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	<title>Ballverliebt &#187; International</title>
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	<description>Fußball. Fußball. Fußball.</description>
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		<title>Die Bayern sind haushoch überlegen, aber Chelsea spielt den Party-Crasher</title>
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		<pubDate>Sun, 20 May 2012 00:48:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gespielt hat nur eine Mannschaft &#8211; die Bayern. Torchancen hat sich auch nur ein Team aktiv erarbeitet &#8211; die Bayern. Eine Mannschaft war bis kurz vor Schluss vorne, hatte in der Verlängerung einen Elfer und war auch im Shoot-Out vorne &#8211; die Bayern. Gewonnen hat das Finale der Champions League in München aber trotzdem Chelsea. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Gespielt hat nur eine Mannschaft &#8211; die Bayern. Torchancen hat sich auch nur ein Team aktiv erarbeitet &#8211; die Bayern. Eine Mannschaft war bis kurz vor Schluss vorne, hatte in der Verlängerung einen Elfer und war auch im Shoot-Out vorne &#8211; die Bayern. Gewonnen hat das Finale der Champions League in München aber trotzdem Chelsea. 120 Minuten den Bus parken, einen Eckball verwerten und dann die Elfer-Lotterie gewinnen: Auch so kann man den Pokal holen.</em></strong></p>
<div id="attachment_7179" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-05-19-Chelsea-Bayern-1-1.png"><img class=" wp-image-7179 " title="2012 05 19 Chelsea-Bayern 1-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-05-19-Chelsea-Bayern-1-1.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Chelsea - Bayern 1:1 n.V., 4:3 i.E.</p></div>
<p><span id="more-7178"></span>Am 18. Mai 2005 war es, in Lissabon. Da hatte Sporting das Finale des Uefa-Cups daheim, im eigenen Stadion, gegen ZSKA Moskau. Ging dabei sogar in Führung. Und verlor letztlich dennoch mit 1:3. Fast auf den Tag genau sieben Jahre später, Schauplatz München, wiederholte sich Geschichte. Mit einem kleinen Unterschied: Ivica Olic, damals im Trikot der Russen, stand diesmal auf der falschen Seite.</p>
<p><strong><em>So viele gesperrte Spieler</em></strong></p>
<p>Die Tatsache, dass bei den Bayern drei Stammkräfte (Badstuber, Alaba, Luiz Gustavo) gesperrt waren und bei Chelsea gleich vier (Terry, Ramires, Meireles und Ivanovic) zwang beide Trainer zu Umstellungen. Inhaltlich schmerzte Di Matteo vor allem der Ausfall von Ramires, der in den letzten Wochen der konstanteste Spieler war, sowohl defensiv sicher als auch offensiv, ob nun zentral oder auf dem Flügeln, ein integraler Bestandteil der Mannschaft. So brachte Di Matteo den langsamen Lampard und den im Vorwärtsgang eher limitierten Mikel für die Zentrale. Bosingwa und Cahill  ersetzten Ivanovic und Terry direkt.</p>
<p>Bei den Bayern waren die Umstellungen subtiler, aber dennoch merkbar. Was die größte Umstellung nach sich zog war die Sperre von Luiz Gustavo. Dieser ist zwar, was das Passspiel angeht, ohne Zweifel der unsicherste Bayern-Spieler und er ist im Aufbau gerade auf höchstem Niveau immer am ehesten ein Wackelkandidat, aber seine Zweikampfstärke ist unbestritten. Ohne den schmächtigen, aber in seinem Kerngebiet hervorragenden Brasilianer spielten mit Schweinsteiger und Kroos zwei Ballverteiler im defensiven Mittelfeld der Bayern, aber kein Ballgewinner mehr.</p>
<p><strong><em>Wie Chelsea mit Robben und Ribéry umging</em></strong></p>
<p>Alleine &#8211; ein solcher war gar nicht nötig. Chelsea präsentierte sich in einem 4-4-1-1, mit Mata sehr hoch fast auf einer Linie mit Drogba, und zwei Viererketten, die vor allem das Zentrum zumachten, sich gerade in der Anfangsphase zu zweit und zu dritt auf Robben stürzten, aber ansonsten keinerlei Druck auf den Ballführenden ausübten. Besonders auffällig war das bei Lampard und Mikel in der Mittelfeld-Zentrale.</p>
<p>Sie schirmten Müller ganz gut ab; ließen aber Schweinsteiger und Kroos &#8211; die beiden wechselten sich im Spiel nach vorne ab &#8211; einigermaßen unbehelligt. Sie stellten die Bayern nur, griffen sie aber nicht an. Das sah sehr passiv auf, hatte aber den Effekt, dass Chelsea die Bayern auf die Flügel zwang. Und dort hatte man gegen Robben und Ribéry eine gute Strategie am Start.</p>
<p>Es war abzusehen, dass die Duelle Bosingwa-Ribéry und Cole-Robben die Schlüsselduelle des Spiels werden würden. Ribéry durfte gegen Bosingwa durchaus immer wieder den Ball haben, verweigerte ihm aber durch gutes Positionsspiel und vor allem gutes Zweikampfverhalten den Weg in den Strafraum. Zusätzlich profitierte der Portugiese davon, dass das Hinterlaufen Ribérys von Alaba-Vertreter Diego Contento überhaupt nicht funktionierte. Contento spielte brav, wirkte in der Vorwärtsbewegung aber gehemmt, ging ganz selten bis zur Grundlinie durch und brachte in 120 Minuten auch nur eine einzige brauchbare Flanke in den Straufraum (in Minute 37).</p>
<p><strong><em>Die Chelsea-Flügel: Kalou und Bertrand</em></strong></p>
<p>Salomon Kalou ist kein besonders prickelnder Spieler. Dem Ivorer fehlt es deutlich an der Torgefahr, die ein Flügelstürmer normalerweise ausstrahlen sollten. Was er aber sehr wohl hat: Ein Gespür für sinnvolle Defensiv-Arbeit. Zweifellos war das der Grund dafür, dass er den Vorzug vor Daniel Sturridge erhalten hat. Und er erfüllte seine Aufgaben gut: Kalou schaffte es, Contento nie jenen Schub zu ermöglichen, den David Alaba in den letzten Monaten gemeinsam mit Ribéry entfalten konnte. All das jedoch: Keine echte Überraschung.</p>
<p>Womit allerdings viele nicht gerechnet hätten: Auf der linken Seite spielte nicht Florent Malouda, sondern der junge Ryan Bertrand in seinem allerersten Champions-League-Spiel. Der 22-Jährige ist gelernte Linskverteidiger, und das merkte man auch: Er schaute in erster Linie, dass Philipp Lahm nicht zu viel nach vorne machen konnte und Robben so möglichst isoliert war. Er mühte sich nach Kräften, aber defensiv brauchte es trotzdem immer wieder Ashley Cole, der einige Situationen bereinigen musste, und nach vorne war diese Seite tot.</p>
<p><strong><em>Das Aufbauspiel der Bayern</em></strong></p>
<p>Holger Badstuber ist Spieleröffner Nummer eins bei den Bayern, aber er neigt nicht zu großen Ausflügen. Das machte sein Vertreter Anatoli Tymoschuk etwas anders: Zusätzlich zu den beiden Kreativen Schweinsteiger und Kroos (die in Mata nur einen Gegenspieler hatten und so immer einer gefahrlos aufrücken konnte) vor ihm schaltete sich auch der Blondschopf, wenn auch vorsichtig, im Spiel nach vorne ein. Das Aufrücken des Ukrainers erlaubte es zusehens auch dem absichernden Spieler des zentralen Duos, sich höher zu positionierten &#8211; und natürlich auch Lahm im Zweifel auch mal vorne zu bleiben.</p>
<p>Zu sagen, das Spiel der Bayern hatte etwas Barcelona-eskes, wäre wohl etwas übertrieben. Aber die Münchner hatten doch sehr viel Ballbesitz und spielten von einer Seite zur anderen auf der Suche nach dem Loch im Abwehr-Verbund von Chelsea. Das wirkte oft auch ein wenig umständlich, mit zu wenig Tempo vorgetragen. Natürlich ergaben sich dadurch auch immer wieder Chancen &#8211; Robben in der 21. und 32., Müller in der 36., Gomez in der 42. &#8211; aber es fehlte ein Überraschungs-Moment, auch mal ein Tempo-Wechsel, und vor allem die wirkliche Gefahr über die Flügel.</p>
<p>Was aber vor allem ein Manko war: Wann immer Chelsea mal mit mehreren Spielern aufgerückt war und die Bayern eroberten in diesen Situationen den Ball, wurde zu langsam umgeschaltet, nicht konsequent genug nachgerückt und damit das Tempo aus dem Angriff genommen.</p>
<p>Je länger das Spiel dauerte, umso besser kam jedoch Thomas Müller in die Partie: Sobald er merkte, dass vor allem Lampard kein großes Interesse zeigte, das Zentrum zu verlassen, fing er an, zu rochieren &#8211; vornehmlich auf die rechte Seite. Weil er dort leichter anspielbar war, wurde er ein zunehmender Faktor im Spiel, er versuchte den Raum zwischen den Linie zu nützen und es war nicht unlogisch, dass er letztlich auch das Tor für die Bayern erzielen sollte.</p>
<p><em><strong>Chelsea eher mühsam</strong></em></p>
<p>Einen großen Offensiv-Plan hatten die Blues nicht zu bieten. Wenn der Ball erobert wurde, folge oft recht fix der lange Hafer Richtung Drogba. Damit hatten die Bayern-Verteidiger aber selten Probleme: Jerome Boateng lieferte eine starke Leistung ab und vor allem Philipp Lahm war in der Rückwärtsbewegung enorm stark, klärte immer wieder vor Drogba. Mata, die hängende Spitze, leistete auch enorm viel Arbeit gegen den Ball, rieb sich dadurch aber auf und war in der Vorwärtsbewegung kaum ein Faktor.</p>
<p>Bis auf einige kurze Phasen &#8211; also zwischen der 30. und 35. Minute und zwischen Wiederanpfiff und der 55. Minute &#8211; parkte Chelsea den Bus und strahlte wenig bis gar keine Torgefahr aus. Dafür verteidigten sie den eigenen Strafraum mit allem, was sie hatten. Da wurde sich in Schüsse geworfen und Bälle geblockt, dass bei den Bayern die Eckball-Statistik in lichte Höhen getrieben wurde. Das war recht mühsam anzusehen und es brauchte auch weiterhin etwas Glück, dass die Bayern weiterhin zu wenig präzise mit ihren Chancen umgingen &#8211; Ribéry in der 64., Robben in der 72., Müller in der 78. &#8211; aber bis sieben Minuten vor Schluss hielt das Bollwerk.</p>
<p><strong><em>Nach 0:1 kommt Torres. Für den Flügel!</em></strong></p>
<p>Als Thomas Müller in der 83. Minute doch noch das längst überfällige 1:0 für die Bayern erzielt hatte, musste bei Chelsea etwas passieren. Und Di Matteo tauschte das Personal auf den Flügeln aus: Nachdem zuvor schon Malouda statt Bertrand gekommen war, ersetzte er nun Kalou durch Torres. Das Signal war klar: Kompakte Defensive war von den Außenspielern nicht mehr gefragt, sondern der Vorwärtsgang. Dennoch brauchte es eine Ecke, um kurz vor Schluss noch zum 1:1 zu kommen. Das ist ein Vorwurf, den sich die Bayern machen lassen müssen: Sie selbst haben aus 20 Ecken nichts herausgeholt, Chelsea aus der einen sehr wohl.</p>
<div id="attachment_7181" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/CL-Finale-2.png"><img class=" wp-image-7181 " title="CL-Finale 2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/CL-Finale-2.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Verlängerung</p></div>
<p>Interessanterweise ging Torres nicht in die Spitze zu Drogba, sondern besetzte die rechte Seite. Es wurde auch schnell klar, warum: Der flinke Spanier, der zuletzt doch so ein wenig zu seiner Form gefunden hat, ging konsequent in 1-gegen-1-Situationen gegen Diego Contento. Damit hatte dieser merklich Probleme, was dazu führte, dass Ribéry (und nach dessen Austausch wegen Verletzung auch Olic) sehr auf sich alleine gestellt war.</p>
<p>Zudem zeigten David Luiz und Gary Cahill beide wirklich starke Leistungen und ließen Gomez bis auf ganz wenige Situationen in der ersten Hälfte praktisch nicht am Spiel teilnehmen. Den Elfmeter, den Robben in der 97. Minute verschoss, verursachte Drogba mit einem eher ungeschickten Foul an Ribéry.</p>
<p>Das Pendel schwang nun immer weiter in Richtung von Chelsea. Die linke Angriffsseite der Bayern war weitgehend stillgelegt, Schweinsteiger pumpte schon kräftig, Gomez war abgemeldet und die beiden herben Rückschläge &#8211; das Gegentor in der 88. Minute und der verballerte Elfer in der 97. &#8211; hinterließen auch psychisch ihre Spuren.</p>
<p>So ging&#8217;s ins Elferschießen. In dem Cech den entscheidenden Versuch von Schweinsteiger an den Pfosten lenkte. Und gerade Drogba den letzten Penalty sicher verwandelte &#8211; für den Ivorer der erste große Titel.</p>
<p><strong><em>Fazit: Bayern haushoch überlegen, aber zu wenig konsequent</em></strong></p>
<p>Natürlich wäre ein Sieg der Bayern in ihrem Heim-Finale hochverdient gewesen. Chelsea hatte nie das geringste Interesse daran, irgend etwas für das Spiel zu tun, sie pressten nicht auf den Gegner, die griffen nicht an, Angriffszüge suchte man vergebens, aus dem Spiel heraus gab&#8217;s genau eine einzige echte Torchance (Kalou, 38.). Die Spielweise von Chelsea war mühsam, was destruktiv, war &#8211; wie es Sky-Kommentator Reif ausdrückte &#8211; &#8220;nervig&#8221;.</p>
<p>Doch so sehr man auch über Chelsea jammern mag, die extrem passive Spielanlage führte letztlich zum Erfolg. Nicht, weil diese Taktik so genial gewesen wäre. Im Gegenteil: Hätte Müllers 1:0 Bestand gehabt, Di Matteo wäre wohl medial gesteinigt worden, weil er nicht einmal versucht hat, das Spiel zu gewinnen. Nein, Chelsea geht mit dem Pokal aus dem Stadion, weil die Bayern aus ihrer haushohen Überlegenheit einfach viel zu wenig gemacht haben. Und Chelsea erst aus keiner Chance ein Tor machte und dann im Elferschießen die Nerven bewahrte.</p>
<p>So einfach kann Fußball manchmal sein.</p>
<p>(<a href="https://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
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		<title>&#8220;La U&#8221; und das hochriskante 3-1-4-2: Harakiri-Fußball reinster Prägung</title>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 05:17:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit ihrem Titel bei der Copa Sudamericana, dem zweithöchsten Klub-Bewerb des Kontinents, wurde die Fachwelt 2011 auf Universidad de Chile aufmerksam. Und vor allem auf das unübliche 3-1-4-2 von Trainer Jorge Sampaoli &#8211; das unglaublich gefährlich ist, weil es in der Abwehr riesige Räume offen lässt. Aber auch unglaublich spektakulär ist, wenn es aufgeht. Wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Mit ihrem Titel bei der Copa Sudamericana, dem zweithöchsten Klub-Bewerb des Kontinents, wurde die Fachwelt 2011 auf Universidad de Chile aufmerksam. Und vor allem auf das unübliche 3-1-4-2 von Trainer Jorge Sampaoli &#8211; das unglaublich gefährlich ist, weil es in der Abwehr riesige Räume offen lässt. Aber auch unglaublich spektakulär ist, wenn es aufgeht. Wie bei der Aufholjagd im Achtelfinale der Copa Libertadores nach einem 1:4 im Hinspiel bei Deportivo Quito.</em></strong></p>
<div id="attachment_7153" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-05-10-La-U-SD-Quito-6-0.png"><img class=" wp-image-7153 " title="2012 05 10 La U - SD Quito 6-0" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-05-10-La-U-SD-Quito-6-0.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Universidad de Chile - SD Quito 6:0</p></div>
<p><span id="more-7152"></span>Eine pervers hohe Abwehrlinie mit zuweilen nur einem einzigen Verteidiger, brutale Dominanz im Zentrum, irrsinnig bewegliche und sich zurückfallen lassende Stürmer, die dann selbst aus der Tiefe kommen oder selbst für steil gehende Kollegen die Vorlagen geben &#8211; klingt so gut wie unmöglich zu verteidigen. Und es klingt unmöglich, so selbst zu verteidigen. Ist es auch. Genau das macht den Harakiri-Fußball von Universidad de Chile, kurz &#8220;La U&#8221;, so unglaublich attraktiv anzusehen.</p>
<p><strong><em>Zwischen 3-4-3 und 3-1-4-2</em></strong></p>
<p>Das kann eben auch arg schief gehen, wie zuletzt beim Hinspiel im Achtelfinale der Copa Libertadores (dem südamerikanischen Gegenstück zur Champions League) in der Höhenluft von Quito. Dort dominierte man zwar das Spiel, machte aber schon nach dem 1:1 komplett auf und lief ins offene Messer, wurde ausgekontert und verlor mit 1:4. Was hieß, dass für das Rückspiel im zum Bersten gefüllten Nationalstadion von Santiago ein gigantischer Sturmlauf zu erwarten war.</p>
<p>Jorge Sampaoli, der 52-jährige Coach von La U, lässt seine Mannschaft in einem Zwischending aus 3-4-3 und 3-1-4-2 auflaufen. Interessant dabei ist, dass mit Eugenio Mena der linke Mann in der Dreier-Abwehrkette im Spiel nach vorne wie ein normaler Außenverteidiger agiert, also sehr viel nach vorne marschiert und sich an der Seitenlinie oftmals mit Junior Fernandes verbindet. Der Stürmer spielt einen verkappten Linkaußen, lässt sich immer wieder tief fallen oder kommt von der Flanke.</p>
<p>Auf der anderen Seite ist Verteidiger Magalhaes deutlich zurückhaltender, dafür beackert Matías Rodríguez (manche werden sich dunkel erinnern, der war mal ein halbes Jahr beim LASK) die Außenbahn. Er interpretiert die Rolle als Rechtaußen defensiver als Fernandes auf der anderen Seite. Sind es links zwei Spieler, die aus verschiedenen Richtungen kommend die Außenbahn betreuen, ist es rechts nur einer, der allerdings von Haus aus dort steht.</p>
<p><em><strong>Hohe Verteidigung, Überladen des Mittelfelds, Spieler vor dem Ball</strong></em></p>
<p>Was das Spiel beim überlegenen Tabellenführer der chilenischen Liga, der aktuell den dritten nationalen Titel in Folge einheimst, aber erst zum wirklich funktionieren bringt, ist die Kombination aus drei Schlüsselfaktoren. Zum einen ist das die hohen Verteidigungslinie, die sich oftmals an der Mittellinie oder sogar jenseits davon befindet. Das erlaubt es dem Mittelfeld, extremen Druck auszuüben.</p>
<p>Das funktioniert, zweiter Schlüsselfaktor, über die ungemeine Fluidität jener Spieler, die die Mittelfeld-Zentrale überfluten. Sechser Marcelo Díaz lässt sich etwas fallen, wenn Mena mit nach vorne geht, und ist oft Ausgangpunkt für Angriffe. Vor ihm rochieren Marino, Lorenzetti und Aránguiz sehr viel und rissen durch ihre unberechenbaren Laufwege Löcher. Und ging ein Ball verloren, wird sofort auf den Ballführenden gepresst, sodass die Kugel schnell wieder erobert war: Gerade hier wirkte La U sehr gedankenschnell.</p>
<p>Zudem zwingen die Stürmer durch ihr permanentes Fallenlassen zurück ins Mittelfeld, dass die Verteidiger der Ecuadorianer entweder aus der Position gezogen werden oder sich mit den schnell auf sie zukommenden aufrückenden Mittelfeld-Leuten von La U auseinander setzen zu müssen. Was der dritte Schlüsselfaktor ist: Befinden sich die Stürmer in tieferen Positionen, sind immer noch mindestens drei Spieler vor dem Ball. Somit gibt es immer Anspieloptionen tief in der gegnerischen Hälfte.</p>
<p>Deportivo Quito war nominell in einem 3-4-3 aufgestellt, durch den enormen Druck der Chilenen war das aber eher ein 5-2-3. Damit fehlte nicht nur ein Bindeglied zu den Stürmern vorne, sondern man war vor allem im Mittelfeld zu zweit gegen zuweilen sieben permanent rochierende Gegenspieler einfach heillos überfordert. Beim 1:0 und dem 2:0, jeweils durch Junior Fernandes, ging es den Ecuadorianern einfach zu schnell. Beim 3:0, einem abgefälschten Weitschuss von Díaz, hatten sie auch etwas Pech. Aber Quito sah kaum Bälle und es gelang auch nicht, wie noch im Hinspiel, die unglaublichen Räume zu nützen, die La U in der Defensive &#8211; einfach bedingt durch die extrem offensive Spielweise &#8211; lassen musste.</p>
<p><strong><em>Defensive Absicherung und die Entscheidung</em></strong></p>
<div id="attachment_7155" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/LaU21.png"><img class=" wp-image-7155 " title="LaU2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/LaU21.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Beginn der 2. Halbzeit</p></div>
<p>Der Rückstand aus dem Hinspiel war aufgeholt, so entschied sich Sampaoli für die zweite Hälfte, etwas mehr Sicherheit in die Defensive seiner Mannschaft zu bringen. Mit Sebastián Martínez kam ein zweiter echter Innenverteidiger, der nun neben Pepe Rojas agierte, für einen zentralen Mittelfeldspieler (Marino). La U spielte nun in einem 4-3-3-ähnlichen System.</p>
<p>Magalhaes spielte nominell als Rechtsverteidiger, rückte aber ein, wenn Mena auf der anderen Seite nach vorne ging. Das erlaubte wiederum Sechser Díaz, sich mehr um die Spieleröffnung kümmern zu können, mit Lorenzetti und Aránguiz hatte er immer noch zwei Spieler unmittelbar vor sich und es gab immer noch eine Überzahl in der Zentrale.</p>
<p>Magalhaes blieb während des ganzen Spiels auch deshalb vorsichtiger als Mena, weil er mit Fidel Martínez den wohl talentiertesten Spieler von Quito gegen sich hatte. Der 22-Jährige ist sowohl von seiner etwas verspielten Art als auch von seiner wenig dezenten Frisur so ein wenig ein &#8220;Neymar für Arme&#8221; und hatte ein Spiel zum Vergessen: Ihm gelang praktisch nichts.</p>
<p>Dennoch holten die Ecuadorianer durch die etwas entspanntere Lage im Zentrum etwas Luft und kam nun durchaus vor das Tor der Chilenen. Ehe das passierte, was bei diesem Spielverlauf nicht passieren hätte dürfen: Nach einer Halbzeit, in der Quito komplett hinten eingeschnürt war lief man nach ein paar Minuten gefühlter Dominanz in einen Konter. Mena ging auf der rechten Seite durch, marschierte über das ganze Feld, und schloss auch noch selbst zum 4:0 ab. Vom Ergebnis her noch nicht die endgültige Entscheidung im Achtelfinale &#8211; ein Tor hätte Quito ja immer noch für die Verlängerung gereicht &#8211; aber gefühlt war das sehr wohl das Ende für die Ecuadorianer.</p>
<p><em><strong>Künftiger Man-Utd-Jungstar entscheidet Achtelfinale</strong></em></p>
<p>Dieses wurde endgültig besiegelt, als der 18-jährige Ángelo Henríquez, der schon einen Vorvertrag mit Manchester United hat, innerhalb weniger Minuten auf 6:0 stellte. Was bei dem Jungstar vor allem beeindruckt, ist sein Gespür für die richtigen Laufwege. Wie sich Henríquez bewegt, bindet er immer einen Gegenspieler und zog ihn aus der Dreierkette, schuf somit Räume und ermöglichte es zudem seinen Mitspielern, in mit Pässen im richtigen Moment an der Grenze zum Abseits in den Rückraum der Abwehr zu schicken &#8211; wie beim Tor zum 5:0.</p>
<p>Quito fiel hinten nun auseinander. Das 6:0 kann man eindeutig auf mangelnde Kommunikation in der Verteidigung zurückführen. Und auch, wenn Ecuadors früherer National-Torhüter Marcelo Elizaga &#8211; der 40-Jährige zog sich nach der Copa América aus dem Team zurück &#8211; bei diesem Gegentreffer nicht gut aussah, verhinderte er in der Folge doch eine noch höhere Niederlage.</p>
<p><em><strong>Fazit: Spektakulär und hochriskant</strong></em></p>
<p>Im Hinspiel waren die Gefahren des 3-1-4-2 von Jorge Sampaoli sichtbar geworden, im Rückspiel die ungeheuren Möglichkeiten dieses Systems. Sampaoli, der sich selbst (wie an der Spielweise unschwer zu erkennen ist) als Anhänger von Marcelo Bielsa, seinem früheren Trainer und Chef bei Newell&#8217;s Old Boys, bezeichnet, lässt einen extrem attraktiven, aber auch ebenso gefährlichen Fußball spielen. Im Idealfall geht es so aus wie in diesem Spiel.</p>
<p>Das Überfluten der Zentrale mit rochierenden Spielern, das ganze durch die Hohe Verteidigungslinie auf engem Raum und mit dem Spielverständnis der Akteure, immer zumindest drei Mann vor dem Ball zu haben selbst wenn ein Stürmer die Kugel hat, ist über neunzig Minuten schlicht nicht zu verteidigen. Als gegnerische Mannschaft ist es keine Option, das Mittelfeld ebenfalls mit Spielern aufzufüllen, weil diese dann hinten fehlen. Man muss es nur schaffen, die weiten Räume im Rücken der Verteidigung zu nützen.</p>
<p>National schafft das in Chile praktisch niemand, in den 34 Spielern der Apertura/Clausura 2011/12 gab&#8217;s für La U nur zwei Niederlagen (bei 24 Siege und acht Remis). Und international holte man im Dezember die Copa Sudamericana, im Finale übrigens gegen Deportivos Lokalrivalen LDU Quito. Trotz des Klischees, dass der Angriff nur Spiele gewinnt, die Abwehr aber Titel.</p>
<p>Vielleicht &#8211; oder wahrscheinlich &#8211; ist der Erfolg dieser Mannschaft nur eine Blase, die kurzzeitig aufsteigt, an der sich alle erfreuen, aber letztlich doch zerplatzt. Aber genau solche Phänomene, so kurzlebig sie womöglich auch sind, machen doch die Schönheit dieses Sports mit aus.</p>
<p>(<a href="https://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)<br />
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		<title>Simeone bremst seinen Lehrmeister aus &#8211; Atlético mit 3:0 Europa-League-Champ!</title>
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		<pubDate>Wed, 09 May 2012 23:55:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eigentlich steht ja Bilbao-Coach Bielsa für einen bis ins allerletzte Detail durchdachten und vorausgeplanten Fußball. Im Finale der Europa League aber wurde der Lehrmeister von seinem einstigen Kapitän ausgebremst: Diego Simeone vermittelte Atlético Madrid eine ungemein exakten Plan, an den sich sein Team mit viel Disziplin und hoher Intelligenz hielt. Mit Erfolg &#8211; Atlético gewann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Eigentlich steht ja Bilbao-Coach Bielsa für einen bis ins allerletzte Detail durchdachten und vorausgeplanten Fußball. Im Finale der Europa League aber wurde der Lehrmeister von seinem einstigen Kapitän ausgebremst: Diego Simeone vermittelte Atlético Madrid eine ungemein exakten Plan, an den sich sein Team mit viel Disziplin und hoher Intelligenz hielt. Mit Erfolg &#8211; Atlético gewann klar mit 3:0.</em></strong></p>
<div id="attachment_7140" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-05-09-Atletico-Athletic-3-0.png"><img class=" wp-image-7140 " title="2012 05 09 Atletico-Athletic 3-0" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-05-09-Atletico-Athletic-3-0.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Atlético Madrid - Athletic Bilbao 3:0</p></div>
<p><span id="more-7139"></span>Diego Simeone bezeichnet sich selbst ohne Umschweife als Bielsa-Schüler. Und seit der langjährige Kapitän der argentinischen Nationalmannschaft &#8211; damals eben unter Teamchef Bielsa &#8211; im Dezember das Traineramt bei Atlético Madrid übernommen hat, geht es bei diesem Team stetig bergauf. Kein Wunder, denn was für ein Fuchs der 42-Jährige ist, zeigte er in diesem Finale.</p>
<p><strong><em>Atlético mit Pressing zum Start</em></strong></p>
<p>Er ließ seine Mannschaft mit einem ungeheuren Pressing beginnen. Genau das ist eigentlich die große Stärker von Bilbao, aber mit wenig Zeit am Ball konnte Athletic überhaupt nicht umgehen. Vor allem Diego und Arda Turan taten sich dabei hervor. Die Basken wirkten dadurch ziemlich gehetzt und verunsichert, und das schnelle Tor durch einen großartigen Schlenzer von Falcao nach sieben Minuten war die logische Folge.</p>
<p>Die Madrilenen spielten in einem 4-4-1-1, das aber sehr flexibel interpretiert wurde; im Bedarfsfall konnte es schnell ein 4-3-3 werden. Dann nämlich, wenn Diego (der als hängende Spitze links hinter Falcao spielte) etwas weiter nach außen ging und sich Arda (nominell im linken Mittelfeld) in die Zentrale orientierte. Denn das System bei Atlético war assymetrisch: Adrián auf der rechten Außenbahn ist an sich gelernter Stürmer und stand sehr hoch. Dass er dabei im Rücken von Bilbao-LV Aurtenetxe stand, war kein Nachteil.</p>
<p><em><strong>Die drei Sekunden nach dem Ballgewinn&#8230;</strong></em></p>
<p>Weil es Atlético auch nach der Führung geschickt anlegte. Die Madrilenen zogen sich etwas zurück, pressten nur noch mit zwei Mann (Diego und Falcao) und selbst das erst in der eigenen Hälfte und nicht annähernd in der Intensität wie zum unmittelbaren Start. Simeone wusste: Auf Dauer kann man Athletic nicht anpressen, ohne den Preis in Form von schwindenden Kräften zu zahlen. Auch wollte er nicht veruschen, den Basken auf Dauer mit spielerischen Mitteln Paroli zu bieten, weil dies gegen &#8220;Barça light&#8221; aus Bilbao zu viel Raum offen ließ.</p>
<p>Also zog Simeone hinten seine Viererkette zusammen. Die Außenverteidiger kümmerten sich um Muniain und Susaeta, die Mittelfeld-Außen um die aufrückenden Iraola und Aurtenetxe, und im Zentrum ließ sich Mario Suárez fallen, um Llorente einzukesseln und der Sturmspitze von Athletic keine Chance zu lassen, an eventuelle Flanken zu kommen.</p>
<p>Der Clou dabei war aber, dass Atlético nicht nur einfach die Räume eng machte und darauf wartete, dass die Zeit verging. Nein, Simeones Mannschaft achtete ganz extrem darauf, nach Ballgewinn so schnell wie möglich von Defensive auf Offensive umzuschalten. In diesen ersten drei Sekunden nach Ballgewinn, in denen Bilbao sich erst orientieren und den Rückwärtsgang einschalten musste, war Atlético unglaublich flink und schon auf halbem Weg zum Tor, die sich in der kurzen Phase der Neu-Organisation beim Gegner bildenden Räume ausnützend. Nicht nur im Zentrum, sondern vor allem auch über die rechte Seite von Adrián.</p>
<p><strong><em>Athletic ist etwas ratlos</em></strong></p>
<p>Dagegen fand Athletic kein Mittel. Im Zentrum standen Herrera (neben seinen Teamkollegen Javi Martínez und Iker Muniain, sowie Adrián von Atlético <a href="http://ballverliebt.eu/2011/06/25/schweiz-nah-dran-aber-effizientere-spanier-holen-den-em-titel/">einer von vier U21-Europameistern</a> auf dem Feld) und De Marcos gegen drei Gegenspieler, weil sich neben Suárez und Gabi eben oft auch Arda in die Mitte orientierte. Das Trio verschob auch sehr gut, wenn es Athletic über die Flügel versuchte.</p>
<p>Weil sie mit ihren gewohnten Kurzpässen also überhaupt keinen Zug in ihre Spiel brachten, gab es vermehrt lange Bälle, die oft überhastet wirkten und nur allzu oft weit am geplanten Empfänger vorbeigingen. Bilbao machte einen verunsicherten Eindruck, war nach vorne ratlos und machte hinten dann noch einen billigen Fehler. Amorebieta schaute sich etwas zu lange nach einer Anspielstation um, verlor dabei den Ball und Falcao nützte das mit einer Weltklasse-Aktion vor dem Tor zum 2:0 für Atlético aus.</p>
<p><em><strong>Bielsa reagiert auf fehlenden Punch aus dem Mittelfeld</strong></em></p>
<div id="attachment_7142" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/el-finale21.png"><img class=" wp-image-7142 " title="el-finale2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/el-finale21.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Anfang 2. Halbzeit</p></div>
<p>&#8220;El Loco&#8221; passte für die zweite Halbzeit sein 4-3-3 etwas an. Mit Ibai kam ein neuer Mann für für die linke Außenbahn. Nicht nur, dass Muniain (und auch Susaeta auf der anderen Seite) zu Zentral gespielt hatten, um die kompakte Viererkette von Atlético auseinander zu ziehen, es fehlte auch der Punch aus dem Mittelfeld.</p>
<p>Für diesen sollte nun Muniain sorgen, der von Links nun ins Zentrum gegangen war. Er spielte weiter vorne als De Marcos in der ersten Hälfte (dieser spielte nun statt Aurtenetxe als LV), was einen weiteren positiven Effekt hatte: Seine Präsenz hielt Mario Suárez davon ab, sich zu tief fallen zu lassen, was wiederum Llorente etwas Luft zum Atmen verschaffte. Zudem versuchten Susaeta und Ibai nun zumindest, breiter zu spielen.</p>
<p>Weil dazu die Raumaufteilung etwas gleichmäßiger war und Íñigo Pérez (statt Iturraspe im Spiel) ebenso höher stand wie sein Vorgänger, war Athletic auch etwas weniger anfällig für das blitzschnelle Umschalten von Atlético. Das fand zwar immer noch statt, aber Bilbao hatte sich nun besser darauf eingestellt.</p>
<p><strong><em>Aufgabe des Mittelfelds</em></strong></p>
<p>Nur: All das brachte auch nicht den gewünschten Erfolg, wenn es darum ging, Zugriff auf den Strafraum zu erhalten. Muniain stand praktisch immer alleine gegen zwei Gegenspieler und Llorente machte im Zentrum gegen Godín und Miranda kaum einen Stich. Weswegen Bielsa nach einer Stunde die für ihn äußerst unübliche Brechstange aus der Kiste holte &#8211; in Form von Toquero.</p>
<div id="attachment_7144" class="wp-caption alignleft" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/el-finale3.png"><img class=" wp-image-7144 " title="el-finale3" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/el-finale3.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Ab ca. 60. Minute</p></div>
<p>Was nichts anderes hieß als die Aufgabe des Mittelfelds. Im Zentrum stand nun nur noch Muniain (abgeischert von Íñigo Pérez), vorne dafür zwei Zentrums-Strmer und zwei Außenangreifer. Doch egal um nun von Muniain oder von den Außen: Nun segelten die Bälle völlig Bielsa-untypisch hoch in den Strafraum. Weil nun aber Suárez wieder von Muniain lassen konnte, nachdem dieser ja ganz alleine war und von Gabi übernommen wurde, ließ dieser sich wieder vermehrt fallen um im Abwehrzentrum Überzahl herzustellen.</p>
<p>Zudem war durch das komplett offene Mittelfeld nun wieder der Weg frei für schnelle Gegenstöße durch blitzartiges Umschalten nach Ballgewinn. So kam Bilbao nur zu ein, zwei halbwegs ernsthaften Chancen, die aber spätestens beim glänzenden Thibaut Courtois im Atlético-Tor endeten, und spielte bis zum Schluss überhastet und ungewohnt fahrig.</p>
<p>Auf der anderen Seite hätte Falcao schon die Entscheidung herbeiführen müssen, als er nach einem schnellen Gegenstoß nur den Pfosten traf, aber wenige Minuten vor Schluss machte Diego mit einer feinen Einzelleistung doch noch alles klar.</p>
<p><em><strong>Fazit: Simeone manövrierte Bielsa aus</strong></em></p>
<p>Auch das kommt mal vor: Marcelo Bielsa wurde bis zu einem gewissen Grad von seinem Gegenüber ausmanövriert. Simeone kannte die Stärken und die Schwächen von Athletic nicht nur, er ließ sie auch gnadenlos anbohren. Vor allem Atléticos unglaublich flinke Umschalten nach Ballgewinn brachte die Basken immer wieder schwer in Verlegenheit. Simeone ließ Athletic den Ball haben, wo es seinem Team nicht weh tat und ließ immer wieder in kurzen Phasen Pressing aufblitzen. Llorente war praktisch kein Faktor und die nach innen ziehenden Außenstürmer waren bei den diese schon recht weit innen erwartenden Atlético-AV in guten Händen.</p>
<p>Bielsa fühlte sich schon nach einer Stunde, also sehr früh, dazu genötigt, die Brechstange auszupacken, die er seiner Mannschaft eigentlich ausgetrieben hat. Athletic hat es im ganzen Spiel nicht geschafft, ein taugliches Mittel gegen die ungemein intelligent und extrem präzise eingestellten Gegner zu finden. Und so schade das nach den tollen Auftritten in dieser Saison, vor allem den beiden inhaltlichen Vernichtungen von Manchester United, auch ist: Diesmal fehlte der Plan und somit ist die Sieg für Atlético Madrid vollauf gerechtfertigt.</p>
<p>(<a href="https://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
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		<title>Ballverliebt Interaktiv: Leseranalysen zum 2:1 von Real Madrid bei Barça</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Apr 2012 08:54:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit dem 2:1-Sieg in Barcelona machte Real Madrid die spanische Meisterschaft so gut wie fix. Für dieses Spiel gab&#8217;s von unserer Seite ein Experiment: Die erste interaktive Ballverliebt-Leseranalyse! Vier Einsendungen haben wir bekommen. Viel Spaß damit! Andreas Himmelbauer: Tello statt Sánchez, Thiago statt Fàbregas&#8230; &#8230;Guardiolas gescheitereter Schachzug im Detail. Diese Überraschung ist Pep Guardiola gelungen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Mit dem 2:1-Sieg in Barcelona machte Real Madrid die spanische Meisterschaft so gut wie fix. Für dieses Spiel gab&#8217;s von unserer Seite ein Experiment: Die erste interaktive Ballverliebt-Leseranalyse! Vier Einsendungen haben wir bekommen. Viel Spaß damit!</em></strong></p>
<div id="attachment_7098" class="wp-caption aligncenter" style="width: 341px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Startaufstellung1.png"><img class="size-full wp-image-7098" title="Startaufstellung" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Startaufstellung1.png" alt="" width="331" height="507" /></a><p class="wp-caption-text">Barça - Real 1:2 (Grafik von Andreas Himmelbauer)</p></div>
<p><em><strong><span id="more-7093"></span></strong></em></p>
<p><strong><em>Andreas Himmelbauer: Tello statt Sánchez, Thiago statt Fàbregas&#8230;</em></strong></p>
<p><em>&#8230;Guardiolas gescheitereter Schachzug im Detail.</em></p>
<p>Diese Überraschung ist Pep Guardiola gelungen. Ausgerechnet im vielleicht wichtigsten Spiel der Saison setzte der Barca-Trainer auf die beiden Jungstars Thiago Alcantara und Cristian Tello und nicht auf die eigentlichen Stammkräfte Cesc Fabregas und Alexis Sanchez. Diese Umstellungen hatten weitreichende Folgen und veränderten das gesamte Spiel. Allerdings nicht in der Art und Weise wie es sich Pep Guardiola vorgestellt hat.</p>
<div>
<dl id="attachment_7096">
<dt>Obwohl man im Vorhinein annehmen konnte, dass Thiago und Tello die Positionen von Fabregas und Sanchez eins zu eins übernehmen werden, war dies nicht der Fall. Vor allem die Aufstellung von Tello hatte große taktische Auswirkungen. Er besetzte nämlich nicht die Position als rechter Stürmer, sondern spielte am linken Flügel, also auf der Position, die im Normalfall für Iniesta vorgesehen ist. Dieser rückte dafür mehr ins Zentrum und spielte fast schon auf einer Höhe mit Messi. Den rechten Flügel belegte Dani Alves, der normalerweise als sehr offensiver Rechtsverteidiger agiert. Der Brasilianer spielte einen Außenstürmer wie er im Buche steht und heutzutage eigentlich kaum noch Verwendung findet.</dt>
</dl>
</div>
<p>Auch Thiago übernahm nicht direkt die Rolle von Fabregas. Während Letzterer normalerweise als zweite „falsche Neun“ spielt und eine direkte Verbindung zwischen Mittelfeld und Sturm verkörpert, spielte Thiago um einiges defensiver und war hauptsächlich dafür verantwortlich, den Ball aus der eigenen Hälfte in die gegnerische zu tragen. Diese Aufgabe füllte er auch tadellos aus. Dank seiner überragenden Ballführung und Übersicht, war er nur schwer vom Ball zu trennen. Das Ergebnis all dieser Umstellungen war eine 3-3-4/3-4-3 Hybridformation von Barcelona, die man schon von früheren Spielen in der Primera Division kannte.</p>
<p>Guardiolas Absichten hinter diesen Umstellungen waren wohl einerseits mehr Breite ins Spiel der Katalanen zu bringen und andererseits im Zentrum möglichst viele Kreativspieler zu haben, die Messi ins Szene setzen konnten. Tello links und Alves rechts zogen zwar das Spiel enorm in die Breite, allerdings konnten sie sich nur sehr selten gegen ihre Bewacher Coentrao und Arbeloa durchsetzen und wirkten oft isoliert. Vor allem Alves war auf rechts ziemlich alleine gelassen. Er bekam zwar einige Bälle von Xavi, konnte diese aber dann mangels Unterstützung nicht weiter verarbeiten und blieb nicht selten an Coentrao und Ronaldo hängen. Auf links hatte Barca zwar mit Iniesta, Tello, Thiago und teilweise auch Messi Überzahl, man konnte das allerdings nie wirklich nutzen, da die Räume viel zu eng waren. Der junge Tello versuchte zwar oft, sich gegen Arbeloa durchzusetzen, scheiterte aber immer.</p>
<p>Hinzu kam, dass durchs Zentrum so gut wie gar nichts ging. Verantwortlich dafür war in erster Linie Andres Iniesta, der die Rolle als Messi-Unterstützer längst nicht so gut ausfüllte, wie es Fabregas zuvor schon oft gezeigt hatte. Zusammengefasst kann man sagen, dass Barca die Balance zwischen Flügel- und Zentrumsspiel fehlte. Im sonst üblichen 4-3-3 spielt man meistens durch die Mitte und besetzt die Flügel oft nur durch die aufrückenden Außenverteidiger. Man hat dadurch fast immer 5 Offensivspieler in Bewegung, die zwischen Zentrum und Flügel pendeln und den aufrückenden Außenverteidiger unterstützen. Genau dieses Pendeln fehlte gegen Real im 3-3-4 System. So spielte man aufgrund der isolierten Flügelstürmer quasi in Unterzahl. Guardiolas Idee des breiten<br />
Spiels konnte schlichtweg nicht umgesetzt werden.</p>
<p>Womöglich hat Guardiola auch mit einem weitaus defensiver eingestelltem Real gerechnet. Wäre dies der Fall gewesen, dann hätte sich Barca wohl viel leichter getan. Anders als in der letzten Saison presste Real aber phasenweise schon im Mittelfeld und nutzte die Schwächen der 3-3-4 Formation somit gut aus.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><strong><em>Mirco Reimer: Die (verschenkte) Rolle von Lionel Messi</em></strong></p>
<p>Mit seiner Aufstellung überraschte Guardiola wahrscheinlich die meisten Fußball-Fans, hier sprechen wir jedoch nicht nur von dem überraschenden Startplatz für Tello, sondern auch von der Rolle von Xavi. Diese sollte großen Einfluss auf das Spiel von Lionel Messi haben.</p>
<p>Xavi agierte nämlich in der Sachenz/Fabregas-Rolle als offensiver Zuarbeiter für Messi. Die Aufgabe von Xavi in diesem Clasico war, dass er die Räume ausnutzen sollte die Messi schuf, wenn dieser in seiner Rolle als falsche Neun nach hinten abdriftete. Um dies zu ermöglichen und weiter Gefahr durch das Zentrum auszustrahlen muss bei einem solchen Abdriften ein Spieler im Zentrum vorhanden sein, der diese Räume öffnet, gegenfalls auch ausnutzt und Messi öffnet die Möglichkeit gibt Doppelpässe zu spielen. Sanchez beherrscht dies wie kaum ein anderer, war jedoch nicht fit und wurde deshalb von Guardiola erst spät (zu spät?) gebracht.  Deswegen sollte Xavi diese Aufgabe in einer ähnlichen Art und Weise ausfüllen. Dies misslang jedoch aus mehreren Gründen, einer waren die vielen Fehlpässe die Messi zu verzeichnen hatte (zur Halbzeit hatte nur Barcelona-Keeper Valdes eine schwächere Passquote) und zum anderen, dass die Real Spieler ihn geschickt aus dem Spiel nahmen.</p>
<p>Die Madrider-Doppelsechs mit Alonso und Khedira agierte nämlich unmittelbar vor Viererkette, die gleichzeitig sehr hoch positioniert war. So gab es für Messi und seine Kollegen wenig Platz welches Barcelona überdurchschnittlich oft ins Abseits oder zu einem Rückpass zwang. Dieser taktische Kniff von Mourinho resultierte außerdem in einem kompakten Zentrum, sodass Messi sich sehr schwer damit tat in den Strafraum zu gelangen. Ein Grund hierfür war die gute Abstimmung zwischen Alonso und Ramos.</p>
<p>Alonso begann auf der Position im defensiven Mittelfeld und positionierte sich so,  dass er auf Messis traf wenn dieser sich ins Mittelfeld zurückzog. So hatte Real mit Messis Dribblings keine großen Probleme. Zwar war er mit Abstand der Spieler mit den meisten erfolgreichen Dribblings auf dem Platz, jedoch war er durch Reals Taktik oftmals gezwungen diese weit vom gegnerischen Tor entfernt zu starten. Sollte Messi doch ins Rollen kommen wurden diese mit geschickten Fouls unterbunden. Nur einmal brach Messi jedoch durch, als er 4 Madrid-Spieler auf sich zog und zu Xavi durchspielte, der jedoch an Casilias scheiterte.</p>
<p>Das Hauptproblem ergab sich also schon zu Spielbeginn, Messi war durch Guardiolas Entscheidung auf zwei klassische Flügelspieler, Tello und Alves, zu setzen isolierte Messi im Zentrum und das Experiment mit Xavi als „Sanchez-Kopie“ scheiterte. Erst mit der Einwechslung von Sanchez für eben Xavi änderte sich dies und resultiere auch in dem zwischenzeitlichen Ausgleich. Es wäre interessant gewesen zu beobachten was passiert wäre, wenn Sanchez früher eingewechselt worden wäre oder Madrid nicht unmittelbar nach dem 1:1 wieder in Führung gegangen wäre.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><em><strong>Alexander Neuper: 1:2 &#8211; Madrid auf dem Weg zur Meisterschaft</strong></em></p>
<div id="attachment_7094" class="wp-caption alignright" style="width: 298px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/barca_real.png"><img class=" wp-image-7094  " title="barca_real" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/barca_real.png" alt="" width="288" height="453" /></a><p class="wp-caption-text">Barcelona - Real Madrid 1:2</p></div>
<p>„Only a win will do“ sagte Pep Guardiola noch vor dem Spiel und beschrieb die Tabellenkonstellation damit sehr treffend. Um diesen zu erreichen setzte der Barcelona Trainer auf eine leicht veränderte Elf gegenüber dem CL‐Spiel gegen den FC Chelsea am Mittwoch, und brachte Thiago und Tello für Fabregas und den angeschlagenen Alexis Sanchez in die Partie. Jose Mourinho hingegen schickte dieselbe Elf, die Dienstag noch mit 1:2 in München verloren hatte, auf den Platz.</p>
<p>Tello rückte auf den linken Flügel, Thiago übernahm die Rolle des Spielgestalters im zentralen defensiven Mittelfeld und Xavi rückte dafür ungewöhnlich weit nach rechts. Auf der rechten Seite trieb ein extrem offensiver Dani Alves sein Unwesen, nachdem Guardiola hier offenbar Reals Schwäche vermutete. Der Plan ihn ins 1:1 mit Coentrao zu schicken scheiterte aber meist an der guten defensiven Unterstützung durch Xabi Alonso und den rausrückenden Sergio Ramos. Auch Chrstiano Ronaldo war defensiv wohl aktiver als Barcelona dies erwartet hätte, so dass Puyol diesem relativ weit folgte, ohne jedoch selbst aktiv in die Offensivbemühungen einzugreifen.</p>
<p>Auf der linken Seite stand Adriano ebenfalls relativ hoch, wurde aber von Di Maria gebunden und konnte sich offensiv kaum mit einschalten, was auch dafür sorgte, dass Tello wenig Zuspiele bekam, bei denen er seine Geschwindigkeitsvorteile gegenüber dem tiefstehenden Arbeloa ausspielen hätte können. Somit blieb Barcelona nur das Spiel durch die Mitte, wo Alonso, Khedira und der aus der Abwehr rückende Pepe das Spielfeld für Iniesta, Xavi und Messi so eng wie nur möglich machten.</p>
<p>Real wartete auf Fehler von Barcelona, die unter dem anfangs aggressivem Pressing auch kamen, um schnell umzuschalten und die Schnelligkeit von Christiano Ronaldo auszuspielen. Auf diese Art entstand auch der Eckball, in Folge dessen Real das 0:1 erzielen können.</p>
<p>Obwohl Barcelona sichtlich engagierter aus der Kabine kam, änderte sich am Spielbild lange Zeit nichts, bis Pep Guardiola schließlich in der 69. Minute Alexis Sanchez ins Spiel brachte. Der ging sofort auf die rechte Seite,   und vollendete nur eine Minute später eine Hereingabe von der linken Seite in bester Strafraumstürmer‐Manier. Fast im Gegenzug konnte Real aber erneut in Führung gehen, nachdem Özil Ronaldo mit einem perfekten Laufpass in Szene gesetzt hatte, dieser Mascherano im Laufduell keine Chance lies und aus schwierigem Winkel zum 1:2 einnetzte.</p>
<p><em><strong>Fazit:</strong></em>Während die Bayern am Dienstag zeigten, wie anfällig die Außenverteidiger von Real Madrid sind wenn man sie mit Überzahlsituationen konfrontiert, schafft es Barcelona im aktuellen System nicht und lässt die Flügel nur einfach besetzt. Wenn man dann auf einen Gegner trifft, der über das nötige Spielermaterial verfügt um die Mitte dicht zu machen und Messi weit weg vom eigenen Tor zu binden, fehlen Barcelona im Moment die Optionen. Die Einwechslung von Sanchez hat gezeigt, dass er aktuell dem Barcelona‐Spiel erst die notwendige Schärfe verpasst, da er aber angeschlagen ist, kann man sein Fehlen in der Startelf wohl nicht als taktischen Fehler beurteilen. Vielmehr sollte man wohl hinterfragen, ob Barcelona im Moment über eine Kaderdichte verfügt, die es ihnen erlaubt Meister und Champions League Sieger zu werden – zumindest in einem Fall kann man sie wohl schon mit „Nein“ beantworten.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><strong><em>Mirko Nikolic: Barcelona vs. Real Madrid 1:2</em></strong></p>
<p>Barca spielte im typischen 4-3-3, welches sich im Spiel als ein 3-2-2-3 (und manchmal auch 3-2-5) herausstellte. Real Madrid wie erwartet im 4-3-3 mit defensiv eingestelltem rechten Flügel bzw. hängender Spitze (Di Maria/Özil) lediglich Ronaldo (links) und Benzema an vorderster Front waren von Defensiv aufgaben Großteils befreit.</p>
<p>Mit drei Mann hatte es Barca in der Verteidigung angelegt (Puyol-Mascherano-Adriano), also quasi Mann gegen Mann. Der eigentliche vierte Verteidiger Dani Alves spielte einen rechten Außenstürmer und war teilweise vorderster Angreifer, da im Angriffszentrum ein echter Stürmer (Sánchez angeschlagen, Villa verletzt) fehlte. Der Spielaufbau erfolgte über das Zentrum mit Busquets und Xavi, halblinks war Iniesta das Bindeglied zum linken Flügel Tello.</p>
<p>Die Rolle von Messi und Benzema als Spitze konnte unterschiedlicher nicht sein: Benzema als Stoßstürmer bei Kontern, welcher immer wieder auf die Flügel auswich und so Raum schaffte für die nachrückenden Özil, Ronaldo und Di Maria. Messi, als eigentliche Anspielstation im Zentrum an der Strafraumgrenze, ließ sich immer wieder ins Mitteldrittel zurückfallen um den Zwängen der beiden Sechser von Real zu entfliehen.</p>
<p>In den ersten Minuten zeigte Madrid aggressives, geschlossenes Pressing, man zwang Barca dadurch zu ungewöhnlich vielen Abspielfehlern. Real war dafür bei schnellen Gegenstößen über Ronaldo (links) und Benzema (oft rechts ausgewichen) immer wieder gefährlich und kam dadurch zu Standardsituationen. Das gut zugestellte Zentrum zwang Barca zudem, den Spielaufbau über die Flügel (Tello, Alves) zu forfieren. Tello, der durch Iniesta immer wieder unterstützt wurde, kam ab und an auf dem Flügel durch, war allerdings beim letzten Pass oder beim Abschluss hektisch und ineffektiv. Auf der anderen Seite machte Coentrao gegen Alves eine hervorzuhebende Partie.</p>
<p>Durch das 3-2-2-3 oder 3-2-5 mit Messi im Zentrum hatte Barcelona ein Problem: das unbesetzte Sturmzentrum.  Zwar hat man das Spiel nach dem Rückstand in den Griff bekommen (Xavi und Iniesta spielten jetzt aggressiver, weitläufiger und beweglicher, um Alonso und Khedira aus dem weg zu gehen). Allerdings hatte das den Effekt, das Messi sich mehr in den Spielaufbau einbrachte um keine Lücke als Anspielstation zu hinterlassen und eben dadurch blieb das Zentrum leer.</p>
<p>Die Angriffsbemühung Madrids waren klar strukturiert: Den Ball im kompakten Zentrum erobern und schnell – entweder mit direkten Pässen durch die Mitte oder langen Präzisen Pässen auf die Flüge – das Mittelfeld überbrücken und die Verteidiger Barcelonas in 1-gegen-1-Situationen verwickeln. Ronaldo stellte mit seiner Schnelligkeit und Robustheit Puyol, Mascherano und Busquets immer wieder vor Schwierigkeiten. Real kam dadurch zu diversen Standardsituationen.</p>
<p><strong><em>Fazit:</em></strong> Durch die taktische und aggressive Einstellung von Real schaffte es Barcelona nicht, das typisches Spiel in ein gutes Ergebnis umzumünzen. Ein schwacher Messi, ein fehlender Plan B und die fast perfekt eingestellte Mannschaft Mourinhos (defensiv sehr starker Özil und Di Maria klare und einfache Strukturierte Konterangriffe) als auch ein überragender und immer gefährlicher Ronaldo, machen Real Madrid zum verdienten Sieger und wohl verdienten Meister.</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=7093&amp;md5=3600aaccaed89cdd746c0001add541db" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Leserwettbewerb zum Clasico: Eure Analyse ist gefragt!</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Apr 2012 00:16:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<category><![CDATA[International]]></category>
		<category><![CDATA[Clasico]]></category>
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		<category><![CDATA[Primera Division]]></category>
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		<description><![CDATA[Am Samstag steigt in der spanischen Meisterschaft steigt wieder das Duell zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona. Ab 20:00 übertragen die Kollegen von Laola1.tv die Partie live. Normalerweise würde wir dieses Spiel – wie schon mehrmals in den letzten Jahren – analysieren. Leider sind wir am Wochenende aber alle verplant (arbeiten!) und würden es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/bv_ball-150x150.jpg" alt="" title="" width="150" height="150" class="alignright size-thumbnail wp-image-7090" /></p>
<p>Am Samstag steigt in der spanischen Meisterschaft steigt wieder das Duell zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona. Ab 20:00 übertragen die Kollegen von <a href="http://laola1.tv" target="_blank">Laola1.tv</a> die Partie live. Normalerweise würde wir dieses Spiel – wie schon <a href="http://ballverliebt.eu/?s=clasico" target="_blank">mehrmals in den letzten Jahren</a> – analysieren. Leider sind wir am Wochenende aber alle verplant (arbeiten!) und würden es nicht schaffen, zeitnah eine Analyse zu liefern. Deshalb greifen wir <a href="https://www.facebook.com/ballverliebt/posts/10150647197501012?comment_id=21326435" target="_blank">die spannende Idee eines unserer Leser</a> auf.<span id="more-7080"></span></p>
<p>In unserer Community gibt es viele Leute mit hervorragendem Fußballsachverstand. Die qualifizierten Kommentare, die ihr immer wieder unter unseren Artikeln oder in unserer Facebook-Gruppe abgebt, beweisen das und machen uns auch ein wenig stolz. Was liegt also näher, als dieser Kompetenz bei uns eine prominentere Plattform zu bieten? Wir starten deshalb einen kleinen Wettbewerb, für alle die sich &#8220;El Clasico&#8221; am Samstag ansehen und Gedanken darüber machen wollen. </p>
<p>Und das ist <strong>die Aufgabe</strong>: Schaut euch das Topp-Spiel genau an, sucht euch einen taktischen Aspekt, den ihr interessant und spannend findet und beschreibt ihn in etwa 1000 bis 2000 Zeichen (das sind etwa 4-6 Absätze). </p>
<p>Ein paar Anregungen: Fällt euch zum Beispiel eine bestimmte taktische Verhaltensweise eines Spielers auf? Bewegt sich eine Gruppe von Spielern auffällig? Welche Umstellungen nehmen die Trainer vor? Gibt es Spielzüge, die immer wieder auftauchen? Welche Spieler sollen wie aus dem Spiel genommen werden? Welche Passwege werden zugestellt. Es lohnt sich immer, im Auge zu behalten: Was sind Ziel und Effekt von Verhaltensweisen und Vorgaben? Und kann man sie vielleicht mit einer einfachen Zeichnung gut visualisieren?</p>
<p>Unter allen Einsendungen, die uns <strong>bis Sonntag 18 Uhr</strong> erreichen, wählen wir die fünf besten aus, lektorieren sie und veröffentlichen sie spätestens am Montag auf Ballverliebt.eu in einem großen Special – natürlich unter Nennung eures vollen Namens. So könnt ihr eure Analyse tausenden Lesern präsentieren und mit ihnen diskutieren.</p>
<p>Interessiert? Nochmal in Stichworten:</p>
<li>Clasico ansehen</li>
<li>Interessanten taktischen Aspekt analysieren</li>
<li>Kurzen Text darüber schreiben</li>
<li>An uns schicken (<em>schaffertom (at) yahoo (punkt) com</em>; Betreff &#8220;Clasico-Analyse&#8221;)</li>
<li>Auf Ballverliebt.eu veröffentlicht werden und bei euren Freunden damit angeben</li>
<p>Um zu vermeiden, dass alle über dasselbe Thema schreiben, könnt ihr euch natürlich vorab und während des Spiels hier oder in unserer Facebook-Gruppe darüber austauschen. Wir freuen uns auch, wenn ihr uns sagt, ob euch die Aktion gefällt, und ob ihr daran teilnehmen wollt. Viel Erfolg!</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=7080&amp;md5=7aece1eff2dc58772c59cad0bcb0348d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Achter und Zehner in Personalunion &#8211; Bayern kontrolliert Real dank Toni Kroos</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2012/04/18/achter-und-zehner-in-personalunion-bayern-kontrolliert-real-dank-toni-kroos/</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 00:32:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Champions League]]></category>
		<category><![CDATA[Matchbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Taktikbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Bayern]]></category>
		<category><![CDATA[Heynckes]]></category>
		<category><![CDATA[Kroos]]></category>
		<category><![CDATA[Mourinho]]></category>
		<category><![CDATA[Real Madrid]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich ist dieser 2:1-Sieg für die Bayern ja ein ziemliches Null-Ergebnis. Die Chancen auf das Finale sind weiterhin ziemlich gleich verteilt. Aber festzuhalten gilt: Die Münchner zeigen sich von der verlorenen Meisterschaft gut erholt und fügen den unter den Erwartung bleibenden Madrilenen eine späte, aber zweifellos verdiente Niederlage zu Nein, gefallen hat Real Madrid das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Eigentlich ist dieser 2:1-Sieg für die Bayern ja ein ziemliches Null-Ergebnis. Die Chancen auf das Finale sind weiterhin ziemlich gleich verteilt. Aber festzuhalten gilt: Die Münchner zeigen sich von der verlorenen Meisterschaft gut erholt und fügen den unter den Erwartung bleibenden Madrilenen eine späte, aber zweifellos verdiente Niederlage zu</em></strong></p>
<div id="attachment_7071" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-04-17-Bayern-Real-2-1.png"><img class=" wp-image-7071 " title="2012 04 17 Bayern-Real 2-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-04-17-Bayern-Real-2-1.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Bayern München - Real Madrid 2:1</p></div>
<p><span id="more-7070"></span>Nein, gefallen hat Real Madrid das Halbfinal-Los nicht. Die Bayern, die &#8220;Bestia Negra&#8221;, sind im Lager der Königlichen berüchtigt. Klar hält man sich selbst für klar besser, und was die individuelle Klasse der Spieler angeht, auch mit einigem Recht. Aber die gut organisierte, athletische und vor allem psychisch stabile Anlage deutscher Teams im Allgemeinen und der Bayern im Speziellen liegen Real einfach nicht. Das wurde auch in diesem Spiel deutlich.</p>
<p><em><strong>Schlüsselfigur bei den Bayern: Toni Kroos</strong></em></p>
<p>Der auffälligste Spieler bei den Bayern war eindeutig Toni Kroos. Nicht nur, wegen seines unglaublichen Laufpensums, sondern auch wegen seiner Rolle innerhalb des Systems: Anders als <a href="http://ballverliebt.eu/2012/04/12/the-big-lewandowski-mit-dem-goldenen-tor-dortmund-praktisch-meister/">zuletzt etwa in Dortmund</a>, wo die Bayern mehr oder weniger in einem 4-2-4 aufgetreten waren, positionierte sich Kroos (nominell als Zehner im 4-2-3-1) oftmals extrem tief. Das mag auch daran gelegen haben, dass ihm Sami Khedira wie ein Schatten verfolgte, sobald Kroos die Mittellinie überquert hatten, wirkte sich aber sehr positiv auf das Spiel der Bayern aus.</p>
<div id="attachment_7072" class="wp-caption alignright" style="width: 306px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/kroos.png"><img class=" wp-image-7072 " title="kroos" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/kroos.png" alt="" width="296" height="383" /></a><p class="wp-caption-text">Toni Kroos verteilte die Bälle gut, war für Real kaum ausrechenbar</p></div>
<p>Zumindest ab dem Zeitpunkt, ab dem sich Kroos vermehrt durch tiefere Positionierung der Umklammerung von Khedira entzog. Bis dahin &#8211; also in der ersten Viertelstunde &#8211; hatte Real die Offensivkräfte der Bayern gut im Griff. Robben war isoliert, weil Lahm gegen Cristiano Ronaldo sehr vorsichtig im Spiel nach vorne war. Ribéry (und auch Alaba) wurden konsequent in Unterzahl-Situationen verwickelt &#8211; Arbeloa, der gut nach hinten arbeitende Di María und oft auch Khedira oder sogar Özil verwickelten das Bayern-Duo auf links in viele Zweikämpfe.</p>
<p>Über weite Strecken des Spiels zeigte Toni Kroos aber, was für ein hervorragender und vielseitiger Mittelfeldspieler er ist. Weil er neben der nominellen Rolle als Zehner auch viele offensive Aufgaben von Achter Schweinsteiger übernahm &#8211; dieser ist nach seiner langen Verletzungspause sichtlich noch einiges von seiner Topform entfernt &#8211; agierte er mehr aus der Tiefe heraus und vermochte so, die Bälle auf für Real ziemlich unberechenbare Weise zu verteilen. Zudem war er sich für keinen Zweikampf zu schade und half aus, wo es nötig war.</p>
<p><strong><em>Von einer Verlegenheit in die nächste</em></strong></p>
<p>Die Rolle und die starke Leistung von Kroos brachte Real im Zentrum in eine gewisse Verlegenheit. Khedira wollte sich nicht zu weit aus seiner Position ziehen lassen und Özil war in der Rückwärtsbewegung nicht allzu konsequent. So tauschten Özil und Di María halb durch die erste Hälfte ihre Plätze. Das brachte Real aber nur von einer Verlegenheit in eine andere &#8211; denn nun hatte Alaba deutlich mehr Freiheiten nach vorne und damit kam auch Ribéry besser in die Partie.</p>
<p>Die Hausherren erarbeiteten sich so ein deutliches Übergewicht nicht nur im Zentrum, sondern nun auch auf den Flanken, wodurch die 1:0-Führung (wiewohl Luiz Gustavo dabei alles andere als passiv im Abseits stand) vollauf verdient war. Zu sagen, die Madrilenen machten einen hilflosen Eindruck, wäre maßlos übertrieben. Aber eine gewisse Zerstreutheit müssen sich die Gäste schon nachsagen lassen.</p>
<p><strong><em>Spieleröffnung klappt nicht nach Wunsch</em></strong></p>
<p>Was aber auch daran lag, dass es die Bayern ganz gut verstanden, die Spieleröffnung von Real merklich zu stören. Hatten die Innenverteidiger Pepe und Ramos den Ball, war es ganz deutlich nicht Mario Gomez&#8217; Aufgabe, auf diese beiden zu pressen, sondern dafür zu sorgen, dass Xabi Alonso als Anspielstation aus der Gleichung genommen wird. Wenn schon keine echte Torgefahr von Gomez ausging, diese defensive Aufgabe löste er ganz ordentlich.</p>
<div id="attachment_7074" class="wp-caption alignleft" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/ramos.png"><img class=" wp-image-7074 " title="ramos" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/ramos.png" alt="" width="294" height="380" /></a><p class="wp-caption-text">Ramos hatte wenig Gelegenheit zu kurzen Pässen nach vorne, die langen kamen zumeist nicht an</p></div>
<p>So brachte vor allem Sergio Ramos, der für die Spieleröffnung aus der Verteidigung verantwortlich war, recht wenig Pässe auf Xabi Alonso an und hatte so nur noch zwei Möglichkeiten: Raus auf Coentrão, der allerdings keine gute Leistung zeigte, oder langen Hafer nach vorne &#8211; diese Pässe kamen zumeist nicht an.</p>
<p>Was Real im Spiel nach vorne deutlich den Drive nahm. Cristiano Ronaldo war bei Philipp Lahm und Luiz Gustavo in guten Händen und nahm im Grunde nur bei Standard-Situationen am Spiel teil. Da half es auch nichts, dass Benzema extrem viel auf die Seiten auswich und dabei vor allem Badstuber ordentlich aus der Position zog, hier passten Boateng und der umsichtige David Alaba gut auf. So entstanden kaum defensive Löcher und die Bayern brachten das hochverdiente 1:0 auch in die Pause.</p>
<p><strong><em>Ausgleich erzwingt Änderung</em></strong></p>
<p>Zum Start der zweiten Hälfte war Özil wieder im Zentrum und nützte einige Minuten nach Wiederbeginn einen kollektiven Tiefschlaf in der Bayern-Defensive und einen geschickten Quer-Pass von Cristiano Ronaldo (dessen einzige wirklich produktive Aktion im ganzen Spiel) zum völlig gegen den Spielverlauf fallenden 1:1-Ausgleich.</p>
<p>Womit für Heynckes zwei Faktoren zusammen kamen, wegen denen er nach einer Stunde wechselte: Zum einen war Schweinsteiger einfach nicht besonders gut und auch noch nicht fit für mehr als 60 Minuten auf diesem Niveau, zum anderen musste er nun ohnehin eine weitere Option für vorne bringen. Also ging Schweinsteiger raus, Thomas Müller kam hinein. Das hieß, dass Kroos nun vollends Achter und Zehner gleichzeitig war, schließlich orientierte sich Müller auf der Zehn deutlich höher als das Kroos zuvor gemacht hatte.</p>
<p>Die Bayern blieben auch weiterhin die bessere Mannschaft, allerdings ließ die Genauigkeit immer mehr nach. Diesen Effekt verstärkte Mourinho, indem er Di María wieder ins Zentrum stellte, um dort für Stabilität zu sorgen und es Khedira zu ermöglichen, Kroos wieder aktiver nachzustellen. Für Özil kam mit Marcelo die defensivere Variante für die linke Seite, Cristiano Ronaldo wurde damit von Lahm erlöst. Dass im der rotzfreche David Alaba aber so fleißig um die Ohren rennt, dass er gemeinsam mit Ribéry Arbeloa mit Arbeit eindeckte und Ronaldo damit erst recht isoliert blieb, damit rechnete er aber wohl nicht.</p>
<p>So lief das Spiel einem 1:1 entgegen, mit dem Real aufgrund des Auswärtstores deutlich besser hätte leben können als die Bayern. Doch kurz vor Schluss brachte einer der zahllosen Vorstöße von Lahm noch einen Querpass vor das Tor, wo Mario Gomez verwertete &#8211; das 2:1, der alles in allem fraglos verdiente Siegtreffer für die Bayern.</p>
<p><strong><em>Fazit: Geschickte Taktik im Mittelfeld beschert Bayern verdienten Sieg</em></strong></p>
<p>Es wäre etwas hart zu sagen, dass Real nach einer CL-Saison, in der man es nur mit (übertrieben gesagt) Fallobst zu tun hatte, beim ersten echten Gegner sofort eine auf den Deckel bekommen haben. Aber Tatsache ist: Erstmals in dieser Europacup-Saison waren die Madrilenen wirklich gefordert, und sie wären, wenn es dabei geblieben wäre, mit einem schmeichelhaften Remis ins Rückspiel gegangen. Von einem dominanten Auftreten war Real weit entfernt.</p>
<p>Der Schlüssel bei den Bayern war, dass Toni Kroos die sehr fordernde Rolle, die er hatte, glänzend erfüllte. Seine Laufbereitschaft, die Spielübersicht und die zumeist recht genauen Pässe sorgten zwar nicht für übertriebene Torgefahr. Aber sehr wohl dafür, dass die Bayern im Zentrum das Kommando hatten. Zudem wurde Xabi Alonso recht gut kaltgestellt, wodurch Real auf die Flügel gezwungen wurde und dort die individuellen Duelle oftmals verloren wurden.</p>
<p>Das Auswärtstor und die Tatsache, dass das Rückspiel nun in Madrid steigt, sprechen hingegen für Real. Weshalb man zwar von einem verdienten Bayern-Sieg sprechen kann. Aber schlauer, was den Namen des Finalisten aus diesem Duell angeht, ist man mit diesem Spiel nicht geworden.</p>
<p>(<a href="https://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=7070&amp;md5=992cea5a830fe12f8e647c246c429412" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Video: Das 3-3-4 von Barcelona</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Apr 2012 20:22:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[International]]></category>
		<category><![CDATA[Taktikbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[3-3-4]]></category>
		<category><![CDATA[Barcelona]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie in &#8220;Inverting the Pyramid&#8221; (dt.: &#8220;Revolution auf dem Rasen&#8220;) von Jonathan Wilson schön beschreibt, reduziert der moderne Fußball die Position des Stürmers. Oft nur ein oder zwei, in vergleichsweise seltenen Fällen drei Stürmer dominieren die taktische Welt des Sports. Mit Barcelona verzichtet aber ausgerechnet die beste Mannschaft der letzten Jahren komplett darauf, diesem Trend [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie in &#8220;<a href="https://www.amazon.de/dp/1409102041/ref=as_li_ss_til?tag=zurpolitikc07-21&#038;camp=2906&#038;creative=19474&#038;linkCode=as4&#038;creativeASIN=1409102041&#038;adid=0HY097HSV8ZESZ4ZDFQH&#038;" target="_blank">Inverting the Pyramid</a>&#8221; (dt.: &#8220;<a href="https://www.amazon.de/dp/3895337692/ref=as_li_ss_til?tag=zurpolitikc07-21&#038;camp=2906&#038;creative=19474&#038;linkCode=as4&#038;creativeASIN=3895337692&#038;adid=0X4XH685AF4G84K1FFCK&#038;" target="_blank">Revolution auf dem Rasen</a>&#8220;) von Jonathan Wilson schön beschreibt, reduziert der moderne Fußball die Position des Stürmers. Oft nur ein oder zwei, in vergleichsweise seltenen Fällen drei Stürmer dominieren die taktische Welt des Sports. Mit Barcelona verzichtet aber ausgerechnet die beste Mannschaft der letzten Jahren komplett darauf, diesem Trend zu gehorchen. Wir haben das hier bereits <a href="http://ballverliebt.eu/?s=3-3-4" target="_blank">mehrmals angemerkt und auch analysiert</a>, dass die Mannschaft im Ballbesitz mittlerweile immer wieder zu einem 3-3-4 greift. Das folgende Video erklärt das sehr schön anhand des Spiels gegen Getafe.</p>
<p><iframe width="500" height="300" src="http://www.youtube.com/embed/NNefwc3w7yA" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=7061&amp;md5=7c7fb5bbfedc6e93ecd88353277d5ef5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Disziplinierte Italiener halten Barcelona auf Distanz &#8211; Milan kommt zu einem 0:0</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Mar 2012 21:50:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es war intensiv, es war attraktiv, es war auf hohem Niveau &#8211; zumindest eine Stunde lang. Milan ließ Barcelona dort agieren, wo es die Rossoneri für verschmerzbar hielten und kamen durch ihre technisch starken Offensiv-Spieler selbst zu einigen Chancen. Letztlich endete es in einem Patt und einem 0:0, das für das Rückspiel alles offen lässt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Es war intensiv, es war attraktiv, es war auf hohem Niveau &#8211; zumindest eine Stunde lang. Milan ließ Barcelona dort agieren, wo es die Rossoneri für verschmerzbar hielten und kamen durch ihre technisch starken Offensiv-Spieler selbst zu einigen Chancen. Letztlich endete es in einem Patt und einem 0:0, das für das Rückspiel alles offen lässt.</em></strong></p>
<div id="attachment_6997" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-03-28-Milan-Barca-0-01.png"><img class=" wp-image-6997 " title="2012 03 28 Milan-Barca 0-0" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-03-28-Milan-Barca-0-01.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">AC Milan - FC Barcelona 0:0</p></div>
<p><span id="more-6995"></span>Das große Spezifikum bei Milan? Bekanntermaßen ein typisch-italienisch enges Spiel, Überzahl im Zentrum, Breite nur über die Außenverteidiger. Jenes von Barcelona? Weit vorne und weiß außen agierende Flügel, um die gegnerische Abwehr auseinander zu ziehen und Messi ermöglichen, in die entstehenden Löcher zu stoßen. Wenig überraschend, dass dabei genau das zu erwartende Spiel heraus kam.</p>
<p><strong><em>Barcelonas rechte Außenbahn&#8230;</em></strong></p>
<p>Pep Guardiola stellte eine Mannschaft ohne wirklichen Linksverteidiger auf. Dani Alves auf der rechten Seite war nur in Ausnahmefällen in der eigenen Hälfte, wodurch hinten eine De-facto-Dreierkette entstand. Logisch: Klassische Außenverteidiger braucht man gegen Milan nicht, weil es bei den Rossoneri schlicht kein nennenswertes Flügelspiel gibt. So kümmerten sich hinten Puyol (der sich tendenziell Richtung links orientierte), Mascherano und Piqué um Ibrahimovic und Robinho, während Busquets, wenn nötig, um Boateng kümmerte.</p>
<div id="attachment_6998" class="wp-caption alignleft" style="width: 242px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/alves-hz1.png"><img class=" wp-image-6998 " title="alves hz1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/alves-hz1.png" alt="" width="232" height="299" /></a><p class="wp-caption-text">Dani Alves in der 1. Hälfte</p></div>
<p>Milan machte aber nicht nur das Mittelfeld eng, sondern zog auch die Abwehrkette sehr weit zusammen, wodurch Dani Alves keinen Gegenspieler hatte und auf seiner Seite ungeahnte Freiheiten genoss. Unterstützt von Alexis Sánchez, der wie gewohnt<a href="http://www.youtube.com/watch?v=ESUiDY-5DVE"> durch seine grandiosen Laufwege</a> Gegenspieler binden und so Alves den Weg oft noch mehr freimachen konnte, unternahm der Brasilianer viel &#8211; brachte allerdings wenig Nützliches in den Strafraum (siehe Grafik).</p>
<p>Betrachtet man die Art und Weise, Milan mit den Abwehrkette den Strafraum zumachte und wie unbehelligt man Dani Alves ließ, liegt die Vermutung nahe, dass man den Brasilianer absichtlich die Außenbahn überließ und stattdessen darauf achtete, dass seine Pässe in die gefährlichen Zonen nicht ankamen. Was wunderbar funktioniert hat.</p>
<p><strong><em>&#8230;und die linke</em></strong></p>
<p>Auf der anderen Seite fehlte die Power aus der Tiefe, wie sie Dani Alves ins Spiel bringt, aufstellungsbedingt. Hier teilten sich Seydou Keita und Andrés Iniesta die Agenden auf der Flanke auf.</p>
<div id="attachment_7002" class="wp-caption alignright" style="width: 266px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/keita.png"><img class=" wp-image-7002  " title="keita" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/keita.png" alt="" width="256" height="329" /></a><p class="wp-caption-text">Keitas Passwege waren deutlich konservativer als jene von Alves</p></div>
<p>Zumeist kam Iniesta eher aus dem Zentrum, während sich Keita näher zur Seitenlinie befand. Diese beiden versuchten aber gar nicht erst, Flanken in den Strafraum zu bringen, sondern begnügten sich damit, Nocerino und Bonera zu beschäftigen. Die Folge: Keita spielte deutlich mehr Rückpässe als Alves und agierte dadurch deutlich weniger auffällig.</p>
<p>Andererseits entstanden durch diese Spielweise aber auch in der Defensive, gemeinsam mit dem zumeist hinten bleibenden Puyol, deutlich weniger Lücken im Rücken von Keita als das auf der anderen Seite der Fall war. Die logische Folge: Die Angriffe von Milan konzentrierten sich eher auf die Seite von Alves als auf jene von Keita und Puyol.</p>
<p><strong><em>Wie es Milan anlegte</em></strong></p>
<p>Die Gastgeber verzichteten, wie erwähnt, auf jegliche Breite im Spiel durch die Außenverteidiger. Bonera und Antonini spielten ihre Rollen sehr defensiv und waren im Spiel nach vorne kein Faktor. Die Schlüsselspieler waren hierbei die Außenspieler im Dreier-Mittelfeld, also Seedorf und Nocerino, sowie natürlich Kevin-Prince Boateng als Verbindungsspieler zwischen Abwehr und Angriff.</p>
<p>Boateng zeigte, genau wie Robinho, eine Tendenz zur linken Außenbahn &#8211; wie erwähnt, in den Rücken von Dani Alves. Wann immer es Milan gelang, mit Tempo in den Raum zwischen Barcelonas Abwehr und der Reihe mit Xavi und Iniesta zu kommen, wurde es brandgefährlich. Milan kam so zu einigen guten Chancen, die allerdings vergeben wurden, und hatten darüber hinaus noch einige vielversprechende Aktionen, die von der Barça-Abwehr zum Teil nur mit großer Mühe geklärt werden konnten.</p>
<p><em><strong>Konzentration auf die potentiellen Problembereiche</strong></em></p>
<p>Erstaunlich war, dass gerade eine Mannschaft, die so sehr auf Überzahl im Zentrum baut wie Milan, genau in diesem Bereich oft eine 4-gegen-5/6-Unterzahl hatte. Das ging sich aber trotzdem aus, weil die Viererkette den Strafraum komplett dicht machte (und nur einmal Glück brauchte, als ein klares Foul von Abbiati an Messi nicht zum Elfmeter geführt hat) und die drei Mann davor einen tollen Job ablieferten: Zum einen ließen sich Nocerino, Ambrosini und Seedorf nicht billig aus der Position ziehen und vermieden es so, Lücken zu lassen. Zum anderen attackierten sie Barcelona schon relativ früh und versuchten, die langen Ballstaffetten zu unterbinden.</p>
<p>Lediglich Ambrosini war im Zentrum durch sein fehlendes Tempo vor allem gegenüber Messi diverse Male dazu gezwungen, Fouls zu begehen, wodurch Barcelona immer wieder gute Freistoß-Möglichkeiten bekam. Generell aber war die Folge ein äußerst intensives und auch attraktives Spiel, in dem Milan die Katalanen in den Bereichen spielen ließ, in denen Allegri das für verschmerzbar hielt, und ihnen dort, wo es gefährlich werden könnte, keinen Raum gewährte. Die Folge: Patt auf sehr ansprechendem Niveau.</p>
<p><em><strong>Spiel erlahmt im eigenen Würgegriff</strong></em></p>
<div id="attachment_7008" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/MilanBarca2.png"><img class=" wp-image-7008 " title="MilanBarca2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/MilanBarca2.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Schlussphase</p></div>
<p>Weil sich Barcelona nach dem Seitenwechsel immer besser auf die Angriffsstruktur von Milan einstellte und es dem für den angeschlagenen Robinho eingewechselten El-Shaarawy verglichen mit dem Brasilianer am Auge für die Laufwege fehlt, wurde Milan immer harmloser. Boateng kam gegen Busquets immer weniger zum Zug und Ibrahimovic war immer mehr isoliert. Aus dem temporeichen, intensiven Spiel der ersten Hälfte wurde immer mehr ein gegenseitiges Belauern, in dem der Zug zum Tor abging.</p>
<p>Das änderte sich erst mit der verletzungsbedingten Auswechslung von Nesta. Denn damit war Allegri gezwungen mit Djamel Mesbah den großen Schwachpunkt des 0:3 gegen Arsenal auf die linke Abwehrseite zu stellen. Guardiola reagierte postwendend, indem er mit Pedro einen zusätzlichen Mann zu Dani Alves gegen Mesbah auf das Feld brachte. Alves hielt sich hinter Pedro zwar etwas zurück, aber es war an Seedorf, den Algerier Mesbah zu unterstützen &#8211; was Milan natürlich zusätzliche Offensiv-Optionen nahm. Es blieb nur noch das Hoffen auf einen Lucky Punch, der aber nicht mehr kam.</p>
<p><strong><em>Fazit: Milan spielt diszipliniert und wahrt die Chancen</em></strong></p>
<p>Die Taktik von Max Allegri, sich in der Defensivarbeit auf jene Kernbereiche zu beschränken, in denen er Barcelona für besonders gefährlich hielt, ging letztlich ganz gut auf. Die Katalanen bekamen keinen Zugriff auf den Strafraum, hatten gegen das aggressive Mittelfeld von Milan mitunter Probleme, zur gewohnten Pass-Sicherheit zu kommen und schafften es nicht, die äußerst diszipliniert stehende Viererkette von Milan auseinander zu ziehen.</p>
<p>Die Chancen, das Spiel zu gewinnen, wären für Milan durchaus vorhanden gewesen (in der ersten Hälfte), aber nachdem die Präsenz von Robinho fehlte und Boateng immer weniger zum Zug kam, ging es immer mehr nur noch darum, zumindest das Gegentor zu verhindern. Weil das gelang, ist Milan im Rückspiel durchaus nicht ohne Chance &#8211; denn dass sie es verstehen, mit Tempo und hoher technischer Klasse in die Räume vorzustoßen, haben sich nicht nur in diesem Spiel angedeutet. Nein, das weiß man spätestens <a href="http://ballverliebt.eu/2012/02/15/milans-offensive-laufwege-zerreisen-arsenal/">seit der 4:0-Vernichtung von Arsenal</a>.</p>
<p>(<a href="https://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=6995&amp;md5=fb5ff121a1d2f035c8b40930bdf240da" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die 30 am besten bezahlten Fußballtrainer der Welt</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2012/03/26/die-30-am-besten-bezahlten-fusballtrainer-der-welt/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Mar 2012 10:51:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nicht nur die Personen am Feld, sondern auch jene die ihnen Vorgaben machen, sind im Fußball immer öfter Millionäre. Die folgenden 30 Trainer verdienen im Moment pro Jahr am meisten Geld bei ihren jeweiligen Arbeitgebern. Datenquelle: UOL Das Einkommen hat in der Relation zu direkten Konkurrenten selten etwas mit dem unmittelbaren Erfolg beim aktuellen Verein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_6971" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/trainer.jpg"><img class="size-full wp-image-6971" style="border: 0pt none;" title="Die Fußball-Trainer mit den besten Gehältern 2011/12" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/trainer.jpg" alt="Die Fußball-Trainer mit den besten Gehältern 2011/12" width="500" height="250" border="0" /></a><p class="wp-caption-text">Die Fußball-Trainer mit den besten Gehältern 2011/12 - Grafik: (C) ballverliebt.eu</p></div>
<p><strong><em>Nicht nur die Personen am Feld, sondern auch jene die ihnen Vorgaben machen, sind im Fußball immer öfter Millionäre. Die folgenden 30 Trainer verdienen im Moment pro Jahr am meisten Geld bei ihren jeweiligen Arbeitgebern.</em></strong><span id="more-6923"></span></p>
<p><iframe src="https://docs.google.com/spreadsheet/pub?key=0AvQ2ADqpkgyAdDR3VUhKQlo5dTJ1ZnlEQm54VElwbnc&amp;single=true&amp;gid=0&amp;output=html&amp;widget=false" frameborder="0" width="427" height="600"></iframe><br />
<small>Datenquelle: <a href="http://www.facebook.com/l.php?u=http%3A%2F%2Fesporte.uol.com.br%2Ffutebol%2Fultimas-noticias%2F2012%2F03%2F08%2Ffelipao-tem-o-11-maior-salario-entre-tecnicos-do-futebol-mundial-diz-site-especializado.htm&amp;h=pAQEM3zi4" target="_blank">UOL</a></small></p>
<p>Das Einkommen hat in der Relation zu direkten Konkurrenten selten etwas mit dem unmittelbaren Erfolg beim aktuellen Verein zu tun. So kommt Pep Guardiola nicht an Jose Mourinho ran, obwohl er ihn in Champions League und Meisterschaft im vergangenen Jahr besiegt hat. Alex Ferguson verdient als Redkordmeistermacher gleich viel wie Ruderherumreißer Kenny Dalglish, sieht seinen Stadtrivalen Roberto Mancini vom City-Schleudersitz gar nur von hinten. Jürgen Klopp verdient trotz Meistertitel nicht einmal die Hälfte von Bayerntrainer Jupp Heynckes. Othmar Hitzfeld und Jogi Löw bekommen bei ihren Nationalteams mehr, als Weltmeister Vincent del Bosque. Man könnte stark vereinfacht sagen: Fußballtrainer werden für ihre vergangenen Leistungen und den unter anderem dadurch erwarteten Erfolg bezahlt.</p>
<p>Natürlich zeigen die Gehälter auch den finanziellen Zustand im Fußball. <a href="http://derstandard.at/1331780209397/Sevilla-Praesident-im-Interview-Warum-Barca-und-Real-uneinholbar-sind" target="_blank">Spaniens Pleite-gefährdete Liga</a> ist zwar nicht oft vertreten (3), aber wenn dann gleich ganz fett im Geschäft. Nach Barcelona und Real tut sich dort lange nichts. England ist hingegen oft im Spitzenfeld vertreten (8), das Ligagefälle ist aber viel geringer. Ausgaben in Deutschland (2), im traditionell Trainer-betonenden Italien (3) und Frankreich (1) fallen deutlich ab. Außerhalb von Europa gibt es nur die Liga in Brasilien (5) und einzelne Klubs mit potenten Mäzenen oder Sponsoren. Zum bequemen Durchklicken durch die Welt der am besten haben wir euch wieder einmal eine Map gebastelt.</p>
<p><iframe src="https://www.google.com/fusiontables/embedviz?viz=MAP&amp;q=select+col2+from+3337731+&amp;h=false&amp;lat=44.20691040120147&amp;lng=18.16629921875008&amp;z=2&amp;t=1&amp;l=col2" scrolling="no" width="500" height="450"></iframe></p>
<p>Nicht nur im durchschnittlichen Arbeitsleben, auch unter Spitzentrainern ist das Gehaltsgefälle relativ groß, wie die folgende Kurve zeigt. Die Top 5 verdienen gemeinsam mehr als die untere Hälfte der Liste. Wer die Top 3 verpasst, muss schon einen Preisnachlass von 40% gegenüber dem Ersten akzeptieren. Nach den Top 10 lässt der Wertverlust nach.</p>
<p><iframe src="https://www.google.com/fusiontables/embedviz?&amp;containerId=gviz_canvas&amp;isXyPlot=true&amp;q=select+col5%2C+col3+from+3337731+&amp;qrs=where+col5+%3E%3D+&amp;qre=+and+col5+%3C%3D+&amp;qe=+order+by+col5+asc+limit+30&amp;viz=GVIZ&amp;t=LINE&amp;width=500&amp;height=300" frameborder="no" scrolling="no" width="500" height="300"></iframe></p>
<p>Millionen hin, Millionen her. Am Ende bleibt die große Frage, die dahintersteht, auch ein bisschen Geschmackssache. </p>
<p><strong>Wer ist der beste Trainer der Welt?</strong></p>
<p>Was meint ihr dazu? </p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=6923&amp;md5=ac71495655cff159c18f0055d0f38860" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Das Imperium schlägt zurück: Die alte Garde schießt Chelsea zum 4:1-Sieg</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2012/03/15/das-imperium-schlagt-zuruck-die-alte-garde-schiest-chelsea-zum-41-sieg/</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Mar 2012 23:49:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor allem mit Drogba, Lampard und Terry war Ex-Chelsea-Coach Villas-Boas auf Crash-Kurs. So ist es wohl durchaus bezeichnend, dass genau diese drei im ersten wirklich wichtigen Spiel nach der Entlassung des Portugiesen so richtig aufgeigten, drei der vier Tore schossen und das ganze Team mitreißen konnten. Das Aus in der Champions League gegen Napoli konnten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Vor allem mit Drogba, Lampard und Terry war Ex-Chelsea-Coach Villas-Boas auf Crash-Kurs. So ist es wohl durchaus bezeichnend, dass genau diese drei im ersten wirklich wichtigen Spiel nach der Entlassung des Portugiesen so richtig aufgeigten, drei der vier Tore schossen und das ganze Team mitreißen konnten. Das Aus in der Champions League gegen Napoli konnten die Blues in einem unterhaltsamen Spiel gerade noch verhindern.</em></strong></p>
<div id="attachment_6864" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-03-14-Chelsea-Napoli-4-1-nV.png"><img class=" wp-image-6864 " title="2012 03 14 Chelsea-Napoli 4-1 nV" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2012-03-14-Chelsea-Napoli-4-1-nV.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Chelsea FC - SSC Napoli 4:1 n.V.</p></div>
<p><span id="more-6863"></span>Die ersten beiden Spiele unter Roberto di Matteo hat Chelsea gewonnen &#8211; aber so wichtig das 2:0 im Cup bei Birmingham City und das 1:0 gegen Stoke in der Liga auch waren, in der Champions League wartete gegen Napoli das wohl wirklich entscheidende Spiel für den weiteren Saisonverlauf die Blues, zehn Tage nach der Entlassung von André Villas-Boas.</p>
<p><em><strong>Das System vom Interims-Coach</strong></em></p>
<p>Di Matteo &#8211; der als Spieler 1998 beim letzten Europacup-Triumph von Chelsea dabei war und als Trainer vor anderthalb Jahren West Brom in die Premier League geführt hatte &#8211; ging vom 4-3-3 ab, das Villas-Boas verwendet hatte, und stellte das Team auf ein 4-2-3-1 um. Essien fungierte dabei als tief stehender Sechser, währen Frank Lampard aus der Tiefe heraus immer wieder weit mit nach vorne ging, um Zehner Juan Mata gegen die beiden defensiven Mittelfeld-Spieler von Napoli zu unterstützen.</p>
<p>Oftmals spielten Mata und Drogba annähernd auf einer Höhe, dazu gestellte sich noch Sturridge auf der rechten Seite. Das machte, rein numerisch gesehen, durchaus Sinn: Gegen die Dreierkette von Napoli, die defensiv natürlich schnell zur Fünferkette wird, empfielt es sich, mit vielen, hoch stehenden Spielern zu agieren. Aber das alleine war es nicht, was Chelsea die Kontrolle bescherte.</p>
<p><strong><em>Die Flügel von Chelsea</em></strong></p>
<p>Sondern auch, dass man das Zentrum bearbeitete, ohne dabei auf die Außen zu vergessen. Man City machte <a href="http://ballverliebt.eu/2011/09/14/durch-die-mitte-spielt-man-napoli-nicht-aus-man-city-so-nur-11/">beim 1:1 im Gruppenspiel</a> den Fehler, nur das Zentrum zu bevölkern, aber nicht Napolis Wing-Backs außen zu binden &#8211; darauf achtete Chelsea hier sehr wohl. So blieb zwar Ramires, nominell auf dem linken Flügel aufgeboten, zumeist recht weit von der Außenbahn weg &#8211; nur wenn defensiv notwendig, bewegte er sich dort hinaus.</p>
<p>Dafür bearbeitete Ashley Cole dort Christian Maggio (und nach dessen verletzungsbedingter Auswechslung Juan Camilo Zuñíga). Auf der rechte Seite blieb Sturridge eher draußen gegen Zuñíga (und später eben Dossena), weshalb Ivanovic in dieser Phase nicht ganz so viel nach vorne unternahm wie Cole.</p>
<p><em><strong>Napoli lauert auf Gegenstöße</strong></em></p>
<p>Napoli ließ Chelsea mit dem 3:1 aus dem Hinspiel im Rücken recht bereitwillig den Ball und lauerte, wie es das Spiel dieser Mannschaft nun mal ist, auf schnelle Gegenstöße. Gegen das zwar optisch dominante, aber nicht besonders schnelle Aufbauspiel von Chelsea hatten die Italiener wenig defensive Probleme und es gelang immer wieder, das ungemein flinke Trio vorne einzusetzen.</p>
<p>Dort ließ sich vor allem Hamšík immer wieder fallen, um anspielbar zu sein und vorne Cavani und den etwas passiveren Lavezzi einzusetzen. Chelsea hatte so ein spielerisches Übergewicht, aber Napoli stellte einen steten Gefahrenherd dar und hatte einige sehr gute Chancen, die nur knapp nicht zum Tor führten. Wenn dazu Gelegenheit war, ging das Offensiv-Trio der Italiener auch die ballführenden Gegenspieler an, was Chelsea zumindest phasenweise ein wenig aus dem Rhythmus brachte.</p>
<p><em><strong>Schwäche bei Flanken in den Strafraum</strong></em></p>
<p>Das 6:3 von Napoli zuletzt in der Serie A gegen Cagliari hat nicht nur gezeigt, dass man vorne bärenstark ist, sondern auch, wo die Schwäche liegt: Bei Flanken in den Strafraum und Kopfbällen. Alle drei Gegentore gegen Cagliari fielen aus Kopfbällen, und nach einer halben Stunde fand eine Flanke von Ramires (der von Maggio nicht konsequent genug attackiert wurde) den Kopf von Didier Drogba, und der Ivorer traf zum 1:0.</p>
<p>Ein Treffer, der bei Napoli sichtlich Wirkung hinterließ. Die Verletzung von Maggio und der dadurch nötige Wechsel waren sicher auch ein Faktor, aber vor allem im Zentrum &#8211; Gargano und Aronica seien hier erwähnt &#8211; blieb Napoli nun vermehrt zu weit vom Gegenspieler weg, die Sicherheit im Passspiel schwand merklich und ein zweites Gegentor vor der Pause schien alles andere als unwahrscheinlich.</p>
<p><em><strong>Wieder ein Kopfball &#8211; und die krachende Antwort darauf</strong></em></p>
<p>Aber es dauerte bis kurz nach der Pause, als Hugo Campagnaro &#8211; der linke Mann in Napolis Dreierkette &#8211; den Blues das 2:0 schenkte. Erst verursachte er nach einer Flanke (auf dieses Mittel setzte Chelsea nun natürlich vermehrt) aus seiner Verunsicherung heraus einen unnötigen Eckball, und bei dem ließ er dann auch noch John Terry laufen &#8211; das verdiente 2:0 für die Hausherren. Und wie schon das erste Tor wurde es von einem Akteur aus jener &#8220;alten Garde&#8221; erzielt, die gemeinhin als die Hauptverantwortlichen für Villas-Boas&#8217; Rauswurf ausgemacht worden waren.</p>
<p>Napoli war nun gezwungen, wieder aktiver am Spiel teilzunehmen und Gökhan Inler, Kapitän der Schweizer Nationalmannschaft, ging mit seiner Energie aus dem Zentrum dabei voran. Nicht nur, dass er nun deutlich Verantwortung übernahm und die Intensität erhöhte, nein, er sorgte mit seinem krachenden Weitschuss-Tor aus 20 Metern auch dafür, dass Napoli nun wieder weiter wäre und Zwang somit Roberto di Matteo zum Handeln.</p>
<p><strong><em>Torres kommt rein</em></strong></p>
<div id="attachment_6865" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Chelsea-Napoli2.png"><img class=" wp-image-6865 " title="Chelsea-Napoli2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/Chelsea-Napoli2.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Ab ca. 60. Minute</p></div>
<p>Dieser brachte Fernando Torres ins Spiel, der seit Oktober auf einen Torerfolg wartet. Für ihn musste Sturridge weichen und aus dem System wurde nominell ein 4-4-2. Weil aber Mata sich nicht allzu viel auf der rechten Seite aufhielt und in sich immer wieder in die Zehner-Position orientierte, musste Branislav Ivanovic die komplette rechte Seite übernehmen. Das machte der Serbe von seiner Präsenz her auch sehr gut, allerdings waren seine Flanken und seine Zuspiele zumeist sehr ungenau. So war Dossena beschäftigt, aber Torgefahr ging davon nicht aus.</p>
<p>Torres selbst spielte um Drogba herum und versuchte, die Kanäle zwischen Napoli-Abwehr und dem defensiven Mittelfeld der Italiener zu nützen. Das machte er recht ordentlich, er bot sich immer als Anspielstation an und arbeitete gut, aber echte Gefahr für das Napoli-Tor ging auch von ihm nicht aus. So brauchte es bei allem spielerischen Übergewicht, das Chelsea entwickelte, einen Hand-Elfmeter. Diesen verwandelte mit Frank Lampard der dritte aus der alten Garde mit voller Wucht. Das 3:1 aus dem Hinspiel war egalisiert, es ging in die Verlängerung.</p>
<p><strong><em>Chelsea mit mehr Qualität von der Bank</em></strong></p>
<p>Dort mussten die Mannschaften merklich der extrem hohen Intensität der vorangegangenen 90 Minuten Tribut zollen. Di Matteo nahm dabei aber einen guten Wechsel vor: Für Mata brachte er Malouda. Der Franzose ging nun auf die linke Seite und machte einen guten Job, wenn es darum ging, Bälle zu behaupten Gegenspieler zu binden. Ramires wechselte auf die rechte Seite und übernahm dort die spielerische Verantwortung, nachdem Bosingwa dort Ivanovic ablöste (Terry musste raus, Ivanovic ging in die IV).</p>
<p>So schaffte es Chelsea gut, die Abwehr von Napoli auseinander zu ziehen und versuchte weiterhin, mit Flanken die Schwäche im Zentrum der Italiener auszunützen &#8211; was in der 105. Minute durch ein Tor von Ivanovic nach Drogba-Flanke zum 4:1 ausgenützt wurde. Was die Vorentscheidung war: Denn bei Napoli war das Offensiv-Trio müdegelaufen &#8211; ohne die defensiv gebundenen Wing-Backs waren sie zumeist auf sich alleine gestellt. Mit Pandev und Jungstar Vargas fehlte es aber an den Ideen, zudem machte der im Saisonverlauf oft (und auch zu Recht) viel gescholtene David Luiz eine herausragende Partie.</p>
<p><strong><em>Fazit: Der Wille, der unter Villas-Boas fehlte</em></strong></p>
<p>Roberto di Matteo hat sein Team taktisch richtig eingestellt, erkannte die Schwächen von Napoli und bohrte diese entsprechend an, nahm die Wing-Backs der Italiener aus dem Spiel und isolierte damit deren Offensiv-Trio ganz gut. Aber: Viel entscheidender als das war die Tatsache, dass die Spieler von Chelsea mit einem Schwung, einem Willen und einer inneren Überzeugung aufgetreten sind, wie sie es unter André Villas-Boas praktisch nie gemacht haben.</p>
<p>Dieser Wucht war Napoli über die 120 Minuten gesehen ganz einfach nicht gewachsen. Es fehlte so ein wenig der Plan B als sich immer mehr abzeichnete, dass man nach vorne ohne nach vorne marschierende Flügelspieler kaum die Mittel hatte, das gefürchtete Trio Hamšík/Cavani/Lavezzi entsprechend einzusetzen. Was eine ähnliche Erkenntnis bringt wie <a href="http://ballverliebt.eu/2011/02/24/napoli-ein-spitzenteam-noch-nicht/">vor einem Jahr nach dem Aus in der Europa League</a>: Napoli hat sich ohne Frage extrem verbessert, in den letzten 13 Monaten, aber ein absolutes europäisches Spitzenteam ist man eben doch (noch) nicht.</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=6863&amp;md5=850bcd6efb2781388b3482c72324edff" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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