viertelfinale aber noch weniger! Weshalb das Team von Hervé Renard auch der Favorit in diesem Spiel war. Das sah offenbar auch Ahmed Abdalla auf der Bank des Sudan so, denn die Spielanlage seines Teams war darauf ausgerichtet, den Sambiern den Ball zu überlassen und sie dort zu stören, wo sie am verwundbarsten sind: In der Spieleröffnung.</p>
<p>Dazu zog er Haitham, der in den Gruppenspielen eine hängende Spitze gegeben hatte, ganz auf die Zehn zurück, wodurch ein recht klares 4-2-3-1 entstand. Die Haupftaufgabe von Haitham war es, Pässe auf die beiden zentralen Mittelfeld-Leute des Sudan, Sinkala und Chansa, zu verhindern, während sich die Außenstürmer darum kümmerten, dass Sambia das nicht über die Flügel umgeht.</p>
<p><strong><em>Erst der Rückstand&#8230;</em></strong></p>
<p>Das klappte hervorragend und Sambia tat sich extrem schwer, sinnvoll aus der eigenen Hälfte herauszukommen. Dennoch lief das Spiel für den Sudan ziemlich unglücklich ab. Zum einen passierte das, was auf keinen Fall passieren durfte: Nach einer Viertelstunde nützte Sambia, wenn schon aus dem Spiel nichts ging, nach einem Freistoß in Führung.</p>
<p>Dadurch konnte man nun selbst das Spiel so gestalten, wie man das am liebsten hat: Nämlich sich zurücklehnen und den Gegner mal machen lassen, gleichzeitig aber extrem konzentriert verteidigen und der gegnerischen Offensive Platz und Zeit nehmen.</p>
<p><strong><em>&#8230;dann die Verletzungen</em></strong></p>
<p>Zum anderen, mindestens genauso schlimm, musste der Sudan schon vor der Pause beide Sechser verletzungsbedingt tauschen. Die in der Gruppenphase so soliden Ala Eldin und Nizar waren für die Ordnung und die Kompaktheit im Zentrum extrem wichtig und ohne die beiden fehlte das, und die Sambier versuchten auch, das auszunützen.</p>
<p>Die beiden Mittelfeld-Außen Kalaba und Lungu, die ohnehin permanent die Seiten tauschen, zogen nun vermehrt während des Spiels auch mit dem Ball am Fuß von Außen ins Zentrum. Dadurch stifteten sie Verwirrung in der sudanesischen Zentrale und machten den Weg für die Außenverteidiger auf, die die Außenlinie entlang nach vorne gehen konnten.</p>
<p><strong><em>Spiel nach einer Stunde endgültig entschieden</em></strong></p>
<p>Was sie aber nicht oft machten, weil es gar nicht notwendig war. Das Team aus dem Sudan verlegte sich ohne das gewohnte Duo im Zentrum schon zu Beginn der zweiten Halbzeit in seiner Verzweiflung auf lange Bälle nach vorne, in der Hoffnung, dass die da vorne irgendwie gehalten werden können. Aber die Defensive der Sambier agierte diszipliniert und räumte trocken auf, sodass man nie das Gefühl hatte, der Sudan könnte tatsächlich ausgleichen.</p>
<p>Und als in der 65. Minute Innenverteidiger Saif Eldin im Strafraum Kalaba legte, dafür seine zweite gelbe Karte kassierte und Katongo den fälligen Elfmeter im Nachschuss zum 2:0 verwertete, war das Spiel entschieden. Zwei Tore hinten und ein Mann weniger &#8211; aussichtslos. Das wussten auch die Sudanesen, weshalb das schon davor eher zerfahrene und unansehnliche Spiel vor einer Null-Kulisse im leeren Stadion von Bata (satte 200 Zuschauer waren da) nicht unterhaltsamer wurde. Das 3:0 des eingewechselten Chamanga kurz vor dem Schluss war nur noch Kosmetik.</p>
<p><strong><em>Fazit: Sambia nützt das Pech des Sudan souverän</em></strong></p>
<p>Erst hat das Gegentor aus einem Standard den Matchplan der Sudanesen verhaut, dann kamen noch die Verletzungen von zwei Schlüsselspielern dazu, und am Ende gab&#8217;s auch noch einen Ausschluss &#8211; dieses Viertelfinale lief für das Team aus dem Sudan ganz doof. Sambia tat sich gegen das gut verteidigende Mittelfeld des Sudan zu Beginn schwer, aber nach dem Führungstor wurde es immer leichter.</p>
<p>Die Mannschaft stand diszipliniert und sicher, ließ wenig zu und nützte das Pech des Gegners zu einem souveränen Sieg. Aber auch, wenn der Spielverlauf Sambia entgegen gekommen ist &#8211; dennoch hat die klar bessere Mannschaft hochverdient gewonnen.</p>
<p>(<a href="https://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=6636&amp;md5=88261bdd5d6d361782996341f11ee9c6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Guinea gibt auf &#8211; Mali bleibt im Turnier</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 22:40:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Guinea kam erst durch die gut stehende Defensive von Ghana nicht durch und streckte nach einem Ausschluss schon 20 Minuten vor Schluss die Waffen. Obwohl nur ein Tor gefehlt hätte! Do darf sich Mali nach einem überlegen geführten aber nur mühsame gewonnen Spiel gegen Botswana über einen Platz im Viertelfinale freuen. Ghana &#8211; Guinea 1-1 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Guinea kam erst durch die gut stehende Defensive von Ghana nicht durch und streckte nach einem Ausschluss schon 20 Minuten vor Schluss die Waffen. Obwohl nur ein Tor gefehlt hätte! Do darf sich Mali nach einem überlegen geführten aber nur mühsame gewonnen Spiel gegen Botswana über einen Platz im Viertelfinale freuen.</em></strong></p>
<div id="attachment_6627" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/D6-Gha-Gui-1-1.png"><img class=" wp-image-6627 " title="D6 Gha-Gui 1-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/D6-Gha-Gui-1-1.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Ghana - Guinea 1:1</p></div>
<p><strong><em><span style="color: #ff0000;"><span id="more-6626"></span>Ghana &#8211; Guinea 1-1 (1-1).</span></em></strong> <span style="color: #0000ff;">1-0 Badu 28&#8242; / 1-1 A. Camara 45&#8242;</span></p>
<p>Guinea war das Team in Zugzwang, und angesichts auch der generellen Spielanlage der Mannschaften verwundert es nicht, dass es auch die Mannschaft von Teamchef Dussuyer war, die in der Anfangsphase die deutlich aktivere war. Dussuyer vertraute auf die gleiche Aufstellung, die Botswana mühelos mit 6:1 geschlagen hat und hatte auch diesmal die Absicht, schnell mit vertikalem Spiel durch das enge Mittelfeld der Ghanaer durchzukommen.</p>
<p>Alleine, das gelang nicht &#8211; weil die Zuspiele in die Spitze entweder überhastet und damit zu ungenau waren, und weil es die Ghanaer dennoch verstanden, den Gegner 25 bis 35 Meter vor dem eigenen Tor so anzugehen, dass es kaum möglich war, präzise Bälle nach vorne zu schlagen.</p>
<p><strong><em>Druck prallt an Ghana ab</em></strong></p>
<p>Auffällig war, dass die Abwehrkette von Guinea im Ballbesitz extrem weit aufrückte, zum Teil schon in den Anfangsminuten in der gegnerischen Hälfte stand. Was einerseits natürlich dabei half, Ghana zurück zu drängen und die Kontrolle über den Ballbesitz zu haben, die Hintermannschaft aber andererseits extrem anfällig für schnelle Gegenstöße machte. In einigen Situationen rettete nur die Geistesgegenwart von Bobo Baldé und Kamil Zayatte bzw. ein ungenauer Pass aus der Tiefe seitens der Ghanaer.</p>
<p>Die Spielweise der Ghanaer sorgte aber dafür, dass der Schwung der Guineer recht schnell entwich und den Außenseiter dazu zwang, immer mehr quer zu spielen. Das ging auf Kosten des Tempos und der Torgefährlichkeit, und genau das wollte Ghana natürlich auch erreichen. Auch, weil das für die Flügelspieler André Ayew und Samuel Inkoom, die immer wieder die Flügel wechselten, vermehrt Gelegenheiten ergab, nach Ballverlusten von Guinea schnell angespielt zu werden.</p>
<p><strong><em>Zwei eher unerwartete Tore</em></strong></p>
<p>Das Spiel hatte sich in seiner Pattstellung schon ein wenig eingerichtet, als Ghana nach etwa einer halben Stunde durch einen sehenswerten Weitschuss von Emmanuel Badu in Führung ging. Das wirkte auf die Mannschaft aus Guinea wie ein Schock: Bis kurz vor der Halbzeitpause brachte man kaum noch etwas zu Stande. Ghana war mit der Führung auf dem Weg zum Gruppensieg doppelt abgesichert und lehnte sich entsprechend wieder ein wenig zurück.</p>
<p>Und hatte dennoch ein wenig Pech, quasi mit dem Halbzeitpfiff den nicht gerade in der Luft liegenden Ausgleich hinnehmen zu müssen. Abdoul Camara, auf der linken Seite einer der wenigen verbliebenen Aktivposten in seiner Mannschaft, drehte aus dem Lauf heraus einen Heber um John Pantsil herum, der über Kwarasey hinweg ins Tor plumpste. Ob das so beabsichtigt war, ist die eine Sache, aber rein vom Skill her sicher eines der besseren Tore in diesem Turnier.</p>
<p><strong><em>Guinea gibt sich geschlagen</em></strong></p>
<p>Guinea war damit wieder voll im Rennen um das Viertelfinale und versuchte nach dem Seitenwechsel auch, wieder ins Spiel zu kommen, aber wie schon in der ersten Hälfte rannten sie sich dreißig Meter vor dem Tor fest, musste deutlich mehr quer spielen als ihnen lieb war und konnten kaum wirklichen Druck ausüben. Wie gewohnt stand Ghana hinten einfach extrem sicher.</p>
<p>Und als mit Mamadou Bah der Sechser von Guinea in der 70. Minute Gelb-Rot sah, war das Spiel gelaufen. Guinea schien aufgesteckt zu haben, womöglich mit dem Wissen um die Führung von Mali im Parallelspiel. Was aber eigentlich absolut unverständlich war, denn dennoch hätte nur ein einziges Tor gefehlt, um selbst den Einzug ins Viertelfinale zu schaffen und Mali zu eliminieren, und Ghana machte keine wirklichen Anstalten, die Überzahl gegen die im 4-4-1 weiterspielenden Gegner auch auszunützen. Womit das in der Schlussphase sehr zerfahrene Spiel seinem logischen 1:1 entgegen ging.</p>
<p><em><strong>Fazit: Ghana gewohnt sicher &#8211; aber warum hat Guinea aufgesteckt?</strong></em></p>
<p>Natürlich werden fehlende Kraftreserven eine große Rolle dabei gespielt haben, dass es Guinea in den letzten 20, 25 Minuten auch mit einem Mann weniger gegen die nicht gerade Vollgas gehende Mannschaft aus Ghana nicht mehr schaffte, Druck auszuüben. Was ja nur natürlich wäre. Aber dass so überhaupt keine Ambition (oder wirkliche Emotion) zu erkennen war, und die Kapitulation bei praktisch jedem Spieler greifbar wirkte, ist angesichts der wirklich starken ersten zwei Spiele von Guinea schon ein wenig enttäuschend.</p>
<p>Ghana wiederum agierte gewohnt sicher, wurde nur von einem Tausendgulden-Heber überwunden und zieht souverän als Gruppensieger ins Viertelfinale ein. Im Grunde liefen alle Gruppenspiele der Black Stars sehr ähnlich ab: Hinten nichts anbrennen lassen, im Mittelfeld den Druck des Gegners absorbieren und das Spiel eröffnen, über die Flanken nach vorne kommen und die wenigen sich bietenden Torchancen eiskalt ausnützen. Weil die Tunesier aber ein recht ähnliches Konzept verfolgen, ist da ein Geduldsspiel zu erwarten.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em><strong>Mali &#8211; Botswana 2-1 (0-0).</strong></em></span> <span style="color: #0000ff;">0-1 Ngele 51&#8242; / 1-1 G. Dembélé 57&#8242; / 2-1 Keita 75&#8242;</span></p>
<div id="attachment_6629" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/D5-Mli-Bot-2-1.png"><img class=" wp-image-6629 " title="D5 Mli-Bot 2-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/D5-Mli-Bot-2-1.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Mali - Botswana 2:1</p></div>
<p>Mehr als gewinnen konnte Mali zum Viertelfinal-Einzug nicht machen &#8211; dass sich Ghana gegen Guinea nicht hängen lässt, hatten sich nicht in der eigenen Hand. Bei Botswana kehrte Teamchef Stanley Thosane nach dem 1:6-Debakel gegen Guinea wieder zu seinem 4-1-4-1 zurück, bei dem die beiden Viererketten sehr tief standen und sich den Maliern quasi als Menschenmauer entgegen stellten.</p>
<p>Dabei wurde aber nicht auf die Spielweise vergessen, die gegen Ghana zu einem beachtlich knappen 0:1 geführt hat: Möglichst keine schnellen Pässe des Gegners zulassen, sondern ihm den Raum nehmen. Das funktionierte nicht so richtig, weswegen man immer mehr dazu überging, einfach den eigenen Strafraum zu belagern.</p>
<p><em><strong>Mali greift an</strong></em></p>
<p>Bei Mali stand nominell ein 4-2-3-1 auf dem Feld, aber durch die extrem aktive Rolle der Außenverteidiger &#8211; vor allem Drissa Diakité von Nizza machte auf der rechten Seite einen Irrsinns-Betrieb &#8211; bildete sich zumeist eine Viererkette bestehend aus den Außenverteidigern und den beiden Sechsern.</p>
<p>Der jeweilige Rechtsaußen, Abdou Traoré und Modibo Maiga wechselten sich hierbei ab, konnte dadurch de facto als zweite Spitze zu Garra Dembélé aufrücken. Dadurch, dass sich Botswana aber immer mehr im eigenen Strafraum zusammen zog, kam Mali oftmals problemlos zur Grundlinie durch, schaffte es aber nicht, die Spieler im Zentrum zu bedienen.</p>
<p><strong><em>Keita kommt nach vorne nicht zum Zug</em></strong></p>
<p>Und im Zentrum war Seydou Keita als Zehner einfach etwas zu hoch postiert, um einen echten Einfluss auf das Spiel nehmen zu können. Zumeist stand er auf seiner Position schon mitten im Getümmel, war somit nur schwer anzuspielen und hatte es noch schwerer, eine gestalterische Rolle nach vorne einzunehmen. Die allermeisten Bälle spielte der Mann vom FC Barcelona zurück, einfach weil sonst nirgendwo Platz war.</p>
<p>Mali dominierte Spiel und Ballbesitz nach Belieben und Botswana machte auch bei den wenigen Entlastungsangriffen nie den Eindruck , wirklich ein Tor schießen zu können, bis es kurz nach dem Seitenwechsel aber doch passierte. Mogakolodi Ngele schloss einen Konter zum völlig überraschenden 1:0 für den klar unterlegenen Außenseiter ab.</p>
<p><strong><em>Mali dreht Spiel noch</em></strong></p>
<p>Mali ließ sich davon aber nicht nachhaltig schocken und spielte weite nach vorne. Und es war für die Psyche der Mannschaft extrem wichtig, dass sich Garra Dembélé nur wenige Minuten nach dem Rückstand für eine extrem laufstarke Vorstellung mit einem Abstaubertor belohnte &#8211; der Freiburg-Legionär war vor allem in der ersten Halbzeit ständig unterwegs, wicht viel auf die Flügel aus und versuchte, immer anspielbar zu sein. Nach dem Seitenwechsel ging im deutlich die Luft aus, verständlicherweise, aber mit seinem Tor &#8211; vorbereitet über die linke Seite &#8211; öffnete er die Tür zum Viertelfinale.</p>
<p>Die Seydou Keita mit einer seiner wenigen auffälligen Aktionen eine Viertelstunde vor Schluss mit seinem Treffer zum 2:1 endgültig aufstieß. Mali hatte bis zum Schlusspfiff das Spiel gegen die zwar weiterhin diszipliniert verteidigenden, aber letztlich komplett harmlosen Gäste komplett im Griff und kam nie mehr in die Gefahr einen Ausgleich zu kassieren.</p>
<p><strong><em>Fazit: Nicht überzeigend, aber weiter</em></strong></p>
<p>Der Sieg reichte letztlich auch zum Viertelfinal-Einzug. Verglichen mit Guinea war Mali wahrscheinlich nicht das bessere Team, aber im entscheidenden Moment &#8211; also im direkten Vergleich zu Turnierbeginn &#8211; hatte man das glücklichere Ende für sich und diesen Vorteil gab man nicht mehr aus der Hand.</p>
<p>Der trotz des Rückstands und des knappen Resultats souveräne Vorstellung gegen Botswana kann kein Maßstab sein (vor allem, weil Guinea diesen Gegner 6:1 besiegt hatte) und letztlich fehlt es der Mannschaft, zumindest in dieser Aufstellung mit einem Seydou Keita auf der Zehn, an der lenkenden Figur und man schaffte es drei Spiele hinweg nicht, aus dem Spiel heraus große Torgefahr zu entwickeln. Was für Mali sprechen könnte: Im Viertelfinale gegen den sehr aktiv auftretenden Co-Gastgeber Gabun wird man das auch nicht müssen.</p>
<p>Für Botswana endet das Turnier mit drei Niederlagen. Zu sagen, die Mannschaft wäre auf diesem Niveau komplett überfordert gewesen, wäre sicher eine Übertreibung. Nimmt man das Spiel gegen Guinea aus, wo man in Unterzahl einfach auseinander gefallen ist und seiner internationalen Unerfahrenheit Tribut zollen musste, wurde zumindest diszipliniert verteidigt und weder Ghana noch Mali gelang es trotz teils massiver Feldüberlegenheit, eine Vielzahl von großen Torchancen zu erarbeiten.</p>
<p>Aber im Spiel nach vorne wird die Suppe beim Debütanten gegen die Abwehrreihen von Ländern, deren Spieler praktisch allesamt in europäischen Top-Ligen beschäftigt sind, schon ziemlich dünn. Mehr als lange Bälle und schnelle Gegenstöße war da nicht drin. Das reichte für einen Elfer und ein Kontertor. Für mehr aber auch nicht.</p>
<p>(<a href="https://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
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		<title>Dritter Erfolg im dritten Spiel: Gabun ist Gruppensieger</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 10:13:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Taktikbesprechungen]]></category>
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		<description><![CDATA[Wieder hatte Gabun zu Beginn der Partie Probleme, wieder wuchtete man sich ins Spiel zurück &#8211; diesmal auch mit einer intelligenten System-Umstellung. Somit geht der Co-Gastgeber nach dem 1:0 gegen Tunesien als Gruppensieger ins Viertelfinale. Den Nordafrikanern fehlte es wieder einmal an der Durchschlagskraft. Gabun &#8211; Tunesien 1-0 (0-0). 1-0 Aubameyang 62&#8242; Beide Teams waren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Wieder hatte Gabun zu Beginn der Partie Probleme, wieder wuchtete man sich ins Spiel zurück &#8211; diesmal auch mit einer intelligenten System-Umstellung. Somit geht der Co-Gastgeber nach dem 1:0 gegen Tunesien als Gruppensieger ins Viertelfinale. Den Nordafrikanern fehlte es wieder einmal an der Durchschlagskraft.</em></strong></p>
<div id="attachment_6618" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/C6-Gab-Tun-1-0.png"><img class=" wp-image-6618 " title="C6 Gab-Tun 1-0" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/C6-Gab-Tun-1-0.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Gabun - Tunesien 1:0</p></div>
<p><span style="color: #ff0000;"><em><strong><span id="more-6617"></span>Gabun &#8211; Tunesien 1-0 (0-0).</strong></em></span><span style="color: #0000ff;"> 1-0 Aubameyang 62&#8242;</span></p>
<p>Beide Teams waren schon fix in der nächsten Runde &#8211; so rotierten auch beide ein wenig. Gernot Rohr blieb in seinem 4-3-3, ließ aber mit Mbanangoye einen seiner beiden Sechser permanent auf die linke Seite rausschieben, um den dort aufgestellten Flügelstürmer Roguy Méyé zu unterstützen. Das wurde notwenig, weil Außenverteidiger Muele sehr viel mit seinem Gegenspieler Khalifa zu tun hatte.</p>
<p>Bei den Tunesiern wurde aus dem 4-2-3-1 der letzten Spiele ein 4-3-1-2 mit Msakni als Zehner. Oder eher als falschen Neuner, denn die beiden nominellen Stürmer, vor allem Khalifa, wichen oft weit auf die Flügel aus und zogen dann nach innen. Damit kam Gabun zunächst nicht so ganz zurecht und mit dem Wall, den die Tunesier im Mittelfeld mit de facto drei zentralen Mittelfeld-Spielern, ganz nach italienischem Vorbild, eingezogen haben, gab es kaum ein Durchkommen.</p>
<p><strong><em>Msaknis Rolle bereitet Gabun Probleme</em></strong></p>
<p>Die Tunesier kontrollierten somit das Spiel zunächst und versuchten vor allem die Positionierung von Youssef Msakni auszunützen. Dieser stand zu hoch, um für die Innenverteidiger sinnvoll gedeckt zu werden, aber zu hoch für die beiden Sechser, die kaum mehr eine Rolle für den eigenen Aufbau spielen könnten, wenn sie sich zu weit nach hinten ziehen lassen. Trotz des klaren Plus an Ballbesitz schaffte es Tunesien aber nicht, aus dieser Überlegenheit auch Tore zu erzielen.</p>
<p>Nach etwa einer halben Stunde ließ sich Sturmspitze Daniel Cousin etwas zurückfallen und bearbeitete zunehmend die Dreierkette im tunesischen Mittelfeld. Das immer mutiger Vorrücken von Mbanangoye sorgte dafür, dass Jamel Saihi auf der halblinken Position in der tunesischen Zentrale etwas hin- und hergerissen war: Einerseits bereitete ihm Cousin mehr Arbeit, andererseits sollte er aber auf der Flanke aushelfen. So kam Gabun gegen Ende der ersten Hälfte deutlich besser ins Spiel.</p>
<p><strong><em>Rohr stellt um</em></strong></p>
<p>Gernot Rohr nahm für die zweite Halbzeit eine erstaunliche Änderung vor: Es brachte Madinda für Méyé, stellte ihn aber nicht &#8211; wie in den ersten Partien &#8211; auf die Zehn, sondern ins rechte Mittelfeld, und Mbanangoye ins linke, stellte somit auf ein 4-4-2 um. Damit bekam Gabun die Oberhand: Weil von den zwei zentralen Mittelfeld-Männern nun einer (Poko) explizit auf Msakni spielte und sich notfalls auch tief fallen ließ und der andere (Palun) sich eher nach vorne orientierte, stand Gabun nun wesentlich sicherer und konnte gleichzeitig mehr für das Spiel tun.</p>
<p>Die Flügel waren zudem in tieferen Positionen besetzt als vor der Pause, griffen somit auch mehr ins Spiel ein. Nun wirkten die Tunesier verwirrt, und ehe sie wirklich auf die sich geänderte Raumaufteilung reagiert hatten, erzielte Aubameyang nach einer Stunde das 1:0.</p>
<p><strong><em>Späte Reaktion</em></strong></p>
<p>Erst jetzt reagierte der tunesische Teamchef Sami Trabelsi. Er brachte Allagui und Chikhaoui (für Jemâa und Ben-Yahia), änderte aber seine Formation nicht gravierend &#8211; es gab weiterhin keinen klassischen Zehner, weil Chikhaoui aus der halbrechten Position im Mittelfeld kam. Seine Präsenz am Platz zeigte aber dennoch wirkung, ebenso wie der sehr willige Sami Allgui und das Wissen bei Gabun, dass selbst ein Remis für den Gruppensieg reicht.</p>
<p>Die Tunesier hatten also die Schlussphase der Partie wieder deutlich im Griff, verpassten es aber weiterhin &#8211; im Gegensatz zu den ersten beiden Partien, in denen sie vor dem Tor eiskalt agierten &#8211; den Ball im Netz unterzubringen. Gabun verteidigte den Sieg über die Zeit und ist damit mit drei Erfolgen Gruppensieger.</p>
<p><em><strong>Fazit: Interessantes Freundschaftsspiel</strong></em></p>
<p>Letztlich war es von der Bedeutung kaum mehr als ein Freundschaftsspiel, aber uninteressant war es beileibe nicht. Wie gegen die Marokkaner hatte Gabun zunächst Probleme, sich auf den Gegner einzustellen, traute sich aber mit Fortdauer des Spiels wiederum immer mehr zu und die Umstellung zur Halbzeit brachte dem Co-Gastgeber endgültig die Oberhand.</p>
<p>Tunesien steckte nicht auf und mit Chikhaoui kam jene Linie ins Spiel zurück, die davor etwas verloren gegangen war. Was den Nordafrikanern aber weiterhin fehlt, ist ein wirklich zielbringendes, eigenes Angriffsspiel. Sie sind (heute nicht, aber in den bisherigen zwei Spielen) stark im Nützen der wenigen Chancen, aber solltes, wovon auszugehen ist, im Viertelfinale gegen die defensiv extrem starken Ghanaer gehen, dürfte ihnen die nötige Durchschlagskraft fehlen. Das zumindest ist der Eindruck aus der Gruppenphase.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><strong><em><span style="color: #ff0000;">Marokko &#8211; Niger 1-0 (0-0).</span></em></strong> <span style="color: #0000ff;">1-0 Belhanda 78&#8242;</span></p>
<div id="attachment_6619" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/C5-Mar-Nig-1-0.png"><img class=" wp-image-6619 " title="C5 Mar-Nig 1-0" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/C5-Mar-Nig-1-0.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Marokko - Niger 1:0</p></div>
<p>Kaum mehr als eine lästige Pflichtaufgabe war das letzte Spiel für die bereits eliminierten Marokkaner, und entsprechend schlampig war auch das Passspiel der Mannschaft. Zwar kontrollierte man den Außenseiter relativ sicher, aber schon aus der Abwehr heraus passierte immer wieder billige Fehlpässe. Die Ungenauigkeiten konnte Kharja zumeist noch kaschieren, aber nachdem er kurz vor Ende der ersten Hälfte verletzt ausgetauscht werden musste, war es mit der Strukur im Aufbauspiel der Marokkaner geschehen.</p>
<p>Beim Niger vertraute man wieder auf das etwas schiefe Mittelding aus 4-1-4-1 und 4-4-2, wobei Maazou diesmal deutlich mehr vom linken Flügel kam als gegen Tunesien. Der Außenseiter machte wiederum einen guten Job, wenn es um das Attackieren des Gegnern im Mittelfeld ging, was der Passsicherheit der Marokkaner auch nicht gut tat. Eigene Angriffe wurden aber, einmal mehr, zumeist nur durch lange Bälle gestartet, womit die marokkanische Defensive wenig Probleme hatte.</p>
<p>Und es letztlich auch kein Tor gab. Anders als auf der anderen Seite, wo gegen Ende des Spiels Belhanda das dennoch nicht ganz unverdiente 1:0-Siegtor für seine Mannschaft erzielte. Ein glanzloser Arbeitssieg &#8211; mehr nicht.</p>
<p>(<a href="https://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=6617&amp;md5=de5b8ae91c15c1e81aa6207af8429c65" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Auch die Reserve der Ivorer kommt nicht ins Wanken – Sudan überholt Angola</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 22:27:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Remis hätte Angola gereicht, und die Ivorer hätten &#8211; so wie sie gespielt haben &#8211; auch nichts dagegen gehabt. Doch die Angolaner bringen sich gegen souverän stehende Ivorer mit zwei schrecklichen Schnitzern selbst auf die Verliererstraße. Und weil der Sudan zwei ebenso schreckliche Schnitzer bei Burkina Faso ausnützte, rutschte der Außenseiter sogar noch ins [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Ein Remis hätte Angola gereicht, und die Ivorer hätten &#8211; so wie sie gespielt haben &#8211; auch nichts dagegen gehabt. Doch die Angolaner bringen sich gegen souverän stehende Ivorer mit zwei schrecklichen Schnitzern selbst auf die Verliererstraße. Und weil der Sudan zwei ebenso schreckliche Schnitzer bei Burkina Faso ausnützte, rutschte der Außenseiter sogar noch ins Viertelfinale.</em></strong></p>
<div id="attachment_6608" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/C5-Civ-Ang-2-0.png"><img class=" wp-image-6608 " title="C5 Civ-Ang 2-0" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/C5-Civ-Ang-2-0.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Côte d&#39;Ivoire - Angola 2:0</p></div>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong><em><span id="more-6607"></span>Côte d&#8217;Ivoire &#8211; Angola 2-0 (1-0).</em></strong></span> <span style="color: #0000ff;">1-0 Eboué 33&#8242; / 2-0 Bony 65&#8242;</span></p>
<p>Gleich neun Spieler tauschte der ivorische Teamchef François Zahoui aus, ließ die Reservisten ran. Ein deutliches Anzeichen dafür, dass man dieses Match als Pflicht erachtete, die man halt möglichst unbeschadet überstehen musste. Und nicht genug damit, dass nur die zwei Innenverteidiger im Team verblieben, warf Zahoui auch sein gewohntes 4-3-3 über den Haufen und stellte seine Mannschaft ein einem sehr konservativen, flachen 4-4-2 auf. Die Devise wurde schnell klar: Defensiv mit zwei Viererketten sicher stehen, über die Flügel nach vorne kommen und in der Mitte sollte der gelernte Stürmer Didier Ya-Konan für zusätliche Optionen sorgen.</p>
<p>Besonderes Bedürfnis, das Tempo hochzuhalten und mit aller Macht auf den Sieg zu gehen, hatten aber auch die Angolaner nicht. Ihnen fehlten zwei gesperrte Spieler, und das Fehlen beider sollte sich letztlich negativ bemerkbar machen: Zum einen musste Wilson den exzentrischen Torhüter Carlos ersetzen. Das machte er grundsätzlich nicht so schlecht, aber ein Abstimmungsfehler zu viel unterlief ihm dann doch. Und Flávio, die hängende Spitze im 4-4-1-1. Das Fehlen seiner Laufarbeit und seiner Fähigkeit, Bälle zu halten, war eines der größten Hindernisse im Spiel nach vorne.</p>
<p><em><strong>Erster Fehler, erstes Gegentor</strong></em></p>
<p>Aber das war zunächst kein Problem, weil den Angolanern das Remis ja auch reichte, um die Gruppe vor dem Sudan zu beenden und ins Viertelfinale zu kommen. So ähnelte die Partie eine halbe Stunde lang frappant jener zwischen Äquatorialguinea und Sambia: Keine bemühte sich wirklich, etwas für das Spiel zu tun und es plätscherte ereignisarm vor sich hin.</p>
<p>Und das wäre wohl auch so geblieben, hätte nicht der angolanische Verteitiger Miguel bei einer ivorischen Flanke von der linken Seite den Ball nur unzureichend getroffen. Anstatt in hohem Bogen Richtung Mittelkreis zu dreschen, legte er dem hinter ihm lauernden Eboué die Kugel direkt vor die Füße, dieser hatte keine Mühe &#8211; das 1:0.</p>
<p><strong><em>Ivorer mit kontrollierter Leistung</em></strong></p>
<p>Die Ivorer machten genauso weiter wie davor &#8211; also hinten sicher stehen und bei eigenen Angriffen in den Rücken der angolanischen Flügelstürmer stoßen &#8211; aber das Team aus Angola war nun unter dem Druck, den Ausgleich erzielen zu müssen. Und genau dabei fehlte einer wie Flávio: Das Mittelfeld der Ivorer hielt den unzulänglichen Versuchen, durch die Mitte zum Erfolg zu kommen, mit großer Ruhe und wenig Problemen stand.</p>
<p>Das änderte sich auch nicht, als Angola nach dem Seitenwechsel an der Temposchraube zu drehen versuchte. Die Ivorer verloren hinten praktisch nie die Übersicht, gewannen die entscheidenden Zweikämpfe und als sich nach einer Stunde die Angolaner das 2:0 selbst schossen, war zumindest über den Sieger des Spiels die Entscheidung gefallen. Innenverteidiger Massunguna wollte einen harmlosen 50-Meter-Ball des für Eboué eingewechselten Kader Keita zu Torhüter Wilson zurückköpfen, dieser war aber aus seinem Tor herausgestürmt. Wilfried Bony brachte noch seine Fußspitze dran, aber es war zu 95% ein Eigentor.</p>
<p><strong><em>Alles nach vorne</em></strong></p>
<p>Angola musste nun danach trachten, zumindest noch ein Tor aufzuholen und hoffen, dass Sudan im Parallelspiel keines mehr schießt (bzw. noch eines bekommt). Teamchef Lito Vidigal warf alles an Stürmern hinein, was er zur Verfügung hatte, gab dafür die Ordnung auf. Manucho (vorne), Nando Rafael (links), Vunguidica (rechts) und Cabulunga (auf der Zehn) warteten vorne auf die langen Bälle aus der eigenen Hälfte, aber außer aus zwei Standards wurde Angola nicht mehr gefährlich. Weil die Ivorer nie die Ruhe und die Abgeklärtheit verließen.</p>
<p><strong><em>Fazit: Angola fehlte der Plan nach vorne, Ivorer extrem souverän</em></strong></p>
<p>Im Endeffekt ist Angola verdient und an sich selbst gescheitert. Der Auftaktsieg gegen Burkina Faso war schon glücklich, das Remis gegen den Sudan keine Offenbarung und gegen die Ivorer schafften sie es nicht, selbst den nur mit Halbgas spielenden Gegner ins Wanken zu bringen. Die Ivorer wären problemlos mit einem 0:0 zufrieden gewesen, aber zwei solche Einladungen auf Tore mussten sie einfach annehmen.</p>
<p>Die Ivorer bestätigen ihre Favoritenrolle auf den Turniersieg immer mehr, denn vorne nützen sie die wenigen sich bietenden Chancen und hinten sind sie praktisch unüberwindbar. In drei Spielen gab es kein einziges Gegentor und zumindest aus dem Spiel heraus machte die Defensive keinen Wackler. Das ist bislang die mit viel Abstand stabilste Mannschaft des Turniers, und viele Kräfte hat sich auch noch nicht gelassen.</p>
<p>Nur, wie sich das komplette Rausrotieren der Mannschaft auf den Rhythmus auswirkt, ist eine offene Frage.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em><strong>Sudan &#8211; Burkina Faso 2-1 (1-0).</strong></em></span> <span style="color: #0000ff;">1-0 Mudathir 33&#8242; / 2-0 Mudathir 80&#8242; / 2-1 Ouedraogo 90&#8242;</span></p>
<div id="attachment_6614" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/C6-Sud-Bfa-2-11.png"><img class=" wp-image-6614 " title="C6 Sud-Bfa 2-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/C6-Sud-Bfa-2-11.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Sudan - Burkina Faso 2:1</p></div>
<p>Der harmlosen Vorstellung gegen die abgeklärten Ivorer folgte eine beherzte gegen Angola &#8211; so hatte der Sudan noch die Chance, sich mit einem eigenen Sieg und einer Niederlage von Angola, eines davon musste mir mehr als einem Tor Differenz ausgehen, sensationell für das Viertelfinale zu qualifizieren.</p>
<p>Bedenkt man das, war die Spielweise der Sudanesen gegen die bereits fix eliminierte Mannschaft aus Burkina Faso seltsam gehemmt. Die Sudaner, an körperlicher Robustheit den eher filigranen Burkinern deutlich überlegen, kamen zunächst überhaupt nicht in die Partie. Das Team von Paulo Duarte, der auf den angeschlagenen Alain Traoré verzichten musste und dafür Pitroipa auf die Zehn seines 4-2-3-1 stellte, führte die technische deutlich feinere Klinge, dominierte den Ballbesitz und zeigte sich durchaus gewillt, das Spiel zu machen.</p>
<p>Vor allem Charles Kaboré von Olympique Marseille versuchte sich als Achter mit einigem Erfolg daran, dem Angriffsspiel seiner Mannschaft Struktur zu verleihen. Dennoch konnte man die anfängliche Verwirrung in der sudanesischen Abwehr &#8211; Innenverteidiger Nagm Eldin musste schon nach wenigen Minuten nach einem unglücklichen Zusammenprall mit Pitroipa ausgewechselt werden &#8211; nicht in Tor ummünzen.</p>
<p><strong><em>Sudan gegen den Spielverlauf 1:0</em></strong></p>
<p>Nachdem der Anfangsschwung verflogen war, verflachte das Spielniveau zusehens. Die Sudanesen kamen aus dem Spiel heruas überhaupt nicht sinnvoll vor das Tor des Gegners: Versuchte man, sich nach vorne zu spielen, wurden die Aktionen schnell zu umständlich, direkte Bälle nach vorne fanden ihr Ziel nur äußerst selten. Da auch bei den Burkinern die Präzision sank und sank, wurde aus einer flotten Partie immer mehr ein unansehnliches Fehlpass-Festival.</p>
<p>Was sich auch nicht änderte, nachdem Mudathir einen fürchterlichen Stellungsfehler von Innenverteidiger Mamadou Tall komplett entgegen des Spielverlaufs zum 1:0 für den Sudan nützte. Die Roten fanden weiterhin nicht zu einem flüssigen Kombinationsspiel, bei den Burkinern wirkte vorübergehend der letzte Wille gebrochen. Nach dem Motto: Bei diesem Turnier will es nun mal nicht klappen, für uns.</p>
<p><em><strong>Sudan gegen den Spielverlauf 2:0</strong></em></p>
<p>In der zweiten Hälfte brachte Duarte nach einer Stunde den Admiraner Issiaka Ouedraogo, damit einen zweiten nominellen Stürmer. Das hieß aber nicht, dass er groß an seinem 4-2-3-1 rüttelte: Ouedraogo musste auf die zentrale Mittelfeldposition gehen. Diese interpretierte er zwar relativ offensiv und nicht annähernd so fahrig wie vor allem Bancé im ersten Spiel gegen Angola, aber es ist schon erstaunlich, dass Duarte trotz Rückstand in einer Partie, deren Ausgang für sein Team völlig gleichgültig war, nicht die Doppelsechs aufzulösen (die ob der harmlosen Sudanesen ohnehin überflüssig war), sondern stattdessen einen Flügelstürmer vom Platz zu nehmen.</p>
<p>Dennoch schien ein Ausgleichstreffer der Burkiner, die sich in dieser Phase wieder fingen und das Spiel wieder deutlich in die eigene Hand nahmen, wenn schon nicht eine Frage der Zeit, dann doch zumindest deutlich naheliegender als ein 2:0 für den Sudan. Aber wie es oft so ist: Weiter Abschlag vom sudanesischen Keeper Akram Richtung Mudather, Burkina Fasos sonst starker Goalie Diakité zögert, und Mudather schiebt zum 2:0 ein.</p>
<p>Eigentlich völlig unverdient, aber angesichts des Zwischenstandes und des Spielverlaufs im Parallelspiel war das de facto der Viertelfinal-Einzug. Daran änderte auch das späte Anschlusstor von Ouedraogo, der tief in der Nachspielzeit quasi mit dem Schlusspfiff den Ball am wild herausstürmenden Akram vorbei ins Tor köpfelte, nichts mehr.</p>
<p><strong><em>Fazit: Unverdienter Sieg, nicht unverdienter Viertelfinal-Einzug</em></strong></p>
<p>Keine Frage, es war alles andere als eine Meisterleistung, die der Sudan da ablieferte und dass man gegen die deutlich aktivere und technisch wesentlich bessere Mannschaft aus Burkina Faso zu einem Sieg gekommen ist, entspricht den Spielverlauf überhaupt nicht. Man muss dem Team von Mohamad Abdalla aber zu Gute halten, dass man hinten weitgehend dicht gehalten hat &#8211; was allerdings sicher auch zu einem großen Teil an der in unfassbarem Ausmaß fehlenden Präzision der Burkiner lag &#8211; und vorne die zwei horrenden Fehler, die die Burkiner machten, eiskalt ausgenutzt haben.</p>
<p>Und letztlich muss man auch sagen, dass das Team aus dem Sudan deutlich mehr aus den vorhandenen Möglichkeiten gemacht hat als sie mit deutlich mehr Erwartungen ins Turnier gestarteten Burkiner und vor allem Angolaner. So gesehen ist der Viertelfinal-Einzug nicht ganz ungerechtfertigt.</p>
<p>(phe)</p>
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		<title>Ein modernes Libyen? Im Fußball schon!</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 22:33:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Afrika Cup]]></category>
		<category><![CDATA[Matchbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Taktikbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[4-1-3-2]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika-Cup]]></category>
		<category><![CDATA[Äquatorialguinea]]></category>
		<category><![CDATA[Libyen]]></category>
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		<description><![CDATA[Den Gastgeber gefordert, dem Gruppensieger einen Punkt abgeknöpft &#8211; und jetzt das Meisterstück gegen den Senegal! Libyen ist sicher die ganz große positive Überraschung dieses Afrika-Cups. Teamchef Paqueta manövrierte mit einem exakten Matchplan die eindimensionalen Senegalesen aus &#8211; das reichte zwar nicht für&#8217;s Viertelfinale, aber geringschätzen darf man diese Leistung keinesfalls. Wie sich Libyen als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Den Gastgeber gefordert, dem Gruppensieger einen Punkt abgeknöpft &#8211; und jetzt das Meisterstück gegen den Senegal! Libyen ist sicher die ganz große positive Überraschung dieses Afrika-Cups. Teamchef Paqueta manövrierte mit einem exakten Matchplan die eindimensionalen Senegalesen aus &#8211; das reichte zwar nicht für&#8217;s Viertelfinale, aber geringschätzen darf man diese Leistung keinesfalls.</em></strong></p>
<div id="attachment_6604" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/A5-Lby-Sen-2-1.png"><img class=" wp-image-6604 " title="A5 Lby-Sen 2-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/A5-Lby-Sen-2-1.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Libyen - Senegal 2:1</p></div>
<p><span id="more-6602"></span>Wie sich Libyen als Land entwickeln wird, politisch und gesellschaftlich, steht in den Sternen. Aber ihr Fußball-Team zeigte bei diesem Afrika-Cup nach &#8211; vor allem, wenn man die Umstände bedenkt &#8211; mehr als ordentlichen Leistungen und packte nun, im letzten und im Grunde bedeutungslosen Spiel gegen den gefallenen Geheimfavoriten Senegal ein Spielsystem aus, das man ohne Umschweife als hochmodern bezeichnen kann.</p>
<p>Um die Mini-Chance nützen zu können, doch noch ins Viertelfinale zu kommen &#8211; was neben einem eigenen Sieg eine gleichzeitige Niederlage von Sambia gebraucht hätte &#8211; wollte Libyens brasilianischer Teamchef Marcos Paqueta, der in der Qualifikation nicht nur (logischerweise) auf Heimspiele verzichten musste, sondern auch auf den einen oder anderen Spieler, der an der Front kämpfte, mit entsprechender Besetzung vorne das Seine dazu tun.</p>
<p><strong><em>Sehr geschicktes 4-1-3-2</em></strong></p>
<p>Das hieß, dass mit Ihab Boussefi ein zweiter Stürmer ins Spiel kam und der so starke rechte Mittelfeld-Mann Walid El-Khathroushi, der beim 2:2 gegen Sambia verletzt raus musste, im Grunde gar nicht ersetzt wurde. Dafür wurde aus dem 4-1-4-1, das in den ersten beiden Spielen zur Anwendung kam, nun ein 4-1-3-2 mit einem Clou. Dieser lag darin, dass der Sechser, Suiuieinei Aboubaker, sehr tief spielte und sich, wenn nötig, zwischen die Innenverteidiger schob. Das ist international schon nichts besonderes mehr, war aber beim Afrika-Cup bislang noch von keiner Mannschaft praktiziert worden.</p>
<p>Das erlaubte den Außenverteidigern El-Moghrabi und Belrrish, nach vorne zu marschieren. Das wiederum erlaubte den Außenspielern im Mittelfeld, Ahmed Osman und Mohamed Esnani, einzurücken um das (von Senegal ohnehin unterbesetzte) Zentrum aufzufüllen und mit dem schnellen Ihab und dem wuchtigen Zuway gab es vorne gleich zwei Anspielstationen.</p>
<p><em><strong>Libyen nützen Senegals Schwächen schnell</strong></em></p>
<p>Paqueta wusste natürlich, dass Senegal bei der Niederlage gegen Äquatorialguinea vor allem durch zu weit innen postierte Außenverteidiger verwundbar war und legte sein Spiel genau darauf an, die Viererkette der Senegalesen auseinander zu ziehen. Und es dauerte auch nur fünf Minuten, bis Senegals Rechtsverteidiger Omar Daf (der letzte Übriggebliebene aus der Mannschaft, die bei der WM 2002 das Viertelfinale erreicht hatte) nach außen zog und der rechte Innenverteidiger, Kader Mangane, nicht entsprechend mit verschob. Ahmed Osman legte den Ball genau in die Schnittstelle, Ihab nahm ihn auf und verwertete zum 1:0.</p>
<p>Zwar kam der Senegal kurz darauf nach einem Eckball zum Ausgleich, aber die Umstellungen von Paqueta hatten ihr Ziel erreicht: Der Favorit war verwirrt und konnte sich zunächst nicht wirklich auf den Gegner einstellen. Das Zentrum blieb unterbesetzt und vorne lauerten mit Niang und Demba Ba zwei Stürmer &#8211; eine immer leicht versetzt hinter dem anderen &#8211; auf Zuspiele von den Außen. Die kamen aber nur selten, weil durch den zusätzlichen Mann in der Abwehrzentrale die senegalesischen Außenstürmer von Außenverteidiger und dem entsprechenden Innenverteidiger gedoppelt werden konnte, ohne in der Mitte einen personellen Nachteil zu erleiden.</p>
<p><strong><em>Favorit bleibt eindimensional</em></strong></p>
<p>Senegal war zweifellos das individuell klar besser besetzte Team mit auch deutlich mehr Ballbesitz, aber es gelang nicht, die eigenen Spielanlage auf jene der Libyer abzustimmen, sprich, das Zentrum etwas mehr zu stärken. So liefen sich die Senegalesen immer wieder am Flügel fest, Flanken waren zumeist sichere Beute der libyschen Verteidiger und echte Gefahr strahlten eigentlich nur Standardsituationen aus.</p>
<p>Das ändert alles nichts daran, dass Senegal das Spiel dennoch gewinnen hätte können, oder zumindest nicht verlieren müssen, aber die Chancen, die sie bekamen, nützten sie letztlich halt nicht. Auch nicht, als Paqueta in der zweiten Hälfte mit Torschützen Ihab einen seiner beiden Stürmer zurückzog und damit das Mittelfeld stärkte, indem er im Grunde zu seinem 4-1-4-1 zurück kehrte.</p>
<p><strong><em>Senegal verliert&#8217;s sogar noch</em></strong></p>
<p>Man kann den Senegalesen nicht gesteigertes Desinteresse vorwerfern, oder dass sie das für sie bedeutungslose Spiel im Frust über der allzu frühe Ausscheiden abgeschenkt hätten, aber wie in den Partien zuvor wurden zwei Dinge bei den Löwen der Teranga offensichtlich: Erstens die Ausrechenbarkeit, weil die Spielanlage rein nur auf die Flügel ausgerichtet ist, und zweitens die mangelnde Chancenverwertung.</p>
<p>Denn anstatt das Spiel zu gewinnen, was angesichts der Feldüberlegenheit und auch des trotz der intelligenten Spielanlage der individuell halt klar unterlegenen Libyer Chancenplus zu gewinnen, setzte es in der Schlussphase sogar noch das 1:2, erneut durch Ihab, wieder herausgespielt durch fehlende Abstimmung zwischen Innen- und Außenverteidiger; diesmal waren Mbengue und Diawara die geschlagenen.</p>
<p><strong><em>Fazit: Ein Bravo an Marcos Paqueta und seine Libyer</em></strong></p>
<p>Auch, wenn die nüchternen Zahlen für Libyen das Vorrunden-Aus ausweisen, darf sich die Mannschaft dennoch als einer der ganz großen Gewinner dieser Afrika-Meisterschaft fühlen. Gegen den Gastgeber erst kurz vor Schluss das 0:1 kassiert, gegen Gruppensieger Sambia nicht schlechter und 2:2 gespielt, und nun sogar den mit großen Namen gespickten Senegal geschlagen &#8211; das ist angesichts der Umstände im Land eine unglaubliche Leistung.</p>
<p>Eine, für die das Lob ganz eindeutig an Marcos Paqueta gehen muss. Der Brasilianer verstand es, in der Qualifikation die widrigsten Umstände zu überstehen und sich sensationell zu qualifizieren, und nun bewies er mit seiner Mannschaft auch noch, dass man auch als an sich klar unterlegenes Team mit dem nötigen Hirnschmalz und eines diszipliniert durchgezogenen Matchplans den Großen absolut ein Bein stellen kann.</p>
<p>Der Senegal, als heißer Außenseiter-Tipp für den Titel ins Turnier gestartet, darf sich nach der dritten Niederlage und dem Aus mit null Punkten schon ein wenig schämen. War im ersten Spiel die zweite Hälfte stark und scheiterte man im zweiten als deutlich besseres Team nur an der Chancenverwertung, wurde nun deutlich, dass man in seiner Spielanlage halt doch sehr eindimensional war. Und auch, wenn drei Niederlagen eine harte Strafe dafür sind &#8211; das Aus ist letztlich sicherlich verdient.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong><em>Äquatorialguinea &#8211; Sambia 0-1 (0-0).</em></strong></span> <span style="color: #0000ff;">0-1 C. Katongo 62&#8242;</span></p>
<div id="attachment_6603" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/A6-Eqg-Zam-0-1.png"><img class=" wp-image-6603 " title="A6 Eqg-Zam 0-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/A6-Eqg-Zam-0-1.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Äquatorialguinea - Sambia 0:1</p></div>
<p>Dieses Spiel kann in wenigen Sätzen abgehandelt werden &#8211; ganz deutlich war es beiden Teams bewusst, dass ein Remis beiden zum sicheren Viertelfinal-Einzug reicht. So tat man sich dann auch nicht weh: Den Tempo war überschaubar, körperliche Attacken selten und ernsthafte Torchancen so gut wie inexistent.</p>
<p>Bei den Co-Gastgebern besetzte Balboa diesmal wieder die linke Außenbahn, dadurch konnten theoretisch beide Flanken wieder Druck ausüben. Was passte, weil Sambia genau diesen Bereich vor allem bei schnellen Seitenwechseln dazu neigte, dem Gegner Platz zu lassen. Genützt wurde das aber nicht.</p>
<p>Die Entscheidung in einer Partie, die unaufhaltsam einem 0:0 entgegen plätscherte, brachte dann auch keine taktische Maßnahme oder eine schöne Kombination, sondern ein Energieanfall con Chris Katongo, der nach einer Stunde einen Einfwurf zugespielt bekam, zwei Gegner stehen ließ und aus 20 Metern abzog.</p>
<p>Das hieß war, dass Äquatorialguinea den Gruppensieg los war, so richtig stören schien das aber keinen. Was womöglich ein Anzeichen dafür ist, dass es mit dem Kampfgeist in der bunt zusammengewürfelten Mannschaft vielleicht doch nicht so arg weit her ist, wenn eine Niederlage beim Heimturnier so gleichgültig in Kauf genommen wird. Strafe dafür: Im Viertelfinale geht es eher gegen die Ivorer als gegen Angola.</p>
<p>(<a href="https://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=6602&amp;md5=c90dacc645c86b062b27752f044e9a1f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ghana mit Dienst nach Vorschrift, Guinea mit 6:1-Schützenfest</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2012/01/28/afrika-cup-tag-8/</link>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 22:48:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Afrika Cup]]></category>
		<category><![CDATA[Matchbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Taktikbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika-Cup]]></category>
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		<category><![CDATA[Guinea]]></category>
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		<description><![CDATA[Ja, es kann vorkommen, dass so ein Turnier echte Kräfteverhältnisse nicht widerspiegelt. Guinea  war schon gegen Mali das bessere Team, verlor aber &#8211; und steht trotz dem 6:1 gegen Botswana vor dem Aus. Anders als Ghana: Die Black Stars lieferten gegen ein weiter eher harmloses Team aus Mali Dienst nach Vorschrift ab und holten einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Ja, es kann vorkommen, dass so ein Turnier echte Kräfteverhältnisse nicht widerspiegelt. Guinea  war schon gegen Mali das bessere Team, verlor aber &#8211; und steht trotz dem 6:1 gegen Botswana vor dem Aus. Anders als Ghana: Die Black Stars lieferten gegen ein weiter eher harmloses Team aus Mali Dienst nach Vorschrift ab und holten einen 2:0-Sieg.</em></strong></p>
<div id="attachment_6592" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/D4-Gha-Mli-2-0.png"><img class=" wp-image-6592 " title="D4 Gha-Mli 2-0" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/D4-Gha-Mli-2-0.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Ghana - Mali 2:0</p></div>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong><em><span id="more-6591"></span>Ghana &#8211; Mali 2-0 (0-0).</em></strong></span> <span style="color: #0000ff;">1-0 Gyan 62&#8242; / 2-0 A. Ayew 74&#8242;</span></p>
<p>Selbst das Gestalten des Spiel zu übernehmen &#8211; das macht das Team aus Ghana nur, wenn es unbedingt sein muss. So verlegte sich auch erst einmal darauf, das Tempo aus dem Spiel zu nehmen und die Malier möglichst in Schach zu halten. Das Team um Bacelona-Mittelfeldmann Seydou Keita hingegen war seinerseits nicht gerade darauf aus, den Gegner zu überrennen und dadurch hinten offener als notwendig zu sein. Womit die Partie kein großes Vergnügen für die Beobachter war.</p>
<p>Auffällig war bei Ghana, dass fast alles über die rechte Seite ging. André Ayew war der mit Abstand aktivste Offensiv-Mann seiner Mannschaft, er wurde auch gut von seinem Hinterman John Pantsil unterstützt. Im Gegensatz dazu war auf der linken Seite Muntari bei Drissa Diakité in guten Händen und Kwadwo Asamoah, der in die Startformation gerückt war, nahm eher nur am Rande am Spiel teil.</p>
<p><em><strong>Keita stört Ghanas Aufbau</strong></em></p>
<p>Bei Mali war wieder einmal die Rolle von Seydou Keita im Interessantesten. Er war wiederum auf der Zehnerposition aufgestellt, kümmerte sich aber weniger um die direkten Pässe nach vorne auf Solo-Spitze Diabaté (das übernahm eher der sehr fleißige Maiga auf dem rechten Flügel), sondern &#8211; ganz ähnlich wie Yaya Touré bei den Ivorern &#8211; um das Stören der ghanaischen Spieleröffnung mit Emmanuel Badu und Anthony Annan. Keita, der einen deutlich fitteren Eindruck machte als noch beim 0:1 gegen Guinea, ist es von Barcelona gewohnt, heftiges Pressing zu spielen, und so war es ihm kaum ein Problem, die beiden Sechser von Ghana damit aus dem Spiel zu nehmen.</p>
<p>Grundsätzlich waren aber beide Mannschaften darauf bedacht, erst einmal keine Fehler zu machen. Risikopässe gab es praktisch gar nicht, im Zweifel wurde der Ball zurück gespielt. Den etwas sichereren Eindruck im Passspiel machte Mali, wiewohl eben kaum schwere Bälle gespielt wurden. Und so entstanden auch nur aus Standardsituationen Torchancen, die beste hatte Mali aus einem Freistoß, der vom linken Pfosten auf den rechten sprang und von dort zurück ins Feld.</p>
<p><strong><em>Ayew und Gyan entscheiden</em></strong></p>
<p>In der zweiten Hälfte stieg Ghana etwas aufs Gas, verschob etwas nach vorne und wurde direkter im Spiel nach vorne &#8211; wiederum hauptsächlich über André Ayew und John Pantsil. Sturmspitze Gyan merkte das natürlich und orientierte sich seinerseits tendenziell auf die Seite der beiden. Ihre malischen Gegenspieler Abdou Traoré und Adama Tamboura hatten ihre liebe Mühe. Dennoch brauchte es einen von Gyan hervorragend platzierten Freistoß, um nach einer Stunde in Führung zu gehen.</p>
<p>Eine Reaktion von Mali blieb weitgehend aus. Angriffe versandeten an der gut gestaffelten Defensive der Ghanaer und der einzige echte Schwachpunkt, der in der Strafraumbeherrschung sehr unbeholfene Kwarasey im Tor von Ghana, wurde nicht ausgenützt. Anders als der nun richtig aufblühende André Ayew, der eine sehr umsichtige Vorlage per Ferse von Gyan zum 2:0 nützte &#8211; der Entscheidung.</p>
<p><strong><em>Fazit: Ghana trocken, Mali zu harmlos</em></strong></p>
<p>Ghana zeigte sich so, wie man Ghana eben kennt: Staubtrocken in der Defensive, ohne den großen, kollektiven Glanz in der Vorwärtsbewegung, aber mit der hohen individuellen Klasse vor allem von André Ayew eiskalt im Ausnützen der wenigen, echten Torchancen. So ist der Viertelfinal-Einzug zwar noch nicht theoretisch fixiert, aber in der Praxis wird wohl nichts mehr schiefgehen.</p>
<p>Mali fehlte in den eigenen Angriffen nie Qualität, um die Abwehr von Ghana wirklich ins Wanken zu bringen. Dennoch ist nicht alles negativ: Seydou Keita war deutlich präsenter als in der ersten Partie, man ließ in der Defensive nicht viel zu, zudem machte Torhüter Diakité erneut einen sicheren Eindruck, war bei beiden Toren ohne jede Chance. Dass in der letzten Viertelstunde nicht mehr auf den Ausgleich ging, mag einerseits mit dem Wissen um die Aussichtslosigkeit erklärbar sein, aber auch damit, dass man immer noch in der Pole-Position um das Viertelfinale ist. Denn &#8211; aufgepasst, liebe Südafrikaner &#8211; es zählt der Direktvergleich. Und den hat Mali gegen Guinea nun mal gewonnen.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong><em>Guinea &#8211; Botswana 6-1 (4-1).</em></strong></span> <span style="color: #0000ff;">1-0 S. Diallo 15&#8242; / 1-1 Selolwane 23&#8242; (p) / 2-1 S. Diallo 25&#8242; / 3-1 A. Camara 42&#8242; / 4-1 I. Traoré 45&#8242; / 5-1 M. Bah 82&#8242; / 6-1 Soumah 85&#8242;</span></p>
<div id="attachment_6595" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/D3-Gui-Bot-6-1.png"><img class=" wp-image-6595 " title="D3 Gui-Bot 6-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/D3-Gui-Bot-6-1.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Guinea - Botswana 6:1</p></div>
<p>Mit etwas mehr Mut zur Offensive wollte Botswanas Teamchef Stanley Tshosane spielen lassen &#8211; was hieß, dass er den im ersten Spiel gesperreten Stürmer Dispy Selolwane aufstellte und ihn als Mittelding aus hängender Spitze und Zehner hinter dem vordersten Mann, Jerome Ramatlhakwana, spielen ließ.</p>
<p>Hinter ihm gab es diesmal zwar zwei Sechser statt nur einem beim 0:1 gegen Ghana, aber die hohe Positionierung Selolwanes und seine mangelhafte Bereitschaft, mehr in der Defensive mitzuarbeiten, erlaubte der Zentrale der Guineaner die Ballhoheit. Mamadou Bah konnte aus dem Zentrum heraus fast immer unter mehreren freien Mitspielern auswählen, Sadio Diallo und Pascal Feindouno hielten die Bälle gut, Abdoul Camara und Ibrahima Traoré auf den Flügeln machten viel Betrieb.</p>
<p><strong><em>Botswana nach vorne limitiert</em></strong></p>
<p>Die Offensivbemühungen von Botswana beschränkten sich wiederum nur darauf, nach Ballgewinn lange Bälle zu den beiden Spitzen zu schlagen. Das war auch schon gegen Ghana das einzige Rezept und darauf hatte sich auch Guinea eingestellt. Nennenswerte Torgefahr konnte Botswana daher nicht ausstrahlen.</p>
<p>Dafür warteten die Guineaner geduldig auf ihre Chancen, die sich dann auch realtiv flott ergaben und nach einer Viertelstunde war das 1:0 schon hochverdient. Auch vom zwischenzeitlichen Ausgleich nach einem Elfmeter &#8211; ein schrecklicher Rückpass von Bobo Baldé auf Torhüter Yattara, der von Ramatlhakwana abgefangen wurde, zwang den Goalie zum Foul &#8211; ließ man sich nicht aus der Ruhe bringen.</p>
<p><em><strong>Schneller Aufbau</strong></em></p>
<p>Ghana hatte Mühe, mit einem eher langsamen Aufbauspiel durch die dicht gestaffelte Abwehr der Botswaner durchzukommen und hatten Probleme damit, schon im Mittelfeld angegriffen zu werden. Die Vorgabe von Guineas Teamchef Michel Dussuyer, möglichst flink mit schnellen Pässen und auch mit Solo-Läufen diese Zone zu überbrücken, war unübersehbar.</p>
<p>Damit kam Botswana nicht zurecht und so stand&#8217;s zur Pause durch einen späten Doppelschlag bereits 4:1, zudem war der erst wenige Minute davor für den verletzten Sechser Nato eingewechselte Patrick Motsepe nach einem derben Foul zu Recht vom Platz gestellt worden. Somit war die einzige verbleibende Frage für die zweite Hälfte: Wie hoch wirds?</p>
<p><strong><em>Favoriten bleiben am Gaspedal</em></strong></p>
<p>Die Guineaner wussten also schon zur Halbzeit, dass das Spiel gewonnen war, sie gaben aber dennoch weiterhin Vollgas. Bei Botswana wurde, einem weiteren Wechsel zur Halbzeit zum Trotz, die rechte Mittelfeldseite unbesetzt gelassen &#8211; Tshepo Motlhabankwe hatte hier den Laden nun ganz alleine dicht zu machen. Guinea verabsäumte es, vermehrt diese Seite anzubohren, aber das machte für das Spiel keinen Unterschied.</p>
<p>Der Favorit ließ Ball und Gegner laufen, hatte im zweiten Spielabschnitt rund 80 Prozent Ballbesitz, verlagerte das Spiel immer wieder gut von einer Seite auf die andere und wartete geduldig ab, bis sich im Abwehrverbund ein Loch ergab. Guinea hatte jede Menge Chancen, darunter ein Lattenpendler von Feindouno, der zwar wahrscheinlich hinter der Linie war, aber nicht als Tor gegeben wurde.</p>
<p>Botswana wusste natürlich auch, dass es nur noch um Schadensbegrenzung ging, und sendete frisch gewonnen Bälle praktisch gar nicht mehr lang in die Spitze sondern versuchte nach Kräfte, die Kugel zu halten um zumindest für kurze Zeit nicht von den Guineanern unter Druck gesetzt zu werden. So kam der Außenseiter in der ganzen zweiten Hälfte nur ein einziges Mal ernsthaft vor das Tor von Naby Yattara. Und gerade, als es so aussah, als sollte es tatsächlich beim 4:1 bleiben, gelang Guinea doch noch mal ein Doppelschlag.</p>
<p><strong><em>Fazit: Guinea hat das bevorstehende Aus nicht verdient</em></strong></p>
<p>Es ist keine Überraschung &#8211; mit einem Mann weniger gegen ein individuell klar besser bestztes Team hatte Botswana natürlich nicht den Funken einer Chance. Das Team aus Guinea hatte es gegen eine Mannschaft, die das Mittelfeld zu lange zu offen ließ und so gut wie gar keine ernsthafte Offensive anzubieten hatte natürlich sehr leicht.</p>
<p>Aber der Eindruck aus dem ersten Spiel, der unglücklichen Niederlage gegen Mali &#8211; nämlich, dass Guinea eigentlich die klar bessere Mannschaft ist als jene, die nun vor dem Viertelfinaleinzug steht &#8211; konnte man auch diesmal gewinnen. Zum einen natürlich aus der Ballsicherheit und der sehr ansprechenden spielerischen Darbietung. Zum anderen aber vor allem daran, dass man auch nach dem 4:1 noch eine Halbzeit lang am Gaspedal blieb, obwohl die Höhe des Sieges nichts an den geringen Chancen auf das Weiterkommen ändert. Weil ja eben der Direktvergleich zählt.</p>
<p>(<a href="https://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
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		<title>Gabun dreht unfassbare Partie noch um &#8211; 3:2 über Marokko, das Viertelfinale!</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 23:12:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Taktikbesprechungen]]></category>
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		<description><![CDATA[Es war ohne Zweifel das aufregendste Spiel des Turniers! Was Gabun und Marokko boten, war dramatischer Fußball bis in die 97. Minute, eine Werbung für den Afrika-Cup. Marokko fühlte sich zu früh sicher, Gabun drehte das Match, doch in den Schlussminuten wurde es erst so richtig unglaublich. &#8220;Unglaublich&#8221; müssen sich auch die Nigrer gedacht haben, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Es war ohne Zweifel das aufregendste Spiel des Turniers! Was Gabun und Marokko boten, war dramatischer Fußball bis in die 97. Minute, eine Werbung für den Afrika-Cup. Marokko fühlte sich zu früh sicher, Gabun drehte das Match, doch in den Schlussminuten wurde es erst so richtig unglaublich. &#8220;Unglaublich&#8221; müssen sich auch die Nigrer gedacht haben, nachdem sie trotz sehr beherzter Leistung in ein Last-Minute-1:2 gegen Tunesien gelaufen waren.</em></strong></p>
<div id="attachment_6582" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/C4-Gab-Mar-3-2.png"><img class=" wp-image-6582 " title="C4 Gab-Mar 3-2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/C4-Gab-Mar-3-2.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Gabun - Marokko 3:2</p></div>
<p><span id="more-6581"></span>Beim leichten 2:0-Erfolg gegen Niger waren die Außenverteidiger von Co-Gastgeber Gabun nach vorne praktisch nicht zu stoppen und bereiteten dem Gegner große Probleme &#8211; aber defensiv getestet wurden sie da natürlich nicht. Genau dort setzte Eric Gerets, der belgische Teamchef der Marokkaner, auch den Hebel an: Er ließ seine Außenspieler grundsätzlich relativ weit innen stehen, um sie mit Bällen aus dem Zentrum hinaus auf die Flügel, in den Rücken der Außenverteidiger Gabuns, zu füttern.</p>
<p><strong><em>In den Rücken der Außenverteidiger</em></strong></p>
<p>Marokko musste diese Partie nach der Auftaktpleite gegen Tunesien gewinnen, um eine realistische Chance auf das Viertelfinale zu wahren, ein Remis hätte zumindest noch einen kleinen Hoffnungsschimmer am Leben erhalten. Und dementsprechend starteten die Nordafrikaner auch: Als die aktivere Mannschaft mit der klareren Struktur und dem ausgereifteren Plan, das Spiel schnell in die eigene Richtung zu befördern.</p>
<p>Die Gabuner Außenverteidiger wurden, nachdem ihnen Carcela und Belhanda ein paar Mal auf den Flügeln entwischt war, zunehmend vorsichtiger, womit Marokko das erste Etappenziel erreicht hatte. Ohne Moussono und Mouela, die vorne die Außenstürmer hinterlaufen, fehlte dem Team von Gernot Rohr sichtlich der Back-up-Plan. Auch deshalb, weil durch die innen lauernden Außenspieler der Marokkaner die beiden defensiven Mittelfeldspieler gebunden waren und im Zentrum eine marokkanische Überzahl entstand.</p>
<p><strong><em>Marokkos Schlüsselspieler: Hossine Kharja</em></strong></p>
<p>So kamen auch aus dem Zentrum kaum Impulse und die Mannschaft aus Gabun, die vor allem in der ersten Hälfte gegen Niger den Gegner noch an die Wand spielte, machte einen etwas ratlosen Eindruck. Dieser verstärkte sich zunächst noch, als die Marokkaner nach einer halben Stunde durch ihren Kapitän und Schlusselspieler, Hossine Kharja, in Führung gingen.</p>
<p>Der Mann von der Fiorentina ist im Mittelfeld der Marokkaner das Um und Auf: Er lenkt das Spiel aus der Tiefe, versorgt seine Vorderleute mit Zuspielen, diesmal eben vor allem Richtung Außen, und in dieser ersten Hälfte bekam er vor allem auch die Zeit dazu. Weil die beiden defensiven Mittelfeld-Leute von Gabun eben hinten gebunden waren und Kharjas Nebenmann Hermach auch noch Madinda aus dem Spiel nahm, gab es keinen, der seine Kreise wirklich einengen konnte. So hatte Marokko das Spiel im Griff und ging auch nicht unverdient mit dieser 1:0-Führung in die Pause.</p>
<p><em><strong>Marokko wiegt sich in Sicherheit&#8230;</strong></em></p>
<p>Und nach dem Seitenwechsel sah es auch zunächst so aus, als sollte sich das Spiel der ersten Hälfte fortsetzen: Die Marokkaner legten bis etwa zur 60. Minute eine Abgeklärtheit an den Tag, aus der schon ersichtlich war, dass hier  die überwiegende Mehrheit der Spieler in Top-Ligen wie Italien und Frankreich am Werk war, und den Gabunern diese internationale Erfahrung einfach noch fehlt.</p>
<p>So konnten sich die Marokkaner in Sicherheit wiegen und die Tatsache, dass Eric Gerets schon für die zweite Hälfte mit Youssef El Arabi die einzige Spitze vom Platz nahm und stattdessen den Zehner Youssef Hadji nach vorne stellte, signalisierte zudem: Routiniert die Zeit runterspielen, jetzt. Es dauerte eine Viertelstunde, aber dann hatten die Gabuner erkannt, dass Marokko hier keine großen Ambitionen mehr hegte.</p>
<p><strong><em>&#8230;und Gabun merkt das</em></strong></p>
<p>Ein guter Wechsel von Gernot Rohr half dem Aufbäumen auf die Sprünge: Der Deutsch-Franzose nahm den eher kaltgestellten Stéphane Nguéma raus und brachte mit dem routinierten Daniel Cousin einen neuen, bulligen Mann für die Zentrale; dafür ging der flinke, eher filigrane Pierre-Emerick Aubameyang auf den Flügel. Dort konnte er auch alleine, ohne Hilfe von hinten, Bälle besser halten als sein Vorgänger und so auch zum einen eigenen Chancen kreieren als auch zum anderen seiner Mannschaft Zeit geben, aufzurücken.</p>
<p>Was nun auch immer mehr die Außenverteidigier taten. Vor allem Moussono auf der linken Seite konnte mit Mouloungui für solchen Wirbel sorgen, dass sich Eric Gerets schnell gezwungen sah, den damit überforderten Mickaël Basser rauszunehmen und mit Jamal Alioui einen frischen Mann für rechts hinten zu bringen.</p>
<p><strong><em>In zwei Minuten das Spiel gedreht</em></strong></p>
<p>Aber der Schaden war bereits angerichtet, die Hausherren warfen alles nach vorne. Im Mittelfeld wurde der Spieß nun umgedreht &#8211; nun wurden die Marokkaner schnell angegriffen, wodurch sie keine Möglichkeit mehr hatten, für dauerhafte Entlastung zu sorgen. Und Hossine Kharja war in dieser Phase komplett abgetaucht, gerade jetzt, wo die Mannschaft seine Klarheit am dringendsten gebraucht hätte.</p>
<p>Und so kam, was sich immer mehr abgezeichnet hatte: Alioui verlängerte von Cousin bedrängt eine Ecke direkt vor das Tor, wo Aubameyang die x-te Torchance für Gabun zum Ausgleich nützte, zwei Minuten später holte sich Moubamba einen verlorenen Ball umgehend zurück, der Ball kam über Aubameyang zu Cousin in der Mitte, der drückte ab &#8211; 2:1, das Spiel war gedreht!</p>
<p><strong><em>Dramatische Schlussphase</em></strong></p>
<p>Die Marokkaner &#8211; die mit diesem Resultat fix ausgeschieden wären &#8211; bemühten sich, zurück zu ihrem eigentlichen Matchplan zu gehen und hinter die Außenverteidigier zu kommen. Die Präzision war mit dem ganzen Druck natürlich dahin und weil die Löwen vom Atlas Risiko gehen und hinten aufmachen mussten, fiel beinahe das 1:3, doch in der 89. Minute schafften sie es doch noch einmal, zur Grundlinie durchzugehen. Der Ball wurde für den am Sechzehner stehenden Belhande zurückgespielt, der zog ab, und Moussono wehrte mit der Hand ab. Elfmeter, und Kharja verwertete zum 2:2. Womit Marokko immer noch so gut wie aus dem Rennen war, aber zumindest noch hoffen konnte.</p>
<p>Aber nur wenige Minuten. Gerade als die fünf angezeigten Nachspiel-Minuten abgelaufen waren, senste Benatia in der Strafraumgrenze den kurz zuvor eingewechselten Mbanangoye um. Es dauerte wegen der Behandlung und einem Wechsel zwei Minuten, ehe der Gefoulte den Freistoß ausführen konnte. Und über die Mauer hinweg im kurzen Eck versenkte! Das 3:2, der Endstand &#8211; das Stadion stand endgültig Kopf, Gabun steht im Viertelfinale.</p>
<p><strong><em>Fazit: Kampfgeist bringt Gabun ins Viertelfinale</em></strong></p>
<p>Natürlich hat die Einwechslung von Cousin geholfen, weil Aubameyang dadurch auf die davor ziemlich abgemeldeten Außenbahnen gehen und dort Leben in das Flügelspiel von Gabun brachte. Letztlich entschieden aber zwei andere Faktoren noch viel mehr über den Verlauf des Spiels: Zum einen, dass sich die Marokkaner viel zu früh sicher fühlten, nachdem sie auch die erste Phase nach dem Seitenwechsel sicher im Griff gehabt hatten und das Signal, das Eric Gerets mit der Auswechslung des einzigen echten Stürmers bereits zur Halbzeit sendete.</p>
<p>Und zum anderen der enorme Kampfgeist und Siegeswillen der Spieler aus Gabun. Die nach einer Stunde begriffen, dass sie die Marokkaner biegen konnten, wenn sie die sich immer mehr einschleichende Selbstzufriedenheit der Gegenspieler nützten, indem sie sie aggressiver angingen, früher attackierten und selbst den bedingungslosen Vorwärtsgang einschalteten. Dass es mit dem Freistoß-Tor in der 97. Minute dann doch noch den Sieg gab, nachdem die Marokkaner mit dem Ausgleich das schlimmste verhindert zu haben glaubten, spricht für den Kampfgeist dieser Mannschaft.</p>
<p>Die sich ihr Ticket im Viertelfinale damit redlich verdient haben. Während sich die Marokkaner das Aus doch selbst zuschreiben müssen &#8211; denn sie waren eine Stunde lang die reifere, klarer strukturierte und deutlich sicherere Mannschaft.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong><em>Tunesien &#8211; Niger 2-1 (1-1).</em></strong></span> <span style="color: #0000ff;">1-0 Msakni 4&#8242; / 1-1 Ngounou 8&#8242; / 2-1 Jemâa 90&#8242;</span></p>
<div id="attachment_6587" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/C3-Tun-Nig-2-1.png"><img class=" wp-image-6587 " title="C3 Tun-Nig 2-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/C3-Tun-Nig-2-1.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Tunesien - Niger 2:1</p></div>
<p>Debütant Niger fing sich durch recht schleißiges Zweikampf-Verhalten in der Defensive sofort das 0:1 und glich mit einem Tor, das sehr wahrscheinlich aus einem Handspiel entstanden ist, praktisch umgehend wieder aus &#8211; spielte aber, als sich das Geschehen etwas beruhigt hatte, eine erstaunliche Partie.</p>
<p>Mit der auch die Tunesier ganz offensichtlich nicht gerechnet hatten. Sami Trabelsi drehte ein wenig an seiner Besetzung, beließ das 4-2-3-1 aus dem knappen Sieg gegen Marokko aber bei. Anders Harouna Doula (oder doch sein ihm vom Verband, warum auch immer, vor die Nase gesetzter Anstands-Wauwau Rolland Courbis?) bei Niger: Er brachte mit William Ngounou aus der dritten (!) schwedischen Liga eine zweite Spitze neben Maazou, dafür blieb die linke Mittelfeld-Seite de facto unbesetzt.</p>
<p>Was Bilel Ifa natürlich dazu einlud, nach vorne zu gehen, doch sobald er den Ball hatte, fielen Lacina aus dem Halbfeld und Soumaila frontal vor ihm über ihn her. Und ganz ähnlich machten sie das im ganzen Mittelfeld: Korbi und Traoui hatten kaum Zeit zum Spielaufbau, weil ihnen sofort ein Nigrer auf den Füßen stand.</p>
<p><em><strong>Niger nervt den Gegner</strong></em></p>
<p>Der Plan, um selbst nach vorne zu kommen, war relativ simpel: Den erkämpften Ball halten, bis man sich halbwegs formiert hatte, und dann ein schneller Steilpass auf einen der beiden Stürmer. Die Tunesier kamen damit überhaupt nicht zurecht und so hatte der krasser Außenseiter diverse Chancen, sogar in Führung zu gehen.</p>
<p>Der Favorit verlor ob des unerwarteten Spielverlaufs nicht die Nerven, das nicht, aber man merkte den Tunesiern schon an, dass sie von der robusten und aktiven Gangart der Nigrer im Mittelfeld und den sich daraus ergebenden Chancen durchaus genervt waren. Vor allem, weil sie kein wirksames Mittel dagegen fanden um den Druck im Mittelfeld zu entgehen und die vor allem in Eins-gegen-Eins-Situationen alles andere als sattelfeste Abwehr der Nigrer selbst zu testen.</p>
<p><strong><em>Tunesier bleiben zu statisch</em></strong></p>
<p>An diesem Prizinzip änderte Sami Trabelsi auch in der zweiten Hälfte nichts &#8211; er änderte nicht einmal sein System. Der für Chermiti eingewechselte Jemâa hing ähnlich in der Luft wie sein Vorgänger, viel zu selten, genau genommen nur ein einziges Mal, ging es schnell mit direkten Pässen nach vorne. Die Tunesier verhielten sich weiterhin zu drucklos, agierten zu umständlich und wurden von den flink umschaltenden Nigrern hinten immer wieder in Verlegenheit gebracht.</p>
<p>Daran änderten auch die weiteren Wechsel, alle innerhalb des Systems, nichts. Tunesien hatte zwar deutlich mehr Ballbesitz, konnte die Statik des eigenen Spiels aber praktisch nie durchbrechen, bis kurz vor Schluss Jemâa einmal schnell mit einem Steilpass aus der Tiefe geschickt wurde &#8211; eine Geradlinigkeit, die man davor komplett vermisste. Der Auxerre-Stürmer ließ sich dann auch nicht zweimal bitten und schoss doch noch das mehr als schmeichelhafte 2:1-Siegtor.</p>
<p><em><strong>Fazit: Da hat wohl das falsche Team gewonnen.</strong></em></p>
<p>Natürlich sind die Spieler aus Niger ihren Gegnern individuell klar unterlegen. Das wurde aber ob des cleveren Matchplans, der wirklich gut umgesetzt wurde, nie so richtig deutlich und das sich anbahnende Unentschieden wäre alles andere als glücklich gewesen. Im Gegenteil, angesichts der statischen und unvariablen Tunesier, die über 90 Minuten hinweg nicht fähig waren, ihr Spiel auf passende Art und Weise umzustellen, wäre ein Sieg für den krassen Außenseiter sogar korrekt gewesen.</p>
<p>Dass sie nun sogar verloren haben und damit (wie, fairerweise, nicht anders zu erwarten war) die Heimreise antreten müssen, ist ein harsches Resultat, weil es ihre beherzte Leistung in diesem Spiel gegen Tunesien nicht reflektiert. Die Adler von Kathargo werden sich im Turnierverlauf, was die eigene Offensivleistung betrifft, steigern müssen. Aus einer gesicherten Abwehr heraus kontern können sie, das hat man gegen Marokko gesehen. Aber das Spiel selbst zu gestalten ist ganz offensichtlich nicht ihre Stärke.</p>
<p>(phe)</p>
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		<title>2:0 &#8211; Ivorer lösen ohne Anstrengung das Viertelfinal-Ticket</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2012/01/26/20-ivorer-losen-ohne-anstrengung-das-viertelfinal-ticket/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 21:16:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Sudan]]></category>

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		<description><![CDATA[Zweite Spiel, zweite kräfteschonende Leistung &#8211; zweiter Zu-Null-Sieg: Mit geradezu italienischer Nüchternheit kommen die Ivorer zum 2:0-Sieg über Burkina Faso und lösen damit das Viertelfinal-Ticket. Was sie wirklich drauf haben, lässt sich aber noch nicht sagen. Und das wird wohl auch nach dem letzten Spiel gegen jene Angolaner so bleiben, die sich beim 2:2 gegen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Zweite Spiel, zweite kräfteschonende Leistung &#8211; zweiter Zu-Null-Sieg: Mit geradezu italienischer Nüchternheit kommen die Ivorer zum 2:0-Sieg über Burkina Faso und lösen damit das Viertelfinal-Ticket. Was sie wirklich drauf haben, lässt sich aber noch nicht sagen. Und das wird wohl auch nach dem letzten Spiel gegen jene Angolaner so bleiben, die sich beim 2:2 gegen den Sudan selbst eingeschläfert haben.</strong></em></p>
<div id="attachment_6576" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/B4-Civ-Bfa-2-0.png"><img class=" wp-image-6576 " title="B4 Civ-Bfa 2-0" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/B4-Civ-Bfa-2-0.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Côte d&#39;Ivoire - Burkina Faso 2:0</p></div>
<p><span id="more-6572"></span></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong><em>Côte d&#8217;Ivoire &#8211; Burkina Faso 2-0 (1-0). </em></strong></span><span style="color: #0000ff;">1-0 Kalou 16&#8242; / 2-0 B. Koné 82&#8242; (Eigentor)</span></p>
<p>Didier Zokora war nach abgelaufener Sperre wieder zurück &#8211; dafür baute François Zahoui seine Defensive um: Gosso ging statt Igor Lolo, der diesmal nicht dabei war, auf die Position des Rechtsverteidigers, Zokora übernahm die halbrechte Position im Mittelfeld des 4-3-3, Cheikh Tioté von Newcastle ging von dort auf halblinks. Die gewonnene Stabilität war ebenso ersichtlich wie die gewonnene Unterstützung für den Linksaußen vorne &#8211; das war in den Anfangsminuten Kalou, bald wechselte er mit Gervinho aber die Seiten.</p>
<p>Die Ivorer gingen nach einer Viertelstunde eher billig in Führung &#8211; Kalou nützte nach einer Flanke von der rechten Seite den Freiraum, der entstanden war, weil Bakary Koné nach einem Zusammenprall mit Drogba behandelt wurde &#8211; und spätestens ab da erinnerte ihr Spiel wieder frappant an jedes beim 1:0 gegen den Sudan: Sich zurückziehen, sicher stehen, warten, dass die Zeit vergeht.</p>
<p><strong><em>Burkiner über die Flügel harmlos und im Zentrum gestört</em></strong></p>
<p>Wirklich nützen konnte die ivorische Passivität aber auch das Team aus Burkina Faso nicht. Das lag vor allem daran, dass über die Flügel recht wenig zu sehen war: Nakoulma, der über rechts kommen sollte, zeigte überhaupt nichts und Jonathan Pitroipa auf der linken Seite war ziemlich auf sich alleine gestellt. Hatte er beim ersten Spiel gegen Angola noch mit Paul Koulibaly einen äußerst aktiven Linksverteidiger hinter sich, zeigte Saidou Panedeteguiri kaum etwas. Zu sehr war er damit beschäftigt, möglichst Gervinho nicht zur Geltung kommen zu lassen.</p>
<p>Dass auch durch das Zentrum kaum etwas vorne ankam, lag in erster Linie an Yaya Touré. Er war so ein wenig der unbesungene Held in dieser Mannschaft: Was er macht, ist unauffällig und auch unspektakulär, aber durch seine geschickten Laufwege und seine Fähigkeit, ein Spiel lesen zu können, erstickte er mit gezieltem Pressing viele Angriffe der Burkiner schon, bevor sie entstanden.</p>
<p><em><strong>Ivorer spielen Sieg trocken über die Zeit</strong></em></p>
<p>In der zweiten Hälfte bequemten sich die Ivorer dann doch wieder etwas weiter nach vorne. Das machte ihnen aber kaum Mühe: Die Burkiner machten schon zu diesem Zeitpunkt einen recht zermürbten Eindruck und so fiel es dem Favoriten leicht, Ball und Gegner zu kontrollieren. Viele konkrete Chancen erarbeiteten sie sich zwar nicht, aber sie gaben sich damit zufrieden, dass nach hinten bestenfalls ein paar Weitschüsse den Weg Richtung Tor fanden. Der sichere Boubacar Barry im ivorischen Tor parierte all diese aber sicher.</p>
<p>Paulo Duarte, Teamchef von Burkina Faso, versuchte es mit grundsätzlich logischen Wechseln &#8211; Rouamba im Zentrum für den komplett wirkungslosen Kere, dann auch Bancé für den ebenso seit Anpfiff untergetauchten Nakoulma &#8211; aber all das verpuffte ohne Wirkung. Und als dann auch noch Bakary Koné einen harmlosen Ball, der von Artur Boka (hatte Tiéné links hinten ersetzt) ins eigene Tor verlängerte, war die Partie endgültig gelaufen.</p>
<p><strong><em>Fazit: Wieder ein sehr kontrollierter Sieg</em></strong></p>
<p>Einmal mehr brannten die Ivorer kein Feuerwerk ab, aber wieder kamen sie zu einem Sieg ohne sich dabei wirklich angestrengt zu haben. Das Mittelfeld, vor allem Yaya Touré, dominierte das Spielfeld und ließ das Team aus Burkina Faso zu keinem Zeitpunkt wirklich gefährlich werden. Das wahre Leistungsvermögen dieser Mannschaft lässt sich auch nach dem damit fixierten Viertelfinal-Einzug nicht seriös einschätzen, vor allem die Abwehr selbst wurde wegen der dominanten Performance des Mittelfeldes noch nicht geprüft.</p>
<p>Für Burkina Faso ist das Turnier dafür vorbei: Nach dem für sie bereits bedeutungslosen letzten Spiel gegen den Sudan steht die Heimreise an. Waren die Burkiner gegen Angola noch mindestens gleichwertig und hatten sie dieses Spiel noch eher unglücklich verloren, wurden die die Unzulänglichkeiten brutal aufgezeigt: Es fehlt ein torgefährlicher Stürmer &#8211; Dagano ist das nicht mehr. Es fehlt an Struktur im Spiel aus der defensiven Zentrale &#8211; hier kamen keinerlei Impulse. Und es fehlt letztlich auch an der Qualität was die Außenverteidiger betrifft. Auf sich alleine gestellt konnten Pitroipa und Traoré nichts ausrichten.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em><strong>Angola &#8211; Sudan 2-2 (1-1).</strong></em></span> <span style="color: #0000ff;">1-0 Manucho 5&#8242; / 1-1 M. Ahmed 33&#8242; / 2-1 Manucho 48&#8242; (p) / 2-2 M. Ahmed 74&#8242;</span></p>
<div id="attachment_6573" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/B3-Ang-Sud-2-2.png"><img class=" wp-image-6573 " title="B3 Ang-Sud 2-2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/B3-Ang-Sud-2-2.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Angola - Sudan 2:2</p></div>
<p>Für die Angolaner fing das Spiel gleich gut an: Nagm Eldin vertändelte den Ball gegen Manucho, dieser nützte die Unpässlichkeit schon nach fünf Minuten zum 1:0 für den Favoriten. Der den frühen Treffer zum Anlass nahm, sich sofort ein wenig zurück zu ziehen.</p>
<p>Die Sudanesen, die sich gegen gelangweilte Ivorer zwar redlich mühten, aber kaum etwas zustande brachten, waren nun gefordert: Die Angolaner überließen ihnen den Ball und sahen sich an, was das Team aus dem Sudan zu anbot. Und das war auch diesmal nicht allzu viel &#8211; vor allem drängte sich alles durch die Mitte.</p>
<p>Im 4-4-1-1, das Teamchef Mohamad Abdalla auch diesmal in leicht veränderter Besetzung, aber unveränderter Form aufbot, spielten die beiden nominellen Außen Tahir (der einzige Neue in der Aufstellung, von Goalie Akram abgesehen) und Mohamed Ahmed in relativ zentralen Rollen, wobei die Breite im Spiel an sich von den Außenverteidigern Ballah und Moiawa kommen hätte sollen.</p>
<p><strong><em>Fast alles durch die Mitte</em></strong></p>
<p>Wohlgemerkt: Hällte sollen. Denn breit gemacht wurde von den Sudanesen gar nichts: In äußerst überschaubarem Tempo sollte es durch die Mitte gehen, wie die angolanischen Sechser Gilberto und Macanga, immer wieder ünterstützt auch durch den gerne aus der Viererkette aufrückenden Zuela, dicht machte. Kein Wunder, dass der Ausgleich nach einer halben Stunde über die einzige konsequent über den Flügel vorgetragenen Angriff fiel: Flanke auf den nach innen gerückten Mohamed Ahmed, und der traf zum 1:1.</p>
<p>Angolas Teamchef brachte für die zweite Hälfte mit Deutschland-Legionär Nando Rafael einen neuen Offensiv-Mann für den wirklungslosen Flavio und auch diesmal gelang kurz nach dem Start ein Tor: Manucho verwandelte einen Elfmeter zum 2:1. Womit das Spielchen im Grunde von vorne begann: Angola drehte an der Zeit, der Sudan schaffte es kaum aus dem Zentrum heraus.</p>
<p><strong><em>Einladung zum Ausgleich</em></strong></p>
<p>Den &#8220;Schwarzen Gazellen&#8221; half es natürlich auch nicht, dass sich Nando Rafael bei einer seiner ersten Aktionen an der Schulter verletzte und bis zu seinem Austausch eine Viertelstunde vor Schluss ähnlich wirkungslos war wie Flavio vor ihm. Das eigentliche Problem war aber eher, dass sich die Angolaner mit ihrer Spielweise mehr oder weniger selbst eingeschläfert haben.</p>
<p>Was gegen das ausnehmend harmlose Team aus dem Sudan noch nicht so schlimm gewesen wäre, hätte die Defensive nicht in der 73. Minute den Gefallen aus der 5. Minute zurückgegeben: Ein völlig ungefährlicher 70-Meter-Mondball von Nagm Eldin in den Strafraum der Angolaner klärten gleich drei Abwehrspieler nicht &#8211; stattdessen legten sie den Ball dem einschussbereiten Mohamed Ahmed vor die Füße. Das 2:2 aus dem Nichts.</p>
<p>Mit diesem Nackenschlag kam Angola merklich ins Wanken: Ähnlich wie im ersten Spiel gegen Burkina Faso galt es ab sofort nur noch, die Schulssphase unbeschadet zu überstehen, zudem hatte sich Torhüter Carlos schon vor dem Ausgleich eine gelbe Karte wegen Zeitschindens abgeholt. Genau wie im ersten Spiel &#8211; weswegen er gegen Die Ivorer im entscheidenden Spiel nun fehlt.</p>
<p><strong><em>Fazit: Angola bestraft sich selbst für Un-Leistung</em></strong></p>
<p>Ein einschläferndes Match &#8211; Angola verabsäumte es nach beiden Toren komplett, nachzusetzen und gegen die harmlosen Sudanesen schon frühzeitig den Sack zuzumachen. Eine Spielweise, für die sich die Mannschaft von Lito Vidigal selbst bestrafte und die nun dafür sorgt, statt einem sorgenfreien letzten Gruppenspiel nun noch zittern zu müssen. Und das gegen den klar stärksten Vorrunden-Gegner &#8211; wiewohl wahrscheinlich selbst eine Niederlage nichts mehr ausmachen würde.</p>
<p>Weil der Sudan, der die Burkiner schlagen müsste um noch eine Chance zu haben, nur stumpfe Waffen zur Verfügung hat: Kaum nennenswertes Flügelspiel, sehr begrenztes Tempo. So hätten sie die pomadigen Angolaner wohl nicht bestrafen können, wenn sich diese das zweite Tor nicht praktisch selbst geschossen hätten. Bei allem Bemühen ist das doch eher ein geschenkter Punkt, und wird gegen Burkina Faso nicht deutlich an der Temposchraube gedreht, wird er auch der einzige bleiben.</p>
<p>(phe)</p>
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		<title>So nah dran war Real schon lange nicht</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 01:13:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist tatsächlich noch einmal spannend geworden, im Rückspiel des Pokal-Viertelfinales zwischen Real Madrid und Barcelona! Weil die Madrilenen diesmal ihr Pressing nicht nach zehn Minuten einstellten, sondern die Katalanen über einen längeren Zeitraum damit piesackten. Ganz gereicht hat es dann aber doch nicht. Mit der 1:2-Niederlage aus dem Hinspiel im Rücken wusste Real-Coach José [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Es ist tatsächlich noch einmal spannend geworden, im Rückspiel des Pokal-Viertelfinales zwischen Real Madrid und Barcelona! Weil die Madrilenen diesmal ihr Pressing nicht nach zehn Minuten einstellten, sondern die Katalanen über einen längeren Zeitraum damit piesackten. Ganz gereicht hat es dann aber doch nicht.</em></strong></p>
<div id="attachment_6566" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-01-25-Barca-Real-2-2.png"><img class=" wp-image-6566 " title="2012 01 25 Barca-Real 2-2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-01-25-Barca-Real-2-2.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">FC Barcelona - Real Madrid 2:2</p></div>
<p><span id="more-6565"></span>Mit der <a href="http://ballverliebt.eu/2012/01/19/12-wieder-zieht-mourinho-in-einem-clasico-den-kurzeren/">1:2-Niederlage aus dem Hinspiel</a> im Rücken wusste Real-Coach José Mourinho: Einfach mit abwarten und Druck absorbieren wird es nicht funktionieren, die Begegnung doch noch zu drehen. Und so trat Real auch deutlich aktiver auf als noch im Bernabéu &#8211; mit jenem Pressing, das man zwar schon zuvor in Spielen gegen Barcelona immer wieder praktiziert hatte, aber diesmal war nicht, wie sonst üblich, nach zehn Minuten damit Schluss.</p>
<p><em><strong>Druck auf das Mittelfeld und schnelles Umschalten</strong></em><em><strong><br />
</strong></em></p>
<p>In einer rund 25 Meter breiten Zone zwischen Mittellinie und eigenem Tor ging Real die Gegenspieler gnadenlos an, ließ Barcelona praktisch keine Zeit am Ball und schaffte es auch mit kleinen Foul, gar nicht erst Spielfluss bei den Katalanen aufkommen zu lassen. Barcelona hatte sichtlich damit zu kämpfen, das gewohnte Ballbesitz-Spiel mit den vielen kurzen Pässen aufzuziehen und im Grunde gelang es auch nicht, sich dauerhaft mit ihrem üblichen Stil in die Nähe des Real-Strafraums zu kommen.</p>
<p>Vor allem Lass Diarra und Xabi Alonso sorgten für Unbehagen bei den Gastgebern, aber auch der in der Mitte als Zehner postierte Kaká zeigte eine sehr ansprechende Leistung vor allem wenn es darum ging, nach Ballgewinn schnell umzuschalten. Hatten die Königlichen die Kugel einmal erobert, ging das Umschalten von Defensive auf Offensive überfallsartig schnell, Kaká trug den Ball oft nach vorne, Cristiano Ronaldo schaffte es auch immer wieder, in den Rücken von Dani Alves zu kommen. Real kam so zu einem deutlichen Chancenplus.</p>
<p><em><strong>Barça aus der Wohlfühlzone genommen&#8230;</strong></em></p>
<p>Barcelona wurde durch den Gegendruck im Mittelfeld dazu gezwungen, deutlich mehr lange Bälle vor allem auf Alexis Sánchez und Dani Alves zu spielen, als Xavi und Co. lieb sein konnte. Nicht nur, weil es das Tempo aus dem eigenen Spiel nahm, sondern vor allem, weil natürlich die Passgenauigkeit darunter litt und es Real so möglich war, relativ billig in Ballbesitz zu kommen und schnelle Gegenstöße zu lancieren.</p>
<p>Die Katalanen wurden also recht deutlich aus der eigenen Wohlfühlzone genommen, ließen sich aber weder davon nachhaltig aus der Ruhe bringen, noch vom verletzungsbedingten Ausscheiden von Iniesta nach etwa einer halben Stunde. Für ihn kam Pedro neu ins Spiel und orientierte sich auf die linke Offensivseite; Fàbregas rückte dafür etwas weiter zurück.</p>
<p><strong><em>&#8230;und trotzdem zur Pause 2:0 in Front</em></strong></p>
<p>Denn obwohl es durchaus einiges an Glück brauchte, sich kein Gegentor zu fangen, ging Barcelona dennoch mit einer 2:0-Führung in die Halbzeit. Weil sich erst bei einem schnellen Gegenstoß Real-Rechtsverteidiger Arbeloa in die Mitte ziehen ließ und sich in seinem Rücken Pedro davonschleichen konnte, und kurz darauf nach einem Freistoß (vor dem Lass Diarra großes Glück hatte, nicht mit Gelb-Rot vom Platz zu fliegen), als Dani Alves von der Strafraumgrenze draufhielt und die Kugel genau ins Kreuzeck passte.</p>
<p>Sehr bitter natürlich für Real, denn bis auf die Coolness vor dem Barcelona-Tor hatten die Madrilenen bis dahin eigentlich alles richtig gemacht. Mit dem vermeintlich besiegelten Aus dank eines Gesamtscores von 1:4 und dem Wissen, in einer Halbzeit drei Tore auswärts in Barcelona erzielen zu müssen, kamen die Königlichen dann auch zunächst etwas schaumgebremst wieder aus der Kabine heraus.</p>
<p><strong><em>Risiko Diarra</em></strong></p>
<p>Nicht nur das immer souveräner werdende Spiel von Barcelona, in dem das Pressing immer besser und die Ballsicherheit immer höher wurde, mussten José Mourinho zu Beginn dieser zweiten Hälfte Sorgen bereiten, sondern auch Lass Diarra. Dieser war in höchstem Maße gelb-rot-gefährdet und konnte daher seine Aufgaben &#8211; also Gegner angehen, gerne auch mal ein Foul in Kauf nehmen &#8211; nicht mehr im gewünschten Maße ausüben.</p>
<p>Darum brachte Mourinho kurz nach dem Seitenwechsel auch Granero für den Franzosen. Das Problem dabei: Granero fehlt die Robustheit und die Zweikampfstärke von Diarra; er ist mehr ein Ballverteiler, weniger ein Balleroberer. Ohne den ungemütlichen Diarra fiel es Barcelona aber wiederum immer leichter, sich durch das Mittelfeld durchzukombinieren.</p>
<p><strong><em>Real ist noch nicht tot</em></strong></p>
<p>Ohne den zweiten Ballgewinner hinter sich wirkte auch Kaká immer verlorener, weshalb er nach rund einer Stunde Callejón weichen musste, gleichzeitig kam Benzema für Higuain. Dass in dieser Mannschaft von Real aber nach der Unruhe der vergangenen Woche noch leben steckt, wurde zwanzig Minuten vor Schluss sichtbar: Erst erkannte Özil den ungeschickten Laufweg von Abidal und steckte dem richtig gestarteten Cristiano Ronaldo den Ball zu; dieser schoss zum 1:2 ein.</p>
<p>Und kurz darauf köpfelte Callejón einen zu kurz gespielten öffenden Pass aus der Barça-Verteidigung direkt zu Benzema, dieser verwertete zum Ausgleich. Das Match war wieder offen und für kurze Zeit konnte auch Mesut Özil, der auf der linken Seite &#8211; trotz der recht aktiven Rolle von Arbeloa hinter ihm &#8211; eine recht anonyme Leistung ablieferte, ein wenig glänzen.</p>
<p><strong><em>Risiko-Wechsel bringt Ruhe</em></strong></p>
<p>Pep Guardiola reagierte auf den deutlich aufflammenden Druck von Real, indem er Mascherano (statt Sánchez) brachte und in die Innenverteidigung stellte, dafür wanderte Puyol auf die rechte Seite. Auf der einen Seite war das natürlich ein gewisses Risiko, weil Puyol der deutlich bessere Innenverteidiger gegenüber Mascherano ist. Andererseits aber brachte genau dieser Wechsel die entscheidende Beruhigung.</p>
<p>Weil Puyol sich nun um Ronaldo kümmerte und diesen ziemlich kaltstellte, konnte Dani Alves ohne große Sorgen haben zu müssen nach vorne marschieren. So sorgte diese Umstellung dafür, dass Real nicht mehr wirklich zur Entfaltung kam und sich gegen Ende des Spiels wieder einmal mehr mit dem Schiedsrichter beschäftigte als mit dem Gegner. Ausgerechnet Sergio Ramos, der als Rädelsführer der kolportierten Revolte gegen Mourinho gehandelt worden war, musste nach einem Ellbogen-Check gegen Busquets auch noch mit Gelb-Rot das Feld räumen.</p>
<p><strong><em>Fazit: So nah dran war Real schon lange nicht mehr</em></strong></p>
<p>Es war schon in den letzten Clásicos ersichtlich: Wenn Real ein Pressing aufzieht und Barcelona keine Zeit am Ball und zur Spielgestaltung lässt, haben die Katalanen Probleme. Der Unterschied in diesem Spiel gegenüber den letzten Versuchen: Es war nicht nach zehn Minuten Schluss damit, sondern wurde über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten. So hatte Real vor allem vor der Pause die klar besseren Chancen und hielt Barcelona über die gesamte Spielzeit bei einem rekordverdächtig niedrigen Ballbesitz-Wert von 60 Prozent.</p>
<p>So nahe dran, den großen Gegner zu biegen, waren die Madrilenen also schon lange nicht mehr. Was ihnen durchaus Hoffnung für die Liga geben, kann, denn es ist davon auszugehen, dass Real die Meisterschaft kaum zu nehmen sein wird, wenn es im Liga-Match bei Barcelona auch keine Niederlage gibt. Wenn es Real so anstellt wie in diesem Spiel, ist das mehr als nur realistisch. Womit man aus Sicht von Real zumindest einen positiven Aspekt aus dem Cup-Aus ziehen kann.</p>
<p>(<a href="https://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
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