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	<description>Fußball. Fußball. Fußball.</description>
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		<title>Österreich &#8211; Dänemark und: Gastgeschenke sind keine Eigenleistung</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 23:41:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Georg Pichler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freundschaftsspiele]]></category>
		<category><![CDATA[Nachbetrachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
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		<description><![CDATA[Teamchef Didi Constantini war sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis, der Mannschaft und sich selbst. Der WM-Teilnehmer Dänemark verlor schließlich im Ernst-Happel-Stadion gegen die ÖFB-Auswahl mit 2 zu 1. Blick man nur auf das Ergebnis so besteht natürlich Grund zur Glückseligkeit. Wäre da nicht die Realität des Spielverlaufs, der das Ergebnis ganz anders interpretieren lässt.
Dem Auftreten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Teamchef Didi Constantini war sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis, der Mannschaft und sich selbst. Der WM-Teilnehmer Dänemark verlor schließlich im Ernst-Happel-Stadion gegen die ÖFB-Auswahl mit 2 zu 1. Blick man nur auf das Ergebnis so besteht natürlich Grund zur Glückseligkeit. Wäre da nicht die Realität des Spielverlaufs, der das Ergebnis ganz anders interpretieren lässt.</p>
<p>Dem Auftreten der rot-weiß-roten Elf merkte man sichtlich an, dass der Teamtrainer mit internationalem Fußball schon länger nichts mehr zu tun hatte. Statisch wie vor zwei Jahrzehnten ging es zu. Insbesondere die Verteidigung klebte in und am Strafraum, was den Dänen ihre Bemühungen über die Mitte zwar selten schwer machte, dafür aber fast jeden weiten Ball auf die Seiten erfolgreich ankommen ließ.</p>
<p>Obwohl die fehlende Dynamik schon in den ersten Minuten offensichtlich waren, ging Österreich in Führung. In Minute 12 war es ein Freistoß, dessen Klärung einem dänischen Abwehrmann grob misslang, wofür sich Frenkie Schiemer herzlichst bedankte. Direkt danach spielte Dänemark das erste und einzige Mal in dieser Partie so, als ginge es um etwas. Der Lohn folgte alsbald drauf, als Bendtner aus einer Ecke den Ausgleich machte, den Kröldrup kurz davor schon am Fuß hatte, aber nur die Latte traf. Kurz davor flimmerte die erste Ballbesitzstatistik über den Bildschirm und lieferte schwarz auf weiß den Beweis für Österreichs Defensivhaltung. Mit unglaublichen 78 zu 22 Prozent dominierten die Dänen beim Gebrauch der Kugel.</p>
<p>Man kann unseren Kickern nicht vorwerfen, nicht gekämpft zu haben, ebensowenig wie mangelnde Gefährlichkeit. Die offensichtliche Trainervorgabe hinten abzuwarten und erste im eigenen Drittel zu attackieren lässt bei braver Ausführung einfach kein Offensivfeuerwerk zu, obwohl die Startaufstellung zumindest für eine kontrolliertes Angriffsspiel geeignet gewesen wäre.</p>
<p>Was ich ebensowenig nachvollziehen kann ist, was heute in der Mitte passiert ist. Klar, der Druck sollte augenscheinlich von den Flügeln kommen, das rechtfertigt aber keine kampflose Aufgabe der Mitte, wie heute passiert. Bis kurz vor dem Strafraum konnten die Dänen hier stets frei kombinieren, weil dort schlichtweg niemand war. Dies wiederum verengte bei eigenen Angriffen den Raum, so dass der Ball an der Linie oft hilflos hin und her gespielt wurde, bis sich entweder ein Däne erbarmte eine Lücke offen zu lassen oder der Ball unkontrolliert nach vorne gedroschen wurde. Kreativität: Null. Der fehlende Mittelmotor machte das auch nicht besser.</p>
<p>Trotzdem hätten einige der Durchbrüche (auf der rechten Seite oft vorbereitet vom aufspielenden Ekrem Dag) mehr bringen können als sich weiter vorne wieder zu verzetteln. Nur zweimal haperte es tatsächlich am letzten Pass.</p>
<p>Und dann war es ein weiteres Gastgeschenk in Minute 37, dass die erneute Führung und gleichzeitig den Endstand herstellte: Ausgerechnet Roman Wallner, der ja alles andere als ein Hüne ist, blieb bei einer Ecke sträflich ungedeckt und machte das Kopfballtor. Kurz nach der Pause hätte Janko nach einem von seinem Gegenspieler falsch berechneten Aufpraller, das 3:1 am Fuß gehabt, schoß aber den herauseilenden Goalie an (55&#8242;).  Nur drei Minuten später musste sich dafür Gratzei auszeichnen. Patrick Wolf verfelte kurz nach seiner Einwechslung das Tor aus kurzer Distanz und vollem Lauf.</p>
<p>Dem folgten 20 ereignislose Minuten, bis sich Rieks plötzlich nach einem Querpass vors Tor wuseln konnte. Paul Scharner musste in höchster Not für den schon geschlagenen Christan Gratzei eingreifen (78&#8242;). Mittlerweile hatte Constantini das Team einen kleinen Gang offensiver geschalten, was sich aber kaum niederschlug.</p>
<p>Beide Teams hatten ihre Probleme in der Defensive. Bei den Österreichern mangelte es Nachdruck durch das nur auf den Seiten existierende Mittelfeld und der fehlenden Kreativität. Bei den Dänen mühte man sich redlich mit der austriakischen Mauer ab, hatte dafür am restlichen Feld kaum Probleme.</p>
<p>Es gibt noch viel zu tun für den Teamtrainer, der seinen &#8220;wir haben phasenweise zu riskant gespielt&#8221;-Sager bei der Pressekonferenz hoffentlich nicht ernst gemeint hatte. Man sollte auch nicht vergessen, dass Dänemark heute nicht ums Ergebnis gekickt hatte, sondern der Trainer die Chance nutzte ein paar Spieler auszuprobieren &#8211; oder wie er einer Reporterin sinngemäß sagte: &#8220;Sie werden bei der WM ein anderes Team sehen.&#8221; Dessen muss sich Constantini im Klaren sein, auch wenn Morten Olsen der Höflichkeit wegen das Auftreten von Marc Janko und Co mit Lob bedachte.</p>
<p>EM-reif ist was anderes. Was ganz anderes.</p>
<p>Die mangelnde Aussendeckung ist ein Problem. Die fehlende Dynamik ist drei Spiele vor der Quali eine Katastrophe. Und das Mittelfeld ist eine Baustelle, ohne deren Beseitigung wir auch zukünftig auf Geschenke wie heute angewiesen sein werden. Die Offensive ist derzeit kaum in der Lage Chancen aus dem Spiel heraus zu erarbeiten. Ich weiß schon, dass es angesichts des Sturkopfs des amtsführenden Tirolers sinnlos ist, das weiter zu lamentieren, aber: Jemand wie Ivanschitz fehlt dringend. Kavlak, Beichleroder eventull Jantscher in die Mitte hinter den Sturm zu ziehen wäre sicher eine Option, aber keine die einen Spieler ersetzen kann, der mit dieser Aufgabe groß geworden ist. So oder so besteht hier dringendster Handlungsbedarf</p>
<p>Damit bleibt als Moral von der Geschicht: Fehler des Gegners zählen als Eigenleistung nicht. Die realitätsverweigernden Statements nach dem Spiel lassen diese Einsicht leider nicht erkennen.</p>
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		<title>Von Wölfen und Vögeln</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2010/02/24/von-wolfen-und-vogeln/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 12:53:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freundschaftsspiele]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
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		<description><![CDATA[Der deutsche Ski-Trainer sagt, &#8220;die Österreicher gewinnen eh nichts, wir sind besser&#8221;, und lässt mit Felix Neureuther seinen besten Fahrer daheim, weil der sein einziges Rennen in Kitzbühel und damit auf einem minderwertigen österreichischen Hang gewonnen hat. Gibt&#8217;s nicht? Gibt&#8217;s doch!
Bei uns heißt der Trainer Dietmar Constantini, und der Athlet wahlweise Andi Ivanschitz oder Gyuri [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Der deutsche Ski-Trainer sagt, &#8220;die Österreicher gewinnen eh nichts, wir sind besser&#8221;, und lässt mit Felix Neureuther seinen besten Fahrer daheim, weil der sein einziges Rennen in Kitzbühel und damit auf einem minderwertigen österreichischen Hang gewonnen hat. Gibt&#8217;s nicht? Gibt&#8217;s doch!<span id="more-1853"></span></em></strong></p>
<p>Bei uns heißt der Trainer Dietmar Constantini, und der Athlet wahlweise Andi Ivanschitz oder Gyuri Garics. Im Kader für das Länderspiel gegen WM-Teilnehmer Dänemark steht weder der Stammspieler aus Deutschland, noch der Stammspieler aus Italien, aber dafür Patrick Wolf (der mit seinen 28 Jahren sage und schreibe 18 internationale Minuten gespielt hat, vor fast vier Jahren mit Ried gegen den europäischen Spitzenklub Sion) und Mario Reiter (der überhaupt noch keine Erfahrung auf internationaler Bühne hat). Constantini baut &#8220;auf andere Spieler&#8221;, wie er sagt. Ivanschitz ist also auch für die Qualifikation raus.</p>
<p>Was will uns Constantini damit sagen?</p>
<p>Garics kritisierte öffentlich Einberufungspolitik und mangelnde taktisches Know-How des Teamchefs. Von Beobachtern bekam er dafür Lob, vom beratungsresistenten Teamchef den blauen Brief. Andi Ivanschitz ging gegen Ende einer überragenden Herbstsaison mangels Vorbereitung die Luft aus, in den letzten Wochen wurde er erst von einer Gelbsperre gestoppt und dann von einer Grippe gelähmt. Dass er übergangen wird, nimmt er öffentlich mittlerweile mit einem souveränen Grinsen zur Kenntnis, in Deutschland wird Constantini <a href="http://derstandard.at/1266541033983/Warum-Deutschland-ueber-Constantini-laechelt">nur mehr als Witzfigur</a> wahrgenommen.</p>
<p>Woran das wohl liegt?</p>
<p>Wenn der Coach einer Mannschaft, die sich in den letzten 20 Jahren für genau ein einziges Turnier qualifiziert hat über die derzeit viert- und bald wohl drittbeste Liga Europas sagt, so gut könne die nicht sein, wenn ein dahergelaufener Österreicher ohne Training ihre Liga aufmischt, könnte das so ein Grund sein. Kaum verwunderlich also, dass mit Andi Ibertsberger ein weiterer Stammspieler aus dieser Liga seit Ewigkeiten nicht berücksichtigt wird (vom aktuellen Fall einmal abgesehen, Ibertsberger ist nicht ganz fit) &#8211; obwohl der jedes Wochenede spielt und das in der Regel auch nicht allzu schlecht. Kaum verwunderlich dann auch, dass ein unbequemer Spieler wie ein Garics dann halt ausgeladen wird. Die Aussage, Garics habe zwar Recht, er würde ihn aber trotzdem rausschmeißen, ist geradzu granios.</p>
<p>Sehr wohl verwunderlich aber, dass dann ein 28-jähriger Spieler, der selbst in der österreichischen Liga kaum mehr als Durchschnitt ist, einberufen wird. Wolf passt nicht mal ins Constantinis Beuteschema &#8220;jung&#8221;.</p>
<p>Wenn man nur die Einberufungen betrachtet, und das muss man zugestehen, sind es diesmal nur die Personalien Ivanschitz und Garics, die einem wirklich sauer aufstoßen müssen. Ansonsten ist Leitgeb dabei, es ist auch Kapitän Pogatetz wieder dabei, und endlich fehlen auch Jimmy Hoffer und Stefan Maierhofer. Es wäre der größte Hohn gewesen, wenn die beiden Tribünensitzer dabei wären, und das Stammspieler-Duo Ivanschitz/Garics nicht.</p>
<p>Dennoch, es fehlt ein rechter Außenverteidiger. Ach, Constantini wollte ja mit vier Innenverteidigern spielen &#8211; seltsam dann aber, dass zwei waschechte Linksverteidiger im Kader sind, die nicht im akuten Verdacht stehen, bald Innenverteidiger zu werden. Aber immerhin ist das Team links hinten gut bestückt. Und wenn er schon jemanden ausprobieren will, dann könnte das auch Adthe Nuhiu statt Patrick Wolf sein &#8211; der wäre wenigstens noch steigerungsfähig.</p>
<p>Immerhin, wir wissen nun, dass Andi Ivanschitz wohl Weltfußballer werden könnte, aber bei Constantini keine Chance hat. Und Garics? Man wird ja wohl noch hoffen dürfen.</p>
<p>Vielleicht auch auf eine Einsicht von ganz oben.</p>
<p>(phe)</p>
<p><strong>Tor:</strong> Christian Gratzei, Jürgen Macho, Helge Payer. <strong>Abwehr:</strong> Aleksandar Dragovic, Christian Fuchs, Emanuel Pogatetz, Mario Reiter, Paul Scharner, Franz Schiemer, Andreas Ulmer. <strong>Mittelfeld: </strong>David Alaba, Julian Baumgartlinger, Ekrem Dag, Christopher Drazan, Andreas Hölzl, Jakob Jantscher, Veli Kavlak, Christoph Leitgeb, Christopher Trimmel, Patrick Wolf. <strong>Angriff:</strong> Daniel Beichler, Marc Janko, Roman Wallner.</p>
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		<title>Das war die Austria Kärnten &#8211; ein vorgezogener Nachruf</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Feb 2010 17:27:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Georg Pichler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[haider]]></category>
		<category><![CDATA[prelogar]]></category>
		<category><![CDATA[sk austria kärnten]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon vor der Winterpause war es bestenfalls sehr optimistisch, in Kärnten an den Klassenerhalt zu glauben. Ein neuer Trainer sollte es richten, der Slowene Prelogar übernahm das Ruder und bewies was vorhin schon klar war:  Ohne neuem Kader würde er nicht viel ausrichten und die tieferliegenden Ursachen der Misere tangierte der Trainerwechsel ohnehin nicht. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schon vor der Winterpause war es bestenfalls sehr optimistisch, in Kärnten an den Klassenerhalt zu glauben. Ein neuer Trainer sollte es richten, der Slowene Prelogar übernahm das Ruder und bewies was vorhin schon klar war:  Ohne neuem Kader würde er nicht viel ausrichten und die tieferliegenden Ursachen der Misere tangierte der Trainerwechsel ohnehin nicht. Die Politiklandschaft des südlischsten Bundeslandes ist zerrüttet, der SK Austria Kärnten steht dem in nichts nach. Das heutige 0:3 gegen die Blackies aus Graz war nicht nur eine weitere Episode der Negativserie sondern auch ein Sinnbild für das unabwendbare Ende des Bundesligadaseins und des drohenden Aus für den Verein als Ganzes.</p>
<p>Auf 2.000 Anwesende schätzte der ORF Kommentator das Stadionpublikum und weit daneben dürfte er nicht gelegen haben. Prall gefüllt war nur der fröhliche Auswärtssektor, der Rest glich einer Geisterstätte mit ein paar Statisten als Einsprengseln. Trotz besserer Performance in den letzten paar Partien hatten die Kärntner Kicker den Grazern nichts entgegen zu setzen. Keine Minute nach dem Anpfiff wummste es zum ersten Mal hinter Goalie Schranz. Bis auf halbgefährliche Angriffe und diversen Chaoseinlagen in der Abwehr gab es dann auch nichts mehr um Paroli zu bieten, insbesondere in Halbzeit Zwei und obwohl Sturm heute alles andere als eine Bestleistung zeigte.</p>
<p>Joze Prelogar hat höchtens noch die Chance auf Ergebniskosmetik. Er ist der sportliche Konkursverwalter des Vereins.</p>
<p>Ein geschichtlicher Abriss erklärt den Niedergang des karinthischen Kunstklubs besser als jede Kaderdiskussion.</p>
<p>Gegründet 2007 auf der gekauften Lizenz des ehemaligen FC Pasching, verhandelt vom ehemaligen, mittlerweile verstorbenen Landeshauptmann Haider, war die Austria Kärnten von Anfang an mehr politisches Prestigeprojekt als eine professionell geführte Sportorganisation. Präsident wurde Mario Canori, einstmals Vizebürgermeister von Klagenfurt, der offen zugestand, keine Ahnung von Fussball zu haben. Der Vorstand sammelte sich aus dem politschen Freundeskreis Haiders.</p>
<p>Ehemalige Paschinger Kicker, Jungspunde vom FC Kärnten (dessen Präsident Haider war und der im Jänner einen Landesliga-Neustart absagen musste) und GAK Routiniers sollten ein erfolgreiches Team formen, fanden sich jedoch schon in der ersten Bundesligasaison im Abstiegskampf und zeitwillig auch am letzten Rang wieder. Die rote Laterne landete letztlich in Innsbruck beim FC Wacker und die Folgesaison, 2008/09 weckte Hoffnungen. Platz 6 wurde es, in einer Tabelle die sich ganz klar in eine obere und untere Hälfte teilte.</p>
<p>Weniger erfreulich lief es in Sachen Finanzen. Die prekäre Situation führte zum Abgang einiger Stützen im Sommer. Wie wichtig manche Kicker für die Kärntner waren demonstrieren manche Ehemalige heute bei ihren neuen Vereinen, etwa die zu Sturm gewechselten Weber und Bukva oder die bei der Austria gelandeten Junuzovic und Ortlechner. Im Gegenzug kamen unter anderem die beiden Austria Wien-Schlachtrösser Troyansky und Blanchard, die die Lücke nicht schließen konnten.</p>
<p>Der Teufelskreis, längst initiiert von Leuten, die nicht in der Lage sind einen Fußballverein zu führen, war endgültig geschlossen. 7 Punkte zur Winterpause sprechen eine deutliche Sprache. Nach Schachner,  Schmidt und Schinkels ist jetzt Prelogar am Werk um Kohlen aus dem Feuer zu holen, die längst zu Asche zerfallen sind.</p>
<p>Geschieht nicht ein unglaubliches Wunder, so ist die SK Austria Kärnten weder sportlich noch wirtschaftlich zu retten und steuert auf das gleiche Schicksal wie der FC Kärnten zu. Gute Schlagzeilen liefert der Klub nicht mehr und die Politik ist mehr und mehr mit den eigenen Wirren beschäftigt. Der Untergang von Haiders Erbe macht auch vor &#8220;seinem&#8221; Fussballklub nicht halt.</p>
<p>Man kann den verbliebenen Youngsters nur einen schnellen und erfolgreichen Absprung wünschen.</p>
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		<title>Das Reichel-Dilemma</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2010/02/04/das-reichel-dilemma/</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 11:48:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[Hamann]]></category>
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		<description><![CDATA[Der LASK hat ein Problem. Dieses Problem ist weniger die Entlassung von Trainer Hamann, sondern viel mehr die Art und Weise, wie Präsident Reichel den Verein führt. Vor allem, wenn man eine mittel- und langfristige Prognose wagt.
Hamann war schon bei seiner Bestellung im vergangenen Sommer mehr eine Notlösung gewesen, die erst wenige Tage vor Trainingsstart [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Der LASK hat ein Problem. Dieses Problem ist weniger die Entlassung von Trainer Hamann, sondern viel mehr die Art und Weise, wie Präsident Reichel den Verein führt. Vor allem, wenn man eine mittel- und langfristige Prognose wagt.<span id="more-1830"></span></em></strong></p>
<p>Hamann war schon bei seiner Bestellung im vergangenen Sommer mehr eine Notlösung gewesen, die erst wenige Tage vor Trainingsstart präsentiert wurde &#8211; kein Wunder, schließlich ist der eigenwillige Führungsstil von Präsident Peter-Michael Reichel weithin bekannt. Aber der Deutsche ließ sich nicht beirren, legte einen wunderbaren Saisonstart hin, weil die Offensive plötzlich funktionierte. Doch wegen der löchrigen Hintermannschaft stand zur Winterpause nicht mehr als ein achter Platz zu Buche, aber wenigstens nicht mit der akuten Aussicht auf Abstiegskampf.</p>
<p>Der Trainer wollte sich nun also im Winter um die Problemzonen kümmern. Reichel ließ ihn aber nicht, wollte lieber selbst in der Mannschaft herumpfuschen &#8211; auf Hinweise von ominösen &#8220;österreichischen Experten&#8221;. Das Ende vom Lied: Keiner von Hamanns Wunschspielern kam zum LASK, dafür wurde kein zweiter Stürmer und Reichel drückte Hamann einige Spieler aufs Auge, die dieser ausdrücklich nicht brauchen kann. Es steht zu vermuten, dass es Hamann dann schlicht zu blöd wurde, mit einem dermaßen unkooperativen Präsidenten zusammen zu arbeiten, weswegen er seinen Rauswurf provozierte &#8211; und ihn auch bekam.</p>
<p>Kaum mehr als eine Woche vor Rückrundenstart, nach einem Trainingslager. Der Nachfolger, wer immer es auch sein wird, kann nur noch reagieren. Muss eine Mannschaft verwalten, die er nicht zusammen gestellt hat, nach einer Vorbereitung, die er nicht durchgeführt hat, unter einem Präsidenten, der sich trotz weithin anerkannter Inkompetenz in sportlichen Fragen das Recht herausnimmt, permanent in selbige Hineinzupfuschen. Weshalb der LASK auch weiterhin zwar einen wirtschaftlich guten Kurs färht (zum Wallner-Verkauf gab es angesichts der Gewinnspanne keine Alternative), aber der oft wie ein Elefant durch den Porzellanladen irrlichtert (mehr als einen bundesligaerprobten Stürmer? Brauchen wir nicht&#8230;) und so dem LASK jede Möglichkeit nimmt, sich auch sportlich so zu etablieren, wie es dem Potential des Vereins entsprechen würde.</p>
<p>Dabei müsste Reichel gar nicht allzu weit schauen, wenn es darum geht, Profivereine seriös zu führen. Schließlich ist der vermeintlich kleine Nachbar aus Ried das Synonym für vernünftige Vereinleitung. Ein Präsident, der sich um das Wirtschaftliche kümmert und sich aus dem sportlichen Umfeld heraushält (Willminger); ein Manager, der seit Jahren in aller Ruhe seine Arbeit verrichten kann, ohne auf fünf anderen Baustellen tätig werden zu müssen (Reiter), eine Mannschaft, die seit Jahren nur punktuell und nur dort, wo es notwenig ist, verändert wird. Und eine enge Zusammenarbeit mit dem eigenen Reserveteam und der Jugend-Akademie. All das gibt es beim LASK nicht &#8211; und darum sind die Linzer seit mittlerweile einem Jahrzehnt eben nur noch die Nummer zwei in Oberösterreich.</p>
<p>Und das wird sich auch nicht ändern, so lange Reichel glaubt, den Alleinherrscher geben zu müssen, der nach eigenem Gutdünken über Personalien im Verein entscheidet wie ein Monarch (nichts anderes war die eigenmächtige Intallierung seiner Tochter als Vize-Präsidentin), jedoch niemand anderen innerhalb des Vereins in eine Position lässt, sich wirklich einzubringen. Ähnlich wie etwa Christian Constantin beim schweizer Chaos-Club Sion; anders als etwa Silvio Berlusconi bei Milan. Reichel mischt sich in Sachen ein, von denen er nachweislich keine Ahnung hat.</p>
<p>Das Problem dabei: So lange Reichel den LASK so führt, wie er das seit vielen Jahren tut, kann aus ihm kein Spitzenklub werden, sondern verlangt von seinen Fans eher die Hoffnung ab, dass es auch in den kommenden Jahren Kanonenfutter der Marke Kärnten gibt. Andererseits entsteht aber in dem Moment, in dem sich Reichel doch entschließen sollte, sein Amt beim LASK zurückzulegen, ein komplettes Machtvakuum. Eben weil er nie zugelassen hat, dass es im Verein jemanden gibt, der diese Aufgabe ohne eine allzu lange Einarbeitungszeit machen könnte. Ähnlich wie bei der oberösterreichischen SPÖ, etwa.</p>
<p>Weswegen der LASK im Reichel-Dilemma steckt: Mit ihm wird es nie möglich sein, das durchaus vorhandene Potential auszuschöpfen. Ohne ihn gibt es, so lange es Reichel gibt, niemanden, der ihn auf die Schnelle ersetzen könnte.</p>
<p>Die Geister, die man rief&#8230;</p>
<p>(phe)</p>
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		<item>
		<title>Vier Sechs Null</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2010/02/02/vier-sechs-null/</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 18:43:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[WM 2010]]></category>
		<category><![CDATA[holland]]></category>
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		<category><![CDATA[Sneijder]]></category>
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		<description><![CDATA[WM-SERIE, Teil 11: NIEDERLANDE &#124; Die &#8220;Elftal&#8221; ist mal wieder einer der Mitfavoriten auf den Weltmeister-Titel. Die Holländer versuchen es dabei, wie schon bei der Euro2008, mit einer offensiv ausgerichteten Kontertaktik. Klingt komisch &#8211; ist aber so.

Der Auftritt der holländischen &#8220;Elftal&#8221; bei der EM 2008 war ein Spiegelbild des Images, das dieser Mannschaft seit Jahren, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #ff6600;"><em>WM-SERIE, Teil 11: <strong>NIEDERLANDE</strong></em></span><strong> | <em>Die &#8220;Elftal&#8221; ist mal wieder einer der Mitfavoriten auf den Weltmeister-Titel. Die Holländer versuchen es dabei, wie schon bei der Euro2008, mit einer offensiv ausgerichteten Kontertaktik. Klingt komisch &#8211; ist aber so.<span id="more-1821"></span><br />
</em></strong></p>
<p>Der Auftritt der holländischen &#8220;Elftal&#8221; bei der EM 2008 war ein Spiegelbild des Images, das dieser Mannschaft seit Jahren, ja seit Jahrzehnten anhängt: Wunderschöner Offensivfußball, Spiele zum Zungeschnalzen. Daraufhin macht man sich zum Titelfavoriten &#8211; und prompt scheitert man an der Unfähigkeit, mit diesem Druck umzugehen oder wird von einem Gegner bezwungen, der sich nicht auf die Schönspielerei einlässt und dem Oranje-Team die Lust am Spielen nimmt. Gibt es Gründe, dass die WM-Endrunde in Südafrika anders läuft? Wenn man ganz ehrlich ist: Nein, eigentlich nicht.</p>
<p>Dabei müssten die Holländer schon alleine wegen ihrer personellen Möglichkeiten im Offensivbereich jede Mannschaft schlagen können. Aus kaum einem anderen Land vergleichbarer geographischer Kleinheit kommt eine derartige Fülle an Weltklassespielern, und zwar nicht erst in den letzten Jahren. Das hängt zum einen natürlich mit der Mentalität der Holländer zusammen: Das Land ist nicht einmal halb so groß wie Österreich, hat aber doppelt so viele Einwohner. Dazu muss man aufgrund der Topographie des Landes ständig auf der Hut vor den Gewalten den Meeren sein &#8211; so ein Volk wird erfinderisch und gewissenhaft. Und mit dieser enormen Gewissenhaftigkeit werden auch die jungen Spieler ausgebildet: Jeder der 38 Profi-Vereine des Landes muss eine eigene Akademie vorweisen können, sonst gibt&#8217;s keine Lizenz. Und hat man die Lizenz erstmal, kann man sich ohne sportliche Existenzsorgen daran machen, mit dem eigenen Nachwuchs zum Erfolg zu kommen &#8211; denn einen Abstieg aus der zweiten Liga gibt es nicht. Die Vereine werden praktisch zur Ausbildung gezwungen. Logisch, denn angesichts von 38 Profi-Teams auf einem Gebiet von Niederösterreich, Wien, der Steiermark und dem Burgenland (wo es bei uns gerade elf Profi-Vereine gibt), sind die wirtschaftlichen Ressourcen naturgemäß zu knapp, um sich ein Team aus fertigen Spielern zusammen zu kaufen.</p>
<p>So kommt es, dass sogar die absoluten Topklubs wie Ajax, Eindhoven und Feyenoord Eigenbauspieler am laufenden Band produzieren. Dass diese dann von finanzkräftigeren Vereinen etwa aus England oder Deutschland weggekauft werden, ist kalkuliert &#8211; anders wird für die neuen Talente schließlich nicht Platz. So baute etwa Ajax Johnny Heitinga als Defeniv-Mann auf, und hatte einigen Erfolg mit ihm. Dann ging er nach Spanien, der damals 19-jährige Gregory van der Wiel nahm seinen Platz bein Ajax ein. Heute sind beide im Kader der Nationalmannschaft und kämpfen um einen Platz dort. Konkurrenz belebt eben das Geschäft.</p>
<p>Und nach diesem Prinzip hat sich der Europameister von 1988 zu einem Dauergast auf den Favoritenlisten großer Turniere etabliert, auch nachdem Spieler aufgrund des Bosman-Urteils nach 1995 in noch größerem Ausmaß die Liga verließen und diese so in den internationalen Wertungen deutlich abrutschte. Dass es aber für den ganz großen Wurf nun schon länger nicht mehr gereicht hat und bei den letzten beiden Turnieren nach einer enorm starken Vorrunde jeweils schon in der ersten K.o.-Runde schluss war, lässt sich eher am mentalen Rüstzeug festmachen als an der spielerischen Qualität: So quirlig, schnell und oft unberechenbar die Offensivabteilung ist, so humorlos agiert die oft unterschätzte Defensive, die aus eher weniger bekannten Namen zusammengesetzt wird. Die Zeiten von Stars wie Frank de Boer oder Jaap Stam sind vorbei.</p>
<p>Die Vierer-Abwehrkette der Holländer kommt auf den ersten Blick eher als Ansammlung (überspitzt formuliert) hüftsteifer alter Männer daher, die auch nie wirklich echte Stars waren. Bondscoach Bert van Marwijk hat nicht die Alternativen in der Hinterhand, um das zu ändern &#8211; muss er aber auch gar nicht. Das Duo in der Innenverteidigung setzt sich aus dem 35-jährigen André Ooijer und dem HSV-Profi Joris Mathijsen, der auch schon 30 Lenze auf dem Buckel hat, zusammen. Ooijer verbrachte den Großteil seiner Karriere beim PSV Eindhoven, nur von einem dreijährigen Abstecher auf die Insel (Blackburn) unterbrochen. Er ist ein grundsolider Verteidiger, der durchaus auch Spielübersicht hat, aber wie sein Nebenmann Mathijsen nicht gerade der flinkste ist. Mit Kopfbällen braucht man es gegen diese beiden nicht versuchen, mit schnellem Spiel ist ihnen ehesten beizukommen.</p>
<p>Eine Möglichkeit, in der Innenverteidigung zu variieren, wären allenfalls Khalid Boulahrouz (der aber weder bedeutend jünger, noch besser, noch schneller ist als Ooijer und Mathijsen) und John Heitinga. Dieser wird aber eher auf der rechten Seite gebraucht. Rückt der Everton-Verteidiger in die Zentrale, spielt für ihn &#8211; wie oben erwähnt &#8211; der junge Gregory van der Wiel auf  rechts; ihm mangelt es aber an internationaler Erfahrung. Diese hat Kapitän Giovanni van Bronckhorst auf der linken Seite zwar mehr als genug; wenn alles nach Plan läuft, ist das erste WM-Spiel gegen Dänemark sein hundertster Auftritt im holländischen Team. Aber &#8220;Gio&#8221;, ein flinker Mann mit einigem Offensivfran, hat seine besten Zeiten auch schon etwas hinter sich. Hinter der Kette steht mit Maarten Stekelenburg kein übermäßig beeindruckender Torwart &#8211; kein Vergleich zu seinem großartigen Vorgänger Edwin van der Sar. Er könnte am ehesten zum Sorgenkind werden.</p>
<p>Schwächere Gegner, wie sie die Holländer in der Qualifikation hatten, beißen sich mangels Qualität an die humorlosen, aber sicherlich nicht unverwundbare Abwehr die Zähne aus &#8211; die Bilanz von nur zwei Gegentoren in den acht Spielen, welche die &#8220;Elftal&#8221; allesamt gewinnen konnte, darf man aber nicht allzu sehr überbewerten; ebenso wie die Zu-Null-Testspiele gegen Australien, Paraguay und Japan zuletzt. Gegen die drei braven, aber sicherlich schwächer als die Holländer einzuschätzenden Gruppengegner sollte es auch noch keine Probleme geben. Aber ob es für einen WM-Titel wirklich reicht? Da müssten schon auch die Spieler aus der Offensive mithelfen.</p>
<p>Die haben auch fraglos die nötige Qualität. Und dennoch: Obwohl es mindestens sechs Spieler in jeder möglichen Formation gibt, die wirklich offensiv denken, gibt es keine klassische Sturmspitze, die vorne auf die Anspiele wartet. Die Holländer sind damit, gemeinsam etwa mit den Spaniern, der Vorreiter <a href="http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=57570313&amp;aref=image037/2008/06/21/ROSP200802601240125.PDF&amp;thumb=false">einer Entwicklung</a>, die der heutige Teamchef der Südafrikaner Carlos Alberto Parreira schon vor 16 Jahren prophezeite hatte: Das Spielsystem eines 4-6-0, das jeden Angriff wie einen Konter aufzieht. Voraussetzung dazu: Schnelle Spieler mit enormem Spielverständnis und einem guten Auge für die Situation. Und solche haben die Holländer genug!</p>
<p>In der Zentrale des (nominellen) Dreier-Mittelfeld sorgen üblicherweise Mark van Bommel (der Schwiegersohn des Bondscoaches) von den Bayern und Nigel de Jong von Manchester City für die defensive Absicherung, sind aber ebenso für die Einleitung der Angriffe verantwortlich. Diese Aufgabe teilt Van Marwijk hier auf zwei Spieler auf &#8211; anders als beim Europameister Spanien, wo Marcos Senna oft alleine auf dieser Position steht. Vor ihnen (oder deren Back-ups Schaars und De Zeeuw) ist es in der stärksten Formation Wesley Sneijder, der für die offensive Zentrale zuständig ist. Er (oder eben Rafael van der Vaart oder Jungstar Ibrahim Afellay, der erstmals WM-Luft schnuppern dürfte) ist der dezidiert offensive Dreh- und Angelpunkt im Angriffsspiel der Holländer. An ihm ist es, die Löcher zu sehen, durch die er seinen eben oft aus der Etappe startenden Vorderleuten die Bälle in den Lauf spielen kann.</p>
<p>Speziell auf den Flanken hat Van Marwijk eine mächtige Auswahl, wen er auf die Zuspiele aus dem Zentrum hoffen, oder auch die Seiten mit den Offensivstarken Außenverteidigern (wenn auch links eher als rechts) bearbeiten soll. Obendrein können die Kandidaten auch noch auf beiden Seiten agieren, was durch ständiges Rochieren die Gegner zusätzlich verwirren und so die Wucht des eigenen Angriffspiels verstärken soll. Arjen Robben, der zudem wie Sneijder ein guter Freistoß-Schütze ist, ist eine dieser Waffen &#8211; der trickreiche Linksfuß ist aber verletzungsanfällig. Sein Vorteil: Er ist ein hervorragender Joker und braucht nicht lange, bis er nach einer Einwechslung ins Spiel findet.</p>
<p>Ein ähnlicher Spielertyp ist Jungstar Eljero Elia, der ebenso in Deutschland spielt, als Teamkollege von Innenverteidiger Mathijsen beim HSV. Auch Van der Vaart kann auf die Seite ausweichen. Ryan Babel kann hier ebenso spielen, ist aber eher als Joker vorgesehen. Gesetzt ist in der Startformation (sofern er sich nicht verletzt) dafür Babels Teamkollege bei Liverpool, Arbeitstier Dirk Kuyt. Dem fleißigen Blondschopf, der eher auf der rechten Seite daheim ist, fehlt es zwar etwas an der Torgefahr, dafür könnte er zur noch auch in der Mitte spielen, wenn das notwendig sein würde. Wäre aber schon so ein wenig die Pechvogel-Variante.</p>
<p>Denn in der Sturmzentrale, die es ja in ihrer klassichen Form in dieser Mannschaft eben nicht gibt, ist Robin van Persie vorgesehen. Der flinke Mann ist die absolute Idealbesetzung für diesen Part, schließlich spielt er bei Arsenal exakt diese Position in exakt diesem System mit exakt dieser Spielweise. Da Van Marwijk hier keinen gleichwertigen Ersatz aufbieten kann, schmerzt ihn die Verletzung Van Persies mit &#8211; dieser fällt mit einem verletzten Sprunggelenk wohl bis kurz vor Saisonschluss aus.</p>
<p>Ohne Van Persie müsste entweder Kuyt in der Zentrale spielen, was ihm aber nicht so entgegen kommt wie die Aufgabe auf den Außen. Oder er stellt sein komplettes System um. Das müsste er tun, wenn Klaas-Jan Huntelaar spielen sollte. Das versuchte der Bondscoach zuletzt im Oktober in einem Testspiel gegen Australien. Mit mäßigem Erfolg, es gab ein 0:0. Spielt Huntelaar, müssen die anderen Offensiv-Spieler größere Verantwortung im Spielaufbau übernehmen, denn großer Vorbereiter ist der Strafraumspieler von Milan nicht.</p>
<p>Bondscoach Bert van Marwijk hat das System und die Philosophie, mit der er das Team von Marco van Basten übernommen hat, nicht verändert. So geht, wie schon bei der Euro2008, die größte Gefahr für die Holländer von Mannschaften aus, die mit einem ähnlichen Spielsystem agieren, wie das vor zwei Jahren die Russen waren, oder vor vier Jahren die Portugiesen. Solche Gegner, die auch die klasse besitzen, den Holländern in deren Bestform wirklich zusetzen zu können warten in der Vorrunde gegen Dänemark, Japan und Kamerun nicht, aber um wirklich einen großen Erfolg feiern zu können, muss sich in den Köpfen etwas ändern. Gegen die Russen im Euro-Viertelfinale verzagte vor allem Sneijder an den taktisch extrem ausgereiften Russen; gegen die Portugiesen wusste man sich vor vier Jahren nur mit Härteeinlagen zu helfen.</p>
<p>Nur, wenn es den Holländern auch in entscheidenden Spielen gegen unangenehme Gegner gelingt, die Nerven zu bewahren, können sie in Südafrika zu größeren Erfolgen kommen als einem Viertelfinal-Einzug (der das absolute Minimalziel sein muss). Und frühestens im Semfinale könnte es zum Aufeinandertreffen mit Australien kommen &#8211; dem einzigen anderen WM-Teilnehmer, der mit Pim Verbeek über einen holländischen Coach verfügt.</p>
<p>Und an einem solchen sind sie ja vor zwei Jahren noch gescheitert.</p>
<p>————————————————</p>
<p><span style="color: #ff6600;"><strong>NIEDERLANDE</strong></span><br />
oranges Trikot, weiße Hose, Nike – Platzierung im <a href="http://www.eloratings.net/">ELO</a>-Ranking: 3.</p>
<p><strong>Spiele in Südafrika:</strong><br />
Dänemark (Mittagsspiel Mo 14/06 in Johannesburg/S)<br />
Japan (Mittagsspiel Sa 19/06 in Durban)<br />
Kamerun (Abendspiel Do 24/06 in Kapstadt)</p>
<p><strong><span style="color: #0000ff;">TEAM: </span>Tor: </strong>Maarten Stekelenburg (27, Ajax), Piet Velthuizen (23, Arnheim), Michel Vorm (26, Utrecht).<strong> Abwehr: </strong>Khalid Boulahrouz (28, Stuttgart), Edson Braafheid (27, Celtic), John Heitinga (26, Everton), Joris Mathijsen (30, Hamburg), André Ooijer (35, Eindhoven), Giovanni van Bronckhorst (35, Feyenoord), Gregory van der Wiel (22, Ajax). <strong>Mittelfeld: </strong>Ibrahim Afellay (24, Eindhoven), Nigel de Jong (25, Manchester City), Demy de Zeeuw (27, Ajax), Stijn Schaars (26, Alkmaar), Wesley Sneijder (26, Inter), Mark van Bommel (33, Bayern), Rafael van der Vaart (27, Real Madrid). <strong>Angriff: </strong>Ryan Babel (23, Liverpool), Eljero Elia (23, Hamburg), Klaas-Jan Huntelaar (26, Milan), Dirk Kuyt (29, Liverpool), Arjen Robben (26, Bayern), Robin van Persie (26, Arsenal).</p>
<p><strong>Teamchef: </strong>Bert van Marwijk (58, Niederländer, seit Juli 2008)</p>
<p><strong>Qualifikation: </strong>2:1 in Mazedonien, 2:0 gegen Island, 1:0 in Norwegen, 3:0 gegen Schottland, 4:0 gegen Mazedonien, 2:1 in Island, 2:0 gegen Norwegen, 1:0 in Schottland.</p>
<p><strong>Endrundenteilnahmen: </strong>8 (1934 und 38 Erste Runde, 1974 und 78 Finale, 90 Achtelfinale, 94 Viertelfinale, 98 Vierter, 2006 Achtelfinale)</p>
<p><em><strong>&gt;&gt; Ballverliebt-WM-Serie</strong></em><br />
Gruppe A: <a href="../2010/01/29/2010/01/26/2010/01/20/2010/01/12/2010/01/02/2009/12/17/das-himmelfahrtskommando/">Südafrika</a>,  Mexiko, Uruguay, Frankreich<br />
Gruppe B: Argentinien, Nigeria, <a href="http://ballverliebt.eu/2010/01/29/jetzt-oder-nie-2/">Südkorea</a>, <a href="../2010/01/29/2010/01/26/2010/01/20/2010/01/12/2010/01/02/2009/12/25/2009/12/08/libero-plus-viererkette/">Griechenland</a><br />
Gruppe C: England, <a href="../2010/01/29/2010/01/26/2010/01/12/weltmacht-nicht-auf-dem-fusballplatz/">USA</a>,  Algerien, Slowenien<br />
Gruppe D: <a href="../2010/01/29/2010/01/26/2010/01/20/2010/01/12/2010/01/02/2009/12/12/auf-den-spuren-der-jugend-trikot-gewinnspiel/">Deutschland</a>,  Australien, Serbien, Ghana<br />
Gruppe E: Holland, Dänemark, <a href="../2010/01/29/2010/01/26/2010/01/20/2010/01/12/2009/12/25/das-land-der-nichtaufgehenden-fusballsonne/">Japan</a>,  Kamerun<br />
Gruppe F: Italien, Paraguay, <a href="../2010/01/29/2010/01/26/2010/01/20/2010/01/02/die-lieblinge-der-fusballgotter/">Neuseeland</a>,  <a href="../2010/01/26/mehr-als-ein-kleiner-bruder/">Slowakei</a><br />
Gruppe G: <a href="../2010/01/29/2010/01/26/2010/01/20/2010/01/12/2010/01/02/2009/12/25/2009/12/12/2009/12/05/dunga-und-seine-arbeitstiere-vom-zuckerhut/">Brasilien</a>,  Nordkorea, Elfenbeinküste, Portugal<br />
Gruppe H: Spanien, Schweiz, Honduras, <a href="../2010/01/29/2010/01/20/generation-kanada/">Chile</a></p>
<p>* Anm.: Die Platzierungen im ELO-Ranking beziehen sich auf den  Zeitpunkt der Auslosung.</p>
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		<title>Schuldig: Togos Präsident Houngbo.</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 00:54:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[International]]></category>
		<category><![CDATA[Togo]]></category>

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		<description><![CDATA[Togo wurde wegen Einmischung der Regierung beim Abzug vom Afrikacup für vier Jahre gesperrt. Doch auch, wenn das Strafmaß brutal ist: Togo zeigte, wie schon bei der WM in Deutschland, schreckliches Krisen-Management und verstieß gegen sämtliche Regeln &#8211; darf sich also nicht wundern.

Am Freitag, dem 8. Jänner, drei Tage vor dem ersten geplanten Spiel gegen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Togo wurde wegen Einmischung der Regierung beim Abzug vom Afrikacup für vier Jahre gesperrt. Doch auch, wenn das Strafmaß brutal ist: Togo zeigte, wie schon bei der WM in Deutschland, schreckliches Krisen-Management und verstieß gegen sämtliche Regeln &#8211; darf sich also nicht wundern.<span id="more-1815"></span><br />
</strong></em></p>
<p>Am Freitag, dem 8. Jänner, drei Tage vor dem ersten geplanten Spiel gegen Ghana, reiste die Delegation aus Togo aus der DR Kongo in die angolanische Exklave Cabinda ein &#8211; entgegen der strikten Anweisung des Veranstalters, unter keinen Umständen mit dem Bus einzureisen, sondern dies in jedem Fall per Flugzeug zu tun. Die Geschichte ist bekannt: Der Bus kam an der Grenze in einen Schusswechsel, drei Menschen starben.</p>
<p>Das war ein Schock und es ist nur allzu verstänldlich, dass sich die Mannschaft in der ersten Reaktion nur noch vom Turnier zurückziehen wollte. An ein sinnvolles und konkurrenzfähiges Antreten der Mannschaft war selbstredend nicht mehr zu denken. Der Rückzug war schon mehr oder weniger beschlossene Sache. So weit, so richtig &#8211; und so korrekt. Aber dann ging das Chaos los. In der Nacht von Samstag auf Sonntag, also eineinhalb Tage vor dem ersten Spiel, soll es eine Mannschaftssitzung gegeben haben, in der sich das Team entschieden haben soll, doch teilzunehmen und das Spiel gegen Ghana in Angriff zu nehmen. &#8220;&#8221;Wir hatten gestern ein Treffen aller Spieler&#8221;, <a href="http://sport.orf.at/100110-21859/index.html">erklärte</a> Emanuel Adebayor, &#8220;und wir sagten uns, dass  wir als Fußballer etwas Gutes für unser Land tun sollten und jenen, die  verstorben sind, unsere Ehre erweisen wollen. Leider haben der Staatschef und die Behörden eine andere Entscheidung  getroffen!&#8221;</p>
<p>Denn die Angelegenheit lief nun endgültig aus dem Ruder: Togos Staatspräsident Gilbert Houngbo untersagte mit heftiger Rhetorik (&#8220;Wer spielt, repräsentiert nicht sein Land!&#8221;) der Mannschaft die Teilnahme und schickte seinen Privatjet nach Cabinda, um die Mannschaft auszufliegen. In dem Moment, als die Mannschaft sich dem Druck beugte, war das Schicksal Togos besiegelt. Tags darauf, wenige Stunden vor dem geplanten Spiel gegen Ghana, wurde Togo offiziell vom Turnier disqualifiziert &#8211; wohl in erster Linie, um sich Terminchaos, Punkteprämien für nicht ausgetragene Spiele und so weiter zu ersparen. Sprich, um sich rechtlich abzusichern.</p>
<p>Nun ist es jedem, der sich ein kleines bisschen mit dem internationalen Sport beschäftigt, klar, dass es kein Sportverband dieser Welt &#8211; sei es die FIFA, der IOC, oder eben auch der afrikanische Verband CAF &#8211; der Politik erlaubt, sich in ihre Bereiche einzumischen. Die FIFA sperrte wegen politischer Einflussnahme zuletzt etwa Guinea von der Teilnahme an der WM-Quali 2006 aus, Griechenland durfte vor drei Jahren einige Monate keine internationalen Spiele austragen; das IOC hat derzeit Kuwait suspendiert, und so weiter.</p>
<p>Nun wurde es aber schon bei der WM in Deutschland, für die sich Togo überraschend qualifiziert hatte, augenscheinlich, dass der Verband an Unprofessionalität kaum zu überbieten war. Im Vorfeld wurde es versäumt, Prämien vernünftig auszuhandeln, die Mannschaft drohte vor dem ersten Spiel mit Streik, Teamchef Otto Pfister wurde es zu bunt und er trat zwei Tage vor dem Spiel zurück, nur um dann doch zum Spiel zu kommen, welches sich die Mannschaft dann doch nicht entgehen lassen wollte. Ähnlich unkoordiniert und wirr reagierte man auf den Anschlag von Cabinda.</p>
<p>Natürlich ist es tragisch, was am 8. Jänner passiert ist. Natürlich ist es ein Fehler der Organisatoren gewesen, ausgerechnet in dem einen Fleck Angola, an dem bewaffnete Seperatisten am Werk sind, Spiele anzusetzen. Natürlich ist das Strafmaß, Togo gleich von zwei Afrikacups auszuschließen, brutal hart und angesichts der Ereignisse sicherlich überzogen. Und natürlich ist die Wut in Togo groß, dass diese Entscheidung nun so getroffen wurde.</p>
<p>Aber man muss auch dem CAF zugestehen, dass er juristisch keine andere Wahl hatte, als Sanktionen zu verhängen. Eben weil es nicht sein kann und nicht sein darf, dass Schlupflöcher geschaffen werden, welche die ohne jeden Zweifel absolut notwendige Regelung, dass sich Regierungen nicht in Sportangelegenheiten einmischen dürfen, aushöhlen könnten. Die oben genannten Beispiele Guinea und Griechenland waren insofern anders gelagert, als die Sperren aufgehoben wurden, sobald sich die Regierung aus den Geschäften der Verbände zurückzog. Das geht nun im Falle Togos nicht, weil sich die Einmischung auf eine bestimmte Aktion zu einem bestimmten Zeitpunkt ereignete, und sich nicht über einen längeren Zeitraum erstreckte.</p>
<p>Mit Sicherheit wird der Verband Togos gegen das Urteil Protest einlegen, und es ist davon auszugehen, dass das Strafmaß nach unten korrigiert wird. Aber derjenige, der das zu Verantworten hat, ist nicht CAF-Präsident Issa Hayatou, nicht unmittelbar OK-Chef Justino Fernandes &#8211; sondern Togos Staatspräsident Gilbert Houngbo. Hätte er sich nicht eingemischt, wäre Togo nicht bestraft worden, weil sich in diesem Fall kein reglementarisches Fehlverhalten ergeben hätte. Völlig unabhängig davon, ob das Team nun angetreten wäre oder nicht.</p>
<p>Ja, es ist zynisch. Und ja, angesichts der Vorfälle ist ein gewisses Maß an Verwirrung und Chaos nicht zu vermeiden. Und ja, die Mannschaft selbst kann nichts dafür. Aber dass sich die Politik nicht einmischen darf, müssen nun mal alle wissen. Das ist die oberste Regel eines jeden großen Sportverbandes. Da kann und darf es keine Ausnahmen geben. Und wenn ein Staatspräsident (zumal, wie in diesem Fall, im Endeffekt sogar gegen den Willen der Spieler) solche Aktionen setzt, ist er der Hauptschuldige.</p>
<p>So traurig das auch ist.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Jetzt oder Nie</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2010/01/29/jetzt-oder-nie-2/</link>
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		<pubDate>Fri, 29 Jan 2010 11:20:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[WM 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Park]]></category>
		<category><![CDATA[Südkorea]]></category>

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		<description><![CDATA[WM-SERIE, Teil 10: SÜDKOREA &#124; Der Semifinalist von 2002 ist ein Dauergast, bis auf den Erfolg bei der Heim-WM war aber immer der Vorrunde Endstation. Mit zahlreichen Europa-Legionären und einem Star von Manchester United soll sich das nun ändern.

Mit dem Einzug ins Semifinale von 2002 haben die Südkoreaner ihren Status als wahrscheinlich konkurrenzfähigste Mannschaft vom [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #ff6600;"><em>WM-SERIE, Teil 10: <strong>SÜDKOREA</strong></em></span><strong> | <em>Der Semifinalist von 2002 ist ein Dauergast, bis auf den Erfolg bei der Heim-WM war aber immer der Vorrunde Endstation. Mit zahlreichen Europa-Legionären und einem Star von Manchester United soll sich das nun ändern.<span id="more-1807"></span><br />
</em></strong></p>
<p>Mit dem Einzug ins Semifinale von 2002 haben die Südkoreaner ihren Status als wahrscheinlich konkurrenzfähigste Mannschaft vom asiatischen Kontinent endgültig manifestiert. Und auch jetzt, acht Jahre danach, kann man durchaus zu der Einschätzung kommen, dass die Südkoreaner wohl das asiatische Team mit den besten Chancen sein dürfte, die Vorrunde zu überstehen. Das liegt nicht nur an der eher leichten Gruppe, sondern auch an der eigenen Stärke und der im Laufe der Jahre durchaus gestiegenen internationalen Erfahrung einiger Akteure. Kapitän Park Ji-Sung von Manchester United ist dabei natürlich Vorreiter und zweifellos das Aushängeschild.</p>
<p>Der 29-Jährige war schon mit Eindhoven im Semifinale der Champions League &#8211; gemeinsam mit zwei Weggefährten von 2002. Zum einen war das der damalige Teamchef Guus Hiddink, der ob seines Erfolgs bei der damaligen Weltmeisterschaft noch heute Volksheld-Status hat. Und zum anderen Lee Young-Pyo, der sich später auch bei Tottenham Hotspur und Borussia Dortmund einen Namen machte. Es ist also längst nicht mehr so, dass alle Spieler in der eigenen Liga spielen und eine Mannschaft aus gleichförmigen, austauschbaren Einheits-Kickern bilden &#8211; Luis Aragonés, Teamchef der Spanier bei deren EM-Triumph, meinte da einst abwertend: &#8220;Die Südkoreaner rennen von der ersten Minute an wie die Teufel. Und da sie alle gleich aussehen, können sie in der Halbzeit ihre Elf tauschen, und niemand würde etwas davon merken!&#8221;</p>
<p>Das hat sich in der letzten Zeit doch etwas geändert, schließlich stehen Teamchef Huh Jung-Moh &#8211; erstmals seit zwölf Jahren sitzt bei einer WM wieder ein Einheimischer als Verantwortlicher auf der Bank &#8211; mittlerweile mehr als eine Handvoll Spieler zur Verfügung, die in Europa ihr Geld verdienen oder dort zumindest schon waren. Und auch die heimische Liga hat durchaus Qualität, was sich vor allem in der Tatsache zeigt, dass die Pohang Steelers asiatischer Champions-League-Sieger und auch Weltpokal-Semifinalist ist. Und auch, wenn die Akteure von Pohang im Nationalteam eher in der zweiten Reihe stehen: Zwischen Jänner 2008 und dem vergangenen November blieben die Südkoreaner sensationelle 28 Spiele lang ungeschlagen &#8211; also während der kompletten Qualifikation. Der kontinentalen Konkurrenz war man nach der Enttäuschung beim Asien-Cup 2007 (als man im Semfinale im Elferschießen dem Irak unterlag) zwar nicht haushoch überlegen, etablierte sich aber weiterhin als stabilste Mannschaft Asiens.</p>
<p>So wird die WM in Südafrika nun aber auch zu einem entscheidenden Gradmesser für den Fußball in Südkorea. Sie stehen in der Bringschuld, den tollen Erfolg von 2002 nun endlich auch bei einer Endrunde zu bestätigen, die nicht im eigenen Land stattfindet; mit einem einheimischen Teamchef zumal. Hierbei geht es in erster Linie um die Resultate, denn spielerisch und von der Qualität der Mannschaft war man auch in Deutschland vor  vier Jahren durchaus konkurrenzfähig. Doch von dieser Weltmeisterschaft blieb aus südkoreanischer Sicht nur das Wörtchen &#8220;fast&#8221; übrig. Nach dem Sieg gegen Togo drehten sie <em>fast</em> das Spiel gegen zehn Franzosen noch um, es blieb beim 1:1. Und im letzten Spiel gegen die Schweiz drängt man lange auf den zum Achtelfinal-Einzug nötigen Ausgleich, der aber nur <em>fast</em> gelang &#8211; ehe man sich in der Schlussphase doch noch das 0:2 einfing.</p>
<p>Das soll und muss nun in Südafrika besser werden, will man nicht doch wieder als Stammgast in Vorrunden abgestempelt werden, bei dem es für das Achtelfinale eben nicht reicht. Womöglich sind die Koreaner in Deutschland auch daran gescheitert, dass ihr damaliger Teamchef Dick Advocaat das System und die taktische Ausrichung in jedem Spiel änderte. Anders als Hiddink 2002, der von seinem 3-4-3 während des kompletten Turniers nicht abrückte. Unter Huh Jung-Moh kommt die Mannschaft nun üblicherweise mit einem 4-4-2 daher, das bei offensiverer Ausrichtung schnell zu einem 4-3-3 werden kann. Und mit einer funktionierenden Mischung aus jungen, hungrigen Spielern und einigen Routiniers; aus Europa-Legionären und Akteuren aus der heimischen Meisterschaft.</p>
<p>Das beginnt schon im Tor, wo mit Lee Woon-Jae einer der wenigen verbliebenen Helden von 2002 in seine dritte Endrunde als Stammtorwart geht, seine vierte insgesamt. Er hat sich hat sicherer Rückhalt etabliert, vor allem auf der Linie. Allenfalls bei hohen Bällen ist der 37-jährige Schlussmann zuweilen etwas unsicher. Vor ihm räumt ein mittlerweile recht gut eingespieltes Innenverteidiger-Duo auf: Hier wurden Lee Jung-Soo vom japanischen Serienmeister Kashima Antlers und Cho Yong-Hyung, der in der koreanischen Liga spielt, auch in Testspielen nicht rausrotiert. Warum auch, in den vierzehn Qualifikationsspielen mussten die Südkoreaner lediglich sieben Gegentore hinnehmen. Erstaunlich, dass das in der Asien-Quali dennoch nur der drittbeste Wert war.</p>
<p>Etwas umkämpfter sind da schon die Außenpositionen in der Vierer-Abwehrkette. Hier kämpt der routinierte ehemalige Europa-Legionär Lee Young-Pyo, der jetzt beil Al-Hilal in Saudi-Arabien spielt und schon über 100 Länderspiele auf dem Buckel hat, mit Kim Dong-Jin um den Platz in der Start-Elf. Zwar spielte hier zuletzt eher Kim, doch ist dieser nach seinem Vertragsende bei Zenit St. Petersburg, wo er vier Jahre lang durchaus regelmäßig spielte, auf Vereinssuche. Das, und die größere Erfahrung, könnten hier für Lee Young-Pyo sprechen. Auf der rechten Seite sollte sich Oh Beom-Seok im Normalfall nicht mehr verdrängen lassen. Auch er sammelte schon in der russischen Liga Auslandserfahrung.</p>
<p>Der Mann im defensiven Mittelfeld hat die heimische Liga ebenfalls schon einmal verlassen: Kim Jung-Woo versuchte sich schon zwei Jahre mit einer ordentlichen Bilanz in der japanischen Liga. Der erfahrenste Mann auf dieser Position ist aber an sich Kim Nam-Il, der 2002 eine der Stützen des Teams war. Der Russland-Legionär war zuletzt aber nicht erste Wahl. Ein weiterer Kandidat für diese Position hat sich mit einem Auslands-Engagement allerdings eher geschadet: Cho Won-Hee konnte sich bei Wigan in der Premier League nicht durchsetzen und ließ sich nun im Winter wieder zurück in die Heimat transferieren. Den genau umgekehrten Weg ging dafür der Mann in der offensiveren Mittelfeldzentrale: Ki Sung-Yong gilt als eines der größten Talente Südkoreas und trägt seit Winter das Trikot von Celtic Glasgow. Seit seinerJugend, die er in Australien verbrachte, lässt er sich der Einfachheit halber auch David Ki rufen. Sicher einprägsamerer als Sung-Yong.</p>
<p>Neben dem 21-jährigen Neo-Schotten Ki gibt es noch einen zweiten aussichtsreichen Kandidaten, wenn es darum geht, sich auf der Insel einen Namen zu machen &#8211; nämlich seinen kongenialen Partner aus gemeinsamen Zeiten beim FC Seoul, Lee Chung-Yong. Er besetzt den rechten Flügel und hat sich bei den Bolton Wanderers schon absolut zu einer festen Größe gemausert. Auch er ist erst 21 Jahre alt &#8211; wenn man so will, sind David Ki und Lee Chung-Yong (die in ihrer Heimat als &#8220;Doppelter Drache&#8221; bekannt sind) so etwas wie die Jakob Jantscher und Daniel Beichler von Südkorea. Sie schicken sich an, es ihrem Partner auf der linken offensiven Mittelfeldseite nachzumachen, der zweifellos der größte Star der Mannschaft ist.</p>
<p>Park Ji-Sung war als klassischer Rechtsaußen <em>die</em> Entdeckung bei der Heim-WM. Er folgte Hiddink nach Europa, bewies auch dort seine Klasse und zeigt nun schon seit einigen Jahren bei Manchester United, dass er zweifellos der beste südkoreanische Fußballer seit dem legendären Cha Bum-Kun ist, der in den 80er-Jahren über hundert Tore in der deutschen Bundesliga erzielte und 1988 mit Leverkusen der erste Spieler seines Landes wurde, der einen Europacup-Bewerb gewann. In den Jahren seit seinem Durchbruch musste er das kreative Element der Nationalmannschaft oft alleine auf seinen Schultern tragen. Durch die beiden Jungspunde, die jetzt an seiner Seite sind, wird das Offensivspiel der Südkoreaner jetzt jedoch deutlich variantenreicher und schwieriger auszurechnen.</p>
<p>Das einzige Manko von Park Ji-Sung ist seine überschaubare Torgefahr. Hier sprang in der Qualifikation dafür ein weiterer Europa-Legionär in die Bresche, nämlich Park Chu-Young vom AS Monaco. Der 24-Jährige vom französischen Traditionsklub ist ein vielseitig einsetzbarer Offensivspieler, denn neben einer klassischen Sturmspitze kann er auch als Außenangreifer spielen. Sollte das der Fall sein, rückt Park Ji-Sung vom Mittelfeld ebenfalls auf, um die andere Außenposition im Angriff einzunehmen. Sturmpartner des Wahl-Monegassen ist Lee Keun-Ho, auch er spielt nicht in der K-League, wie die südkoreanische Liga heißt, sondern in Japan. Eine Alternative zu ihm wäre Lee Dong-Guk, der zwar über die wesentlich größere Erfahrung verfügt &#8211; er war schon bei der WM 1998 dabei &#8211; aber als schlampig gilt, was ihm auch die Teilnahme an der so erfolgreichen Heim-WM gekostet hat. Dort erfolgreich dabei war der ehemalige Belgien-Legionär Seol Ki-Hyeon &#8211; der heute 33-jährige ist aber mittlerweile kaum mehr als eine Notlösung. Die Chancen des Linksausßen steigen, wenn auf drei Stürmer umgestellt werden sollte. Und ein Kandidat hat sogar eine Österreich-Vergangenheit: Noh Byung-Jun verlebte, &#8220;Doctor No&#8221; genannt, in der letzten Bundesliga-Saison des GAK ein eher turbulentes Jahr.</p>
<p>Vor allem in der Offensive können die Koreaner sehr variantenreich agieren, sind schnell und technisch gut ausgebildet. Zudem können immer mehr Spieler auch mit europäischer Härte umgehen, alleine schon aufgrund der Tatsache, dass sich immer mehr dort durchsetzen, oder zumindest den Sprung dorthin wagen. Die Schnelligkeit, die den wuseligen Koreanern eigen ist, sollte sich gegen die oft etwa hüftsteif agierenden Griechen schon im ersten Spiel bezahlt machen können. Überhaupt ist die Chance auf den Aufstieg ins Achtelfinale nicht nur durch die gesteigerte Erfahrung auf internationalem Niveau mehr als realistisch, sondern auch durch die wohl nicht allzu schwere Gruppe. Denn nach den Griechen kommt es zum Aufeinandertreffen mit den in den letzten Jahren alles andere als überzeugenden Argentiniern, und so wie sich die Nigerianer beim Afrikacup angestellt haben, ist Südkorea wohl auch in diesem Spiel, wie gegen die Griechen, eher Favorit. Der Einzug ins Achtelfinale wäre, wie erwähnt, nun auch ein wichtiges Signal, dass die Mannschaft nicht trotz des fraglos vorhandenen Talents auf der großen Bühne stagniert.</p>
<p>Und hier muss der Slogan gelten: Wann, wenn nicht jetzt?</p>
<p>————————————————</p>
<p><span style="color: #ff6600;"><strong>SÜDKOREA</strong></span><br />
rotes Trikot, weiße Hose, Nike – Platzierung im <a href="http://www.eloratings.net/">ELO</a>-Ranking: 32.</p>
<p><strong>Spiele in Südafrika:</strong><br />
Griechenland (Mittagsspiel Sa 12/06 in Port Elizabeth)<br />
Argentinien (Mittagsspiel Do 17/06 in Johannesburg/S)<br />
Nigeria (Abendspiel Di 22/06 in Durban)</p>
<p><strong>TEAM: Tor: </strong>Jung Sun-Ryong (25, Seongnam), Kim Young-Kwang (26, Ulsan), Lee Woon-Jae (37, Suwon).<strong> Abwehr: </strong>Cha Du-Ri (29, Freiburg), Cho Yong-Hyung (26, Jeju), Kang Min-Soo (24, Suwon), Kim Dong-Jin (27, zuletzt St. Petersburg), Kim Hyung-Il (26, Pohang), Lee Jung-Soo (30, Kashima), Lee Young-Pyo (33, Al-Hilal), Oh Beom-Seok (25, Ulsan). <strong>Mittelfeld: </strong>Cho Won-Hee (27, Suwon), &#8220;David&#8221; Ki Sung-Yong (21, Celtic Glasgow), Kim Chi-Woo (26, Seoul), Kim Do-Heon (27, Suwon), Kim Jung-Woo (28, Gwangju), Kim Nam-Il (32, Tomsk), Lee Chung-Yong (21, Bolton), Park Ji-Sung (29, Manchester Utd). <strong>Angriff: </strong>Lee Dong-Guk (31, Jeonbuk), Lee Keon-Ho (25, Júbilo Iwata), Noh Byung-Jun (30, Pohang), Park Chu-Young (24, Monaco), Seol Ki-Hyeon (31, Pohang), Yeom Ki-Hun (27, Ulsan).</p>
<p><strong>Teamchef: </strong>Huh Jung-Moo (55, Südkoreaner, seit Dezember 2007)</p>
<p><strong>Qualifikation: </strong>4:0 gegen Turkmenistan, 0:0 gegen Nordkorea auf neutralem Boden, 2:2 gegen und 1:0 in Jordanien, 3:1 in Turkmenistan, 0:0 gegen Nordkorea. 1:1 gegen Nordkorea auf neutralem Boden, 4:1 gegen die VAE, 2:0 in Saudi-Arabien, 1:1 im Iran, 1:0 gegen Nordkorea, 2:0 in den VAE, 0:0 gegen Saudi-Arabien und 1:1 gegen den Iran.</p>
<p><strong>Endrundenteilnahmen: </strong>7 (1954, 86, 90, 94, 98 Vorrunde, 2002 Vierter, 06 Vorrunde)</p>
<p><em><strong>&gt;&gt; Ballverliebt-WM-Serie</strong></em><br />
Gruppe A: <a href="../2010/01/26/2010/01/20/2010/01/12/2010/01/02/2009/12/17/das-himmelfahrtskommando/">Südafrika</a>, Mexiko, Uruguay, Frankreich<br />
Gruppe B: Argentinien, Nigeria, Südkorea, <a href="../2010/01/26/2010/01/20/2010/01/12/2010/01/02/2009/12/25/2009/12/08/libero-plus-viererkette/">Griechenland</a><br />
Gruppe C: England, <a href="../2010/01/26/2010/01/12/weltmacht-nicht-auf-dem-fusballplatz/">USA</a>, Algerien, Slowenien<br />
Gruppe D: <a href="../2010/01/26/2010/01/20/2010/01/12/2010/01/02/2009/12/12/auf-den-spuren-der-jugend-trikot-gewinnspiel/">Deutschland</a>, Australien, Serbien, Ghana<br />
Gruppe E: Holland, Dänemark, <a href="../2010/01/26/2010/01/20/2010/01/12/2009/12/25/das-land-der-nichtaufgehenden-fusballsonne/">Japan</a>, Kamerun<br />
Gruppe F: Italien, Paraguay, <a href="../2010/01/26/2010/01/20/2010/01/02/die-lieblinge-der-fusballgotter/">Neuseeland</a>, <a href="http://ballverliebt.eu/2010/01/26/mehr-als-ein-kleiner-bruder/">Slowakei</a><br />
Gruppe G: <a href="../2010/01/26/2010/01/20/2010/01/12/2010/01/02/2009/12/25/2009/12/12/2009/12/05/dunga-und-seine-arbeitstiere-vom-zuckerhut/">Brasilien</a>, Nordkorea, Elfenbeinküste, Portugal<br />
Gruppe H: Spanien, Schweiz, Honduras, <a href="../2010/01/20/generation-kanada/">Chile</a></p>
<p>* Anm.: Die Platzierungen im ELO-Ranking beziehen sich auf den Zeitpunkt der Auslosung.</p>
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		<title>Mehr als ein kleiner Bruder?</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2010/01/26/mehr-als-ein-kleiner-bruder/</link>
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		<pubDate>Tue, 26 Jan 2010 17:49:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[WM 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Hamsik]]></category>
		<category><![CDATA[Skrtel]]></category>
		<category><![CDATA[Slowakei]]></category>
		<category><![CDATA[Weiss]]></category>

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		<description><![CDATA[WM-SERIE, Teil 9: SLOWAKEI &#124; Eigentlich sind die Slowaken ja eher dafür bekannt, den Nachbarn aus Tschechien im Eishockey einzuheizen. Jetzt schicken sie sich an, im Fußball einen historischen Irrtum aufzuzeigen. Einen Irrtum aus dem Jahre 1976.

Als Uli Hoeneß den entscheidenden Elfmeter in den Nachthimmel von Belgrad jagte und Antonín Panenka seinerseits die Kugel an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #ff6600;"><em>WM-SERIE, Teil 9: <strong>SLOWAKEI</strong></em></span><strong> | <em>Eigentlich sind die Slowaken ja eher dafür bekannt, den Nachbarn aus Tschechien im Eishockey einzuheizen. Jetzt schicken sie sich an, im Fußball einen historischen Irrtum aufzuzeigen. Einen Irrtum aus dem Jahre 1976.<span id="more-1784"></span><br />
</em></strong></p>
<p>Als Uli Hoeneß den entscheidenden Elfmeter in den Nachthimmel von Belgrad jagte und Antonín Panenka seinerseits die Kugel an Sepp Maier vorbei zentral ins Tor lupfte, war es geschafft: Die Tschechoslowakei hat nach zwei verlorenen WM-Finals erstmals in ihrer Geschichte einen großen Titel eingefahren. Das Team war Europameister von 1976. Ein Titel, der heute, siebzehn Jahre nach der Trennung der beiden Staaten, gemeinhin der tschechischen Nationalmannschaft zugeschlagen wird. Eine eigentlich ungeheuerliche Fehleinschätzung.</p>
<p>Denn wieviele Tschechen waren im Finale gegen die Bundesrepublik Deutschland tatsächlich auf dem Feld &#8211; neun? zehn? Nein &#8211; es waren nur vier! Sieben der elf Akteure vom Europameister waren Slowaken. Und doch würde niemand auf die Idee kommen zu sagen, die Slowakei hätte einen Europameistertitel auf der Habenseite. Eine Haltung, die natürlich auch dadurch so richtig Traktion bekommen hat, weil sich die Tschechen nach der Trennung schnell als fixe Größe im Weltfußball etabliert hatte, die Slowaken international aber lange nicht so richtig Fuß fassen konnten. Nicht, was den Vereinsfußball angeht, nicht was den Export von potentiellen Superstars angeht &#8211; und so natürlich auch nicht, was die Nationalmannschaft angeht. Aber damit soll jetzt Schluss sein.</p>
<p>Aus slowakischer Sicht kann man die Sache nämlich auch anders herum sehen. Sie sind mit dem Gruppensieg in der Qualifikation (in einer zugegeben recht schwachen Gruppe) nun erstmals bei einer WM-Endrunde dabei &#8211; und haben somit genauso viele Teilnahmen auf dem Konto wie der westliche Nachbarstaat, mit dem man so lange vereint war. Denn so sehr die Tschechen auch bei diversen EM-Endrunden aufzeigten, sie waren seit der Trennung 1993 nur ein einziges Mal bei einer Weltmeisterschaft dabei. Vor vier Jahren. Und dieses Abenteuer endete schnell, schon nach der Vorrunde.</p>
<p>Die Erfolgsgeschichte der Slowakei hat ihren Grundstein im Jahr 2000. Das Eishockey-Team, dass sich (anders als das der Tschechen, das diskussionslos bei der A-WM bleiben durfte) von ganz unten nach oben arbeiten musste, stieß erstmals ins WM-Finale vor. Man unterlag dort zwar ausgerechnet Tschechien, war aber in der Weltspitze endgültig angekommen. Und ebenfalls in diesem Jahr wurde Vladimír Weiss, mit der ČSSR bei der Fußball-WM 1990 aktiv, mit gerade 35 Jahren Trainer von Mittelständler Artmedia Bratislava. Von nun an sollte es bergauf gehen &#8211; wenn auch die Puckjäger damit schneller waren. Sie feierten 2002 ihr &#8220;Wunder von Göteborg&#8221; feierten und wurden erstmals Weltmeister.</p>
<p>Die Fußballer brauchten da noch etwas. Sie landeten in den Qualifikationen für WM und EM konstant auf den Plätzen drei oder vier, etablierten sich als Mittelklassemannschaft. Einmal reichte es für&#8217;s Playoff, im November 2005 stand man gegen Spanien aber auf verlorenem Posten. Doch der Aufwärtstrend war unverkennbar: In diesem Herbst qualifizierte sich Artmedia, mittlerweile dank Trainer Weiss zu Meisterehren gekommen, sensationell für die Champions League, düpierte dort den FC Porto und ließ die Glasgow Rangers hinter sich. Weiss wechselte daraufhin in die russische Liga &#8211; und wurde nach der deutlich verpassten Qualifikation für die Euro 2008 slowakischer Teamchef. Ein logischer Schritt, für beide Seiten.</p>
<p>Die Slowaken hatten natürlich auch Glück mit ihrer Gruppe. Die nach einer schrecklichen Euro ausgebrannten Polen, die vermeintlich irrelevanen Slowenen, die biederen Nordiren. Und die schwächelnden Tschechen &#8211; ausgerechnet. Teamchef Weiss fand ähnliche Verhältnisse vor, wie bei Artmedia: Im Grunde eine No-Name-Truppe. Seine Spieler in der Nationalmannschaft standen zum Großteil bei allen möglichen europäischen Leichtgewichten unter Vertrag. Dazu eine Handvoll viel versprechender Talente, wie Trainersohn Vladímir junior oder Marek Hamšík. Und der Teamchef machte daraus eine zwar wenig spektakuläre, aber gut aufeinander abgestimmte Einheit, die sich auf die Gegner hervorragend einstellt und als Mannschaft besser ist als die Summer der Einzelteile. So wird man nationaler Meister. Und so führt man auch einen Underdog wie die Slowakei zu einer WM-Endrunde.</p>
<p>Einen Underdog, in dessen Mannschaft nur wenige einen internationalen Namen haben. Einer derjenigen, die noch am ehesten auf dem Radar aufscheinen, ist Abwehrchef Martin Škrtel. Der 1.91m-Hüne hat sich bei Liverpool in der ersten Mannschaft festgespielt und soll auch im slowakischen Team als knochentrockener Abräumer schon vor Schlussmann Ján Mucha abräumen. Eine Mammut-Aufgabe, denn der zweite Mann vorm Torwart von Legia Warschau ist mit Ján Ďurica eher ein Unsicherheitsfaktor. Hier gibt es aber kaum Alternativen, weswegen der Verteidiger von Hannover seinen Platz sicher haben dürfte.</p>
<p>Ebenso wie Peter Pekarík auf der rechten Seite, obwohl dieser bei Wolfsburg kaum Spielpraxis bekommt. Der einzige, der sonst noch auf halbwegs internationalem Niveau rechts hinten spielen könnte, ist Radoslav Zabavník &#8211; der hat aber erstens seinen Platz eher auf der linken Seite. Und selbst von dort kann der 29-Jährige eigentlich nur noch verdrängt werden, wenn er keinen Verein findet, nachdem sein Vertrag beim russischen Mittelständler Terek Groznyi nicht verlängert wurde. Signale deuten auf einen Wechsel in die polnische Liga. Die Abwehrreihe steht im Normalfall, hier hat Weiss zuletzt kaum gewechselt, wenn es nicht durch Verletzungen oder Sperren notwendig wurde.</p>
<p>Etwas umkämpfter ist die Position im defensiven Mittelfeld. Zuletzt hatte dort der 33-jährige Zdeno Štrba von Xanthi bessere Karten, aber sein gleich alter Konkurrent Miroslav Karhan hat beinahe hundert Länderspiele auf dem Buckel. Er ist damit slowakischer Rekord-Teamspieler und hat zudem gegenüber Štrba (der erst 2009 die Slowakei verlassen hat) den Vorteil, seit über zehn Jahren dank Stationen in der Türkei, Spanien und Deutschland durchwegs in starken Ligen engagiert zu sein. Seine Erfahrung ist auf dem Niveau einer Weltmeisterschaft ein nicht zu unterschätzender Faktor.</p>
<p>Der eigentliche Star der Mannschaft ist, trotz dem Liverpooler Škrtel, aber Marek Hamšík. Der offensive Mittelfeldmann von Napoli ist der Kapitän der Mannschaft, und das mit gerade einmal 22 Jahren. Er führt die Riege der jungen, aufstrebenden Mittelfeld-Akteure im slowakischen Mannschaft Team an; bei seinem Debut in der Serie A (noch für Brescia) war er noch keine 18 Jahre alt. Er kann auch über die Flanken kommen, spielt aber eher in der Mittelfeldzentrale. Sollten die Slowaken mit zwei Sechsern agieren, würde Hamšík auf die linke Seite ausweichen.</p>
<p>Dorthin, wo sich zwei weitere aus der jungen Generation um den Platz streiten. Zum einen ist dies der Salzburger Dušan Švento, der bei den Bullen eine durchaus ansprechende Saison spielt. Im Laufe der Qualifikation setzte sich aber eher der 20-jährige Miroslav Stoch fest &#8211; der Nachfolger von Marko Arnautovic bei Twente Enschede. Das Riesentalent gehört an sich Chelsea und hatte für die Blues auch schon den einen oder anderen Einsatz, bevor er nach Holland verliehen wurde. Ein ähnliches Duell gibt es auf der rechten, ebenso offensiv ausgelegten Mittelfeldseite: Hier wurde der routinierte Ján Kozák von Trainersohn Vladimír Weiss junior verdrängt. Der 20-jährige ist zwar zweifellos talentiert, konnte sich jedoch bei Manchester City überhaupt nicht durchsetzen und wechselte im Winter zu den Bolton Wanderers.</p>
<p>In der Spitze hat Teamchef Weiss ebenso einige Alternativen, aus denen er sich sein Sturmduo zusammen basteln kann. Da wäre zum einen Stanislav Šesták, der seit Jahren beständig für Bochum in der deutschen Bundesliga seine Tore schießt. Er bildet zusammen mit Robert Vittek das wahrscheinliche Duo vor dem gegnerischen Tor. Da Vittek aber bei Lille nur Joker ist und so nicht auf die erhoffte Einsatzzeit kommt, könnte auch von Erik Jendrišek zu Zug kommen. Dieser spielt bei Kaiserslautern zwar &#8220;nur&#8221; in der zweiten deutschen Liga, das aber dafür regelmäßig und durchaus erfolgreich. Zudem hat Weiss mit Martin Jakubko einen regelmäißgen Turschützen aus der russischen Liga zur Verfügung und, wenn alle Stricke reißen, mit Filip Hološko noch einen Stürmer von Beşiktaş. Über den Status als Alternative ist Letzterer im Nationalteam aber, trotz zahlreicher Einsätze, nie wirklich hinausgekommen.</p>
<p>Die Situation ist durchaus mit der zu vergleichen, wie sie die Tschechen vor der Euro 1996 vorfanden: Nicht wirklich beachtet, zwar mit Talent, aber ohne die großen Namen. Und so wie es damals Karel Poborský und Pavel Nedvěd waren, die aus der No-Name-Truppe herausstachen und in der Folge zu Superstars wurden, ist es durchaus realistisch, dass sich nun auch aus der slowakischen Mannschaft einige Spieler in den Vordergrund spielen. Neben den jetzt schon bekannten Hamšík und Škrtel sind es vor allem Stoch und Weiss junior, auf die es ein Auge zu werfen gilt.</p>
<p>Zudem hat es die Auslosung gut mit dem WM-Debütanten gemeint, denn mit Paraguay und den Neuseeländern bekommen es die Slowaken neben den favorisierten Italienern mit zwei Gegnern zu tun, vor denen man sich nicht fürchten muss. Das wird sich aber im ersten Spiel auch der Kontrahent aus Neuseeland denken, weshalb es wichtig ist, schnell etwaige Nervosität abzulegen. Die Slowaken haben keinen Druck, alleine mit der direkten Qualifikation wurde schon mehr erreicht, als man sich wohl selbst realistischerweise zugedacht hätte.</p>
<p>Hinzu kommt, dass die beiden Spiele gegen die schlagbaren Gegner in kleineren Stadien zur Mittagszeit ausgetragen werden, die Gefahr in diesen Spielen also nicht übermäßig groß ist, weit weg von der Heimat von einer allzu dichten WM-Atmosphäre erdrückt zu werden. Die Slowaken können eigentlich nur positiv überraschen.</p>
<p>Und dem Nachbarn zeigen, dass er nicht das Monopol auf guten Fußball hat. Wie damals, 1976.</p>
<p>————————————————</p>
<p><span style="color: #ff6600;"><strong>SLOWAKEI</strong></span><br />
ganz in weiß, adidas – Platzierung im <a href="http://www.eloratings.net/">ELO</a>-Ranking: 48.</p>
<p><strong>Spiele in Südafrika:</strong><br />
Neuseeland (Mittagsspiel Di 15/06 in Rustenburg)<br />
Paraguay (Mittagsspiel So 20/06 in Bloemfontein)<br />
Italien (Nachmittagsspiel Do 24/06 in Johannesburg/E)</p>
<p><strong><span style="color: #0000ff;">TEAM: </span>Tor: </strong>Ľuboš Kamenár (23, Nantes), Ján Mucha (27, Legia Warschau), Štefan Senecký (30, Ankaragücü).<strong> Abwehr: </strong>Marek Čech (27, West Bromwich), Marián Čišovký (30, Timişoara), Ján Ďurica (28, Hannover), Peter Pekarík (23, Wolfsburg), Martin Petráš (30, Cesena), Kornel Saláta (25, Slovan Bratislava), Martin Škrtel (25, Liverpool), Radoslav Zabavník (29, zuletzt Terek Groznyi). <strong>Mittelfeld: </strong>Marek Hamšík (22, Napoli), Miroslav Karhan (34, Mainz), Kamil Kopúnek (26, Trnava), Ján Kozák (30, Slovan Bratislava), Marek Sapara (27, Rosenborg), Miroslav Stoch (20, Twente Enschede), Zdeno Štrba (34, Xanthi), Dušan Švento (24, Salzburg), Vladímir Weiss (20, Bolton). <strong>Angriff: </strong>Filip Hološko (26, Beşiktaş), Martin Jakubko (30, FK Moskau), Erik Jendrišek (23, Kaiserslautern), Stanislav Šesták (27, Bochum), Robert Vittek (28, Lille).</p>
<p><strong>Teamchef: </strong>Vladimír Weiss (45, Slowake, seit Juli 2008)</p>
<p><strong>Qualifikation: </strong>2:1 gegen Nordirland, 1:2 in Slowenien, 3:1 in San Marino, 2:1 gegen Polen, 2:1 in Tschechien, 7:0 gegen San Marino, 2:2 gegen Tschechien, 2:0 in Nordirland, 0:2 in Slowenien, 1:0 in Polen.</p>
<p><strong>Endrundenteilnahmen: </strong>keine</p>
<p><em><strong>&gt;&gt; Ballverliebt-WM-Serie</strong></em><br />
Gruppe A: <a href="../2010/01/20/2010/01/12/2010/01/02/2009/12/17/das-himmelfahrtskommando/">Südafrika</a>, Mexiko, Uruguay, Frankreich<br />
Gruppe B: Argentinien, Nigeria, Südkorea, <a href="../2010/01/20/2010/01/12/2010/01/02/2009/12/25/2009/12/08/libero-plus-viererkette/">Griechenland</a><br />
Gruppe C: England, <a href="../2010/01/12/weltmacht-nicht-auf-dem-fusballplatz/">USA</a>, Algerien, Slowenien<br />
Gruppe D: <a href="../2010/01/20/2010/01/12/2010/01/02/2009/12/12/auf-den-spuren-der-jugend-trikot-gewinnspiel/">Deutschland</a>, Australien, Serbien, Ghana<br />
Gruppe E: Holland, Dänemark, <a href="../2010/01/20/2010/01/12/2009/12/25/das-land-der-nichtaufgehenden-fusballsonne/">Japan</a>, Kamerun<br />
Gruppe F: Italien, Paraguay, <a href="../2010/01/20/2010/01/02/die-lieblinge-der-fusballgotter/">Neuseeland</a>, Slowakei<br />
Gruppe G: <a href="../2010/01/20/2010/01/12/2010/01/02/2009/12/25/2009/12/12/2009/12/05/dunga-und-seine-arbeitstiere-vom-zuckerhut/">Brasilien</a>, Nordkorea, Elfenbeinküste, Portugal<br />
Gruppe H: Spanien, Schweiz, Honduras, <a href="http://ballverliebt.eu/2010/01/20/generation-kanada/">Chile</a></p>
<p>* Anm.: Die Platzierungen im ELO-Ranking beziehen sich auf den Zeitpunkt der Auslosung.</p>
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		<title>Von US-Samoa über Afghanistan bis San Marino</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2010/01/21/von-us-samoa-uber-afghanistan-bis-san-marino/</link>
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		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 14:42:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[WM 2010]]></category>

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		<description><![CDATA[WM-SERIE: &#8220;LEIDER NEIN&#8221;, Teil 1 &#124; Insgesamt 198 Mannschaften haben es  aktiv versucht, einen der 31 freien Plätze für die Endrunde zu ergattern. Offiziell. Denn in vielen Ländern hat keiner damit gerechnet, ein WM-Ticket ergattern zu können&#8230;

Neukaledonien gegen Tahiti. Das war das allererste Spiel der WM-Qualifikation, am 25. August 2007 &#8211; genau 1.051 Tage, bevor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #3366ff;"><em>WM-SERIE: <strong>&#8220;LEIDER NE</strong><strong>IN&#8221;, Teil 1</strong></em></span><strong> | <em>Insgesamt 198 Mannschaften haben es  aktiv versucht, einen der 31 freien Plätze für die Endrunde zu ergattern. Offiziell. Denn in vielen Ländern hat keiner damit gerechnet, ein WM-Ticket ergattern zu können&#8230;<img title="Weiterlesen..." src="http://ballverliebt.eu/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /><span id="more-1793"></span><br />
</em></strong></p>
<p>Neukaledonien gegen Tahiti. Das war das allererste Spiel der WM-Qualifikation, am 25. August 2007 &#8211; genau 1.051 Tage, bevor in Johannesburg der Weltmeister gekürt wird. Im Rahmen der Ozeanien-Spiele auf West-Samoa starteten damals zehn Teams, die allesamt wussten, dass sie nicht die geringste Chance auf eine Teilnahme an der Endrunde in Südafrika haben. Nur einer legte vor: Osea Vakatalesau! Der Stürmer aus Fischi, der in der neuseeländischen Liga sein Geld verdient, schoss sich in der Torschützen-Wertung mit seinem Sechserpack beim 16:0 gegen Tuvalu am Eröffnungstag an die Spitze. Und dort sollte er bis zum Schluss bleiben, mit am Ende zwölf Toren, genauso vielen wie Moumouni Dagano aus Burkina Faso. Das war aber auch schon das einzig Nachhaltige an diesem Turnier, das man getrotst als &#8220;Ameisenrunde&#8221; bezeichnen kann, ohne den Beteiligten zu nahe zu Treten.</p>
<p>Beteiligten wie David Brand, dem bedauernswerten britischen Teamchef von US-Samoa. Ihm war wohl schon vor dem 1:12 zum Auftakt gegen die Salomonen und der 0:15-Vernichtung gegen Fußball-Weltmacht Vanuatu ein paar Tage später schon bewusst, dass nach den vier Vorrunden-Gruppenspielen Schluss sein wird und die Seinen nicht zu den Teams zählen würden, die des in die Ozeanien-Finalgruppe schaffen, um dort Kanonenfutter für Neuseeland zu sein. Immerhin, ein 0:31 wie im April 2001 gegen Australien gab&#8217;s diesmal nicht. Und beim 0:4 gegen Tonga wäre es sogar fast gelungen, mit einem torlosen Remis in die Halbzeitpause zu gehen. Nach vier Niederlagen und einem Torverhältnis von 1:38 war das Abenteuer beendet.</p>
<p>Vier Spiele, davon konnten andere Mannschaften im Laufe der Qualifikation nur träumen, was vor allem am unterschiedlichen Modus der einzelnen Kontinental-Verbände liegt. Und auch an einigen Teams selbst. So verzichtete etwa das Karibik-Team von den US-Jungferninseln, das in seiner ganzen Geschichte erst 12 Tore erzielt hatte, auf das Heimspiel gegen Grenada. Das eine Spiel, dass den Aufsteiger in die nächste Runde ermitteln sollte, gewann Grenada mit 10:0 &#8211; so blieb es das einzige Quali-Spiel der US-Jungferninseln. Und die Mannschaft von der benachbarten Inselgruppe Anguilla wusste auch schon nach dem Hinspiel gegen El Salvador, das 0:12 ausging, dass man sich für das Rückspiel keine allzu großen Hoffnungen mehr machen dürfte.</p>
<p>Während ein Antreten dieser kleinen, aber zuzmindest politisch stabilen Länder trotz ihres traditionell frühen Ausscheidens keiner in Frage stellen würde, tritt bei anderen Verbänden das pure Antreten, trotz klarer sportlicher Unterlegenheit, durchaus in den Vordergrund &#8211; wie bei Afghanistan. Wie schon vor vier Jahren war zwar auch diesmal sehr schnell Schluss, aber dass es trotz des Krieges am Hindukusch möglich ist, eine Mannschaft zu stellen (die diesmal Syrien unterlegen war), ist schon erstaunlich. Natürlich, das &#8220;Heimspiel&#8221; musste in Tadschikistan ausgetragen werden und die Mannschaft setzt sich neben Spielern aus der eigenen Liga (ja, die gibt&#8217;s wirklich) vor allem aus Exil-Afghanen aus deutschen Amateurligen zusammen, aber hier zählt in der Tat nur das Dabeisein.</p>
<p>Vor allem wenn man bedenkt, auf welche Art und Weise die Mannschaft vom palästinensischen Verband aus dem Bewerb ausscheiden musste. Zum Hinspiel gegen Singapur, dass in Doha stattfand, durfte die Mannschaft noch, aber für das Rückspiel drei Wochen später im Stadtstaat am Südzipfel von Malaysia gab es keine Ausreisegenehmigung mehr. Natürlich, nach dem 0:4 in der ersten Begegnung wäre der Aufstieg ohnehin nicht mehr gelungen, aber so will man natürlich auch nicht ausscheiden. Auch nicht als Fußballzwerg.</p>
<p>Alles andere als ein Zwerg ist eigentlich Indien. Zumindest, wenn man nicht über Fußball spricht, denn das Team aus dem Land mit dem Milliardenvolk ist exakt gleich weit gekommen wie jenes aus Palästina und das aus Afghanistan. Gegen den Libanon war schon in der allerersten Vorqualifikation Schluss, obwohl der Libanon nur 0,35% der Einwohner von Indien hat. Dass der Indien-Bezwinger dann in der Zwischenrunde auf verlorenem Posten stand und gegen Singapur, Usbekistan und Saudi-Arabien alle sechs Gruppenspiele verloren hat, sei an dieser Stelle aber auch erwähnt.</p>
<p>Auch in Afrika gibt es Krisenherde, die zumindest für ein Spiel eine Mannschaft zusammenkratzten, so wie Somalia. Ein Leben in diesem Land ist garantiert kein Spaß, und so ist dort der Fußball natürlich (und richtigerweise) keine zentrale Sorge. Die auf ein Duell reduzierte Vorquali-Begegnung mit dem kleinen Nachbarland Djibouti ging mit 0:1 verloren. Ein Duell, mit dem die FIFA aber wohl auch aus organisatorischen Gründen keine Freunde gehabt haben dürfte: Das Ergebnis sickerte erst am Tag danach durch, bis der Spielberichts-Bogen mit Aufstellungen und Torschützen online war, dauerte es mehrere Tage. Die Begegnung zwischen Somalia und Djibouti wurde so übrigens nicht ausgelost: Die einen hätten gegen Swaziland spielen sollen, die anderen gegen die Seychellen. Diese beide rückten aber kampflos in die Zwischenrunde auf, weil das geplante Duell zwischen der Zentralafrikanischen Republik und der Inselgruppe Sao Tomé wegen beider Rückzug nicht stattfand&#8230;</p>
<p>Djibouti bekam, ebenso wie die automatisch aufgerückten Seychellen, in der Zwischenrunde in sechs Spielen ebenso viele Ohrfeigen verpasst, wie etwa beim 1:8 in Malawi. Swaziland konnte immerhin einen 2:1-Achtungserfolg gegen  Togo verbuchen und erreichte ein 0:0 gegen Afrikacup-Teilnehmer Sambia. Und damit einen Punkt mehr als Äquatorialguinea, das als Ausrichter der Afrika-Meisterschaft in zwei Jahren noch viel Arbeit vor sich hat&#8230;</p>
<p>Aber muss man wirklich um die ganze Welt reisen, um Fußballzwerge bei der Arbeit zu betrachten? Nein, muss man natürlich nicht. Auch in Europa gibt es einige Experten dieser Natur. Wie etwa die Mannschaft aus Malta, die auch nach dem Ende des zehnten und letzten Spiels kein einziges Mal ins gegnerische Tor getroffen hat. Immerhin, gegen Albanien kamen die Malteser (die in der Quali für die Euro 2008 immerhin die Ungarn geschlagen haben) zu einem 0:0. Oder wie wäre es mit San Marino? Die haben zwar im Gegensatz zu Malta ein Tor erzielt, durch den ewigen Andy Selva gegen die Slowakei, aber dafür (wie auch Andorra) alle Spiele verloren &#8211; und das 0:10 gegen Polen war das einzige zweistellige Ergebnis in der kompletten Europa-Qualifikation.</p>
<p>Insgesamt sind es wohl weit über die Hälfte der teilnehmenden Verbände, die schon vor dem Anpfiff des ersten Spiels ganz genau wissen, dass sie sich die Mühe gar nicht machen werden müssen, ein Mannschaftsquartier in Südafrika zu suchen. Was aber nicht heißt, dass es nicht auch positive Ausreißer gibt. Wie Montenegro: Bei ihrem allerersten Antreten an einer Qualifikation für ein großes Turnier verlor der Debütant nur drei der zehn Spiele, zwei davon gegen Italien; gegen die Iren gab es zwei Punkteteilungen. Und auch die Luxemburger haben besser abgeschnitten als erwartet. Keiner hätte gedacht, dass der Prügelknabe dank eines sensationellen Sieges in der Schweiz die Gruppe nicht als Letzter abschließen, sondern die Moldawier hinter sich lassen würde!</p>
<p>Vielen der 205 Verbänden, die genannt hatten, und der 199 Teams (inklusive Gastgeber Südafrika, der ja ebenso Spiele absolvierte, weil diese Quali auch für den Afrikacup zählte), die letztlich zumindest ein Spiel absolviert haben, ging es einzig um das Dabeisein. Um das Teilnehmen. Um kleine Erfolge. Aber was wären die großen Erfolge schon ohne die kleinen?</p>
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		<title>Generation Kanada</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jan 2010 11:37:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[WM 2010]]></category>
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		<category><![CDATA[Chile]]></category>

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		<description><![CDATA[WM-SERIE, Teil 8: CHILE &#124; Drei Jahre nach dem dritten Platz des U20-Teams bei der WM in Kanada ist Chile zurück auf der großen Bühne. Mit sieben Spielern, die 2007 dabei waren, davon vier als Stammkraft  &#8211; und ausgerechnet einem Teamchef aus Argentinien!
Bei ihrem letzten Auftritt vor dem großen Publikum einer Weltmeisterschaft, als &#8220;la Roja&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #ff6600;"><em>WM-SERIE, Teil 8: </em></span><strong><span style="color: #ff6600;"><em>CHILE</em></span> | <em>Drei Jahre nach dem dritten Platz des U20-Teams bei der WM in Kanada ist Chile zurück auf der großen Bühne. Mit sieben Spielern, die 2007 dabei waren, davon vier als Stammkraft  &#8211; und ausgerechnet einem Teamchef aus Argentinien!<span id="more-1773"></span></em></strong></p>
<p>Bei ihrem letzten Auftritt vor dem großen Publikum einer Weltmeisterschaft, als &#8220;la Roja&#8221; im Jahr 1998 in Frankreich ins Achtelfinale kam und dort Brasilien unterlegen war, gab es noch zwei absolute Weltstars in den Reihen der Chilenen &#8211; es waren die Serie-A-Stürmer Iván Zamorano (Inter) und Marcelo Salas (Lazio), die dem Team ein Gesicht gaben und als brandgefährliches Sturmduo für die nötigen Tore sorgten. Doch als sie in die Jahre kamen, fiel das Team in ein tiefes Loch. Die beiden folgenden WM-Endrunden wurden meilenweit verpasst.</p>
<p>Bis Kanada kam, im Sommer 2007. Dort, wo auch das österreichische Team auf sich aufmerksam machte und zweimal die Klingen mit den Jung-Chilenen kreuzte. Es gab ein 0:0 in der Gruppe und ein 1:0 für die Chilenen im kleinen Finale. Torschütze war in dieser Partie Hans Martínez von Vizemeister Universidad Católica. Er wird wohl auch bei der WM im Südafrika dabei sein, wenn auch nur als Ergänzungsspieler. Er und sechs seiner Weggefährten von damals &#8211; sie brachten den Schwung auch in die A-Nationalmannschaft werden wohl nach Südafrika mitfahren; mit Arturo Vidal, Alexis Sánchez, Carlos Carmona und Gary Medel sollten vier seiner Teamkollegen bei der WM der Großen in der Stammformation stehen. Die Qualifikation schloss Chile als Zweiter ab, nur einen einzigen Zähler hinter Brasilien.</p>
<p>Der Mann, der die Flut von Talenten ins Team brachte und sie dort zu einer schlagkräftigen Truppe formte, die es auch mit den ganz Großen aufnehmen kann, ist Marcelo Bielsa &#8211; ausgerechnet ein Argentinier. Nicht der erste Teamchef Chiles, der aus dem ungeliebten Nachbarland kommt. Aber der erste, der länger als ein paar Monate die Verantwortung behalten durfte! Im August 2007, wenige Wochen nach dem Erfolg der Junioren in Kanada, wurde Bielsa zum Teamchef ernannt. Für ihn ist es die zweite Weltmeisterschaft als Verantwortlicher: Mit seinem Heimatland scheriterte er 2002 in Japan als Turnierfavorit aufgrund der fürchterlichen Chancenverwertung von Crespo, Batitsuta und Co. schon in der Vorrunde. Das Olympiagold zwei Jahre danach war schließlich das Abschiedsgeschenk des Trainers, der dafür bekannt ist, an der Seitenlinie zu knien, anstatt auf der Bank zu sitzen oder davor zu stehen.</p>
<p>Die Chilenen vertrauten sich Bielsa an, als die Mannschaft völlig am Boden war. Nach der verpassten Qualifikation für 2006 wurde in der Mannschaft ein radikaler Schnitt vollzogen. Viele etablierte Spieler mussten den Weg freimachen für die Burschen, die den Fußball-Fans des Landes mit dem dritten Platz bei der U20-WM so große Hoffnungen gemacht haben. Und Bielsa konnte diese Hoffnungen erfüllen, weil ihn seine Schlüsselspieler nicht hängen ließen. Deren individuelle Klasse, kombiniert mit einem kompakten Konzept, machte aus dee Chilenen ein Team, dass in Südafrika sicherlich für die eine oder andere Überraschung gut ist. Im konkreten Fall bedeutet das ein 3-4-3, das seine Stärken eindeutig in der Offensive hat.</p>
<p>Im Tor soll Claudio Bravo dafür sorgen, dass es möglichst wenig Gegentreffer gibt. Der 27-jährige Mannschaftskapitän ist zwar mit seinen 1.83m für einen Torhüter kein Riese, sorgt aber mit einer bärenstarken Saison dafür, dass der baskische Traditionsklub Real Sociedad in souveräner Manier ins spanische Oberhaus zurückkehrt. Auf ihn wird in Südafrika einige Verantwortung zukommen, denn die Defensive ist der Schwachpunkt der Mannschaft. Bielsa tendierte immer schon zu einer Dreierkette in der Abwehr; auch bei der WM 2002 ließ er drei argentinische Innenverteidiger auflaufen und überließ die Außenpositionen in Mittelfeld und Abwehr in Personalunion den von der Grundausrichtung eher defensiven Sorín und Zanetti. Was zumindest nach hinten funktionierte, in den drei Spielen gab es nur zwei Gegentore &#8211; einen Elfmeter und einen direkten Freistoß.</p>
<p>Damals hatte er auch adäquate Verteidiger zur Verfügung, mit den Chilenen ist dies aber die Problemposition; die hälfte der Kandidaten sind eigentlich gelernte Mittelfeldspieler. Echte Außenverteidiger gibt es im kompletten Kader nicht. Hinzu kommt, dass keiner eine angemessene Körpergröße hat, um bei Standardsituationen hohe Bälle konsequent verteidigen zu können &#8211; was bei den Gruppengegnern, die allesamt nicht für Brechstangen-Fußball bekannt sind, aber eher eine untergeordnete Rolle spielen dürfte. Am ehesten könnte das gegen die Schweizer zum Problem werden, wenn man etwa an Philippe Senderos denkt. Die drei Herren, die vor Torhüter Bravo aufräumen sollen, werden von Waldo Ponce geführt: Der 27-Jährige von Vélez Sársfield ist einer der routinierteren in der ausgeprochen jungen Mannschaft. Im zur Seite stehen Gonzalo Jara von West Bromwich und Gary Medel, der bei der U20-WM in Kanada noch im defensiven Mittelfeld agierte.</p>
<p>Er tat dies zusammen mit Carlos Carmona, der diese Position jetzt einnehmen dürfte. Er ist von den vier potentiellen Stammkräften aus der Bronze-Truppe von 2007 aber der größte Wackelkandidat, weil er &#8220;nur&#8221; der Ersatzmann für Claudio Maldonado ist. Der Brasilien-Legionär ist mit 30 Jahren der älteste in der Mannschaft und eigentlich für diese Position vorgesehen, ein Kreuzbandriss kostet ihm aber viel Vorbereitungszeit. Und selbst wenn Maldonado fit werden sollte, wäre es eine knappe Angelegenheit. Eine dritte Möglichkeit für die defensive Mittelfeldzentrale ist Arturo Vidal. Der Leverkusener, der in Kanada eine der ganz zentralen Figuren war, ist so etwas wie die Allzweckwaffe von Marcelo Bielsa. Er kann in der Zentralverteidigung spielen, am besten ist er wohl als Sechser, aber im Normalfall wird Vidal zum Notnagel auf der linken Seite. Rodrigo Tello von Besiktas Istanbul könnte das zwar auch, der 30-jährige ist wegen Schwächen in der Rückwärtsbewegung aber bei Bielsa nicht gut gelitten und kam unter ihm nur sporadisch zum Einsatz.</p>
<p>Auf der rechten Seite agiert Rodrigo Millar. Er ist der einzige Fixstarter, der in der Heimat spielt &#8211; bei Rekordmeister Colo Colo; dem Klub, wo die meisten Nationalspieler in ihrer Karriere schon unter Vertrag standen. Das offensive Hirn der Mannschaft stellt in der Zentrale Matías Fernández dar. Der Freistoßspezialist mit dem markanten Muttermal im Mundwinkel spielt bei Sporting Lissabon und hat bei Villarreal auch schon Erfahrung in der spanischen Primera División sammeln können. Er hat vor sich noch drei offensive Optionen stehen &#8211; denn Bielsa lässt mit echten Außenstürmern spielen.</p>
<p>Was natürlich auch der Tatsache geschuldet ist, dass die Außen im Mittelfeld eher defensiv besetzt sind. An Alexis Sánchez und Jean Beausejour bleibt daher viel Laufarbeit hängen. Beausejour, Sohn eines Haitianers (daher der französische Name), hat auf seiner linken Seite Mark González (der sinnigerweise &#8220;Speedy&#8221; genannt wird) verdrängt, Sánchez hat als Rechtsaußen keine relevante Konkurrenz. Sollte Bielsa im Spielverlauf gezwungen sein, auf zwei echte Stürmer umzustellen, würde Beausejour ins linke Mittelfeld rücken und Sánchez den zweiten echten Stürmer geben &#8211; neben Topscorer Humberto Suazo. Er ist mit zehn Treffern bester Torschütze der Südamerika-Qualifikation und versucht sich mit seinen 28 Jahren nun erstmals in Europa; Suazo wechselte im Winter zu Real Saragossa.</p>
<p>Die Stärke der Chilenen besteht zweifelsfrei in der flinken und auch treffsicheren Offensiv-Abteilung, zudem kann Fernández mit seinen Freistößen auch aus ruhenden Bällen Gefahr erzeugen. Die große Chance für die Südamerikaner besteht in der Tatsache, dass sie in ihrer Gruppe mit Spanien, Honduras und der Schweiz zwar auf technisch beschlagene und taktisch gut geschulte Gegner treffen, aber sich eher weniger vor körperlich robuste Kanten mit dem Körperbau eines Henkers fürchten müssen &#8211; zumal auch sie selbst gut mit dem Ball umgehen können. Natürlich, die Spanier sind rein von ihrer Klasse natürlich deutlich über Chile zu stellen &#8211; aber Bielsas Team hat zweifelsfrei das Potential, um die Gruppenphase zu überstehen. Einiges spricht dafür: Einen Auftaktsieg gegen Außenseiter Honduras vorausgesetzt, wäre mit einem Sieg im Schlüsselspiel gegen die Schweizer mit großer Wahrscheinlichkeit schon alles klar.</p>
<p>Und selbst, wenn es gegen die Eidgenossen &#8220;nur&#8221; eine Punkteteilung gäbe, kann man mit etwas Verwegenheit noch auf Hilfe aus einer anderen Gruppe hoffen. Denn sollte Brasiliens Mannschaft in ihrer Hammergruppe den Gruppensieg verpassen, würden die Spanier den Gruppensieg ihrerseits wohl im direkten Duell nicht ganz ungern an Chile weiterreichen, um der Seleção auszuweichen. Doch so oder so: Diese Mannschaft hat Zukunft. Die vielen aufstrebenden Jungstars, die aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken sind, haben das Durchschnittsalter auf unter 25 Jahre gedrückt. Die &#8220;Roja&#8221; ist in der aktuellen Form eine Zukunftsaktie.</p>
<p>Eine, die in Südafrika schon steigen kann. Und wenn nicht, dort zumindest viel lernt.</p>
<p>————————————————</p>
<p><span style="color: #ff6600;"><strong>CHILE</strong></span><br />
rotes Trikot, blaue Hose, Brooks – Platzierung im <a href="http://www.eloratings.net/">ELO</a>-Ranking: 11.</p>
<p><strong>Spiele in Südafrika:</strong><br />
Honduras (Mittagsspiel Mi 16/06 in Nelspruit)<br />
Schweiz (Nachmittagsspiel Mo 21/06 in Port Elizabeth)<br />
Spanien (Abendspiel Fr 25/06 in Pretoria)</p>
<p><strong><span style="color: #0000ff;">TEAM: </span>Tor: </strong>Claudio Bravo (27, Real Sociedad), Miguel Pinto (26, Universidad), Christopher Toselli (22, Uni Católica).<strong> Abwehr: </strong>Roberto Cereceda (25, Colo Colo), Pablo Contreras (31, Paok Saloniki), Ismael Fuentes (28, Uni Católica), Mauricio Isla (22, Udinese), Gonzalo Jara (24, West Bromwich), Gary Medel (22, Boca Juniors), Waldo Ponce (27, Vélez Sársfield). <strong>Mittelfeld: </strong>Carlos Carmona (23, Reggina), Matías Fernández (24, Sporting Lissabon), Gonzalo Fierro (27, Flamengo), Manuel Iturra (26, Universidad), Claudio Maldonado (30, Flamengo Rio), Hans Martínez (23, Uni Católica), Rodrigo Millar (28, Colo Colo), Arturo Vidal (23, Leverkusen), Rodrigo Tello (30, Besiktas). <strong>Angriff: </strong>Jean Beausejour (26, Club América), Mark González (26, ZSKA Moskau), Fabián Orellana (24, Xerez), Esteban Paredes (29, Colo Colo), Alexis Sánchez (21, Udinese), Humberto Suazo (29, Saragossa), Jorge Valdivia (26, Al-Ain).</p>
<p><strong>Teamchef: </strong>Marcelo Bielsa (54, Argentinier, seit August 2007)</p>
<p><strong>Qualifikation: </strong>0:2 in Argentinien, 2:0 gegen Peru, 2:2 in Uruguay, 0:3 gegen Paraguay, 2:0 in Bolivien, 3:2 in Venezuela, 0:3 gegen Brasilien, 4:0 gegen Kolumbien, 0:1 in Ecuador, 1:0 gegen Argentinien, 3:1 in Peru, 0:0 gegen Uruguay, 2:0 in Paraguay, 4:0 gegen Bolivien, 2:2 gegen Venezuela, 2:4 in Brasilien, 4:2 in Kolumbien und 1:0 gegen Ecuador.</p>
<p><strong>Endrundenteilnahmen: </strong>7 (1930 Vorrunde, 50 Vorrunde, 62 Dritter, 66 Vorrunde, 74 Vorrunde, 82 Vorrunde, 98 Achtelfinale)</p>
<p><em><strong>&gt;&gt; Ballverliebt-WM-Serie</strong></em><br />
Gruppe A: <a href="../2010/01/12/2010/01/02/2009/12/17/das-himmelfahrtskommando/">Südafrika</a>, Mexiko, Uruguay, Frankreich<br />
Gruppe B: Argentinien, Nigeria, Südkorea, <a href="../2010/01/12/2010/01/02/2009/12/25/2009/12/08/libero-plus-viererkette/">Griechenland</a><br />
Gruppe C: England, <a href="http://ballverliebt.eu/2010/01/12/weltmacht-nicht-auf-dem-fusballplatz/">USA</a>, Algerien, Slowenien<br />
Gruppe D: <a href="../2010/01/12/2010/01/02/2009/12/12/auf-den-spuren-der-jugend-trikot-gewinnspiel/">Deutschland</a>, Australien, Serbien, Ghana<br />
Gruppe E: Holland, Dänemark, <a href="../2010/01/12/2009/12/25/das-land-der-nichtaufgehenden-fusballsonne/">Japan</a>, Kamerun<br />
Gruppe F: Italien, Paraguay, <a href="../2010/01/02/die-lieblinge-der-fusballgotter/">Neuseeland</a>, Slowakei<br />
Gruppe G: <a href="../2010/01/12/2010/01/02/2009/12/25/2009/12/12/2009/12/05/dunga-und-seine-arbeitstiere-vom-zuckerhut/">Brasilien</a>, Nordkorea, Elfenbeinküste, Portugal<br />
Gruppe H: Spanien, Schweiz, Honduras, Chile</p>
<p>* Anm.: Die Platzierungen im ELO-Ranking beziehen sich auf den Zeitpunkt der Auslosung.</p>
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