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	<title>Ballverliebt &#187; Taktikbesprechungen</title>
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	<description>Fußball. Fußball. Fußball.</description>
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		<title>Die Bayern sind haushoch überlegen, aber Chelsea spielt den Party-Crasher</title>
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		<pubDate>Sun, 20 May 2012 00:48:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gespielt hat nur eine Mannschaft &#8211; die Bayern. Torchancen hat sich auch nur ein Team aktiv erarbeitet &#8211; die Bayern. Eine Mannschaft war bis kurz vor Schluss vorne, hatte in der Verlängerung einen Elfer und war auch im Shoot-Out vorne &#8211; die Bayern. Gewonnen hat das Finale der Champions League in München aber trotzdem Chelsea. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Gespielt hat nur eine Mannschaft &#8211; die Bayern. Torchancen hat sich auch nur ein Team aktiv erarbeitet &#8211; die Bayern. Eine Mannschaft war bis kurz vor Schluss vorne, hatte in der Verlängerung einen Elfer und war auch im Shoot-Out vorne &#8211; die Bayern. Gewonnen hat das Finale der Champions League in München aber trotzdem Chelsea. 120 Minuten den Bus parken, einen Eckball verwerten und dann die Elfer-Lotterie gewinnen: Auch so kann man den Pokal holen.</em></strong></p>
<div id="attachment_7179" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-05-19-Chelsea-Bayern-1-1.png"><img class=" wp-image-7179 " title="2012 05 19 Chelsea-Bayern 1-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-05-19-Chelsea-Bayern-1-1.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Chelsea - Bayern 1:1 n.V., 4:3 i.E.</p></div>
<p><span id="more-7178"></span>Am 18. Mai 2005 war es, in Lissabon. Da hatte Sporting das Finale des Uefa-Cups daheim, im eigenen Stadion, gegen ZSKA Moskau. Ging dabei sogar in Führung. Und verlor letztlich dennoch mit 1:3. Fast auf den Tag genau sieben Jahre später, Schauplatz München, wiederholte sich Geschichte. Mit einem kleinen Unterschied: Ivica Olic, damals im Trikot der Russen, stand diesmal auf der falschen Seite.</p>
<p><strong><em>So viele gesperrte Spieler</em></strong></p>
<p>Die Tatsache, dass bei den Bayern drei Stammkräfte (Badstuber, Alaba, Luiz Gustavo) gesperrt waren und bei Chelsea gleich vier (Terry, Ramires, Meireles und Ivanovic) zwang beide Trainer zu Umstellungen. Inhaltlich schmerzte Di Matteo vor allem der Ausfall von Ramires, der in den letzten Wochen der konstanteste Spieler war, sowohl defensiv sicher als auch offensiv, ob nun zentral oder auf dem Flügeln, ein integraler Bestandteil der Mannschaft. So brachte Di Matteo den langsamen Lampard und den im Vorwärtsgang eher limitierten Mikel für die Zentrale. Bosingwa und Cahill  ersetzten Ivanovic und Terry direkt.</p>
<p>Bei den Bayern waren die Umstellungen subtiler, aber dennoch merkbar. Was die größte Umstellung nach sich zog war die Sperre von Luiz Gustavo. Dieser ist zwar, was das Passspiel angeht, ohne Zweifel der unsicherste Bayern-Spieler und er ist im Aufbau gerade auf höchstem Niveau immer am ehesten ein Wackelkandidat, aber seine Zweikampfstärke ist unbestritten. Ohne den schmächtigen, aber in seinem Kerngebiet hervorragenden Brasilianer spielten mit Schweinsteiger und Kroos zwei Ballverteiler im defensiven Mittelfeld der Bayern, aber kein Ballgewinner mehr.</p>
<p><strong><em>Wie Chelsea mit Robben und Ribéry umging</em></strong></p>
<p>Alleine &#8211; ein solcher war gar nicht nötig. Chelsea präsentierte sich in einem 4-4-1-1, mit Mata sehr hoch fast auf einer Linie mit Drogba, und zwei Viererketten, die vor allem das Zentrum zumachten, sich gerade in der Anfangsphase zu zweit und zu dritt auf Robben stürzten, aber ansonsten keinerlei Druck auf den Ballführenden ausübten. Besonders auffällig war das bei Lampard und Mikel in der Mittelfeld-Zentrale.</p>
<p>Sie schirmten Müller ganz gut ab; ließen aber Schweinsteiger und Kroos &#8211; die beiden wechselten sich im Spiel nach vorne ab &#8211; einigermaßen unbehelligt. Sie stellten die Bayern nur, griffen sie aber nicht an. Das sah sehr passiv auf, hatte aber den Effekt, dass Chelsea die Bayern auf die Flügel zwang. Und dort hatte man gegen Robben und Ribéry eine gute Strategie am Start.</p>
<p>Es war abzusehen, dass die Duelle Bosingwa-Ribéry und Cole-Robben die Schlüsselduelle des Spiels werden würden. Ribéry durfte gegen Bosingwa durchaus immer wieder den Ball haben, verweigerte ihm aber durch gutes Positionsspiel und vor allem gutes Zweikampfverhalten den Weg in den Strafraum. Zusätzlich profitierte der Portugiese davon, dass das Hinterlaufen Ribérys von Alaba-Vertreter Diego Contento überhaupt nicht funktionierte. Contento spielte brav, wirkte in der Vorwärtsbewegung aber gehemmt, ging ganz selten bis zur Grundlinie durch und brachte in 120 Minuten auch nur eine einzige brauchbare Flanke in den Straufraum (in Minute 37).</p>
<p><strong><em>Die Chelsea-Flügel: Kalou und Bertrand</em></strong></p>
<p>Salomon Kalou ist kein besonders prickelnder Spieler. Dem Ivorer fehlt es deutlich an der Torgefahr, die ein Flügelstürmer normalerweise ausstrahlen sollten. Was er aber sehr wohl hat: Ein Gespür für sinnvolle Defensiv-Arbeit. Zweifellos war das der Grund dafür, dass er den Vorzug vor Daniel Sturridge erhalten hat. Und er erfüllte seine Aufgaben gut: Kalou schaffte es, Contento nie jenen Schub zu ermöglichen, den David Alaba in den letzten Monaten gemeinsam mit Ribéry entfalten konnte. All das jedoch: Keine echte Überraschung.</p>
<p>Womit allerdings viele nicht gerechnet hätten: Auf der linken Seite spielte nicht Florent Malouda, sondern der junge Ryan Bertrand in seinem allerersten Champions-League-Spiel. Der 22-Jährige ist gelernte Linskverteidiger, und das merkte man auch: Er schaute in erster Linie, dass Philipp Lahm nicht zu viel nach vorne machen konnte und Robben so möglichst isoliert war. Er mühte sich nach Kräften, aber defensiv brauchte es trotzdem immer wieder Ashley Cole, der einige Situationen bereinigen musste, und nach vorne war diese Seite tot.</p>
<p><strong><em>Das Aufbauspiel der Bayern</em></strong></p>
<p>Holger Badstuber ist Spieleröffner Nummer eins bei den Bayern, aber er neigt nicht zu großen Ausflügen. Das machte sein Vertreter Anatoli Tymoschuk etwas anders: Zusätzlich zu den beiden Kreativen Schweinsteiger und Kroos (die in Mata nur einen Gegenspieler hatten und so immer einer gefahrlos aufrücken konnte) vor ihm schaltete sich auch der Blondschopf, wenn auch vorsichtig, im Spiel nach vorne ein. Das Aufrücken des Ukrainers erlaubte es zusehens auch dem absichernden Spieler des zentralen Duos, sich höher zu positionierten &#8211; und natürlich auch Lahm im Zweifel auch mal vorne zu bleiben.</p>
<p>Zu sagen, das Spiel der Bayern hatte etwas Barcelona-eskes, wäre wohl etwas übertrieben. Aber die Münchner hatten doch sehr viel Ballbesitz und spielten von einer Seite zur anderen auf der Suche nach dem Loch im Abwehr-Verbund von Chelsea. Das wirkte oft auch ein wenig umständlich, mit zu wenig Tempo vorgetragen. Natürlich ergaben sich dadurch auch immer wieder Chancen &#8211; Robben in der 21. und 32., Müller in der 36., Gomez in der 42. &#8211; aber es fehlte ein Überraschungs-Moment, auch mal ein Tempo-Wechsel, und vor allem die wirkliche Gefahr über die Flügel.</p>
<p>Was aber vor allem ein Manko war: Wann immer Chelsea mal mit mehreren Spielern aufgerückt war und die Bayern eroberten in diesen Situationen den Ball, wurde zu langsam umgeschaltet, nicht konsequent genug nachgerückt und damit das Tempo aus dem Angriff genommen.</p>
<p>Je länger das Spiel dauerte, umso besser kam jedoch Thomas Müller in die Partie: Sobald er merkte, dass vor allem Lampard kein großes Interesse zeigte, das Zentrum zu verlassen, fing er an, zu rochieren &#8211; vornehmlich auf die rechte Seite. Weil er dort leichter anspielbar war, wurde er ein zunehmender Faktor im Spiel, er versuchte den Raum zwischen den Linie zu nützen und es war nicht unlogisch, dass er letztlich auch das Tor für die Bayern erzielen sollte.</p>
<p><em><strong>Chelsea eher mühsam</strong></em></p>
<p>Einen großen Offensiv-Plan hatten die Blues nicht zu bieten. Wenn der Ball erobert wurde, folge oft recht fix der lange Hafer Richtung Drogba. Damit hatten die Bayern-Verteidiger aber selten Probleme: Jerome Boateng lieferte eine starke Leistung ab und vor allem Philipp Lahm war in der Rückwärtsbewegung enorm stark, klärte immer wieder vor Drogba. Mata, die hängende Spitze, leistete auch enorm viel Arbeit gegen den Ball, rieb sich dadurch aber auf und war in der Vorwärtsbewegung kaum ein Faktor.</p>
<p>Bis auf einige kurze Phasen &#8211; also zwischen der 30. und 35. Minute und zwischen Wiederanpfiff und der 55. Minute &#8211; parkte Chelsea den Bus und strahlte wenig bis gar keine Torgefahr aus. Dafür verteidigten sie den eigenen Strafraum mit allem, was sie hatten. Da wurde sich in Schüsse geworfen und Bälle geblockt, dass bei den Bayern die Eckball-Statistik in lichte Höhen getrieben wurde. Das war recht mühsam anzusehen und es brauchte auch weiterhin etwas Glück, dass die Bayern weiterhin zu wenig präzise mit ihren Chancen umgingen &#8211; Ribéry in der 64., Robben in der 72., Müller in der 78. &#8211; aber bis sieben Minuten vor Schluss hielt das Bollwerk.</p>
<p><strong><em>Nach 0:1 kommt Torres. Für den Flügel!</em></strong></p>
<p>Als Thomas Müller in der 83. Minute doch noch das längst überfällige 1:0 für die Bayern erzielt hatte, musste bei Chelsea etwas passieren. Und Di Matteo tauschte das Personal auf den Flügeln aus: Nachdem zuvor schon Malouda statt Bertrand gekommen war, ersetzte er nun Kalou durch Torres. Das Signal war klar: Kompakte Defensive war von den Außenspielern nicht mehr gefragt, sondern der Vorwärtsgang. Dennoch brauchte es eine Ecke, um kurz vor Schluss noch zum 1:1 zu kommen. Das ist ein Vorwurf, den sich die Bayern machen lassen müssen: Sie selbst haben aus 20 Ecken nichts herausgeholt, Chelsea aus der einen sehr wohl.</p>
<div id="attachment_7181" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/CL-Finale-2.png"><img class=" wp-image-7181 " title="CL-Finale 2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/CL-Finale-2.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Verlängerung</p></div>
<p>Interessanterweise ging Torres nicht in die Spitze zu Drogba, sondern besetzte die rechte Seite. Es wurde auch schnell klar, warum: Der flinke Spanier, der zuletzt doch so ein wenig zu seiner Form gefunden hat, ging konsequent in 1-gegen-1-Situationen gegen Diego Contento. Damit hatte dieser merklich Probleme, was dazu führte, dass Ribéry (und nach dessen Austausch wegen Verletzung auch Olic) sehr auf sich alleine gestellt war.</p>
<p>Zudem zeigten David Luiz und Gary Cahill beide wirklich starke Leistungen und ließen Gomez bis auf ganz wenige Situationen in der ersten Hälfte praktisch nicht am Spiel teilnehmen. Den Elfmeter, den Robben in der 97. Minute verschoss, verursachte Drogba mit einem eher ungeschickten Foul an Ribéry.</p>
<p>Das Pendel schwang nun immer weiter in Richtung von Chelsea. Die linke Angriffsseite der Bayern war weitgehend stillgelegt, Schweinsteiger pumpte schon kräftig, Gomez war abgemeldet und die beiden herben Rückschläge &#8211; das Gegentor in der 88. Minute und der verballerte Elfer in der 97. &#8211; hinterließen auch psychisch ihre Spuren.</p>
<p>So ging&#8217;s ins Elferschießen. In dem Cech den entscheidenden Versuch von Schweinsteiger an den Pfosten lenkte. Und gerade Drogba den letzten Penalty sicher verwandelte &#8211; für den Ivorer der erste große Titel.</p>
<p><strong><em>Fazit: Bayern haushoch überlegen, aber zu wenig konsequent</em></strong></p>
<p>Natürlich wäre ein Sieg der Bayern in ihrem Heim-Finale hochverdient gewesen. Chelsea hatte nie das geringste Interesse daran, irgend etwas für das Spiel zu tun, sie pressten nicht auf den Gegner, die griffen nicht an, Angriffszüge suchte man vergebens, aus dem Spiel heraus gab&#8217;s genau eine einzige echte Torchance (Kalou, 38.). Die Spielweise von Chelsea war mühsam, was destruktiv, war &#8211; wie es Sky-Kommentator Reif ausdrückte &#8211; &#8220;nervig&#8221;.</p>
<p>Doch so sehr man auch über Chelsea jammern mag, die extrem passive Spielanlage führte letztlich zum Erfolg. Nicht, weil diese Taktik so genial gewesen wäre. Im Gegenteil: Hätte Müllers 1:0 Bestand gehabt, Di Matteo wäre wohl medial gesteinigt worden, weil er nicht einmal versucht hat, das Spiel zu gewinnen. Nein, Chelsea geht mit dem Pokal aus dem Stadion, weil die Bayern aus ihrer haushohen Überlegenheit einfach viel zu wenig gemacht haben. Und Chelsea erst aus keiner Chance ein Tor machte und dann im Elferschießen die Nerven bewahrte.</p>
<p>So einfach kann Fußball manchmal sein.</p>
<p>(<a href="https://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=7178&amp;md5=f98a8e6898876bde7f2e17875cfb8f3e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Dortmund zerlegt die Bayern 5:2! Der BVB holt hochverdient auch den Pokal</title>
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		<pubDate>Sun, 13 May 2012 01:21:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Bayern hatten mehr Ballbesitz, aber dennoch war dieses Pokal-Finale eine Macht-Demonstration von Borussia Dortmund. Beim 5:2-Sieg im Berliner Olympiastadion hatten die Münchner dem Meister inhaltlich einmal mehr nur wenig entgegen zu setzen und liefen in ein bitteres Debakel. Der fünften Niederlage gegen den BVB in Folge. &#8220;Bei Dortmund rückte Kagawa aus dem offensiven Zentrum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Die Bayern hatten mehr Ballbesitz, aber dennoch war dieses Pokal-Finale eine Macht-Demonstration von Borussia Dortmund. Beim 5:2-Sieg im Berliner Olympiastadion hatten die Münchner dem Meister inhaltlich einmal mehr nur wenig entgegen zu setzen und liefen in ein bitteres Debakel. Der fünften Niederlage gegen den BVB in Folge.</em></strong></p>
<div id="attachment_7168" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-05-12-Dortmund-Bayern-5-2.png"><img class=" wp-image-7168 " title="2012 05 12 Dortmund-Bayern 5-2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-05-12-Dortmund-Bayern-5-2.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Borussia Dortmund - Bayern München 5:2</p></div>
<p><span id="more-7167"></span>&#8220;Bei Dortmund rückte Kagawa aus dem offensiven Zentrum so weit nach vorne, dass er zumeist auf einer Höhe mit Lewandowski spielte, aber die beiden Flügel blieben eher hinten und achteten darauf, dass auf den Außenbahnen nichts anbrannte. So war Dortmund eher in einem 4-4-2 angeordnet. Was zusätzlich den Effekt hatte, dass die beiden Spitzen Kagawa und Lewandowski beiden jeweils auf einen Innenverteidiger pressen und somit die Spieleröffnung der Bayern behindern konnten. Die Stürmer waren somit die vordersten Abwehrspieler.&#8221;</p>
<div id="attachment_7169" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-04-11-Dortmund-Bayern-1-01.png"><img class=" wp-image-7169 " title="2012 04 11 Dortmund-Bayern 1-0" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-04-11-Dortmund-Bayern-1-01.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Dortmund - Bayern (1:0) am 11. April</p></div>
<p>Klingt vertraut? Kein Wunder. Diese Sätze stammen <a href="http://ballverliebt.eu/2012/04/12/the-big-lewandowski-mit-dem-goldenen-tor-dortmund-praktisch-meister/">von der Analyse zum 1:0-Sieg der Dortmunder über die Bayern</a> ziemlich genau einen Monat vor diesem Pokal-Finale. Und sie treffen exakt genauso auf dieses Spiel zu. Haben die Bayern nichts gelernt &#8211; oder fanden sie einfach kein Mittel?</p>
<p><em><strong>Dortmund lässt die Bayern nicht aufs Gaspedal</strong></em><strong><em><br />
</em></strong></p>
<p>Es war wohl ein Mix aus beidem. Weil, wie schon vor einem Monat, Badstuber durch das Pressing und das geschickte Positionsspiel der Dortmunder die Möglichkeit zu einer sinnvollen Spieleröffnung oftmals genommen wurde, gab es viele Querpässe hintenrum, aber wenig konkretes nach vorne. Anders als beim Duell in der Bundesliga wurden aber auch die anderen Bayern-Spieler konsequent angelaufen &#8211; was ebenso zu vielen Rückpässen bei den Münchnern führte.</p>
<p>Was auch daran lag, dass es Dortmund einmal mehr hervorragend verstand, die Flügel der Bayern aus dem Spiel zu nehmen. Vor allem die in den letzten Wochen so enorm starke Achse mit Alaba und Ribéry auf der linken Angriffsseite der Roten wurde komplett gekappt. Der jeweils weiter außen stehende der beiden Bayern wurde von zwei Spielern an der Außenlinie gestellt und vom Rest der Mannschaft isoliert. Wenn schon so der Pass ins Zentrum nicht immer ganz verhindert werden konnte, dann war doch zumindest das Tempo aus dem Bayern-Angriff entwichen.</p>
<p><em><strong>Kagawa und die linke Seite bei Dortmund</strong></em></p>
<p>Dieses Grundprinzip änderte sich weder durch die schnelle Dortmunder Führung, noch durch den Ausgleich der Bayern. Und es wurde dadurch noch verstärkt, dass Alaba an seine Überform der letzten Wochen in keinster Weise anschließen konnte und eine recht schwache Partie ablieferte. Zudem schalteten die beiden polnischen Gegenspieler der Bayern, Piszczek und vor allem Blaszczykowski, wie die komplette Dortmunder Mannschaft nach Ballgewinn extrem schnell um und waren eine ständige Bedrohung für die Bayern.</p>
<p>Noch mehr waren das aber Shinji Kagawa und Robert Lewandowski. Die beiden Dortmunder Spitzen machten nämlich nicht nur die Bayern-Spieleröffnung unmöglich, sondern sie machten auch in der Offensive ein grandioses Spiel. Kagawa war in seinem wohl letzten Spiel für die Borussia ein überragender Ballverteiler, der mit seiner Omnipräsenz und seiner Technik praktisch nicht zu verteidigen war. Luiz Gustavo, der als Zweikämpfer im defensiven Bayern-Mittelfeld für den Japaner zuständig gewesen wäre, kam mit Kagawa überhaupt nicht mit und spielte, derart zermürbt, auch immer wieder haarsträubende Fehlpässe. Einer führte zum 0:1, und als Kagawa das 1:3 vorbereitete, war der Brasilianer auch nicht im Bilde.</p>
<p><strong><em>Linke Seite und Zentrale der Bayern</em></strong></p>
<p>Nicht im Spiel war bei den Bayern indes Arjen Robben. Einmal mehr wurde er von Schmelzer abgemeldet, zudem arbeitete Kevin Großkreutz im linken BVB-Mittelfeld gewohnt stark gegen den Ball. Man ließ Philipp Lahm zwar nach vorne marschieren, schnitt ihn aber von den Anspielstationen ab. Robben ist bekanntlich gerade dann besonders gefährlich, wenn er zwischen den Linien die Kanäle auf dem Weg nach innen bearbeiten kann, aber genau das ließ Dortmund in 90 Minuten nur ein einziges Mal zu &#8211; ansonsten war der Holländer abgemeldet.</p>
<p>So ging über rechts nicht viel nach vorne, über links auch nicht, und im Zentrum ging auch nichts weiter. Weil Luiz Gustavo erstens verunsichert war und zweitens ohnehin kein Künstler am Ball ist, blieb die Verantwortung an Schweinsteiger und Kroos hängen. Doch Ersterem fehlt nach seiner Verletzungspause noch die Spielpraxis, und Letzerer war von den herausragend spielenden Kehl und Gündogan aus dem Spiel genommen.</p>
<p><em><strong>Logische, aber gefährliche Umstellung von Heynckes</strong></em></p>
<p>Und nach vorne nützte Dortmund die Fehler der Bayern eiskalt. Billige Ballverluste beim ersten und beim dritten Tor, dazwischen ein Elfmeter nach klarem Foul von Boateng. So entschloss sich Bayern-Coach Heynckes beim Pausenstand von 1:3 und angesichts des nicht vorhandenen Zugs in Richtung Dortmunder Tor (wo der verletzte Weidenfeller nach einer halben Stunde von Mitch Langerak ersetzt worden war) zu einer an sich logischen Umstellung.</p>
<div id="attachment_7171" class="wp-caption alignleft" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Cupfinal2.png"><img class=" wp-image-7171 " title="Cupfinal2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Cupfinal2.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Zweite Halbzeit</p></div>
<p>Statt des indisponierten Luiz Gustavo kam Thomas Müller. Dieser ging auf die Zehner-Position, dafür rückte Toni Kroos zurück neben Schweinsteiger. Doch die Überlegung von Heynckes &#8211; mit zwei Gestaltern im defensiven Mittelfeld die Oberhand über das Zentrum zu gewinnen &#8211; wurde von den Dortmundern ausgehebelt.</p>
<p>Denn Luiz Gustavo &#8211; der in Spielen gegen wirklich starke Teams permanent der größte Wackelkandidat ist &#8211; spielte zwar nicht gut, aber ohne den Brasilianer fehlte der Zweikämpfer, der Ballgewinner in der Zentrale. Was im Rücken von Kroos und Schweinsteiger Räume gewährte, die Dortmund konsequent nutzte. Vor allem, weil neben Kagawa auch Robert Lewandowski einmal mehr eine absolute Weltklasse-Leistung bot.</p>
<p><em><strong>Lewandowski, Rücken zum Tor</strong></em></p>
<p>Was den Polen so stark macht, ist seine Fähigkeit im Spiel mit dem Rücken zum gegnerischen Tor. Er kann wie derzeit wohl weltweit kaum ein anderer die Bälle vorne auch gegen zwei, drei Gegenspieler halten, bis die Kollegen nachgerückt sind. So hatten die Bayern zwar weiterhin mehr Ballbesitz, aber ohne das Tempo und das kreative Element bei den Münchnern waren es die Dortmunder, die im Konter die klar besseren Chancen hatten. Schnell verfestigte sich der Eindruck, dass eher die Gelben das 4:1 schießen würden, als die Roten das 3:2. und genau so kam es auch. Großkreutz ging im Rücken von Lahm durch, der Ball wurde zu Lewandowski quergelegt, und der brauchte nur noch &#8220;Danke&#8221; zu sagen.</p>
<p>Was im Spiel der Bayern falsch lief, wurde zehn Minuten nach dem 1:4 deutlich. Da nämlich schafften es die Münchner zum einzigen Mal in der kompletten Partie, mal von hinten nach vorne Tempo aufzubauen, einen Spielzug schnell vor das Dortmunder Tor zu bringen und dort auch flink zum Abschluss zu kommen. Gomez&#8217; Kopfball klatschte zwar an die Latte, aber genau das war die Art von Fußball, mit der die Bayern den Gegner hätten knacken können. Mit ihrem umständlichen, langsamen und letztlich durchschaubaren Aufbauspiel hatte Dortmund kaum Probleme und auch das 2:4 (Einzelaktion von Ribéry) warf den BVB nicht aus der Bahn.</p>
<p>Nein, nur wenige Minuten später nützte der Meister einen Fehler von Neuer sogar zum 5:2 aus. Damit gaben die Roten das Pokal-Finale endgültig verloren und Jürgen Klopp konnte Shinji Kagawa nach einer seiner besten Leistungen im BVB-Trikot den verdienten Abgangs-Applaus zum Abschied gönnen.</p>
<p><em><strong>Fazit: Der BVB zeigte eindrucksvoll, was ihn so stark macht</strong></em></p>
<p>Dortmund spielte das typische Dortmund-Spiel: Gegner anlaufen vorne, keinen Spielaufbau zulassen. Blitzschnelles Umschalten nach Ballgewinn. Mit der Überischt von Kagawa und den Fähigkeiten von Lewandowski, den Ball zu halten, den Gegner in Probleme zu bringen. Die Flügelzange der Bayern durch das Isolieren vom Rest der Mannschaft aus der Gleichung nehmen. Und hinten nichts anbrennen lassen.</p>
<p>Letzlich war es die gleiche Partie wie die beiden 1:0-Siege der Dortmunder in der abgelaufenen Bundesliga-Saison, mit dem Unterschied, dass diesmal die Toren fielen wie reife Früchte. Was die Bayern eine Woche vor dem Champions-League-Finale im eigenen Stadion sorgen muss, ist weniger die fünfte Niederlage gegen den BVB en suite an sich. Sondern die Tatsache, dass man dem Gegner einmal mehr inhaltlich unterlegen war, kein Mittel fand.</p>
<p>Für Dortmund markiert dieser 5:2-Sieg den Schluss- und vor allem den Höhepunkt einer (zumindest national) überragenden Saison. Das Team von Jürgen Klopp zeigte noch einmal alles, was es so stark macht und hat damit unterstrichen, wie hochverdient auch der Meistertitel ist. Ein Sieg, ein Statement. Und das erste Double der Vereinsgeschichte.</p>
<p>(phe)</p>
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		<title>&#8220;La U&#8221; und das hochriskante 3-1-4-2: Harakiri-Fußball reinster Prägung</title>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 05:17:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit ihrem Titel bei der Copa Sudamericana, dem zweithöchsten Klub-Bewerb des Kontinents, wurde die Fachwelt 2011 auf Universidad de Chile aufmerksam. Und vor allem auf das unübliche 3-1-4-2 von Trainer Jorge Sampaoli &#8211; das unglaublich gefährlich ist, weil es in der Abwehr riesige Räume offen lässt. Aber auch unglaublich spektakulär ist, wenn es aufgeht. Wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Mit ihrem Titel bei der Copa Sudamericana, dem zweithöchsten Klub-Bewerb des Kontinents, wurde die Fachwelt 2011 auf Universidad de Chile aufmerksam. Und vor allem auf das unübliche 3-1-4-2 von Trainer Jorge Sampaoli &#8211; das unglaublich gefährlich ist, weil es in der Abwehr riesige Räume offen lässt. Aber auch unglaublich spektakulär ist, wenn es aufgeht. Wie bei der Aufholjagd im Achtelfinale der Copa Libertadores nach einem 1:4 im Hinspiel bei Deportivo Quito.</em></strong></p>
<div id="attachment_7153" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-05-10-La-U-SD-Quito-6-0.png"><img class=" wp-image-7153 " title="2012 05 10 La U - SD Quito 6-0" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-05-10-La-U-SD-Quito-6-0.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Universidad de Chile - SD Quito 6:0</p></div>
<p><span id="more-7152"></span>Eine pervers hohe Abwehrlinie mit zuweilen nur einem einzigen Verteidiger, brutale Dominanz im Zentrum, irrsinnig bewegliche und sich zurückfallen lassende Stürmer, die dann selbst aus der Tiefe kommen oder selbst für steil gehende Kollegen die Vorlagen geben &#8211; klingt so gut wie unmöglich zu verteidigen. Und es klingt unmöglich, so selbst zu verteidigen. Ist es auch. Genau das macht den Harakiri-Fußball von Universidad de Chile, kurz &#8220;La U&#8221;, so unglaublich attraktiv anzusehen.</p>
<p><strong><em>Zwischen 3-4-3 und 3-1-4-2</em></strong></p>
<p>Das kann eben auch arg schief gehen, wie zuletzt beim Hinspiel im Achtelfinale der Copa Libertadores (dem südamerikanischen Gegenstück zur Champions League) in der Höhenluft von Quito. Dort dominierte man zwar das Spiel, machte aber schon nach dem 1:1 komplett auf und lief ins offene Messer, wurde ausgekontert und verlor mit 1:4. Was hieß, dass für das Rückspiel im zum Bersten gefüllten Nationalstadion von Santiago ein gigantischer Sturmlauf zu erwarten war.</p>
<p>Jorge Sampaoli, der 52-jährige Coach von La U, lässt seine Mannschaft in einem Zwischending aus 3-4-3 und 3-1-4-2 auflaufen. Interessant dabei ist, dass mit Eugenio Mena der linke Mann in der Dreier-Abwehrkette im Spiel nach vorne wie ein normaler Außenverteidiger agiert, also sehr viel nach vorne marschiert und sich an der Seitenlinie oftmals mit Junior Fernandes verbindet. Der Stürmer spielt einen verkappten Linkaußen, lässt sich immer wieder tief fallen oder kommt von der Flanke.</p>
<p>Auf der anderen Seite ist Verteidiger Magalhaes deutlich zurückhaltender, dafür beackert Matías Rodríguez (manche werden sich dunkel erinnern, der war mal ein halbes Jahr beim LASK) die Außenbahn. Er interpretiert die Rolle als Rechtaußen defensiver als Fernandes auf der anderen Seite. Sind es links zwei Spieler, die aus verschiedenen Richtungen kommend die Außenbahn betreuen, ist es rechts nur einer, der allerdings von Haus aus dort steht.</p>
<p><em><strong>Hohe Verteidigung, Überladen des Mittelfelds, Spieler vor dem Ball</strong></em></p>
<p>Was das Spiel beim überlegenen Tabellenführer der chilenischen Liga, der aktuell den dritten nationalen Titel in Folge einheimst, aber erst zum wirklich funktionieren bringt, ist die Kombination aus drei Schlüsselfaktoren. Zum einen ist das die hohen Verteidigungslinie, die sich oftmals an der Mittellinie oder sogar jenseits davon befindet. Das erlaubt es dem Mittelfeld, extremen Druck auszuüben.</p>
<p>Das funktioniert, zweiter Schlüsselfaktor, über die ungemeine Fluidität jener Spieler, die die Mittelfeld-Zentrale überfluten. Sechser Marcelo Díaz lässt sich etwas fallen, wenn Mena mit nach vorne geht, und ist oft Ausgangpunkt für Angriffe. Vor ihm rochieren Marino, Lorenzetti und Aránguiz sehr viel und rissen durch ihre unberechenbaren Laufwege Löcher. Und ging ein Ball verloren, wird sofort auf den Ballführenden gepresst, sodass die Kugel schnell wieder erobert war: Gerade hier wirkte La U sehr gedankenschnell.</p>
<p>Zudem zwingen die Stürmer durch ihr permanentes Fallenlassen zurück ins Mittelfeld, dass die Verteidiger der Ecuadorianer entweder aus der Position gezogen werden oder sich mit den schnell auf sie zukommenden aufrückenden Mittelfeld-Leuten von La U auseinander setzen zu müssen. Was der dritte Schlüsselfaktor ist: Befinden sich die Stürmer in tieferen Positionen, sind immer noch mindestens drei Spieler vor dem Ball. Somit gibt es immer Anspieloptionen tief in der gegnerischen Hälfte.</p>
<p>Deportivo Quito war nominell in einem 3-4-3 aufgestellt, durch den enormen Druck der Chilenen war das aber eher ein 5-2-3. Damit fehlte nicht nur ein Bindeglied zu den Stürmern vorne, sondern man war vor allem im Mittelfeld zu zweit gegen zuweilen sieben permanent rochierende Gegenspieler einfach heillos überfordert. Beim 1:0 und dem 2:0, jeweils durch Junior Fernandes, ging es den Ecuadorianern einfach zu schnell. Beim 3:0, einem abgefälschten Weitschuss von Díaz, hatten sie auch etwas Pech. Aber Quito sah kaum Bälle und es gelang auch nicht, wie noch im Hinspiel, die unglaublichen Räume zu nützen, die La U in der Defensive &#8211; einfach bedingt durch die extrem offensive Spielweise &#8211; lassen musste.</p>
<p><strong><em>Defensive Absicherung und die Entscheidung</em></strong></p>
<div id="attachment_7155" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/LaU21.png"><img class=" wp-image-7155 " title="LaU2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/LaU21.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Beginn der 2. Halbzeit</p></div>
<p>Der Rückstand aus dem Hinspiel war aufgeholt, so entschied sich Sampaoli für die zweite Hälfte, etwas mehr Sicherheit in die Defensive seiner Mannschaft zu bringen. Mit Sebastián Martínez kam ein zweiter echter Innenverteidiger, der nun neben Pepe Rojas agierte, für einen zentralen Mittelfeldspieler (Marino). La U spielte nun in einem 4-3-3-ähnlichen System.</p>
<p>Magalhaes spielte nominell als Rechtsverteidiger, rückte aber ein, wenn Mena auf der anderen Seite nach vorne ging. Das erlaubte wiederum Sechser Díaz, sich mehr um die Spieleröffnung kümmern zu können, mit Lorenzetti und Aránguiz hatte er immer noch zwei Spieler unmittelbar vor sich und es gab immer noch eine Überzahl in der Zentrale.</p>
<p>Magalhaes blieb während des ganzen Spiels auch deshalb vorsichtiger als Mena, weil er mit Fidel Martínez den wohl talentiertesten Spieler von Quito gegen sich hatte. Der 22-Jährige ist sowohl von seiner etwas verspielten Art als auch von seiner wenig dezenten Frisur so ein wenig ein &#8220;Neymar für Arme&#8221; und hatte ein Spiel zum Vergessen: Ihm gelang praktisch nichts.</p>
<p>Dennoch holten die Ecuadorianer durch die etwas entspanntere Lage im Zentrum etwas Luft und kam nun durchaus vor das Tor der Chilenen. Ehe das passierte, was bei diesem Spielverlauf nicht passieren hätte dürfen: Nach einer Halbzeit, in der Quito komplett hinten eingeschnürt war lief man nach ein paar Minuten gefühlter Dominanz in einen Konter. Mena ging auf der rechten Seite durch, marschierte über das ganze Feld, und schloss auch noch selbst zum 4:0 ab. Vom Ergebnis her noch nicht die endgültige Entscheidung im Achtelfinale &#8211; ein Tor hätte Quito ja immer noch für die Verlängerung gereicht &#8211; aber gefühlt war das sehr wohl das Ende für die Ecuadorianer.</p>
<p><em><strong>Künftiger Man-Utd-Jungstar entscheidet Achtelfinale</strong></em></p>
<p>Dieses wurde endgültig besiegelt, als der 18-jährige Ángelo Henríquez, der schon einen Vorvertrag mit Manchester United hat, innerhalb weniger Minuten auf 6:0 stellte. Was bei dem Jungstar vor allem beeindruckt, ist sein Gespür für die richtigen Laufwege. Wie sich Henríquez bewegt, bindet er immer einen Gegenspieler und zog ihn aus der Dreierkette, schuf somit Räume und ermöglichte es zudem seinen Mitspielern, in mit Pässen im richtigen Moment an der Grenze zum Abseits in den Rückraum der Abwehr zu schicken &#8211; wie beim Tor zum 5:0.</p>
<p>Quito fiel hinten nun auseinander. Das 6:0 kann man eindeutig auf mangelnde Kommunikation in der Verteidigung zurückführen. Und auch, wenn Ecuadors früherer National-Torhüter Marcelo Elizaga &#8211; der 40-Jährige zog sich nach der Copa América aus dem Team zurück &#8211; bei diesem Gegentreffer nicht gut aussah, verhinderte er in der Folge doch eine noch höhere Niederlage.</p>
<p><em><strong>Fazit: Spektakulär und hochriskant</strong></em></p>
<p>Im Hinspiel waren die Gefahren des 3-1-4-2 von Jorge Sampaoli sichtbar geworden, im Rückspiel die ungeheuren Möglichkeiten dieses Systems. Sampaoli, der sich selbst (wie an der Spielweise unschwer zu erkennen ist) als Anhänger von Marcelo Bielsa, seinem früheren Trainer und Chef bei Newell&#8217;s Old Boys, bezeichnet, lässt einen extrem attraktiven, aber auch ebenso gefährlichen Fußball spielen. Im Idealfall geht es so aus wie in diesem Spiel.</p>
<p>Das Überfluten der Zentrale mit rochierenden Spielern, das ganze durch die Hohe Verteidigungslinie auf engem Raum und mit dem Spielverständnis der Akteure, immer zumindest drei Mann vor dem Ball zu haben selbst wenn ein Stürmer die Kugel hat, ist über neunzig Minuten schlicht nicht zu verteidigen. Als gegnerische Mannschaft ist es keine Option, das Mittelfeld ebenfalls mit Spielern aufzufüllen, weil diese dann hinten fehlen. Man muss es nur schaffen, die weiten Räume im Rücken der Verteidigung zu nützen.</p>
<p>National schafft das in Chile praktisch niemand, in den 34 Spielern der Apertura/Clausura 2011/12 gab&#8217;s für La U nur zwei Niederlagen (bei 24 Siege und acht Remis). Und international holte man im Dezember die Copa Sudamericana, im Finale übrigens gegen Deportivos Lokalrivalen LDU Quito. Trotz des Klischees, dass der Angriff nur Spiele gewinnt, die Abwehr aber Titel.</p>
<p>Vielleicht &#8211; oder wahrscheinlich &#8211; ist der Erfolg dieser Mannschaft nur eine Blase, die kurzzeitig aufsteigt, an der sich alle erfreuen, aber letztlich doch zerplatzt. Aber genau solche Phänomene, so kurzlebig sie womöglich auch sind, machen doch die Schönheit dieses Sports mit aus.</p>
<p>(<a href="https://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)<br />
<iframe src="http://www.youtube.com/embed/O2n3Lq-ks8A" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
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		<title>Simeone bremst seinen Lehrmeister aus &#8211; Atlético mit 3:0 Europa-League-Champ!</title>
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		<pubDate>Wed, 09 May 2012 23:55:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Taktikbesprechungen]]></category>
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		<category><![CDATA[Bielsa]]></category>
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		<description><![CDATA[Eigentlich steht ja Bilbao-Coach Bielsa für einen bis ins allerletzte Detail durchdachten und vorausgeplanten Fußball. Im Finale der Europa League aber wurde der Lehrmeister von seinem einstigen Kapitän ausgebremst: Diego Simeone vermittelte Atlético Madrid eine ungemein exakten Plan, an den sich sein Team mit viel Disziplin und hoher Intelligenz hielt. Mit Erfolg &#8211; Atlético gewann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Eigentlich steht ja Bilbao-Coach Bielsa für einen bis ins allerletzte Detail durchdachten und vorausgeplanten Fußball. Im Finale der Europa League aber wurde der Lehrmeister von seinem einstigen Kapitän ausgebremst: Diego Simeone vermittelte Atlético Madrid eine ungemein exakten Plan, an den sich sein Team mit viel Disziplin und hoher Intelligenz hielt. Mit Erfolg &#8211; Atlético gewann klar mit 3:0.</em></strong></p>
<div id="attachment_7140" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-05-09-Atletico-Athletic-3-0.png"><img class=" wp-image-7140 " title="2012 05 09 Atletico-Athletic 3-0" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-05-09-Atletico-Athletic-3-0.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Atlético Madrid - Athletic Bilbao 3:0</p></div>
<p><span id="more-7139"></span>Diego Simeone bezeichnet sich selbst ohne Umschweife als Bielsa-Schüler. Und seit der langjährige Kapitän der argentinischen Nationalmannschaft &#8211; damals eben unter Teamchef Bielsa &#8211; im Dezember das Traineramt bei Atlético Madrid übernommen hat, geht es bei diesem Team stetig bergauf. Kein Wunder, denn was für ein Fuchs der 42-Jährige ist, zeigte er in diesem Finale.</p>
<p><strong><em>Atlético mit Pressing zum Start</em></strong></p>
<p>Er ließ seine Mannschaft mit einem ungeheuren Pressing beginnen. Genau das ist eigentlich die große Stärker von Bilbao, aber mit wenig Zeit am Ball konnte Athletic überhaupt nicht umgehen. Vor allem Diego und Arda Turan taten sich dabei hervor. Die Basken wirkten dadurch ziemlich gehetzt und verunsichert, und das schnelle Tor durch einen großartigen Schlenzer von Falcao nach sieben Minuten war die logische Folge.</p>
<p>Die Madrilenen spielten in einem 4-4-1-1, das aber sehr flexibel interpretiert wurde; im Bedarfsfall konnte es schnell ein 4-3-3 werden. Dann nämlich, wenn Diego (der als hängende Spitze links hinter Falcao spielte) etwas weiter nach außen ging und sich Arda (nominell im linken Mittelfeld) in die Zentrale orientierte. Denn das System bei Atlético war assymetrisch: Adrián auf der rechten Außenbahn ist an sich gelernter Stürmer und stand sehr hoch. Dass er dabei im Rücken von Bilbao-LV Aurtenetxe stand, war kein Nachteil.</p>
<p><em><strong>Die drei Sekunden nach dem Ballgewinn&#8230;</strong></em></p>
<p>Weil es Atlético auch nach der Führung geschickt anlegte. Die Madrilenen zogen sich etwas zurück, pressten nur noch mit zwei Mann (Diego und Falcao) und selbst das erst in der eigenen Hälfte und nicht annähernd in der Intensität wie zum unmittelbaren Start. Simeone wusste: Auf Dauer kann man Athletic nicht anpressen, ohne den Preis in Form von schwindenden Kräften zu zahlen. Auch wollte er nicht veruschen, den Basken auf Dauer mit spielerischen Mitteln Paroli zu bieten, weil dies gegen &#8220;Barça light&#8221; aus Bilbao zu viel Raum offen ließ.</p>
<p>Also zog Simeone hinten seine Viererkette zusammen. Die Außenverteidiger kümmerten sich um Muniain und Susaeta, die Mittelfeld-Außen um die aufrückenden Iraola und Aurtenetxe, und im Zentrum ließ sich Mario Suárez fallen, um Llorente einzukesseln und der Sturmspitze von Athletic keine Chance zu lassen, an eventuelle Flanken zu kommen.</p>
<p>Der Clou dabei war aber, dass Atlético nicht nur einfach die Räume eng machte und darauf wartete, dass die Zeit verging. Nein, Simeones Mannschaft achtete ganz extrem darauf, nach Ballgewinn so schnell wie möglich von Defensive auf Offensive umzuschalten. In diesen ersten drei Sekunden nach Ballgewinn, in denen Bilbao sich erst orientieren und den Rückwärtsgang einschalten musste, war Atlético unglaublich flink und schon auf halbem Weg zum Tor, die sich in der kurzen Phase der Neu-Organisation beim Gegner bildenden Räume ausnützend. Nicht nur im Zentrum, sondern vor allem auch über die rechte Seite von Adrián.</p>
<p><strong><em>Athletic ist etwas ratlos</em></strong></p>
<p>Dagegen fand Athletic kein Mittel. Im Zentrum standen Herrera (neben seinen Teamkollegen Javi Martínez und Iker Muniain, sowie Adrián von Atlético <a href="http://ballverliebt.eu/2011/06/25/schweiz-nah-dran-aber-effizientere-spanier-holen-den-em-titel/">einer von vier U21-Europameistern</a> auf dem Feld) und De Marcos gegen drei Gegenspieler, weil sich neben Suárez und Gabi eben oft auch Arda in die Mitte orientierte. Das Trio verschob auch sehr gut, wenn es Athletic über die Flügel versuchte.</p>
<p>Weil sie mit ihren gewohnten Kurzpässen also überhaupt keinen Zug in ihre Spiel brachten, gab es vermehrt lange Bälle, die oft überhastet wirkten und nur allzu oft weit am geplanten Empfänger vorbeigingen. Bilbao machte einen verunsicherten Eindruck, war nach vorne ratlos und machte hinten dann noch einen billigen Fehler. Amorebieta schaute sich etwas zu lange nach einer Anspielstation um, verlor dabei den Ball und Falcao nützte das mit einer Weltklasse-Aktion vor dem Tor zum 2:0 für Atlético aus.</p>
<p><em><strong>Bielsa reagiert auf fehlenden Punch aus dem Mittelfeld</strong></em></p>
<div id="attachment_7142" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/el-finale21.png"><img class=" wp-image-7142 " title="el-finale2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/el-finale21.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Anfang 2. Halbzeit</p></div>
<p>&#8220;El Loco&#8221; passte für die zweite Halbzeit sein 4-3-3 etwas an. Mit Ibai kam ein neuer Mann für für die linke Außenbahn. Nicht nur, dass Muniain (und auch Susaeta auf der anderen Seite) zu Zentral gespielt hatten, um die kompakte Viererkette von Atlético auseinander zu ziehen, es fehlte auch der Punch aus dem Mittelfeld.</p>
<p>Für diesen sollte nun Muniain sorgen, der von Links nun ins Zentrum gegangen war. Er spielte weiter vorne als De Marcos in der ersten Hälfte (dieser spielte nun statt Aurtenetxe als LV), was einen weiteren positiven Effekt hatte: Seine Präsenz hielt Mario Suárez davon ab, sich zu tief fallen zu lassen, was wiederum Llorente etwas Luft zum Atmen verschaffte. Zudem versuchten Susaeta und Ibai nun zumindest, breiter zu spielen.</p>
<p>Weil dazu die Raumaufteilung etwas gleichmäßiger war und Íñigo Pérez (statt Iturraspe im Spiel) ebenso höher stand wie sein Vorgänger, war Athletic auch etwas weniger anfällig für das blitzschnelle Umschalten von Atlético. Das fand zwar immer noch statt, aber Bilbao hatte sich nun besser darauf eingestellt.</p>
<p><strong><em>Aufgabe des Mittelfelds</em></strong></p>
<p>Nur: All das brachte auch nicht den gewünschten Erfolg, wenn es darum ging, Zugriff auf den Strafraum zu erhalten. Muniain stand praktisch immer alleine gegen zwei Gegenspieler und Llorente machte im Zentrum gegen Godín und Miranda kaum einen Stich. Weswegen Bielsa nach einer Stunde die für ihn äußerst unübliche Brechstange aus der Kiste holte &#8211; in Form von Toquero.</p>
<div id="attachment_7144" class="wp-caption alignleft" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/el-finale3.png"><img class=" wp-image-7144 " title="el-finale3" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/el-finale3.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Ab ca. 60. Minute</p></div>
<p>Was nichts anderes hieß als die Aufgabe des Mittelfelds. Im Zentrum stand nun nur noch Muniain (abgeischert von Íñigo Pérez), vorne dafür zwei Zentrums-Strmer und zwei Außenangreifer. Doch egal um nun von Muniain oder von den Außen: Nun segelten die Bälle völlig Bielsa-untypisch hoch in den Strafraum. Weil nun aber Suárez wieder von Muniain lassen konnte, nachdem dieser ja ganz alleine war und von Gabi übernommen wurde, ließ dieser sich wieder vermehrt fallen um im Abwehrzentrum Überzahl herzustellen.</p>
<p>Zudem war durch das komplett offene Mittelfeld nun wieder der Weg frei für schnelle Gegenstöße durch blitzartiges Umschalten nach Ballgewinn. So kam Bilbao nur zu ein, zwei halbwegs ernsthaften Chancen, die aber spätestens beim glänzenden Thibaut Courtois im Atlético-Tor endeten, und spielte bis zum Schluss überhastet und ungewohnt fahrig.</p>
<p>Auf der anderen Seite hätte Falcao schon die Entscheidung herbeiführen müssen, als er nach einem schnellen Gegenstoß nur den Pfosten traf, aber wenige Minuten vor Schluss machte Diego mit einer feinen Einzelleistung doch noch alles klar.</p>
<p><em><strong>Fazit: Simeone manövrierte Bielsa aus</strong></em></p>
<p>Auch das kommt mal vor: Marcelo Bielsa wurde bis zu einem gewissen Grad von seinem Gegenüber ausmanövriert. Simeone kannte die Stärken und die Schwächen von Athletic nicht nur, er ließ sie auch gnadenlos anbohren. Vor allem Atléticos unglaublich flinke Umschalten nach Ballgewinn brachte die Basken immer wieder schwer in Verlegenheit. Simeone ließ Athletic den Ball haben, wo es seinem Team nicht weh tat und ließ immer wieder in kurzen Phasen Pressing aufblitzen. Llorente war praktisch kein Faktor und die nach innen ziehenden Außenstürmer waren bei den diese schon recht weit innen erwartenden Atlético-AV in guten Händen.</p>
<p>Bielsa fühlte sich schon nach einer Stunde, also sehr früh, dazu genötigt, die Brechstange auszupacken, die er seiner Mannschaft eigentlich ausgetrieben hat. Athletic hat es im ganzen Spiel nicht geschafft, ein taugliches Mittel gegen die ungemein intelligent und extrem präzise eingestellten Gegner zu finden. Und so schade das nach den tollen Auftritten in dieser Saison, vor allem den beiden inhaltlichen Vernichtungen von Manchester United, auch ist: Diesmal fehlte der Plan und somit ist die Sieg für Atlético Madrid vollauf gerechtfertigt.</p>
<p>(<a href="https://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=7139&amp;md5=9c5c1507fa5af95fd37e2ed8d3351a38" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Reif für die Bundesliga? Lustenau wäre interessanter, der WAC passt besser</title>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 23:36:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit dem 2:2 bei Austria Lustenau hat der WAC einen womöglich vorentscheidenden Schritt zum Aufstieg in die österreichische Bundesliga gemacht &#8211; beim direkten Duell zeigten der Kroate und der Isländer auf den Trainerbänken aber beide ihre Qualitäten. WAC-Coach Bjelica mit seiner eher nüchternen, kompakten Spielanlage. Und Lustenau-Trainer Kolvidsson mit dem auch inhaltlich fundierten Versuch, das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Mit dem 2:2 bei Austria Lustenau hat der WAC einen womöglich vorentscheidenden Schritt zum Aufstieg in die österreichische Bundesliga gemacht &#8211; beim direkten Duell zeigten der Kroate und der Isländer auf den Trainerbänken aber beide ihre Qualitäten. WAC-Coach Bjelica mit seiner eher nüchternen, kompakten Spielanlage. Und Lustenau-Trainer Kolvidsson mit dem auch inhaltlich fundierten Versuch, das Spiel selbst zu gestalten.</em></strong></p>
<div id="attachment_7133" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-05-04-ALu-WAC-2-21.png"><img class=" wp-image-7133 " title="2012 05 04 ALu-WAC 2-2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-05-04-ALu-WAC-2-21.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Austria Lustenau - Wolfsberger AC 2:2</p></div>
<p><span id="more-7126"></span>Ein Kroate und ein Isländer &#8211; sie kämpfen als Trainer um den Aufstieg in die Bundesliga: Die Wolfsberger mit dem führeren Kaiserslautern-Profi Nenad Bjelica (40, seit acht Jahren erst als Spieler, dann als Trainer in Österreich tätig) und die Lustenauer Austria mit Helgi Kolvidsson (40, als Spieler in Lustenau und im süddeutschen Raum in zweiter und dritter Liga unterwegs) sind jene Teams, die sich als die verbliebenen Kandidaten im Kampf um den Aufstieg in die Bundesliga herauskristallisiert haben. Mit dem WAC in der besseren Position: Mit vier Punkten Vorsprung ging&#8217;s zum direkten Duell am viertletzten Spieltag ins Ländle.</p>
<p><strong><em>Die Spielanlage des Heimteams</em></strong></p>
<p>Das größte Problem, mit dem Lustenau zu kämpfen hatte, war das krankheitsbedingte Fehlen von Spielmacher Sascha Boller. Statt dem Blondschopf aus Deutschland musste Jan Zwischenbrugger auf die Zehn in Kolvidssons 4-2-3-1 gehen. Dieser ist ein braver Spieler, aber er strahlt weder die Omnipräsenz eines Boller aus, noch hat er dessen Qualitäten im Gestalten des Spiels.</p>
<p>Zudem war Zwischenbrugger zwischen WAC-Sechser Messner und Roland Putsche ziemlich eingezwickt, sodass er noch weniger am Spiel teilnehmen konnte. So gab es zwei Möglichkeiten für die Vorarlberger, nach vorne zu kommen: Über die Flanken (das frühe 1:0 durch Boya entstand aus schleißigem Abwehrverhalten &#8211; Suppan versuchte nicht einmal, den Flankenball zu verhindern) oder über lange Bälle.</p>
<p><strong><em>Vor der Pause: WAC hat das Spiel im Griff</em></strong></p>
<p>Der WAC machte schon vor, aber erst recht nach dem 1:1-Ausgleich (einem schlimmen Patzer von Lustenau-Goalie Kofler bei einem Jacobo-Freistoß) sehr geschickt das Mittelfeld zu. Nenad Bjelica setzte in dieser Partie nicht auf sein gewohntes 4-4-2, sondern opferte einen Stürmer, um die Zentrale zu stärken. Generell war die Ausrichtung der Kärntner recht defensiv, kein Wunder, sie konnten mit einem Remis deutlich besser leben.</p>
<p>Jacobo &#8211; ein richtig unguter Kerl auf dem Platz, weinerlich und mit einer veritablen Fallsucht ausgestattet &#8211; sollte, wie gewohnt, auf dem linken Flügel für Akzente setzen, die anderen drei in der Mittelfeld-Kette hatten aber eher defensive Aufgaben. Kerhe auf der rechten Seite bremste gemeinsam mit Baldauf den flinken Thiago ein, Putsche passte auf, dass Zwischenbrugger nicht ins Spiel kam. Lediglich Zakany war noch mit gestalterischen Aufgaben bedacht: Er positionierte sich oft recht tief und stieß dann wie ein Box-to-Box-Spieler bis in die Spitze vor. Der Sechser Messner agierte als reiner Zerstörer &#8211; Aufgaben in der Gestaltung hatte er praktisch keine.</p>
<p>Der Plan des WAC ging auf: Lustenau fand keine Wege, um mit spielerischen Mitteln durch das Mittelfeld der Kärntner durchzukommen, da konnte sich Boya noch so viel bewegen und auch im Mittelfeld sich anbieten. So blieben nur noch lange Bälle, mit denen der WAC keine Probleme hatte. Die Folge: Lustenau hatte zwar mehr Ballbesitz, aber die Kärntner kontrollierten das Spiel.</p>
<p><em><strong>Nach der Pause: Lustenau findet vor das Tor</strong></em></p>
<p>Zwei Aspekte ließen das Spiel nach der Pause zu Gusten von Lustenau kippen: Zum einen, dass WAC-Coach Bjelica seine Flügelspieler die Seiten tauschen ließ. So sollte statt Jacobo nun der defensiv deutlich stärkere Manuel Kerhe die Angriffsbemühungen des starken Lustenau-RV Daniel Dunst einbremsen. Das war aber ein Schuss ins Knie: Nicht nur, dass Dunst gegen Kerhe (gegen den er selbst defensiv nichts zu befürchten hatte) noch mehr nach vorne randalierte als vor der Pause, nein, nun ließ sich auch Lustenau-LV Zech nicht lumpen und tat es Dunst gleich.</p>
<p>Und zum anderen, dass Thiago und Krajic, die beiden Lustenauer Außenstürmer, deutlich zentraler agierten bzw. einrückten, um den Außenverteidigern das hinterlaufen zu ermöglichen. So überrannten die Vorarlberger das Zentrum, sodass der WAC hier überhaupt nichts Konstruktives mehr zeigen konnte, und verfügten aber dennoch über die nötige Breite, um die Abwehrkette des WAC auseinander zu ziehen.</p>
<p>Vor allem Boya verstand es sehr geschickt, die sich bietenden Räume im Strafraum anzugehen, sich mit seinem robusten Körperbau zur Wehr zu setzen und den Abschluss zu suchen. Lustenau war nach dem Seitenwechsel das klar spielbestimmende Team und hatte genug Chancen, sich die verdiente Führung zu sichern. Doch die Möglichkeiten wurden allesamt vergeben.</p>
<p><strong><em>WAC erst in Not, dann in Führung</em></strong></p>
<p>Bjelica nahm eine Viertelstunde vor Schluss Zakany aus dem Spiel und brachte mit Jochum einen zweiten Zerstörer und stellte auf ein 4-2-3-1 um. Das Signal war klar: Schauen, dass das 1:1 über die Zeit gebracht wird. Doch es ergab sich sogar die Chance auf mehr: Jacobo, von dem nichts mehr zu sehen war, ging bei einem der seltenen Konter nach einem leichten Schubser von Dürr spektakulär zu Boden &#8211; Freistoß, Solano kam mit dem Kopf dran, und der WAC führte 2:1.</p>
<p>Die Vorarlberger warfen in den letzten Minuten dann noch alles nach vorne, und ein Freistoß-Gewaltschuss von Innenverteidiger Stückler brachte in der Nachspielzeit noch den Ausgleich. Hochverdient &#8211; mindestens. Im Kampf um den Aufstieg aber wohl dennoch etwas zu wenig.</p>
<p><strong><em>Fazit: WAC passt besser in die Bundesliga, Lustenau wäre interessanter</em></strong></p>
<p>Im Endeffekt geht das Remis in Ordnung: Der WAC kontrollierte das Spiel mit geschicktem Spiel gegen den Ball vor der Pause, Austria Lustenau mit mutigem Spiel nach vorne nach dem Seitenwechsel. Für den Kampf um den Bundesliga-Aufstieg heißt das, dass der WAC sich nur noch selbst schlagen kann &#8211; in den letzten drei Spielen sollten die Kärntner ihren Vier-Punkte-Polster eigentlich nicht mehr verspielen.</p>
<p>Doch egal, wer nun das Ticket für die Bundesliga löst: Es wird eine Mannschaft rauf kommen, die sich vor der höchsten Spielklasse nicht fürchten muss &#8211; obwohl weder der WAC noch Lustenau zeigen etwas wirklich Außergewöhnliches zeigen.</p>
<p>Angesichts der aktuellen Bundesliga-Landschaft würde wohl der WAC besser hinein passen: Geschickte Arbeit gegen den Ball im Mittelfeld. Bis auf Jacobo keine Spieler, auf die man ein spezielles Auge richten müsste, aber sehr kompakt. Im Spiel nach vorne könnte es in der Bundesliga etwas Probleme geben: Zakany als Box-to-Box-Spieler, der das Umschalten von Defensive auf Offensive organisiert, ist dabei durchaus ausrechenbar. Das reicht in der Ersten Liga, aber bei den auf Verhindern geeichten Teams der Bundesliga geht das sicher nicht mehr so leicht. Zudem dürfen Zweifel angemeldet werden, ob Christian Falk als Solo-Spitze in der Bundesliga wirklich zurecht kommt. Er tut sich mit einem Sturmpartner sichtlich leichter.</p>
<p>Schöner zum Ansehen wäre, auch wenn es sich wohl nicht mehr ausgehen wird, Austria Lustenau. Unter Kolvidsson, und da vor allem nach der Winterpause, zeigen die Vorarlberger immer den Mut zur Initiative. Massiv nach vorne marschierende Außenverteidiger, Flügelstürmer die das Hinterlaufen ermöglichen,  ein Sascha Boller als nimmermüder Spielgestalter (wenn er nicht gerade krank im Bett liegt) &#8211; und mit Pierre Boya als robustem Solo-Stürmer, der Bälle nicht nur versenken sondern auch halten kann, dabei eigentlich zu gut für die Erste Liga ist.</p>
<p>Da es in der Bundesliga ja nicht so richtig viele Mannschaften gibt, die selbst gestalten (wollen), wäre ein Team wie Lustenau &#8211; wie gesagt, nichts Außergewöhnliches, aber zumindest inhaltlich an höheren Sphären orientiert &#8211; ein netter Farbtupfer gewesen.</p>
<p>Weshalb man Helgi Kolvidsson nur gratulieren kann und sagen muss: Bitte mehr Trainer von dieser Sorte!</p>
<p>(<a href="https://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=7126&amp;md5=57985af1971a2af144e5928f0636af26" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Featurette: Das Problem von Libero und zwei Manndeckern gegen ein 4-3-3</title>
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		<pubDate>Wed, 02 May 2012 09:08:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Taktikbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[3-5-2]]></category>
		<category><![CDATA[4-3-3]]></category>
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		<category><![CDATA[Libero]]></category>
		<category><![CDATA[Manndecker]]></category>

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		<description><![CDATA[Taktisches Positionsspiel ist in unteren Klassen nicht relevant? Stimmt nicht! Hier ein konkretes Beispiel, wie man als vom Potential her gleichwertige Mannschaft einen Gegner mit einer Dreierabwehr (in diesem Fall mit Libero und zwei Manndeckern) ausmanövriert. 3-5-2 mit Libero gegen ein 4-3-3 mit zwei Flügelstürmern &#8211; so die systematische Ausgangsposition zwischen Dionysen Traun, dem 5. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Taktisches Positionsspiel ist in unteren Klassen nicht relevant? Stimmt nicht! Hier ein konkretes Beispiel, wie man als vom Potential her gleichwertige Mannschaft einen Gegner mit einer Dreierabwehr (in diesem Fall mit Libero und zwei Manndeckern) ausmanövriert.</em></strong></p>
<div id="attachment_7116" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-05-01-Dionysen-Taufkirchen-5-1.png"><img class=" wp-image-7116 " title="2012 05 01 Dionysen-Taufkirchen 5-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-05-01-Dionysen-Taufkirchen-5-1.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Man beachte das Positionsspiel von Dionysen-Rechtsaußen Claudia Hammerschmied.</p></div>
<p>3-5-2 mit Libero gegen ein 4-3-3 mit zwei Flügelstürmern &#8211; so die systematische Ausgangsposition zwischen Dionysen Traun, dem 5. der zweiten Frauen-Liga West, und Taufkirchen, dem 4., im Halbfinale des OÖ-Landescups.</p>
<p>Der entscheidende Faktor war in dieser Partie die Raumaufteilung der drei Stürmer von Dionysen und dabei vor allem das Positionsspiel von Dionysen-Rechtsaußen Claudia Hammerschmied. Weil Taufkirchen gegen ein Team mit nur einer zentralen Stürmerin auf Libero und Manndeckung setzte, war eine im Defensiv-Zentrum zu viel &#8211; der zweite Manndecker.</p>
<p><span id="more-7115"></span>Weil Vanessa Danninger keinen direkten Gegenspieler hatte, hing sie völlig in der Luft und wusste nicht so recht, was sie nun tun sollte. Blieb sie in ihrer Position im Halbfeld und ließ Hammerschmied auf der Außenbahn gewähren (während Taufkirchens linker Flügel von Dionysen-RV Rammer beschäftigt wurde), konnte diese ungehindert durchgehen. Ließ sich Danninger aus der Position ziehen &#8211; also entweder auf die Außenbahn oder Richtung Mittellinie &#8211; entstanden Kanäle, die die aufrückenden Majovski und Kern bearbeiten konnten.</p>
<p>Taufkirchen-Trainer Hofer nahm zur Pause beide Manndecker vom Feld, stellte auf ein 4-4-2 um (im Abwehrzentrum mit Libero und einem neuen Manndecker), aber seine Mannschaft war da schon längst unaufholbar 0:3 im Rückstand. In der zweiten Hälfte machte Taufkirchen zwar mit jeweils zwei Spielerinnen auf den Flügeln die Außenbahnen zu und stand im Zentrum auch kompakter, aber das Spiel war im Grunde schon tot. Durch Tore in der Schlussphase hieß es am Ende 1:5.</p>
<p>Was zeigt: Mit einem überzähligen Spieler in einer Dreier-Abwehr gegen nur einen zentralen Stürmer hat man automatisch einen zu viel hinten, der dann im Mittelfeld oder auf den Außenbahnen fehlt. Vor allem ein Manndecker, der ohne Gegenspieler ohne Aufgabe im leeren Raum hängt, kann zu einem größeren Problem werden als man zunächst annimmt &#8211; was dieses Spiel auch für das nicht-professionelle Level beweist. Das in der Tabelle leicht besser platzierte Team aus Taufkirchen hatte gegen Dionysens System-Vorteil nicht den Hauch einer Chance.</p>
<p>(<a href="https://twitter.com/#!/PEitzinger">p</a>he)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=7115&amp;md5=d9f36d3bc4f713623072d9f64b81db87" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Man City nach 1:0 auf dem Weg zum Titel &#8211; weil man United das Zentrum abnahm</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2012/04/30/man-city-nach-10-auf-dem-weg-zum-titel-weil-man-united-das-zentrum-abnahm/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 21:49:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[England]]></category>
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		<category><![CDATA[Zabaleta]]></category>

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		<description><![CDATA[Es hatte schon Clásico-Dimensionen, wie das Spiel von Man City gegen Man United im Vorfeld aufgebauscht wurde. Kein Wunder &#8211; schließlich war es nicht nur ein Derby, sondern sollte als drittletzte Partie der Saison auch eine Entscheidung im Titelrennen bringen. Letztlich gewann City verdient mit 1:0 &#8211; weil man es schaffte, das Zentrum immer mehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Es hatte schon Clásico-Dimensionen, wie das Spiel von Man City gegen Man United im Vorfeld aufgebauscht wurde. Kein Wunder &#8211; schließlich war es nicht nur ein Derby, sondern sollte als drittletzte Partie der Saison auch eine Entscheidung im Titelrennen bringen. Letztlich gewann City verdient mit 1:0 &#8211; weil man es schaffte, das Zentrum immer mehr in die eigene Hand zu bringen.</em></strong></p>
<div id="attachment_7103" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-04-30-Man-City-Man-Utd.png"><img class=" wp-image-7103 " title="2012 04 30 Man City-Man Utd" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-04-30-Man-City-Man-Utd.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Manchester City - Manchester United 1:0</p></div>
<p><span id="more-7102"></span>Im Herbst hatte City alles niedergewalzt und schien unaufhaltsam. Dann schwächelten die Citizens und United hatte zeitweise schon acht Punkte Vorsprung. Und doch kam es nach einigen eher kuriosen Punktverlusten der Red Devils zum zumindest vorentscheidenden Showdown um den Titel in der Premier League! Die Ausgangslage war klar: Gewinnt City, schaut es sehr gut aus mit der ersten Meisterschaft seit 44 Jahren. Gewinnt City nicht, ist United der 13. Titel der Ära Ferugson kaum noch zu nehmen.</p>
<p><strong><em>3:2 für United</em></strong></p>
<p>Zu Beginn der Partie hatte United drei Mann im Mittelfeld-Zentrum (Carrick, Scholes und Park), die einem Duo bei City (Barry und Touré) gegenüber standen. Das erlaubte United nicht nur die Kontrolle über diese Zone, sondern brachte wegen der speziellen Rollenverteilung der drei auch mit sich, dass City kaum dazu kam, von hinten heraus Spielzüge aufzubauen.</p>
<p>Denn während Carrick absicherte, preschte Scholes immer wieder nach vorne und unterstützte Park dabei, auf die Innenverteidiger bzw. die zentralen Mittelfeldspieler von City zu pressen. Das klappte recht gut, die Citizens kamen kaum zu geordnetem Spielaufbau und somit trotz einem deutlichen Plus an Ballbesitz nicht wirklich zu Chancen.</p>
<p>Auch deshalb, weil es Agüero (ganz vorne) und Tévez (etwas hängend) am Nachschub aus der Mitte fehlte. Und weil von Clichy auf der linken Angriffsseite von City wenig kam und Silva so gegen Jones auf sich alleine gestellt war, blieb nur noch die rechte Außenbahn mit Nasri und vor allem Pablo Zabaleta. Der argentinische Linksverteidiger nützte den Freiraum, den ihm der recht weit innen spielende Giggs nützte, prächtig. Er wetzte die Linie auf und ab, versuchte viel und war Citys aktivster Spieler. Ihm war es zu verdanken, dass Evra hinten gebunden war und Giggs praktisch nicht am Spiel teilnahm.</p>
<p><strong><em>Pressing lässt nach, Touré und Barry switchen</em></strong></p>
<p>Ob es daran liegt, dass Scholes und Park nicht mehr die Jüngsten sind? Jedenfalls ließ ihr recht effektvolles Pressing nach rund 20 Minuten immer mehr nach. Das erlaubte es City, deutlich mehr Zugriff auf das Zentrum zu bekommen. Was wohl auch am kurzzeitigen Positionswechsel von Barry und Touré lag: War die Stoßrichtung des Pressing zuvor eher auf die halblinke Seite von Barry gegangen, der damit massive Probleme hatte, konnte nach diesem Platztausch der körperlich extrem robuste Yaya Touré deutlich besser damit umgehen.</p>
<p>Es ist jedoch eine Henne-Ei-Frage, ob das eine das andere bedingt hat, oder doch eher das andere das eine. Jedenfalls wurden die Aktionen von City deutlich konkreter, Tévez konnte immer mehr ins Aufbauspiel mit einbezogen werden und der Druck, den Zabaleta machen konnte, wurde immer mehr, und United wurde mehr und mehr in die Defensive gedrückt.</p>
<p><strong><em>3:3 &#8211; City gleicht aus (und geht an Toren in Führung)</em></strong></p>
<p>Zudem orientierte sich David Silva von seiner ursprünglichen linken Außenbahn nun immer mehr ins Zentrum. Das bedeutete, dass City einen zusätzlichen Spieler dort hatte, und United die Überzahl damit los war. Das, verbunden mit dem kaum mehr vorhandenen Pressing von Scholes und Park, führte zu einer klaren Überlegenheit von City. Zwar brauchte es kurz vor der Halbzeitpause einen Eckball, einen wuchtigen Kopfball von Kompany und ein verlorenes Duell von Smalling vor dem Tor, aber die 1:0-Führung für City war absolut nicht unverdient.</p>
<p>United kam zwar mit dem Versuch aus der Kabine, höher zu stehen, mehr nachzurücken und den fleißigen, aber wirkungslosen Rooney zu unterstützen. Nur: Ein Konter von City vier Minuten nach Wiederanpfiff rief bei United in Erinnerung, dass man dadurch noch anfälliger war für ein zweites und damit ziemlich sicher entscheidendes Gegentor.</p>
<p><strong><em>3:2 für City</em></strong></p>
<div id="attachment_7110" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/City-United-2.png"><img class=" wp-image-7110 " title="City-United 2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/City-United-2.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">City hatte nun auch personelles Übergewicht im Zentrum</p></div>
<p>So nahm Alex Ferguson nach einer Stunde Park vom Platz und brachte mit Danny Welbeck einen neuen Mann für die Spitze, Rooney spielte nun etwas hinter dem neuen Mann. Er stand aber nicht so tief wie Park zuvor, weshalb United das Zentrum praktisch hergab. Umso mehr, nachdem Mancini statt Tévez kurz darauf De Jong ins Spiel brachte, somit auf ein 4-3-3 umstellte. Nun standen drei City-Spielern (De Jong, Barry, Touré) nur noch zwei Mann von United (Scholes und Carrick) gegenüber.</p>
<p>Die wenig überraschende Folge: Die Einwechslung von Welbeck verpuffte, weil Rooney in seiner tiefen Positionierung von De Jong und Barry abgeschirmt wurde und so ein noch geringerer Faktor war als zuvor. Ferguson erkannte das und besetzte in seinem 4-4-2 die Flanken neu (Young für Nani, davor Valencia für Scholes; Giggs ging zu Carrick ins Zentrum). Effekt? Praktisch Null.</p>
<p>Im Gegenteil, je näher es dem Schlusspfiff entgegen ging, desto ungenauer wurden die Pässe schon von hinten heraus. United schien am Ende massive Probleme zu haben, die Nerven im Zaum zu halten, anders sind die teils extrem billigen Abspielfehler kaum zu erklären. Dennoch blieben sie noch lange am Leben, weil es City verpasste, den Sack zuzumachen &#8211; aber am Ende doch den verdienten 1:0-Sieg einfahren konnte.</p>
<p><strong><em>Fazit: United fehlte der Plan</em></strong></p>
<p>City war, von der Anfangsphase abgesehen, die bessere Mannschaft und holte sich verdient den Sieg. Vor allem Zabaleta, der Giggs zum Statisten degradierte, auf der linken Seite und Yaya Touré, der mit seiner unglaublichen Klasse das Zentrum immer mehr dominierte, waren die Schultern, auf denen der Sieg ruhte.</p>
<p>Der Versuch von United, mit gezieltem Pressing die eindeutigen Geschwindigkeits-Nachteile im Mittelfeld auszugleichen, gingen nur rund 20 Minuten gut, dann setzte sich aber immer mehr die größere körperliche Robustheit und der kaum umzuhauende Taktgeber Touré durch. Scholes und Park konnten immer weniger entgegen setzen, Giggs genausowenig, und nach Uniteds Umstellung auf das 4-4-2 hatte City noch weniger Probleme, den Sieg nach Hause zu bringen.</p>
<p>United fehlte es ganz deutlich an einem funktionierenden Plan, wie die Defensive von City zu bezwingen gewesen wäre. Zabaleta und Clichy machten die Flügel zu, Barry und De Jong das Zentrum, und in der Innenverteidigung waren Kompany und Lescott eine Macht. Rooney konnte sich nie gewinnbringend zwischen den Linien postieren. Immer wieder ließ er sich weit fallen, dann fehlte jedoch vorne eine Anspielstation &#8211; United wurde ausmanövriert.</p>
<p>Und muss nun wohl auf einen City-Umfaller in Newcastle hoffen, will man sich doch noch den Titel sichern.</p>
<p>(<a href="https://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=7102&amp;md5=e927c66950afc8a50cc83920589e88f5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ballverliebt Interaktiv: Leseranalysen zum 2:1 von Real Madrid bei Barça</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Apr 2012 08:54:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[International]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit dem 2:1-Sieg in Barcelona machte Real Madrid die spanische Meisterschaft so gut wie fix. Für dieses Spiel gab&#8217;s von unserer Seite ein Experiment: Die erste interaktive Ballverliebt-Leseranalyse! Vier Einsendungen haben wir bekommen. Viel Spaß damit! Andreas Himmelbauer: Tello statt Sánchez, Thiago statt Fàbregas&#8230; &#8230;Guardiolas gescheitereter Schachzug im Detail. Diese Überraschung ist Pep Guardiola gelungen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Mit dem 2:1-Sieg in Barcelona machte Real Madrid die spanische Meisterschaft so gut wie fix. Für dieses Spiel gab&#8217;s von unserer Seite ein Experiment: Die erste interaktive Ballverliebt-Leseranalyse! Vier Einsendungen haben wir bekommen. Viel Spaß damit!</em></strong></p>
<div id="attachment_7098" class="wp-caption aligncenter" style="width: 341px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Startaufstellung1.png"><img class="size-full wp-image-7098" title="Startaufstellung" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Startaufstellung1.png" alt="" width="331" height="507" /></a><p class="wp-caption-text">Barça - Real 1:2 (Grafik von Andreas Himmelbauer)</p></div>
<p><em><strong><span id="more-7093"></span></strong></em></p>
<p><strong><em>Andreas Himmelbauer: Tello statt Sánchez, Thiago statt Fàbregas&#8230;</em></strong></p>
<p><em>&#8230;Guardiolas gescheitereter Schachzug im Detail.</em></p>
<p>Diese Überraschung ist Pep Guardiola gelungen. Ausgerechnet im vielleicht wichtigsten Spiel der Saison setzte der Barca-Trainer auf die beiden Jungstars Thiago Alcantara und Cristian Tello und nicht auf die eigentlichen Stammkräfte Cesc Fabregas und Alexis Sanchez. Diese Umstellungen hatten weitreichende Folgen und veränderten das gesamte Spiel. Allerdings nicht in der Art und Weise wie es sich Pep Guardiola vorgestellt hat.</p>
<div>
<dl id="attachment_7096">
<dt>Obwohl man im Vorhinein annehmen konnte, dass Thiago und Tello die Positionen von Fabregas und Sanchez eins zu eins übernehmen werden, war dies nicht der Fall. Vor allem die Aufstellung von Tello hatte große taktische Auswirkungen. Er besetzte nämlich nicht die Position als rechter Stürmer, sondern spielte am linken Flügel, also auf der Position, die im Normalfall für Iniesta vorgesehen ist. Dieser rückte dafür mehr ins Zentrum und spielte fast schon auf einer Höhe mit Messi. Den rechten Flügel belegte Dani Alves, der normalerweise als sehr offensiver Rechtsverteidiger agiert. Der Brasilianer spielte einen Außenstürmer wie er im Buche steht und heutzutage eigentlich kaum noch Verwendung findet.</dt>
</dl>
</div>
<p>Auch Thiago übernahm nicht direkt die Rolle von Fabregas. Während Letzterer normalerweise als zweite „falsche Neun“ spielt und eine direkte Verbindung zwischen Mittelfeld und Sturm verkörpert, spielte Thiago um einiges defensiver und war hauptsächlich dafür verantwortlich, den Ball aus der eigenen Hälfte in die gegnerische zu tragen. Diese Aufgabe füllte er auch tadellos aus. Dank seiner überragenden Ballführung und Übersicht, war er nur schwer vom Ball zu trennen. Das Ergebnis all dieser Umstellungen war eine 3-3-4/3-4-3 Hybridformation von Barcelona, die man schon von früheren Spielen in der Primera Division kannte.</p>
<p>Guardiolas Absichten hinter diesen Umstellungen waren wohl einerseits mehr Breite ins Spiel der Katalanen zu bringen und andererseits im Zentrum möglichst viele Kreativspieler zu haben, die Messi ins Szene setzen konnten. Tello links und Alves rechts zogen zwar das Spiel enorm in die Breite, allerdings konnten sie sich nur sehr selten gegen ihre Bewacher Coentrao und Arbeloa durchsetzen und wirkten oft isoliert. Vor allem Alves war auf rechts ziemlich alleine gelassen. Er bekam zwar einige Bälle von Xavi, konnte diese aber dann mangels Unterstützung nicht weiter verarbeiten und blieb nicht selten an Coentrao und Ronaldo hängen. Auf links hatte Barca zwar mit Iniesta, Tello, Thiago und teilweise auch Messi Überzahl, man konnte das allerdings nie wirklich nutzen, da die Räume viel zu eng waren. Der junge Tello versuchte zwar oft, sich gegen Arbeloa durchzusetzen, scheiterte aber immer.</p>
<p>Hinzu kam, dass durchs Zentrum so gut wie gar nichts ging. Verantwortlich dafür war in erster Linie Andres Iniesta, der die Rolle als Messi-Unterstützer längst nicht so gut ausfüllte, wie es Fabregas zuvor schon oft gezeigt hatte. Zusammengefasst kann man sagen, dass Barca die Balance zwischen Flügel- und Zentrumsspiel fehlte. Im sonst üblichen 4-3-3 spielt man meistens durch die Mitte und besetzt die Flügel oft nur durch die aufrückenden Außenverteidiger. Man hat dadurch fast immer 5 Offensivspieler in Bewegung, die zwischen Zentrum und Flügel pendeln und den aufrückenden Außenverteidiger unterstützen. Genau dieses Pendeln fehlte gegen Real im 3-3-4 System. So spielte man aufgrund der isolierten Flügelstürmer quasi in Unterzahl. Guardiolas Idee des breiten<br />
Spiels konnte schlichtweg nicht umgesetzt werden.</p>
<p>Womöglich hat Guardiola auch mit einem weitaus defensiver eingestelltem Real gerechnet. Wäre dies der Fall gewesen, dann hätte sich Barca wohl viel leichter getan. Anders als in der letzten Saison presste Real aber phasenweise schon im Mittelfeld und nutzte die Schwächen der 3-3-4 Formation somit gut aus.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><strong><em>Mirco Reimer: Die (verschenkte) Rolle von Lionel Messi</em></strong></p>
<p>Mit seiner Aufstellung überraschte Guardiola wahrscheinlich die meisten Fußball-Fans, hier sprechen wir jedoch nicht nur von dem überraschenden Startplatz für Tello, sondern auch von der Rolle von Xavi. Diese sollte großen Einfluss auf das Spiel von Lionel Messi haben.</p>
<p>Xavi agierte nämlich in der Sachenz/Fabregas-Rolle als offensiver Zuarbeiter für Messi. Die Aufgabe von Xavi in diesem Clasico war, dass er die Räume ausnutzen sollte die Messi schuf, wenn dieser in seiner Rolle als falsche Neun nach hinten abdriftete. Um dies zu ermöglichen und weiter Gefahr durch das Zentrum auszustrahlen muss bei einem solchen Abdriften ein Spieler im Zentrum vorhanden sein, der diese Räume öffnet, gegenfalls auch ausnutzt und Messi öffnet die Möglichkeit gibt Doppelpässe zu spielen. Sanchez beherrscht dies wie kaum ein anderer, war jedoch nicht fit und wurde deshalb von Guardiola erst spät (zu spät?) gebracht.  Deswegen sollte Xavi diese Aufgabe in einer ähnlichen Art und Weise ausfüllen. Dies misslang jedoch aus mehreren Gründen, einer waren die vielen Fehlpässe die Messi zu verzeichnen hatte (zur Halbzeit hatte nur Barcelona-Keeper Valdes eine schwächere Passquote) und zum anderen, dass die Real Spieler ihn geschickt aus dem Spiel nahmen.</p>
<p>Die Madrider-Doppelsechs mit Alonso und Khedira agierte nämlich unmittelbar vor Viererkette, die gleichzeitig sehr hoch positioniert war. So gab es für Messi und seine Kollegen wenig Platz welches Barcelona überdurchschnittlich oft ins Abseits oder zu einem Rückpass zwang. Dieser taktische Kniff von Mourinho resultierte außerdem in einem kompakten Zentrum, sodass Messi sich sehr schwer damit tat in den Strafraum zu gelangen. Ein Grund hierfür war die gute Abstimmung zwischen Alonso und Ramos.</p>
<p>Alonso begann auf der Position im defensiven Mittelfeld und positionierte sich so,  dass er auf Messis traf wenn dieser sich ins Mittelfeld zurückzog. So hatte Real mit Messis Dribblings keine großen Probleme. Zwar war er mit Abstand der Spieler mit den meisten erfolgreichen Dribblings auf dem Platz, jedoch war er durch Reals Taktik oftmals gezwungen diese weit vom gegnerischen Tor entfernt zu starten. Sollte Messi doch ins Rollen kommen wurden diese mit geschickten Fouls unterbunden. Nur einmal brach Messi jedoch durch, als er 4 Madrid-Spieler auf sich zog und zu Xavi durchspielte, der jedoch an Casilias scheiterte.</p>
<p>Das Hauptproblem ergab sich also schon zu Spielbeginn, Messi war durch Guardiolas Entscheidung auf zwei klassische Flügelspieler, Tello und Alves, zu setzen isolierte Messi im Zentrum und das Experiment mit Xavi als „Sanchez-Kopie“ scheiterte. Erst mit der Einwechslung von Sanchez für eben Xavi änderte sich dies und resultiere auch in dem zwischenzeitlichen Ausgleich. Es wäre interessant gewesen zu beobachten was passiert wäre, wenn Sanchez früher eingewechselt worden wäre oder Madrid nicht unmittelbar nach dem 1:1 wieder in Führung gegangen wäre.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><em><strong>Alexander Neuper: 1:2 &#8211; Madrid auf dem Weg zur Meisterschaft</strong></em></p>
<div id="attachment_7094" class="wp-caption alignright" style="width: 298px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/barca_real.png"><img class=" wp-image-7094  " title="barca_real" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/barca_real.png" alt="" width="288" height="453" /></a><p class="wp-caption-text">Barcelona - Real Madrid 1:2</p></div>
<p>„Only a win will do“ sagte Pep Guardiola noch vor dem Spiel und beschrieb die Tabellenkonstellation damit sehr treffend. Um diesen zu erreichen setzte der Barcelona Trainer auf eine leicht veränderte Elf gegenüber dem CL‐Spiel gegen den FC Chelsea am Mittwoch, und brachte Thiago und Tello für Fabregas und den angeschlagenen Alexis Sanchez in die Partie. Jose Mourinho hingegen schickte dieselbe Elf, die Dienstag noch mit 1:2 in München verloren hatte, auf den Platz.</p>
<p>Tello rückte auf den linken Flügel, Thiago übernahm die Rolle des Spielgestalters im zentralen defensiven Mittelfeld und Xavi rückte dafür ungewöhnlich weit nach rechts. Auf der rechten Seite trieb ein extrem offensiver Dani Alves sein Unwesen, nachdem Guardiola hier offenbar Reals Schwäche vermutete. Der Plan ihn ins 1:1 mit Coentrao zu schicken scheiterte aber meist an der guten defensiven Unterstützung durch Xabi Alonso und den rausrückenden Sergio Ramos. Auch Chrstiano Ronaldo war defensiv wohl aktiver als Barcelona dies erwartet hätte, so dass Puyol diesem relativ weit folgte, ohne jedoch selbst aktiv in die Offensivbemühungen einzugreifen.</p>
<p>Auf der linken Seite stand Adriano ebenfalls relativ hoch, wurde aber von Di Maria gebunden und konnte sich offensiv kaum mit einschalten, was auch dafür sorgte, dass Tello wenig Zuspiele bekam, bei denen er seine Geschwindigkeitsvorteile gegenüber dem tiefstehenden Arbeloa ausspielen hätte können. Somit blieb Barcelona nur das Spiel durch die Mitte, wo Alonso, Khedira und der aus der Abwehr rückende Pepe das Spielfeld für Iniesta, Xavi und Messi so eng wie nur möglich machten.</p>
<p>Real wartete auf Fehler von Barcelona, die unter dem anfangs aggressivem Pressing auch kamen, um schnell umzuschalten und die Schnelligkeit von Christiano Ronaldo auszuspielen. Auf diese Art entstand auch der Eckball, in Folge dessen Real das 0:1 erzielen können.</p>
<p>Obwohl Barcelona sichtlich engagierter aus der Kabine kam, änderte sich am Spielbild lange Zeit nichts, bis Pep Guardiola schließlich in der 69. Minute Alexis Sanchez ins Spiel brachte. Der ging sofort auf die rechte Seite,   und vollendete nur eine Minute später eine Hereingabe von der linken Seite in bester Strafraumstürmer‐Manier. Fast im Gegenzug konnte Real aber erneut in Führung gehen, nachdem Özil Ronaldo mit einem perfekten Laufpass in Szene gesetzt hatte, dieser Mascherano im Laufduell keine Chance lies und aus schwierigem Winkel zum 1:2 einnetzte.</p>
<p><em><strong>Fazit:</strong></em>Während die Bayern am Dienstag zeigten, wie anfällig die Außenverteidiger von Real Madrid sind wenn man sie mit Überzahlsituationen konfrontiert, schafft es Barcelona im aktuellen System nicht und lässt die Flügel nur einfach besetzt. Wenn man dann auf einen Gegner trifft, der über das nötige Spielermaterial verfügt um die Mitte dicht zu machen und Messi weit weg vom eigenen Tor zu binden, fehlen Barcelona im Moment die Optionen. Die Einwechslung von Sanchez hat gezeigt, dass er aktuell dem Barcelona‐Spiel erst die notwendige Schärfe verpasst, da er aber angeschlagen ist, kann man sein Fehlen in der Startelf wohl nicht als taktischen Fehler beurteilen. Vielmehr sollte man wohl hinterfragen, ob Barcelona im Moment über eine Kaderdichte verfügt, die es ihnen erlaubt Meister und Champions League Sieger zu werden – zumindest in einem Fall kann man sie wohl schon mit „Nein“ beantworten.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><strong><em>Mirko Nikolic: Barcelona vs. Real Madrid 1:2</em></strong></p>
<p>Barca spielte im typischen 4-3-3, welches sich im Spiel als ein 3-2-2-3 (und manchmal auch 3-2-5) herausstellte. Real Madrid wie erwartet im 4-3-3 mit defensiv eingestelltem rechten Flügel bzw. hängender Spitze (Di Maria/Özil) lediglich Ronaldo (links) und Benzema an vorderster Front waren von Defensiv aufgaben Großteils befreit.</p>
<p>Mit drei Mann hatte es Barca in der Verteidigung angelegt (Puyol-Mascherano-Adriano), also quasi Mann gegen Mann. Der eigentliche vierte Verteidiger Dani Alves spielte einen rechten Außenstürmer und war teilweise vorderster Angreifer, da im Angriffszentrum ein echter Stürmer (Sánchez angeschlagen, Villa verletzt) fehlte. Der Spielaufbau erfolgte über das Zentrum mit Busquets und Xavi, halblinks war Iniesta das Bindeglied zum linken Flügel Tello.</p>
<p>Die Rolle von Messi und Benzema als Spitze konnte unterschiedlicher nicht sein: Benzema als Stoßstürmer bei Kontern, welcher immer wieder auf die Flügel auswich und so Raum schaffte für die nachrückenden Özil, Ronaldo und Di Maria. Messi, als eigentliche Anspielstation im Zentrum an der Strafraumgrenze, ließ sich immer wieder ins Mitteldrittel zurückfallen um den Zwängen der beiden Sechser von Real zu entfliehen.</p>
<p>In den ersten Minuten zeigte Madrid aggressives, geschlossenes Pressing, man zwang Barca dadurch zu ungewöhnlich vielen Abspielfehlern. Real war dafür bei schnellen Gegenstößen über Ronaldo (links) und Benzema (oft rechts ausgewichen) immer wieder gefährlich und kam dadurch zu Standardsituationen. Das gut zugestellte Zentrum zwang Barca zudem, den Spielaufbau über die Flügel (Tello, Alves) zu forfieren. Tello, der durch Iniesta immer wieder unterstützt wurde, kam ab und an auf dem Flügel durch, war allerdings beim letzten Pass oder beim Abschluss hektisch und ineffektiv. Auf der anderen Seite machte Coentrao gegen Alves eine hervorzuhebende Partie.</p>
<p>Durch das 3-2-2-3 oder 3-2-5 mit Messi im Zentrum hatte Barcelona ein Problem: das unbesetzte Sturmzentrum.  Zwar hat man das Spiel nach dem Rückstand in den Griff bekommen (Xavi und Iniesta spielten jetzt aggressiver, weitläufiger und beweglicher, um Alonso und Khedira aus dem weg zu gehen). Allerdings hatte das den Effekt, das Messi sich mehr in den Spielaufbau einbrachte um keine Lücke als Anspielstation zu hinterlassen und eben dadurch blieb das Zentrum leer.</p>
<p>Die Angriffsbemühung Madrids waren klar strukturiert: Den Ball im kompakten Zentrum erobern und schnell – entweder mit direkten Pässen durch die Mitte oder langen Präzisen Pässen auf die Flüge – das Mittelfeld überbrücken und die Verteidiger Barcelonas in 1-gegen-1-Situationen verwickeln. Ronaldo stellte mit seiner Schnelligkeit und Robustheit Puyol, Mascherano und Busquets immer wieder vor Schwierigkeiten. Real kam dadurch zu diversen Standardsituationen.</p>
<p><strong><em>Fazit:</em></strong> Durch die taktische und aggressive Einstellung von Real schaffte es Barcelona nicht, das typisches Spiel in ein gutes Ergebnis umzumünzen. Ein schwacher Messi, ein fehlender Plan B und die fast perfekt eingestellte Mannschaft Mourinhos (defensiv sehr starker Özil und Di Maria klare und einfache Strukturierte Konterangriffe) als auch ein überragender und immer gefährlicher Ronaldo, machen Real Madrid zum verdienten Sieger und wohl verdienten Meister.</p>
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		<title>Achter und Zehner in Personalunion &#8211; Bayern kontrolliert Real dank Toni Kroos</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 00:32:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Champions League]]></category>
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		<category><![CDATA[Bayern]]></category>
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		<description><![CDATA[Eigentlich ist dieser 2:1-Sieg für die Bayern ja ein ziemliches Null-Ergebnis. Die Chancen auf das Finale sind weiterhin ziemlich gleich verteilt. Aber festzuhalten gilt: Die Münchner zeigen sich von der verlorenen Meisterschaft gut erholt und fügen den unter den Erwartung bleibenden Madrilenen eine späte, aber zweifellos verdiente Niederlage zu Nein, gefallen hat Real Madrid das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Eigentlich ist dieser 2:1-Sieg für die Bayern ja ein ziemliches Null-Ergebnis. Die Chancen auf das Finale sind weiterhin ziemlich gleich verteilt. Aber festzuhalten gilt: Die Münchner zeigen sich von der verlorenen Meisterschaft gut erholt und fügen den unter den Erwartung bleibenden Madrilenen eine späte, aber zweifellos verdiente Niederlage zu</em></strong></p>
<div id="attachment_7071" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-04-17-Bayern-Real-2-1.png"><img class=" wp-image-7071 " title="2012 04 17 Bayern-Real 2-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-04-17-Bayern-Real-2-1.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Bayern München - Real Madrid 2:1</p></div>
<p><span id="more-7070"></span>Nein, gefallen hat Real Madrid das Halbfinal-Los nicht. Die Bayern, die &#8220;Bestia Negra&#8221;, sind im Lager der Königlichen berüchtigt. Klar hält man sich selbst für klar besser, und was die individuelle Klasse der Spieler angeht, auch mit einigem Recht. Aber die gut organisierte, athletische und vor allem psychisch stabile Anlage deutscher Teams im Allgemeinen und der Bayern im Speziellen liegen Real einfach nicht. Das wurde auch in diesem Spiel deutlich.</p>
<p><em><strong>Schlüsselfigur bei den Bayern: Toni Kroos</strong></em></p>
<p>Der auffälligste Spieler bei den Bayern war eindeutig Toni Kroos. Nicht nur, wegen seines unglaublichen Laufpensums, sondern auch wegen seiner Rolle innerhalb des Systems: Anders als <a href="http://ballverliebt.eu/2012/04/12/the-big-lewandowski-mit-dem-goldenen-tor-dortmund-praktisch-meister/">zuletzt etwa in Dortmund</a>, wo die Bayern mehr oder weniger in einem 4-2-4 aufgetreten waren, positionierte sich Kroos (nominell als Zehner im 4-2-3-1) oftmals extrem tief. Das mag auch daran gelegen haben, dass ihm Sami Khedira wie ein Schatten verfolgte, sobald Kroos die Mittellinie überquert hatten, wirkte sich aber sehr positiv auf das Spiel der Bayern aus.</p>
<div id="attachment_7072" class="wp-caption alignright" style="width: 306px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/kroos.png"><img class=" wp-image-7072 " title="kroos" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/kroos.png" alt="" width="296" height="383" /></a><p class="wp-caption-text">Toni Kroos verteilte die Bälle gut, war für Real kaum ausrechenbar</p></div>
<p>Zumindest ab dem Zeitpunkt, ab dem sich Kroos vermehrt durch tiefere Positionierung der Umklammerung von Khedira entzog. Bis dahin &#8211; also in der ersten Viertelstunde &#8211; hatte Real die Offensivkräfte der Bayern gut im Griff. Robben war isoliert, weil Lahm gegen Cristiano Ronaldo sehr vorsichtig im Spiel nach vorne war. Ribéry (und auch Alaba) wurden konsequent in Unterzahl-Situationen verwickelt &#8211; Arbeloa, der gut nach hinten arbeitende Di María und oft auch Khedira oder sogar Özil verwickelten das Bayern-Duo auf links in viele Zweikämpfe.</p>
<p>Über weite Strecken des Spiels zeigte Toni Kroos aber, was für ein hervorragender und vielseitiger Mittelfeldspieler er ist. Weil er neben der nominellen Rolle als Zehner auch viele offensive Aufgaben von Achter Schweinsteiger übernahm &#8211; dieser ist nach seiner langen Verletzungspause sichtlich noch einiges von seiner Topform entfernt &#8211; agierte er mehr aus der Tiefe heraus und vermochte so, die Bälle auf für Real ziemlich unberechenbare Weise zu verteilen. Zudem war er sich für keinen Zweikampf zu schade und half aus, wo es nötig war.</p>
<p><strong><em>Von einer Verlegenheit in die nächste</em></strong></p>
<p>Die Rolle und die starke Leistung von Kroos brachte Real im Zentrum in eine gewisse Verlegenheit. Khedira wollte sich nicht zu weit aus seiner Position ziehen lassen und Özil war in der Rückwärtsbewegung nicht allzu konsequent. So tauschten Özil und Di María halb durch die erste Hälfte ihre Plätze. Das brachte Real aber nur von einer Verlegenheit in eine andere &#8211; denn nun hatte Alaba deutlich mehr Freiheiten nach vorne und damit kam auch Ribéry besser in die Partie.</p>
<p>Die Hausherren erarbeiteten sich so ein deutliches Übergewicht nicht nur im Zentrum, sondern nun auch auf den Flanken, wodurch die 1:0-Führung (wiewohl Luiz Gustavo dabei alles andere als passiv im Abseits stand) vollauf verdient war. Zu sagen, die Madrilenen machten einen hilflosen Eindruck, wäre maßlos übertrieben. Aber eine gewisse Zerstreutheit müssen sich die Gäste schon nachsagen lassen.</p>
<p><strong><em>Spieleröffnung klappt nicht nach Wunsch</em></strong></p>
<p>Was aber auch daran lag, dass es die Bayern ganz gut verstanden, die Spieleröffnung von Real merklich zu stören. Hatten die Innenverteidiger Pepe und Ramos den Ball, war es ganz deutlich nicht Mario Gomez&#8217; Aufgabe, auf diese beiden zu pressen, sondern dafür zu sorgen, dass Xabi Alonso als Anspielstation aus der Gleichung genommen wird. Wenn schon keine echte Torgefahr von Gomez ausging, diese defensive Aufgabe löste er ganz ordentlich.</p>
<div id="attachment_7074" class="wp-caption alignleft" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/ramos.png"><img class=" wp-image-7074 " title="ramos" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/ramos.png" alt="" width="294" height="380" /></a><p class="wp-caption-text">Ramos hatte wenig Gelegenheit zu kurzen Pässen nach vorne, die langen kamen zumeist nicht an</p></div>
<p>So brachte vor allem Sergio Ramos, der für die Spieleröffnung aus der Verteidigung verantwortlich war, recht wenig Pässe auf Xabi Alonso an und hatte so nur noch zwei Möglichkeiten: Raus auf Coentrão, der allerdings keine gute Leistung zeigte, oder langen Hafer nach vorne &#8211; diese Pässe kamen zumeist nicht an.</p>
<p>Was Real im Spiel nach vorne deutlich den Drive nahm. Cristiano Ronaldo war bei Philipp Lahm und Luiz Gustavo in guten Händen und nahm im Grunde nur bei Standard-Situationen am Spiel teil. Da half es auch nichts, dass Benzema extrem viel auf die Seiten auswich und dabei vor allem Badstuber ordentlich aus der Position zog, hier passten Boateng und der umsichtige David Alaba gut auf. So entstanden kaum defensive Löcher und die Bayern brachten das hochverdiente 1:0 auch in die Pause.</p>
<p><strong><em>Ausgleich erzwingt Änderung</em></strong></p>
<p>Zum Start der zweiten Hälfte war Özil wieder im Zentrum und nützte einige Minuten nach Wiederbeginn einen kollektiven Tiefschlaf in der Bayern-Defensive und einen geschickten Quer-Pass von Cristiano Ronaldo (dessen einzige wirklich produktive Aktion im ganzen Spiel) zum völlig gegen den Spielverlauf fallenden 1:1-Ausgleich.</p>
<p>Womit für Heynckes zwei Faktoren zusammen kamen, wegen denen er nach einer Stunde wechselte: Zum einen war Schweinsteiger einfach nicht besonders gut und auch noch nicht fit für mehr als 60 Minuten auf diesem Niveau, zum anderen musste er nun ohnehin eine weitere Option für vorne bringen. Also ging Schweinsteiger raus, Thomas Müller kam hinein. Das hieß, dass Kroos nun vollends Achter und Zehner gleichzeitig war, schließlich orientierte sich Müller auf der Zehn deutlich höher als das Kroos zuvor gemacht hatte.</p>
<p>Die Bayern blieben auch weiterhin die bessere Mannschaft, allerdings ließ die Genauigkeit immer mehr nach. Diesen Effekt verstärkte Mourinho, indem er Di María wieder ins Zentrum stellte, um dort für Stabilität zu sorgen und es Khedira zu ermöglichen, Kroos wieder aktiver nachzustellen. Für Özil kam mit Marcelo die defensivere Variante für die linke Seite, Cristiano Ronaldo wurde damit von Lahm erlöst. Dass im der rotzfreche David Alaba aber so fleißig um die Ohren rennt, dass er gemeinsam mit Ribéry Arbeloa mit Arbeit eindeckte und Ronaldo damit erst recht isoliert blieb, damit rechnete er aber wohl nicht.</p>
<p>So lief das Spiel einem 1:1 entgegen, mit dem Real aufgrund des Auswärtstores deutlich besser hätte leben können als die Bayern. Doch kurz vor Schluss brachte einer der zahllosen Vorstöße von Lahm noch einen Querpass vor das Tor, wo Mario Gomez verwertete &#8211; das 2:1, der alles in allem fraglos verdiente Siegtreffer für die Bayern.</p>
<p><strong><em>Fazit: Geschickte Taktik im Mittelfeld beschert Bayern verdienten Sieg</em></strong></p>
<p>Es wäre etwas hart zu sagen, dass Real nach einer CL-Saison, in der man es nur mit (übertrieben gesagt) Fallobst zu tun hatte, beim ersten echten Gegner sofort eine auf den Deckel bekommen haben. Aber Tatsache ist: Erstmals in dieser Europacup-Saison waren die Madrilenen wirklich gefordert, und sie wären, wenn es dabei geblieben wäre, mit einem schmeichelhaften Remis ins Rückspiel gegangen. Von einem dominanten Auftreten war Real weit entfernt.</p>
<p>Der Schlüssel bei den Bayern war, dass Toni Kroos die sehr fordernde Rolle, die er hatte, glänzend erfüllte. Seine Laufbereitschaft, die Spielübersicht und die zumeist recht genauen Pässe sorgten zwar nicht für übertriebene Torgefahr. Aber sehr wohl dafür, dass die Bayern im Zentrum das Kommando hatten. Zudem wurde Xabi Alonso recht gut kaltgestellt, wodurch Real auf die Flügel gezwungen wurde und dort die individuellen Duelle oftmals verloren wurden.</p>
<p>Das Auswärtstor und die Tatsache, dass das Rückspiel nun in Madrid steigt, sprechen hingegen für Real. Weshalb man zwar von einem verdienten Bayern-Sieg sprechen kann. Aber schlauer, was den Namen des Finalisten aus diesem Duell angeht, ist man mit diesem Spiel nicht geworden.</p>
<p>(<a href="https://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
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		<title>Video: Das 3-3-4 von Barcelona</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Apr 2012 20:22:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Taktikbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[3-3-4]]></category>
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