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	<title>Ballverliebt &#187; International</title>
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		<title>Gervinhos Solo bringt Entscheidung &#8211; Ivorer ohne Gegentor ins Endspiel</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 01:09:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nüchterner Ergebnis-Fußball zeichnet die Ivorer bei diesem Turnier aus. Auch, wenn beim hochverdienten Halbfinal-Sieg gegen Mali in der ersten halben Stunde Chancen am laufenden Band herausgespielt (und vergeben) wurden, bestätigte sich dieser Eindruck auch hier. Denn nach der Führung ging es vor allem darum, nichts mehr Anbrennen zu lassen. Irgendwie hat es Mali geschafft, sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Nüchterner Ergebnis-Fußball zeichnet die Ivorer bei diesem Turnier aus. Auch, wenn beim hochverdienten Halbfinal-Sieg gegen Mali in der ersten halben Stunde Chancen am laufenden Band herausgespielt (und vergeben) wurden, bestätigte sich dieser Eindruck auch hier. Denn nach der Führung ging es vor allem darum, nichts mehr Anbrennen zu lassen.</em></strong></p>
<div id="attachment_6673" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2F2-Civ-Mli-1-0.png"><img class=" wp-image-6673 " title="2F2 - Civ-Mli 1-0" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2F2-Civ-Mli-1-0.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Côte d&#39;Ivoire - Mali 1:0</p></div>
<p><span id="more-6672"></span>Irgendwie hat es Mali geschafft, sich ins Semifinale durchzumogeln. Da ging es aber gegen den Top-Turnierfavoriten Côte d&#8217;Ivoire. Teamchef Alain Giresse griff dabei wieder auf das gewohnte 4-2-3-1 zurück, allerdings in etwas anderer Besetzung als beim mit mehr Glück als Verstand überstandenen Viertelfinale gegen Gabun: Zwar stellte er mit Samba Sow erneut einen gelernten Sechser auf die offensive Außenbahn (diesmal die linke), aber er eliminierte mit Abdou Traoré und Modibo Maiga zwei Stammkräfte des Turniers komplett aus dem Kader.</p>
<p><em><strong>Die Rolle von Yaya Touré</strong></em></p>
<p>Was sich auch nicht veränderte, war die hohe Rolle von Seydou Keita. Dieser sollte Didier Zokora und Cheikh Tioté, die beiden tief stehenden Ivorer im nominellen 4-3-3, am Spielaufbau stören. Das machte er an sich nicht so schlecht, es brachte aber relativ wenig, weil Yaya Touré dafür seine Gegenspieler narrte. Und zwar mit seiner Flexibilität im Positionsspiel und seinem guten Auge für Laufwege: Er tauchte praktisch überall auf, wo der Ball in der Nähe war. Das wiederum erlaubte vor allem Salomon Kalou, sich mitunter neben Drogba als zweite Spitze zu orientieren.</p>
<p>Gegen den Ball agierten die Ivorer in einem 4-1-4-1, in dem Zokora den Sechser gab und Tioté mit Yaya Touré die Mitte zumachte. Im Ball verwandelte sich die Formation der Ivorer aber blitzschnell in jenes 4-2-4, das sie schon <a href="http://ballverliebt.eu/2012/01/22/drogba-fuhrt-pomadige-ivorer-zu-muhsamem-10-sieg/">im Eröffnungsspiel gegen den Sudan</a> angewendet haben. Darin marschierte vor allem Rechtsverteidiger Gosso mit nach vorne. Die Folge war ein brutales Übergewicht der Ivorer, das sich auch in vielen guten Tormöglichkeiten zeigte.</p>
<p><em><strong>Gosso als ivorische Schwachstelle</strong></em></p>
<p>Zwei Pfostenschüsse, zwei recht unsichere Aktionen des im Turnierverlauf eigentlich recht sicheren Torhüters Soumbeila Diakité, ein Schuss von Kalou knapp über das Tor &#8211; die Favoriten hätten das Spiel schon in der ersten halben Stunde komfortabel für sich entscheiden können, über einen 0:3-Rückstand hätte sich Mali nicht beschweren können.</p>
<p>Nach und nach aber entdeckten die Malier die große Schwachstelle beim Gegner: Rechtsvertediger Jean-Jacques Gosso. Der ist eigentlich gelernter Sechser und ist rechts hinten nur ein Notnagel, weil Igor Lolo dort auch nicht überzeugen konnte. Wann immer schnelles Umschalten nach hinten gefragt war, hatte Gosso große Probleme und der schon das ganze Turnier beeindruckend starke malische Linksverteidiger Adama Tamboura lief in Gossos Rücken immer und immer wieder davon.</p>
<p><strong><em>Mali kommt auf und wird bestraft</em></strong></p>
<p>Alleine, Kapital konnte man auch aus dem konsequenten Anbohren dieser Schwäche nicht schlagen, weil die Flanken sichere Beute der bombensicheren ivorischen Innenverteidigung wurden. Aber immerhin gelang es Mali so, nach etwa einer halben Stunde die Wucht aus dem Angriffsspiel des Gegners merklich rauszuziehen und alles sah nach einem 0:0 zur Pause aus.</p>
<p>Ehe Gervinho an der Mittellinie den Ball bekam, einen Malier tunnelte und der robusten, aber langsamen Verteidigung Malis davonlief. Der Flügelstürmer von Arsenal blieb auch vor dem Tor (ungewohnt) cool und verwertete zur verdienten 1:0-Führung. Eine späte Belohnung für eine aktive Performance, genau zu einem Zeitpunkt, als Mali das Schlimmste überstanden zu haben glaubte.</p>
<p><strong><em>Ivorer lassen sich nicht locken</em></strong></p>
<p>Damit musste Mali im zweiten Spielabschnitt zwar eigentlich mehr tun, aber weil die Ivorer sich nicht locken ließen und ihr gewohnt trockenes Defensivspiel nicht aufgaben, fand man schlicht kein Mittel. Mit hohen Bällen auf den an sich eh dafür prädestinierten Mittelstürmer-Hünen Diabaté konnte man Kolo Touré und Bamba nicht im Ansatz gefährden, zumal die Flanken oft viel zu ungenau kamen.</p>
<p>Und um mit spielerischen Mitteln nach vorne zu kommen, fehlte es Mali zum einen an der individuellen Qualität auf den Außenpositionen im Mittelfeld und vor allem am eklatant fehlenden Tempo. So hatte man nie wirklich das Gefühl, Mali könnte ernsthaft den Ausgleich erzielen &#8211; zumal es nie gelang, in einen Spiel- und Angriffsrhythmus zu kommen. Die Partie versandete in vielen Nicklichkeiten und Unterbrechungen &#8211; so war der Sieg für die Ivorer, so knapp das Resultat auch war, kaum jemals in Gefahr.</p>
<p>Auch nicht, als mit Garra Dembélé eine neue Offensivkraft für den wirkungslosen Yatabaré eingewechselt wurde. Der körperlich robuste Dembélé hätte zwar theoretisch vorne gemeinsam mit Diabaté etwas umrühren können, aber so richtig traute sich Giresse sein System nicht aufzugeben. So kam Dembélé auch eher über die Flanke und war dort kaum ein Faktor.</p>
<p><strong><em>Fazit: Côte d&#8217;Ivoire bleibt unspektakulär und unüberwindbar</em></strong></p>
<p>Natürlich waren die Ivorer die um längen bessere Mannschaft, aber das waren ja schließlich auch Gabun und Guinea gewesen. Den einzigen Vorwurf, den sich der Favorit gefallen lassen muss, ist dass der Sack nicht schon in der ersten halben Stunde zugemacht wurde und es einer (wenn auch wirklich exzellenten) Einzelaktion bedurfte, um aus der klaren Überlegenheit auch Zählbares herauszuholen.</p>
<p>Aber immerhin: Diesmal kamen Drogba, Kalou und Co. wenigstens zu vielen guten Chancen. Im bisherigen Turnierverlauf zeichneten sich die &#8220;Elefanten&#8221; eher dadurch aus, nach vorne eher nüchtern zu spielen und Fehler der Gegner eiskalt auszunützen. Es bleibt aber dabei, dass die Ivorer einen recht unterkühlten Eindruck machen und im Endeffekt puren Ergebnisfußball zeigen. Das wird sich sicher auch im Finale gegen Sambia nicht ändern, denn wie in allen Spielen zuvor ist die Côte d&#8217;Ivoire auch da der klare Favorit.</p>
<p>(phe)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=6672&amp;md5=e44355136525ae2f444608df3a41f301" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sambias nächster Streich &#8211; 1:0 gegen Ghana und der Finaleinzug</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 22:43:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ghana wäre der programmierte Finalist gewesen &#8211; aber nach Senegal in der Gruppenphase stolperte nun der nächste Favorit über die defensiv unglaublich gut organisierten Sambier. Die Chipolopolo zogen Ghana erst den Nerv und schlugen kurz vor Schluss entscheidend zu. Das 1:0 bedeutet den dritten Finaleinzug in der Geschichte Sambias. Auf ein Geduldsspiel wie im Viertelfinale [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Ghana wäre der programmierte Finalist gewesen &#8211; aber nach Senegal in der Gruppenphase stolperte nun der nächste Favorit über die defensiv unglaublich gut organisierten Sambier. Die Chipolopolo zogen Ghana erst den Nerv und schlugen kurz vor Schluss entscheidend zu. Das 1:0 bedeutet den dritten Finaleinzug in der Geschichte Sambias.</em></strong></p>
<div id="attachment_6670" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2F1-Zam-Gha-1-0.png"><img class=" wp-image-6670 " title="2F1 Zam-Gha 1-0" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/2F1-Zam-Gha-1-0.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Sambia - Ghana 1:0</p></div>
<p><span id="more-6669"></span>Auf ein Geduldsspiel wie im <a href="http://ballverliebt.eu/2012/02/06/ghana-zittert-sich-ins-semifinale-mali-wurschtelt-sich-dorthin/">Viertelfinale gegen Tunesien</a> wollte sich Goran Stevanovic, Ghanas Teamchef, im Semifinale gegen das erstaunliche Team aus Sambia nicht einlassen &#8211; einmal das Glück zu provozieren ist genug. So waren die Black Stars deutlich aktiver als in den Spielen davor und waren sichtlich bemüht, das Spiel in die eigene Hand zu nehmen und sich nicht von Sambia einlullen zu lassen.</p>
<p><strong><em>Ghana am Ball, aber nicht gefährlich</em></strong></p>
<p>Die drei auffälligsten Spieler waren dabei die Außenverteidiger, Samuel Inkoom und Lee Addy, sowie der Sechser Derek Boateng. Letzterer lenkte das Spiel von hinten heraus und von den anderen beiden war es vor allem Inkoom, der im Grunde einen recht klassischen Rechtsaußen spielte. Das erlaubte André Ayew, sich von außen nach innen zu bewegen, im Versuch, die Gasse zwischen den beiden sambischen Viererketten zu bearbeiten. Addy blieb eher weiter hinten.</p>
<p>Ghana zeigte ein gepflegtes Passspiel und hatte dramatisch mehr Ballbesitz als der Gegner. Aber dennoch schaffte es der Favorit nicht so richtig, sich auch Torchancen zu erarbeiten: Sambias Torhüter Mweene musste nicht allzu oft eingreifen und Sambia hatte wenig Probleme, das 0:0 zu halten &#8211; vom frühen (und harten) Elfmeter für Ghana abgesehen, den Gyan nicht zur Führung nützen konnte.</p>
<p><strong><em>Auf Gegner abgestimmte Defensive</em></strong></p>
<p>Was vor allem am defensiven Viereck des Teams von Hervé Renard lag. Die zwei Innenverteidiger Himoonde und Sunzu sowie die beiden Sechser Kasonde und Sinkala verstanden es hervorragend, das Zentrum dicht zu machen. Ghanas Zehner Kwadwo Asamoah kam zwar immer wieder an den Ball, wenn sich die beiden aus dem Mittelfeld etwas herauslocken ließen, er bekam aber kaum Zeit, sich zu entfalten. So wurde das Spiel Ghanas auf die Außenbahnen gedrängt.</p>
<p>Hilfe bekamen die Innenverteidiger auch von den Außenverteidigern Sambias, die sich nach vorne extrem zurückhielten und hinten einrückten und den Strafraum absicherten. In diesen Fällen arbeiteten die Außenspieler aus dem Mittelfeld nach hinten. So war immer ein Spieler bei Inkoom bzw. Addy und ein Loch zwischen den Viererketten wurde geschickt geschlossen.</p>
<p><em><strong>Sambia befreit sich etwas</strong></em></p>
<p>Nach vorne machte Sambia vor allem in der ersten Hälfte recht wenig. Das Prinzip war aber das gleiche wie auch schon in den Spielen davor: Die Mittelfeld-Außen zogen nach innen und kreuzten vor den Sechsern, um bei Ghana Schwierigkeiten beim Übergeben zu provozieren. Die Klasse der Black Stars in der Arbeit nach hinten verhinderte aber, dass daraus Chancen entstanden.</p>
<p>Zu Beginn der zweiten Hälfte war Sambia dafür merklich bemüht, längere Phasen von Ballbesitz zu erreichen. Die Pässe wurden kürzer, aber schneller in der Abfolge. Zusätzlich ebbte der Schwung der ersten Hälfte bei Ghana merklich ab: Es fiel Ayew, Asamoah und Co. keine funktionierende Lösung ein, wie man die Defensive von Sambia knacken könnte.</p>
<p><em><strong>Mayuka bringt Entlastung und das Siegtor</strong></em></p>
<p>Und noch etwas hat dazu beigetragen, dass es im zweiten Spielabschnitt eine ausgeglichenere Angelegenheit wurde: Die Einwechslung von Emmanuel Mayuka. Der flinke und torgefährliche Spieler von den Young Boys Bern musste in der Startformation etwas überraschend dem statischeren Chamanga weichen. Aber als er frisch hinein kam, gab das Sambia gleich eine andere Note: Nun war es ihnen möglich, vorne auch mal einen Ball zu halten und mit dem hervorragenden Rainford Kalaba, der einmal mehr nach Belieben die Flanken wechselte, bekamen Boateng und Annan zunehmend Probleme.</p>
<p>Darum ist es auch kein Zufall, dass rund eine Viertelstunde vor Schluss genau Mayuka nach einer Vorlage von Chansa den Ball mit einem Schuss von der Strafraumgrenze zum 1:0 im ghanaischen Tor unterbrachte. Und auch nicht, dass wenig später Derek Boateng per Ampelkarte vom Platz gestellt wurde (wiewohl die zweite Gelbe schon sehr hart war). Ein Spielausgang, an dem auch die neu gekommenen Tagoe (für Gyan) und Muntari (für André Ayew) nichts mehr ändern konnten.</p>
<p><em><strong>Fazit: Ghana kann sich zu wenig Chancen erarbeiten</strong></em></p>
<p>Es war schon im ganzen Turnier das Problem dir Ghanaer, sich als spielbestimmende Mannschaft gegen einen defensiv gut organisierten Gegner Tormöglichkeiten herauszuarbeiten. Das brach ihnen in diesem Semfinale das Genick: Durch die Mitte gab es durch das sambische Defensiv-Viereck kein Durchkommen, den Flügelspielern wurde zwar Ballbesitz und Raumgewinn zugestanden, aber brauchbare Flanken konnten verhindert werden.</p>
<p>So gelang es Sambia, dass sich Ghana erst die Zähne an ihnen ausbiss und sich dann, in der Folge einlullen ließ und vom späten Schlag nicht mehr erholen konnte. Auch, wenn man individuell die bessere Mannschaft ist, ist dieses Semifinal-Aus des programmierten Finalisten Ghana nicht ganz unverdient.</p>
<p>Weil man selbst das Problem, sich Chancen zu erarbeiten und diese dann auch zu nützen trotz der aktivsten Vorstellung im ganzen Turnier nicht lösen konnte und Sambia sich hervorragend auf den Gegner eingestellt hat und mit der Einwechslung des frischen Mayuka hat sich Renard einen guten Joker bewahrt, was sich als goldrichtig herausgestellt hat.</p>
<p>(phe)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=6669&amp;md5=430a05d739b58b76eb838a0b68d02197" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ghana zittert sich ins Semifinale, Mali wurschtelt sich dorthin</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 18:51:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Aufregend war es wirklich nicht &#8211; aber in der Verlängerung zumindest spannend: Ghana setzt sich im erwarteten Geduldsspiel gegen Tunesien durch und steht dank Mathouthis Fehler im Semifinale. Genau wie Mali: Zwar waren Seydou Keita und Co. auch gegen Gabun weit weg davon, die bessere Mannschaft zu sein. Aber man war die mit den besseren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Aufregend war es wirklich nicht &#8211; aber in der Verlängerung zumindest spannend: Ghana setzt sich im erwarteten Geduldsspiel gegen Tunesien durch und steht dank Mathouthis Fehler im Semifinale. Genau wie Mali: Zwar waren Seydou Keita und Co. auch gegen Gabun weit weg davon, die bessere Mannschaft zu sein. Aber man war die mit den besseren Nerven.</em></strong></p>
<div id="attachment_6665" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/4F4-Gha-Tun-2-1.png"><img class=" wp-image-6665 " title="4F4 Gha-Tun 2-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/4F4-Gha-Tun-2-1.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Ghana - Tunesien 2:1 n.V.</p></div>
<p><strong><em><span style="color: #ff0000;"><span id="more-6662"></span>Ghana &#8211; Tunesien 2-1 n.V. (1-1, 1-1).</span></em></strong> <span style="color: #0000ff;">1-0 Mensah 9&#8242; / 1-1 Khalifa 42&#8242; / 2-1 A. Ayew 101&#8242;</span></p>
<p>Auch wenn mit John Mensahs frühem Führungstor nach einem Eckball die Vorzeichen für eine zumindest von einer Mannschaft offensiv geführtes Spiel gar nicht so schlecht standen: Das Aufeinandertreffen von Ghana und Tunesien wurde das erwartete Geduldsspiel. Kein Wunder: Beide Mannschaften machten im Turnierverlauf defensiv einen abgeklärten Eindruck, hatten aber Probleme, gegen einen eher passiven Gegner das Spiel selbst aufzuziehen.</p>
<p><strong><em>Tunesien: Trocken, aber phantasielos</em></strong></p>
<p>Und genau das wurde in diesem Spiel deutlich. Bei Tunesien vertraute Teamchef Sami Trabelsi wieder auf ein 4-3-1-2, in dem allerdings der nominelle Zehner Youssef Msakni so weit vorne stand, dass hinter ihm ein gigantisches Loch aufgerissen wurde, in dem sich die beiden Sechser von Ghana, Annan und Badu, gut breitmachen und das tunesische Trio vorne vom Nachschub abschneiden konnte.</p>
<p>Hinzu kam, dass die beiden Außenverteidiger sich nicht so recht nach vorne gehen trauten. Khalil Chammam tat da noch deutlich mehr als sein Pendant auf der rechten Seite, Bilal Ifa &#8211; was daran liegen dürfte, dass Chammams direkter Gegenspieler Andre Ayew oft nach innen zog und dort von Saihi übernommen wurde. Den Tunesiern blieben aber dennoch zumeist nur lange Bälle tief aus der eigenen Hälfte, die kaum einen Abnehmer fanden.</p>
<p><strong><em>Ghana: Trocken, aber phantasielos</em></strong></p>
<p>Sehr ähnlich stellte sich das Geschehen auch bei Ghana dar. Die Black Stars waren zwar wesentlich ballsicherer als ihre Kontrahenten und brachten so mehr Pässe an, aber durch die drei defensiven Mittelfeldspieler der Tunesier gab es vor allem für Kwadwo Asamoah kaum ein Durchkommen. Umso mehr, wenn sich einer der drei Stürmer &#8211; zumeist Khalifa auf Ghanas rechter Angriffsseite mit Sulley Muntari &#8211; ins Mittelfeld zurück fallen ließ.</p>
<p>Herausgespielte Torchancen waren somit Mangelware, gelungene Offensivaktionen ebenso, dafür wurde staubtrocken verteidigt und die defensiven Mittelfeldreihen lieferten beide Paradebeispiele für erfolgreiches Verhindern gegnerischen Angriffsspiels ab. Das war, defensivtaktisch gesehen, ziemlich gut gespielt, aber wirklich aufregend war es nicht. Daran änderte auch der eher zufällig entstandene Ausgleich der Tunesier kurz vor der Pause nichts.</p>
<p><strong><em>Umstellung bringt kaum Änderung</em></strong></p>
<p>Erste Bewegung in die Pattsituation, die dieses Spiel lähmte, kam erst, als Sami Trabelsi nach rund 70 Minuten einen seiner drei Defensivleute im Mittelfeld herausnahm (Saihi) und mit Jemâa einen Stürmer brachte. Damit wurde aus der tunesischen Formation ein 4-4-1-1, in dem Msakni oft nur leicht versetzt hinter Jemâa agierte. Das hieß, dass nun ein Mann weniger im Zentrum stand.</p>
<p>Ghana versuchte das auch prompt auszunützen, indem es mit schnelleren Pässen durch das Zentrum gehen sollte und nun auch André Ayew mehr Verantwortung im Aufbauspiel übernehmen wollte, alleine wirklich gelingen mochte es nicht. Das überschaubare Tempo und die fehlende Durchschlagskraft im Angriff schickten die Partie in die fast logische Verlängerung.</p>
<p><strong><em>Erst in der Verlängerung geht&#8217;s rund</em></strong></p>
<p>Wirklich aufregend wurde die Partie erst, als Tunesiens Torhüter Mathlouthi, eigentlich einer der besten Keeper des Turniers, eine harmlose und an sich viel zu weite Flanke von Badu nicht festhalten konnte und André Ayew den ihm vor die Füße gefallenen Ball in der 101. Minute zum 2:1 für Ghana über die Linie bugsierte. Nun waren die Tunesier, die in den Anfangsminuten der Verlängerung schon die klar aktivere Mannschaft gewesen waren, endgültig gefordert.</p>
<p>Für Dhaouadi kam nun mit Darragi ein echter Zehner, um den Druck über die Mitte zu erhöhen und um von hinten heraus eine Anspielstation im Zentrum zu haben &#8211; die gab es davor kaum. Auch der Ausschluss von Abdennour nach einem Ellbogen-Schlag konnte Tunesien natürlich nicht mehr davon abhalten, in den letzten zwanzig Minuten alles nach vorne zu werfen. Ghana brauchte auch einiges an Glück, aber die Black Stars zitterten das 2:1 über die Runden.</p>
<p><strong><em>Fazit: Mathlouthi verhindert das Elfmeterschießen</em></strong></p>
<p>Letztlich hat die Mannschaft mit dem größeren Potenzial und der etwas höheren Qualität gewonnen, aber aus dem Spiel heraus ist Ghana nach vorne wiederum nicht allzu viel eingefallen, um die sicher stehenden Tunesier in Bedrängnis zu bringen. Die Nordafrikaner hatten Asamoah im Zentrum gut im Griff, Muntari kam nicht zur Geltung und auch Ayew war, zumeist gedoppelt, in guten Händen. Ohne Mathlouthis Fehler wäre Ghana kaum das Siegtor gelungen, ohne den Patzer hätten aber auch die Tunesier kaum so bedingungslos alles nach vorne geworfen &#8211; ein Elferschießen war vorprogrammiert.</p>
<p>Aber auch die Tunesier mussten erst die Brechstange auspacken, um zu Chancen zu kommen. Die Einwechslung von Darragi, der in den 15 Minuten, die er im Spiel war, eine gute Figur gemacht hat, kam vermutlich deutlich zu spät. Groß war der Unterschied zwischen diesen Mannschaften nicht.  Und Ghana muss im Semifinale gegen Sambia höllisch aufpassen &#8211; mit dem flexiblen Mittelfeld und den flinken Flügelspielern können die Sambier Ghana durchaus in Bedrängnis bringen.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em><strong>Gabun &#8211; Mali 1-1 n.V. (1-1, 0-0), 4-5 i.E.</strong></em></span><span style="color: #0000ff;"> 1-0 Mouloungui 55&#8242; / 1-1 Diabaté 83&#8242;</span></p>
<div id="attachment_6663" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/4F3-Gab-Mli-1-1.png"><img class=" wp-image-6663 " title="4F3 Gab-Mli 1-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/4F3-Gab-Mli-1-1.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Gabun - Mali 1:1 n.V.</p></div>
<p>Es ist ja nichts Neues: Die Mannschaft aus Gabun ist eher ein langsamer Starter in Spiele. So war es auch im Viertelfinale gegen die Mannschaft aus Mali, die sich in der Gruppe als recht klar schlechtere Mannschaft gegenüber Guinea durch gewurschtelt hat und gegen die so selbstsicher auftretenden Co-Gastgeber als Außenseiter gelten musste.</p>
<p>Malis Teamchef Alain Giresse reagierte auf die Stärke Gabuns über die Flügel und stellte mit Samba Sow einen gelernten Defensiv-Spieler auf die rechte Mittelfeldseite, um dort Charly Moussono Einhalt zu gebieten. Wie die erneut auf Stören  ausgelegte Rolle von Seydou Keita hinderte dasGabun merklich daran, ins Spiel zu kommen, und so dominierte Mali die Anfangsphase deutlich.</p>
<p><strong><em>Mali beginnt zu schwimmen</em></strong></p>
<p>Es dauerte rund zwanzig Minute, ehe Gabun merkte, dass Sow zwar defensiv gut stand, aber nach vorne auf der für ihn ungewohnten Position wenig brachte, und sich Moussono mehr nach vorne trauten. Zudem hatte das Angriffs-Trio nun die Abläufe in der malischen Defensive erkannt und sich darauf eingestellt, bewegte sich deutlich besser.</p>
<p>So kam Gabun, wie schon gegen Marokko und Tunesien, erst im Laufe der Partie dazu, das eigene Spiel aufzuziehen, dann funktionierte es aber deutlich besser. Mali begann hinten immer mehr zu schwimmen und Keita litt wieder einmal unter seiner hohen Positionierung: Gabun umging einfach das Zentrum in der Spieleröffnung.</p>
<p><strong><em>Fehlende Struktur im Mittefeld</em></strong></p>
<p>Je länger die Partie lief, umso mehr wurde die fehlende Struktur im Mittelfeld von Mali offensichtlich. Seltsamerweise machte vor allem das Zentrum mit Seydou Keita, Bakaye Traoré und Samba Diakité den Eindruck, so noch nie zusammen gespielt zu haben, obwohl genau dieses Trio in den zwei schwereren Gruppenspielen schon genau so aufgelaufen war.</p>
<p>Gabun hatte das Spiel felsenfest im Griff und als Mouloungui nach einer Stunde aus einem Freistoß heraus das 1:0 gelang, war das hoch verdient. Und Gabun blieb auch am Gas, hatte einige Chancen, den Sack schon vorzeitig zuzumachen. Der bullige Cousin, der viel unterwegs war, und die quirligen Flügelspieler waren von Mali kaum in den Griff zu bekommen, das Passspiel Gabuns war wesentlich sicherer als das von Mali und das Spiel schien trotz des eher knappen Spielstandes mehr oder weniger entschieden zu sein.</p>
<p><strong><em>Ohne Cousin fehlt Durchschlagskraft</em></strong></p>
<p>Bis die Auswechslung von Daniel Cousin für einen kleinen Bruch bei Gabun sorgte. Der 34-Jährige musste wohl seinem Alter Tribut zollen, auch in der Vorrunde spielte er nur eine einzige Partie durch. Fabrice do Marcolino übernahm Cousins Position in der Sturmspitze, aber ersetzen konnte er den Routinier nicht. So gab es zwar immer noch Vorstöße von Gabun, vornehmlich über die rechte Seite mit Mouele und Aubameyang, aber auf dem Weg zum Strafraum versandeten diese.</p>
<p>Auf der anderen Seite brachte Alain Giresse nicht nur mit Cheikh Diabaté einen echten Stürmer (Madiga, der diese Position inne hatte und nun auf den Flügel ging, spielte erstmals im Turnierverlauf ganz vorne) und mit seinen Umstellungen auch eine bessere Besetzung für die Flügel, die nun mit Adbou Traoré und eben Madiga ausgewogener besetzt waren. Es war dies die Phase, in der das Mittelfeld Malis den besten Eindruck machte und nach einem Abstimmungsfehler in Gabuns Abwehr gelang Diabaté auch der etwas überraschende Ausgleich.</p>
<p><em><strong>Verlängerung leidet unter Müdigkeit</strong></em></p>
<p>In der Verlängerung übernahm Gabun wieder deutlich das Kommando, nachdem Teamchef Rohr mit Palun und Mbabangoye (statt Madinda und Moubamba) neue Kräfte für das Mittelfeld gebracht hatte, das mit wachsender eigener Müdigkeit und dem wachsenden Einfluss, denn Seydou Keita auf das Spiel bekam, etwas unterzugehen drohte. Das Problem mit der fehlenden Durchschlagskraft in der Spitze blieb aber bestehen.</p>
<p>Mali zog sich aus der Spielgestaltung weitgehend zurück und versuchte, sich ins Elfmeterschießen zu retten. So lebte das Spiel in dieser Phase ausschließlich von der Spannung, da die Erschöpfung beider Teams und die Angst, einen entscheidenden Fehler zu machen, das Spielniveau immer dramatischer nach unten zog. Mali erreichte schließlich ohne gröbere Probleme das Ziel des Shoot-Outs &#8211; und behielt dort die Nerven.</p>
<p><strong><em>Fazit: Glücklicher Sieg für Mali</em></strong></p>
<p>Immer kann&#8217;s nicht gutgehen &#8211; diesmal schaffte es Gabun nicht mehr. Zwar war der Co-Gastgeber auch in seinem vierten Spiel sicher nicht die schlechtere Mannschaft, aber die verpasste es, nach der verdienten Führung nachzulegen. Ein zweites Tor hätte die Partie gegen diese Mannschaft aus Mali ohne jede Frage entschieden.</p>
<p>Alain Giresse hingegen kann sich glücklich schätzen: Nicht nur, dass er Gabun &#8211; jedes Team, mit dem er trotz starker Spiele etwas unglücklich vor zwei Jahren das Viertelfinale verpasst hatte &#8211; eliminiert hat. Nein, wie schon im ganzen Turnierverlauf vermochte seine Mannschaft auch in diesem Spiel als recht deutlich schlechteres Team, sich irgendwie durchzumogeln. Einmal mehr war Seydou Keita kein entscheidener Faktor, es wurde wenig Chancen herausgespielt und das Mittelfeld war oft offen wie ein Scheunentor. Aber die starke Innenverteidigung und ein wirklich guter Torhüter retteten Mali auch diesmal den Hintern.</p>
<p>Immerhin: Gabun hat in der WM-Quali mit Burkina Faso, Niger und Congo eine Gruppe von überschaubarer Stärke, der Platz im Play-Off (das als Gruppensieger erreicht wird) sollte mehr oder weniger gebucht sein.</p>
<p>(<a href="https://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
<p>&nbsp;</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=6662&amp;md5=6818471be7857991f5b4f92cba5ad8b9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Papierform entsprochen: Côte d&#8217;Ivoire und Sambia mit 3:0-Siegen weiter</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 23:42:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Afrika Cup]]></category>
		<category><![CDATA[Matchbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Taktikbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika-Cup]]></category>
		<category><![CDATA[Äquatorialguinea]]></category>
		<category><![CDATA[Côte d'Ivoire]]></category>
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		<category><![CDATA[Sudan]]></category>

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		<description><![CDATA[Einmal in Führung, gab&#8217;s keine Zweifel mehr: Das galt am ersten Viertelfinal-Tag beim Afrika-Cup sowohl für Côte d&#8217;Ivoire (gegen Co-Gastgeber Äquatorialguinea) als auch für Sambia (gegen den Sudan). Beide Favoriten feierten letztlich souveräne und verdiente 3:0-Siege gegen Mannschaften, die es mit guter Defensive versuchten und nach vorne harmlos blieben, als es darauf ankam. Äquatorialguinea &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Einmal in Führung, gab&#8217;s keine Zweifel mehr: Das galt am ersten Viertelfinal-Tag beim Afrika-Cup sowohl für Côte d&#8217;Ivoire (gegen Co-Gastgeber Äquatorialguinea) als auch für Sambia (gegen den Sudan). Beide Favoriten feierten letztlich souveräne und verdiente 3:0-Siege gegen Mannschaften, die es mit guter Defensive versuchten und nach vorne harmlos blieben, als es darauf ankam.</em></strong></p>
<div id="attachment_6639" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/4F2-Eqg-Civ-0-3.png"><img class=" wp-image-6639 " title="4F2 Eqg-Civ 0-3" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/4F2-Eqg-Civ-0-3.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Äquatorialguinea - Côte d&#39;Ivoire 0:3</p></div>
<p><strong><em><span style="color: #ff0000;"><span id="more-6636"></span>Äquatorialguinea &#8211; Côte d&#8217;Ivoire 0-3 (0-1).</span></em></strong> <span style="color: #0000ff;">0-1 Drogba 36&#8242; / 0-2 Drogba 69&#8242; / 0-3 Y. Touré 81&#8242;</span></p>
<p>Das sein Team das Spiel gegen den Turnierfavoriten Côte d&#8217;Ivoire selbst machten würde können, das glaubte mit Gilson Paulo der Teamchef von Co-Gastgeber Äquatorialguinea nicht. Darum versuchte er es auch gar nicht, sondern überließ den Ivorern bereitwillig den Ball &#8211; aber nicht, ohne in der Offensive ein wenig umzustellen.</p>
<p>Dort blieb Ex-Österreich-Legionär Thierry Fidjeu-Tazemeta, in allen Gruppenspielen die Sturmspitze, nämlich draußen. Dafür spielte seine Mannschaft de facto ohne Sturmspitze, weil sich Balboa, Ekanga und auch der nominell auf die rechte Seite gestellte Ekedo darin versuchten, das Mittelfeld-Trio der Ivorer an der Spieleröffnung zu stören. David hatte, nicht zum ersten Mal, die rechte Seite praktisch für sich alleine.</p>
<p><strong><em>Defensives Mittelfeld-Trio bei den Ivorern</em></strong></p>
<p>François Zahoui stellte Yaya Touré wiederum ins Zentrum seines Mittelfeld-Trios. Aber diesmal spielte er nicht extrem hoch, so wie er das vor allem<a href="http://ballverliebt.eu/2012/01/22/drogba-fuhrt-pomadige-ivorer-zu-muhsamem-10-sieg/"> im ersten Turnierspiel gegen den Sudan</a> gemacht hat, sondern extrem tief, als erster Mann vor den Innenverteidigern. Dort entzog er sich zwar ein wenig seinen Gegenspielern, aber viel Produktives in der Aufbauarbeit konnte er dort nicht leiten. Immerhin: Defensiv hatten die Ivorer nicht das Geringste zu Befürchten.</p>
<p>Im Spiel nach vorne wurden durch das vom Außenseiter verdichtete Zentrum natürlich die Außenverteidiger wichtiger. Und Kafouba Coulibaly: Der Mann vom OGC Nizza nützte die defensive Ausrichtung von Zokora und Yaya Touré, um sich seinerseits ins Spiel nach vorne einzuschalten. Die Ivorer sammelten zwei Drittel Ballbesitz, schafften es gegen das extrem defensiv eingestellte Team aus Äquatorialguinea kaum, zu Chancen zu kommen.</p>
<p><strong><em>Elfer verschossen, Fehler genützt</em></strong></p>
<p>So brauchte es zwei individuelle Schnitzer auf Seiten der Gastgeber, um den Ivorern auch zählbare Vorteile zu verschaffen. Erst rempelte Konaté im Strafraum Zokora um, aber Drogba verschoss den fälligen Elfmeter. Nur, um es wenig später eiskalt auszunützen, dass Fernando ein Ball beim Stoppen zu weit wegsprang: Drogba luchste ihm den Ball am, ließ noch Doe aussteigen und verwertete sicher zum 1:0.</p>
<p>Gilson Paulo brachte für die zweite Hälfte mit Fidjeu nun doch seinen Anspielpunkt in der Spitze, aber eigentlich war das Spiel schon mit Drogbas Führungstor zumindest vorentschieden. Denn wie gewohnt räumte das Innenverteidiger-Duo  mit Kolo Touré und Sol Bamba alles weg, was auch nur in die Nähe des eigenen Tores kam.</p>
<p><strong><em>Gastgeber nach vorne hilflos</em></strong></p>
<p>Äquatorialguinea wirkte hilflos: Durch die Mitte fanden Juvenal und Ekanga (bzw. später Bolado) gegen das sichere Dreier-Mittelfeld der Ivorer kein Durchkommen, Gosso und Boka hatten die Flügel bombenfest im Griff &#8211; so gingen dem Gastgeber rasch die Ideen aus. Problemlos spielte der Favorit die Zeit herunter und nahm dann noch einen paradoxen Wechsel vor: Indem Stürmer Bony für den defensiven Mittelfeld-Mann Zokora kam, stieg Zahoui vom Gas.</p>
<p>Die Erklärung ist ganz einfach: Aus dem 4-3-3 wurde nun, mit Bony und Drogba vorne, ein 4-4-2. Weil damit die Flügelstürmer zurück gingen, waren beide Flanken defensiv doppelt besetzt und mit zwei Viererketten konnten die Ivorer nun gleichmäßiger die Räume zustellen. Und entschieden die Partie dann auch noch vorzeitig &#8211; wenn auch nicht aus dem Spiel heraus, sondern aus zwei Standardsituationen: Erst versenkte Drogba eine solche per Kopf zum 2:0, zehn Minuten vor dem Ende zirkelte Yaya Touré eine Banane von einem Freistoß direkt in den Winkel.</p>
<p><strong><em>Fazit: Der Papierform entsprochen</em></strong></p>
<p>Geht man nach den Platzierungen in Weltrangliste (18 und 151) bzw. Elo-Raking (14 und 134), dürfte Äquatorialguinea gegen Côte d&#8217;Ivoire nicht den Funken einer Chance haben. Und genauso kam es auch. Die defensiv brutal sichere stehenden Ivorer kamen gegen die harmlosen Gastgeber nie ins Wanken und nach der so erstaunlichen Vorrunde des Co-Gastgebers wurden diesem ganz deutlich die Grenzen aufgezeigt.</p>
<p>Sicher: Offensiv war das bei den Ivorern noch lange keine Glanzleistung. Ein schlimmer Abwehrschnitzer und zwei Standards sorgten letztlich für die drei Tore. Aber wer diese wenigen Chancen nützt und hinten eine Abwehr hat, die so überhaupt nichts zulässt, kann sich das, zumindest gegen diesen Gegner, noch erlauben.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p><strong><em><span style="color: #ff0000;">Sambia &#8211; Sudan 3-0 (1-0).</span></em></strong> <span style="color: #0000ff;">1-0 Sunzu 15&#8242; / 2-0 C. Katongo 66&#8242; / 3-0 Chamanga 86&#8242;</span></p>
<div id="attachment_6637" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/4F1-Zam-Sud-3-0.png"><img class=" wp-image-6637 " title="4F1 Zam-Sud 3-0" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/4F1-Zam-Sud-3-0.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Sambia - Sudan 3:0</p></div>
<p>Mit einem Gruppensieger Sambia konnte man nicht wirklich rechnen. Mit dem Sudan im Viertelfinale aber noch weniger! Weshalb das Team von Hervé Renard auch der Favorit in diesem Spiel war. Das sah offenbar auch Ahmed Abdalla auf der Bank des Sudan so, denn die Spielanlage seines Teams war darauf ausgerichtet, den Sambiern den Ball zu überlassen und sie dort zu stören, wo sie am verwundbarsten sind: In der Spieleröffnung.</p>
<p>Dazu zog er Haitham, der in den Gruppenspielen eine hängende Spitze gegeben hatte, ganz auf die Zehn zurück, wodurch ein recht klares 4-2-3-1 entstand. Die Haupftaufgabe von Haitham war es, Pässe auf die beiden zentralen Mittelfeld-Leute des Sudan, Sinkala und Chansa, zu verhindern, während sich die Außenstürmer darum kümmerten, dass Sambia das nicht über die Flügel umgeht.</p>
<p><strong><em>Erst der Rückstand&#8230;</em></strong></p>
<p>Das klappte hervorragend und Sambia tat sich extrem schwer, sinnvoll aus der eigenen Hälfte herauszukommen. Dennoch lief das Spiel für den Sudan ziemlich unglücklich ab. Zum einen passierte das, was auf keinen Fall passieren durfte: Nach einer Viertelstunde nützte Sambia, wenn schon aus dem Spiel nichts ging, nach einem Freistoß in Führung.</p>
<p>Dadurch konnte man nun selbst das Spiel so gestalten, wie man das am liebsten hat: Nämlich sich zurücklehnen und den Gegner mal machen lassen, gleichzeitig aber extrem konzentriert verteidigen und der gegnerischen Offensive Platz und Zeit nehmen.</p>
<p><strong><em>&#8230;dann die Verletzungen</em></strong></p>
<p>Zum anderen, mindestens genauso schlimm, musste der Sudan schon vor der Pause beide Sechser verletzungsbedingt tauschen. Die in der Gruppenphase so soliden Ala Eldin und Nizar waren für die Ordnung und die Kompaktheit im Zentrum extrem wichtig und ohne die beiden fehlte das, und die Sambier versuchten auch, das auszunützen.</p>
<p>Die beiden Mittelfeld-Außen Kalaba und Lungu, die ohnehin permanent die Seiten tauschen, zogen nun vermehrt während des Spiels auch mit dem Ball am Fuß von Außen ins Zentrum. Dadurch stifteten sie Verwirrung in der sudanesischen Zentrale und machten den Weg für die Außenverteidiger auf, die die Außenlinie entlang nach vorne gehen konnten.</p>
<p><strong><em>Spiel nach einer Stunde endgültig entschieden</em></strong></p>
<p>Was sie aber nicht oft machten, weil es gar nicht notwendig war. Das Team aus dem Sudan verlegte sich ohne das gewohnte Duo im Zentrum schon zu Beginn der zweiten Halbzeit in seiner Verzweiflung auf lange Bälle nach vorne, in der Hoffnung, dass die da vorne irgendwie gehalten werden können. Aber die Defensive der Sambier agierte diszipliniert und räumte trocken auf, sodass man nie das Gefühl hatte, der Sudan könnte tatsächlich ausgleichen.</p>
<p>Und als in der 65. Minute Innenverteidiger Saif Eldin im Strafraum Kalaba legte, dafür seine zweite gelbe Karte kassierte und Katongo den fälligen Elfmeter im Nachschuss zum 2:0 verwertete, war das Spiel entschieden. Zwei Tore hinten und ein Mann weniger &#8211; aussichtslos. Das wussten auch die Sudanesen, weshalb das schon davor eher zerfahrene und unansehnliche Spiel vor einer Null-Kulisse im leeren Stadion von Bata (satte 200 Zuschauer waren da) nicht unterhaltsamer wurde. Das 3:0 des eingewechselten Chamanga kurz vor dem Schluss war nur noch Kosmetik.</p>
<p><strong><em>Fazit: Sambia nützt das Pech des Sudan souverän</em></strong></p>
<p>Erst hat das Gegentor aus einem Standard den Matchplan der Sudanesen verhaut, dann kamen noch die Verletzungen von zwei Schlüsselspielern dazu, und am Ende gab&#8217;s auch noch einen Ausschluss &#8211; dieses Viertelfinale lief für das Team aus dem Sudan ganz doof. Sambia tat sich gegen das gut verteidigende Mittelfeld des Sudan zu Beginn schwer, aber nach dem Führungstor wurde es immer leichter.</p>
<p>Die Mannschaft stand diszipliniert und sicher, ließ wenig zu und nützte das Pech des Gegners zu einem souveränen Sieg. Aber auch, wenn der Spielverlauf Sambia entgegen gekommen ist &#8211; dennoch hat die klar bessere Mannschaft hochverdient gewonnen.</p>
<p>(<a href="https://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=6636&amp;md5=88261bdd5d6d361782996341f11ee9c6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Guinea gibt auf &#8211; Mali bleibt im Turnier</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 22:40:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Taktikbesprechungen]]></category>
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		<description><![CDATA[Guinea kam erst durch die gut stehende Defensive von Ghana nicht durch und streckte nach einem Ausschluss schon 20 Minuten vor Schluss die Waffen. Obwohl nur ein Tor gefehlt hätte! Do darf sich Mali nach einem überlegen geführten aber nur mühsame gewonnen Spiel gegen Botswana über einen Platz im Viertelfinale freuen. Ghana &#8211; Guinea 1-1 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Guinea kam erst durch die gut stehende Defensive von Ghana nicht durch und streckte nach einem Ausschluss schon 20 Minuten vor Schluss die Waffen. Obwohl nur ein Tor gefehlt hätte! Do darf sich Mali nach einem überlegen geführten aber nur mühsame gewonnen Spiel gegen Botswana über einen Platz im Viertelfinale freuen.</em></strong></p>
<div id="attachment_6627" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/D6-Gha-Gui-1-1.png"><img class=" wp-image-6627 " title="D6 Gha-Gui 1-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/D6-Gha-Gui-1-1.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Ghana - Guinea 1:1</p></div>
<p><strong><em><span style="color: #ff0000;"><span id="more-6626"></span>Ghana &#8211; Guinea 1-1 (1-1).</span></em></strong> <span style="color: #0000ff;">1-0 Badu 28&#8242; / 1-1 A. Camara 45&#8242;</span></p>
<p>Guinea war das Team in Zugzwang, und angesichts auch der generellen Spielanlage der Mannschaften verwundert es nicht, dass es auch die Mannschaft von Teamchef Dussuyer war, die in der Anfangsphase die deutlich aktivere war. Dussuyer vertraute auf die gleiche Aufstellung, die Botswana mühelos mit 6:1 geschlagen hat und hatte auch diesmal die Absicht, schnell mit vertikalem Spiel durch das enge Mittelfeld der Ghanaer durchzukommen.</p>
<p>Alleine, das gelang nicht &#8211; weil die Zuspiele in die Spitze entweder überhastet und damit zu ungenau waren, und weil es die Ghanaer dennoch verstanden, den Gegner 25 bis 35 Meter vor dem eigenen Tor so anzugehen, dass es kaum möglich war, präzise Bälle nach vorne zu schlagen.</p>
<p><strong><em>Druck prallt an Ghana ab</em></strong></p>
<p>Auffällig war, dass die Abwehrkette von Guinea im Ballbesitz extrem weit aufrückte, zum Teil schon in den Anfangsminuten in der gegnerischen Hälfte stand. Was einerseits natürlich dabei half, Ghana zurück zu drängen und die Kontrolle über den Ballbesitz zu haben, die Hintermannschaft aber andererseits extrem anfällig für schnelle Gegenstöße machte. In einigen Situationen rettete nur die Geistesgegenwart von Bobo Baldé und Kamil Zayatte bzw. ein ungenauer Pass aus der Tiefe seitens der Ghanaer.</p>
<p>Die Spielweise der Ghanaer sorgte aber dafür, dass der Schwung der Guineer recht schnell entwich und den Außenseiter dazu zwang, immer mehr quer zu spielen. Das ging auf Kosten des Tempos und der Torgefährlichkeit, und genau das wollte Ghana natürlich auch erreichen. Auch, weil das für die Flügelspieler André Ayew und Samuel Inkoom, die immer wieder die Flügel wechselten, vermehrt Gelegenheiten ergab, nach Ballverlusten von Guinea schnell angespielt zu werden.</p>
<p><strong><em>Zwei eher unerwartete Tore</em></strong></p>
<p>Das Spiel hatte sich in seiner Pattstellung schon ein wenig eingerichtet, als Ghana nach etwa einer halben Stunde durch einen sehenswerten Weitschuss von Emmanuel Badu in Führung ging. Das wirkte auf die Mannschaft aus Guinea wie ein Schock: Bis kurz vor der Halbzeitpause brachte man kaum noch etwas zu Stande. Ghana war mit der Führung auf dem Weg zum Gruppensieg doppelt abgesichert und lehnte sich entsprechend wieder ein wenig zurück.</p>
<p>Und hatte dennoch ein wenig Pech, quasi mit dem Halbzeitpfiff den nicht gerade in der Luft liegenden Ausgleich hinnehmen zu müssen. Abdoul Camara, auf der linken Seite einer der wenigen verbliebenen Aktivposten in seiner Mannschaft, drehte aus dem Lauf heraus einen Heber um John Pantsil herum, der über Kwarasey hinweg ins Tor plumpste. Ob das so beabsichtigt war, ist die eine Sache, aber rein vom Skill her sicher eines der besseren Tore in diesem Turnier.</p>
<p><strong><em>Guinea gibt sich geschlagen</em></strong></p>
<p>Guinea war damit wieder voll im Rennen um das Viertelfinale und versuchte nach dem Seitenwechsel auch, wieder ins Spiel zu kommen, aber wie schon in der ersten Hälfte rannten sie sich dreißig Meter vor dem Tor fest, musste deutlich mehr quer spielen als ihnen lieb war und konnten kaum wirklichen Druck ausüben. Wie gewohnt stand Ghana hinten einfach extrem sicher.</p>
<p>Und als mit Mamadou Bah der Sechser von Guinea in der 70. Minute Gelb-Rot sah, war das Spiel gelaufen. Guinea schien aufgesteckt zu haben, womöglich mit dem Wissen um die Führung von Mali im Parallelspiel. Was aber eigentlich absolut unverständlich war, denn dennoch hätte nur ein einziges Tor gefehlt, um selbst den Einzug ins Viertelfinale zu schaffen und Mali zu eliminieren, und Ghana machte keine wirklichen Anstalten, die Überzahl gegen die im 4-4-1 weiterspielenden Gegner auch auszunützen. Womit das in der Schlussphase sehr zerfahrene Spiel seinem logischen 1:1 entgegen ging.</p>
<p><em><strong>Fazit: Ghana gewohnt sicher &#8211; aber warum hat Guinea aufgesteckt?</strong></em></p>
<p>Natürlich werden fehlende Kraftreserven eine große Rolle dabei gespielt haben, dass es Guinea in den letzten 20, 25 Minuten auch mit einem Mann weniger gegen die nicht gerade Vollgas gehende Mannschaft aus Ghana nicht mehr schaffte, Druck auszuüben. Was ja nur natürlich wäre. Aber dass so überhaupt keine Ambition (oder wirkliche Emotion) zu erkennen war, und die Kapitulation bei praktisch jedem Spieler greifbar wirkte, ist angesichts der wirklich starken ersten zwei Spiele von Guinea schon ein wenig enttäuschend.</p>
<p>Ghana wiederum agierte gewohnt sicher, wurde nur von einem Tausendgulden-Heber überwunden und zieht souverän als Gruppensieger ins Viertelfinale ein. Im Grunde liefen alle Gruppenspiele der Black Stars sehr ähnlich ab: Hinten nichts anbrennen lassen, im Mittelfeld den Druck des Gegners absorbieren und das Spiel eröffnen, über die Flanken nach vorne kommen und die wenigen sich bietenden Torchancen eiskalt ausnützen. Weil die Tunesier aber ein recht ähnliches Konzept verfolgen, ist da ein Geduldsspiel zu erwarten.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em><strong>Mali &#8211; Botswana 2-1 (0-0).</strong></em></span> <span style="color: #0000ff;">0-1 Ngele 51&#8242; / 1-1 G. Dembélé 57&#8242; / 2-1 Keita 75&#8242;</span></p>
<div id="attachment_6629" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/D5-Mli-Bot-2-1.png"><img class=" wp-image-6629 " title="D5 Mli-Bot 2-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/D5-Mli-Bot-2-1.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Mali - Botswana 2:1</p></div>
<p>Mehr als gewinnen konnte Mali zum Viertelfinal-Einzug nicht machen &#8211; dass sich Ghana gegen Guinea nicht hängen lässt, hatten sich nicht in der eigenen Hand. Bei Botswana kehrte Teamchef Stanley Thosane nach dem 1:6-Debakel gegen Guinea wieder zu seinem 4-1-4-1 zurück, bei dem die beiden Viererketten sehr tief standen und sich den Maliern quasi als Menschenmauer entgegen stellten.</p>
<p>Dabei wurde aber nicht auf die Spielweise vergessen, die gegen Ghana zu einem beachtlich knappen 0:1 geführt hat: Möglichst keine schnellen Pässe des Gegners zulassen, sondern ihm den Raum nehmen. Das funktionierte nicht so richtig, weswegen man immer mehr dazu überging, einfach den eigenen Strafraum zu belagern.</p>
<p><em><strong>Mali greift an</strong></em></p>
<p>Bei Mali stand nominell ein 4-2-3-1 auf dem Feld, aber durch die extrem aktive Rolle der Außenverteidiger &#8211; vor allem Drissa Diakité von Nizza machte auf der rechten Seite einen Irrsinns-Betrieb &#8211; bildete sich zumeist eine Viererkette bestehend aus den Außenverteidigern und den beiden Sechsern.</p>
<p>Der jeweilige Rechtsaußen, Abdou Traoré und Modibo Maiga wechselten sich hierbei ab, konnte dadurch de facto als zweite Spitze zu Garra Dembélé aufrücken. Dadurch, dass sich Botswana aber immer mehr im eigenen Strafraum zusammen zog, kam Mali oftmals problemlos zur Grundlinie durch, schaffte es aber nicht, die Spieler im Zentrum zu bedienen.</p>
<p><strong><em>Keita kommt nach vorne nicht zum Zug</em></strong></p>
<p>Und im Zentrum war Seydou Keita als Zehner einfach etwas zu hoch postiert, um einen echten Einfluss auf das Spiel nehmen zu können. Zumeist stand er auf seiner Position schon mitten im Getümmel, war somit nur schwer anzuspielen und hatte es noch schwerer, eine gestalterische Rolle nach vorne einzunehmen. Die allermeisten Bälle spielte der Mann vom FC Barcelona zurück, einfach weil sonst nirgendwo Platz war.</p>
<p>Mali dominierte Spiel und Ballbesitz nach Belieben und Botswana machte auch bei den wenigen Entlastungsangriffen nie den Eindruck , wirklich ein Tor schießen zu können, bis es kurz nach dem Seitenwechsel aber doch passierte. Mogakolodi Ngele schloss einen Konter zum völlig überraschenden 1:0 für den klar unterlegenen Außenseiter ab.</p>
<p><strong><em>Mali dreht Spiel noch</em></strong></p>
<p>Mali ließ sich davon aber nicht nachhaltig schocken und spielte weite nach vorne. Und es war für die Psyche der Mannschaft extrem wichtig, dass sich Garra Dembélé nur wenige Minuten nach dem Rückstand für eine extrem laufstarke Vorstellung mit einem Abstaubertor belohnte &#8211; der Freiburg-Legionär war vor allem in der ersten Halbzeit ständig unterwegs, wicht viel auf die Flügel aus und versuchte, immer anspielbar zu sein. Nach dem Seitenwechsel ging im deutlich die Luft aus, verständlicherweise, aber mit seinem Tor &#8211; vorbereitet über die linke Seite &#8211; öffnete er die Tür zum Viertelfinale.</p>
<p>Die Seydou Keita mit einer seiner wenigen auffälligen Aktionen eine Viertelstunde vor Schluss mit seinem Treffer zum 2:1 endgültig aufstieß. Mali hatte bis zum Schlusspfiff das Spiel gegen die zwar weiterhin diszipliniert verteidigenden, aber letztlich komplett harmlosen Gäste komplett im Griff und kam nie mehr in die Gefahr einen Ausgleich zu kassieren.</p>
<p><strong><em>Fazit: Nicht überzeigend, aber weiter</em></strong></p>
<p>Der Sieg reichte letztlich auch zum Viertelfinal-Einzug. Verglichen mit Guinea war Mali wahrscheinlich nicht das bessere Team, aber im entscheidenden Moment &#8211; also im direkten Vergleich zu Turnierbeginn &#8211; hatte man das glücklichere Ende für sich und diesen Vorteil gab man nicht mehr aus der Hand.</p>
<p>Der trotz des Rückstands und des knappen Resultats souveräne Vorstellung gegen Botswana kann kein Maßstab sein (vor allem, weil Guinea diesen Gegner 6:1 besiegt hatte) und letztlich fehlt es der Mannschaft, zumindest in dieser Aufstellung mit einem Seydou Keita auf der Zehn, an der lenkenden Figur und man schaffte es drei Spiele hinweg nicht, aus dem Spiel heraus große Torgefahr zu entwickeln. Was für Mali sprechen könnte: Im Viertelfinale gegen den sehr aktiv auftretenden Co-Gastgeber Gabun wird man das auch nicht müssen.</p>
<p>Für Botswana endet das Turnier mit drei Niederlagen. Zu sagen, die Mannschaft wäre auf diesem Niveau komplett überfordert gewesen, wäre sicher eine Übertreibung. Nimmt man das Spiel gegen Guinea aus, wo man in Unterzahl einfach auseinander gefallen ist und seiner internationalen Unerfahrenheit Tribut zollen musste, wurde zumindest diszipliniert verteidigt und weder Ghana noch Mali gelang es trotz teils massiver Feldüberlegenheit, eine Vielzahl von großen Torchancen zu erarbeiten.</p>
<p>Aber im Spiel nach vorne wird die Suppe beim Debütanten gegen die Abwehrreihen von Ländern, deren Spieler praktisch allesamt in europäischen Top-Ligen beschäftigt sind, schon ziemlich dünn. Mehr als lange Bälle und schnelle Gegenstöße war da nicht drin. Das reichte für einen Elfer und ein Kontertor. Für mehr aber auch nicht.</p>
<p>(<a href="https://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
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		<title>Dritter Erfolg im dritten Spiel: Gabun ist Gruppensieger</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 10:13:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wieder hatte Gabun zu Beginn der Partie Probleme, wieder wuchtete man sich ins Spiel zurück &#8211; diesmal auch mit einer intelligenten System-Umstellung. Somit geht der Co-Gastgeber nach dem 1:0 gegen Tunesien als Gruppensieger ins Viertelfinale. Den Nordafrikanern fehlte es wieder einmal an der Durchschlagskraft. Gabun &#8211; Tunesien 1-0 (0-0). 1-0 Aubameyang 62&#8242; Beide Teams waren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Wieder hatte Gabun zu Beginn der Partie Probleme, wieder wuchtete man sich ins Spiel zurück &#8211; diesmal auch mit einer intelligenten System-Umstellung. Somit geht der Co-Gastgeber nach dem 1:0 gegen Tunesien als Gruppensieger ins Viertelfinale. Den Nordafrikanern fehlte es wieder einmal an der Durchschlagskraft.</em></strong></p>
<div id="attachment_6618" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/C6-Gab-Tun-1-0.png"><img class=" wp-image-6618 " title="C6 Gab-Tun 1-0" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/C6-Gab-Tun-1-0.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Gabun - Tunesien 1:0</p></div>
<p><span style="color: #ff0000;"><em><strong><span id="more-6617"></span>Gabun &#8211; Tunesien 1-0 (0-0).</strong></em></span><span style="color: #0000ff;"> 1-0 Aubameyang 62&#8242;</span></p>
<p>Beide Teams waren schon fix in der nächsten Runde &#8211; so rotierten auch beide ein wenig. Gernot Rohr blieb in seinem 4-3-3, ließ aber mit Mbanangoye einen seiner beiden Sechser permanent auf die linke Seite rausschieben, um den dort aufgestellten Flügelstürmer Roguy Méyé zu unterstützen. Das wurde notwenig, weil Außenverteidiger Muele sehr viel mit seinem Gegenspieler Khalifa zu tun hatte.</p>
<p>Bei den Tunesiern wurde aus dem 4-2-3-1 der letzten Spiele ein 4-3-1-2 mit Msakni als Zehner. Oder eher als falschen Neuner, denn die beiden nominellen Stürmer, vor allem Khalifa, wichen oft weit auf die Flügel aus und zogen dann nach innen. Damit kam Gabun zunächst nicht so ganz zurecht und mit dem Wall, den die Tunesier im Mittelfeld mit de facto drei zentralen Mittelfeld-Spielern, ganz nach italienischem Vorbild, eingezogen haben, gab es kaum ein Durchkommen.</p>
<p><strong><em>Msaknis Rolle bereitet Gabun Probleme</em></strong></p>
<p>Die Tunesier kontrollierten somit das Spiel zunächst und versuchten vor allem die Positionierung von Youssef Msakni auszunützen. Dieser stand zu hoch, um für die Innenverteidiger sinnvoll gedeckt zu werden, aber zu hoch für die beiden Sechser, die kaum mehr eine Rolle für den eigenen Aufbau spielen könnten, wenn sie sich zu weit nach hinten ziehen lassen. Trotz des klaren Plus an Ballbesitz schaffte es Tunesien aber nicht, aus dieser Überlegenheit auch Tore zu erzielen.</p>
<p>Nach etwa einer halben Stunde ließ sich Sturmspitze Daniel Cousin etwas zurückfallen und bearbeitete zunehmend die Dreierkette im tunesischen Mittelfeld. Das immer mutiger Vorrücken von Mbanangoye sorgte dafür, dass Jamel Saihi auf der halblinken Position in der tunesischen Zentrale etwas hin- und hergerissen war: Einerseits bereitete ihm Cousin mehr Arbeit, andererseits sollte er aber auf der Flanke aushelfen. So kam Gabun gegen Ende der ersten Hälfte deutlich besser ins Spiel.</p>
<p><strong><em>Rohr stellt um</em></strong></p>
<p>Gernot Rohr nahm für die zweite Halbzeit eine erstaunliche Änderung vor: Es brachte Madinda für Méyé, stellte ihn aber nicht &#8211; wie in den ersten Partien &#8211; auf die Zehn, sondern ins rechte Mittelfeld, und Mbanangoye ins linke, stellte somit auf ein 4-4-2 um. Damit bekam Gabun die Oberhand: Weil von den zwei zentralen Mittelfeld-Männern nun einer (Poko) explizit auf Msakni spielte und sich notfalls auch tief fallen ließ und der andere (Palun) sich eher nach vorne orientierte, stand Gabun nun wesentlich sicherer und konnte gleichzeitig mehr für das Spiel tun.</p>
<p>Die Flügel waren zudem in tieferen Positionen besetzt als vor der Pause, griffen somit auch mehr ins Spiel ein. Nun wirkten die Tunesier verwirrt, und ehe sie wirklich auf die sich geänderte Raumaufteilung reagiert hatten, erzielte Aubameyang nach einer Stunde das 1:0.</p>
<p><strong><em>Späte Reaktion</em></strong></p>
<p>Erst jetzt reagierte der tunesische Teamchef Sami Trabelsi. Er brachte Allagui und Chikhaoui (für Jemâa und Ben-Yahia), änderte aber seine Formation nicht gravierend &#8211; es gab weiterhin keinen klassischen Zehner, weil Chikhaoui aus der halbrechten Position im Mittelfeld kam. Seine Präsenz am Platz zeigte aber dennoch wirkung, ebenso wie der sehr willige Sami Allgui und das Wissen bei Gabun, dass selbst ein Remis für den Gruppensieg reicht.</p>
<p>Die Tunesier hatten also die Schlussphase der Partie wieder deutlich im Griff, verpassten es aber weiterhin &#8211; im Gegensatz zu den ersten beiden Partien, in denen sie vor dem Tor eiskalt agierten &#8211; den Ball im Netz unterzubringen. Gabun verteidigte den Sieg über die Zeit und ist damit mit drei Erfolgen Gruppensieger.</p>
<p><em><strong>Fazit: Interessantes Freundschaftsspiel</strong></em></p>
<p>Letztlich war es von der Bedeutung kaum mehr als ein Freundschaftsspiel, aber uninteressant war es beileibe nicht. Wie gegen die Marokkaner hatte Gabun zunächst Probleme, sich auf den Gegner einzustellen, traute sich aber mit Fortdauer des Spiels wiederum immer mehr zu und die Umstellung zur Halbzeit brachte dem Co-Gastgeber endgültig die Oberhand.</p>
<p>Tunesien steckte nicht auf und mit Chikhaoui kam jene Linie ins Spiel zurück, die davor etwas verloren gegangen war. Was den Nordafrikanern aber weiterhin fehlt, ist ein wirklich zielbringendes, eigenes Angriffsspiel. Sie sind (heute nicht, aber in den bisherigen zwei Spielen) stark im Nützen der wenigen Chancen, aber solltes, wovon auszugehen ist, im Viertelfinale gegen die defensiv extrem starken Ghanaer gehen, dürfte ihnen die nötige Durchschlagskraft fehlen. Das zumindest ist der Eindruck aus der Gruppenphase.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><strong><em><span style="color: #ff0000;">Marokko &#8211; Niger 1-0 (0-0).</span></em></strong> <span style="color: #0000ff;">1-0 Belhanda 78&#8242;</span></p>
<div id="attachment_6619" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/C5-Mar-Nig-1-0.png"><img class=" wp-image-6619 " title="C5 Mar-Nig 1-0" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/C5-Mar-Nig-1-0.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Marokko - Niger 1:0</p></div>
<p>Kaum mehr als eine lästige Pflichtaufgabe war das letzte Spiel für die bereits eliminierten Marokkaner, und entsprechend schlampig war auch das Passspiel der Mannschaft. Zwar kontrollierte man den Außenseiter relativ sicher, aber schon aus der Abwehr heraus passierte immer wieder billige Fehlpässe. Die Ungenauigkeiten konnte Kharja zumeist noch kaschieren, aber nachdem er kurz vor Ende der ersten Hälfte verletzt ausgetauscht werden musste, war es mit der Strukur im Aufbauspiel der Marokkaner geschehen.</p>
<p>Beim Niger vertraute man wieder auf das etwas schiefe Mittelding aus 4-1-4-1 und 4-4-2, wobei Maazou diesmal deutlich mehr vom linken Flügel kam als gegen Tunesien. Der Außenseiter machte wiederum einen guten Job, wenn es um das Attackieren des Gegnern im Mittelfeld ging, was der Passsicherheit der Marokkaner auch nicht gut tat. Eigene Angriffe wurden aber, einmal mehr, zumeist nur durch lange Bälle gestartet, womit die marokkanische Defensive wenig Probleme hatte.</p>
<p>Und es letztlich auch kein Tor gab. Anders als auf der anderen Seite, wo gegen Ende des Spiels Belhanda das dennoch nicht ganz unverdiente 1:0-Siegtor für seine Mannschaft erzielte. Ein glanzloser Arbeitssieg &#8211; mehr nicht.</p>
<p>(<a href="https://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=6617&amp;md5=de5b8ae91c15c1e81aa6207af8429c65" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Auch die Reserve der Ivorer kommt nicht ins Wanken – Sudan überholt Angola</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2012/01/30/auch-die-reserve-der-ivorer-kommt-nicht-ins-wanken-sudan-uberholt-angola/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 22:27:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Remis hätte Angola gereicht, und die Ivorer hätten &#8211; so wie sie gespielt haben &#8211; auch nichts dagegen gehabt. Doch die Angolaner bringen sich gegen souverän stehende Ivorer mit zwei schrecklichen Schnitzern selbst auf die Verliererstraße. Und weil der Sudan zwei ebenso schreckliche Schnitzer bei Burkina Faso ausnützte, rutschte der Außenseiter sogar noch ins [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Ein Remis hätte Angola gereicht, und die Ivorer hätten &#8211; so wie sie gespielt haben &#8211; auch nichts dagegen gehabt. Doch die Angolaner bringen sich gegen souverän stehende Ivorer mit zwei schrecklichen Schnitzern selbst auf die Verliererstraße. Und weil der Sudan zwei ebenso schreckliche Schnitzer bei Burkina Faso ausnützte, rutschte der Außenseiter sogar noch ins Viertelfinale.</em></strong></p>
<div id="attachment_6608" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/C5-Civ-Ang-2-0.png"><img class=" wp-image-6608 " title="C5 Civ-Ang 2-0" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/C5-Civ-Ang-2-0.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Côte d&#39;Ivoire - Angola 2:0</p></div>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong><em><span id="more-6607"></span>Côte d&#8217;Ivoire &#8211; Angola 2-0 (1-0).</em></strong></span> <span style="color: #0000ff;">1-0 Eboué 33&#8242; / 2-0 Bony 65&#8242;</span></p>
<p>Gleich neun Spieler tauschte der ivorische Teamchef François Zahoui aus, ließ die Reservisten ran. Ein deutliches Anzeichen dafür, dass man dieses Match als Pflicht erachtete, die man halt möglichst unbeschadet überstehen musste. Und nicht genug damit, dass nur die zwei Innenverteidiger im Team verblieben, warf Zahoui auch sein gewohntes 4-3-3 über den Haufen und stellte seine Mannschaft ein einem sehr konservativen, flachen 4-4-2 auf. Die Devise wurde schnell klar: Defensiv mit zwei Viererketten sicher stehen, über die Flügel nach vorne kommen und in der Mitte sollte der gelernte Stürmer Didier Ya-Konan für zusätliche Optionen sorgen.</p>
<p>Besonderes Bedürfnis, das Tempo hochzuhalten und mit aller Macht auf den Sieg zu gehen, hatten aber auch die Angolaner nicht. Ihnen fehlten zwei gesperrte Spieler, und das Fehlen beider sollte sich letztlich negativ bemerkbar machen: Zum einen musste Wilson den exzentrischen Torhüter Carlos ersetzen. Das machte er grundsätzlich nicht so schlecht, aber ein Abstimmungsfehler zu viel unterlief ihm dann doch. Und Flávio, die hängende Spitze im 4-4-1-1. Das Fehlen seiner Laufarbeit und seiner Fähigkeit, Bälle zu halten, war eines der größten Hindernisse im Spiel nach vorne.</p>
<p><em><strong>Erster Fehler, erstes Gegentor</strong></em></p>
<p>Aber das war zunächst kein Problem, weil den Angolanern das Remis ja auch reichte, um die Gruppe vor dem Sudan zu beenden und ins Viertelfinale zu kommen. So ähnelte die Partie eine halbe Stunde lang frappant jener zwischen Äquatorialguinea und Sambia: Keine bemühte sich wirklich, etwas für das Spiel zu tun und es plätscherte ereignisarm vor sich hin.</p>
<p>Und das wäre wohl auch so geblieben, hätte nicht der angolanische Verteitiger Miguel bei einer ivorischen Flanke von der linken Seite den Ball nur unzureichend getroffen. Anstatt in hohem Bogen Richtung Mittelkreis zu dreschen, legte er dem hinter ihm lauernden Eboué die Kugel direkt vor die Füße, dieser hatte keine Mühe &#8211; das 1:0.</p>
<p><strong><em>Ivorer mit kontrollierter Leistung</em></strong></p>
<p>Die Ivorer machten genauso weiter wie davor &#8211; also hinten sicher stehen und bei eigenen Angriffen in den Rücken der angolanischen Flügelstürmer stoßen &#8211; aber das Team aus Angola war nun unter dem Druck, den Ausgleich erzielen zu müssen. Und genau dabei fehlte einer wie Flávio: Das Mittelfeld der Ivorer hielt den unzulänglichen Versuchen, durch die Mitte zum Erfolg zu kommen, mit großer Ruhe und wenig Problemen stand.</p>
<p>Das änderte sich auch nicht, als Angola nach dem Seitenwechsel an der Temposchraube zu drehen versuchte. Die Ivorer verloren hinten praktisch nie die Übersicht, gewannen die entscheidenden Zweikämpfe und als sich nach einer Stunde die Angolaner das 2:0 selbst schossen, war zumindest über den Sieger des Spiels die Entscheidung gefallen. Innenverteidiger Massunguna wollte einen harmlosen 50-Meter-Ball des für Eboué eingewechselten Kader Keita zu Torhüter Wilson zurückköpfen, dieser war aber aus seinem Tor herausgestürmt. Wilfried Bony brachte noch seine Fußspitze dran, aber es war zu 95% ein Eigentor.</p>
<p><strong><em>Alles nach vorne</em></strong></p>
<p>Angola musste nun danach trachten, zumindest noch ein Tor aufzuholen und hoffen, dass Sudan im Parallelspiel keines mehr schießt (bzw. noch eines bekommt). Teamchef Lito Vidigal warf alles an Stürmern hinein, was er zur Verfügung hatte, gab dafür die Ordnung auf. Manucho (vorne), Nando Rafael (links), Vunguidica (rechts) und Cabulunga (auf der Zehn) warteten vorne auf die langen Bälle aus der eigenen Hälfte, aber außer aus zwei Standards wurde Angola nicht mehr gefährlich. Weil die Ivorer nie die Ruhe und die Abgeklärtheit verließen.</p>
<p><strong><em>Fazit: Angola fehlte der Plan nach vorne, Ivorer extrem souverän</em></strong></p>
<p>Im Endeffekt ist Angola verdient und an sich selbst gescheitert. Der Auftaktsieg gegen Burkina Faso war schon glücklich, das Remis gegen den Sudan keine Offenbarung und gegen die Ivorer schafften sie es nicht, selbst den nur mit Halbgas spielenden Gegner ins Wanken zu bringen. Die Ivorer wären problemlos mit einem 0:0 zufrieden gewesen, aber zwei solche Einladungen auf Tore mussten sie einfach annehmen.</p>
<p>Die Ivorer bestätigen ihre Favoritenrolle auf den Turniersieg immer mehr, denn vorne nützen sie die wenigen sich bietenden Chancen und hinten sind sie praktisch unüberwindbar. In drei Spielen gab es kein einziges Gegentor und zumindest aus dem Spiel heraus machte die Defensive keinen Wackler. Das ist bislang die mit viel Abstand stabilste Mannschaft des Turniers, und viele Kräfte hat sich auch noch nicht gelassen.</p>
<p>Nur, wie sich das komplette Rausrotieren der Mannschaft auf den Rhythmus auswirkt, ist eine offene Frage.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><em><strong>Sudan &#8211; Burkina Faso 2-1 (1-0).</strong></em></span> <span style="color: #0000ff;">1-0 Mudathir 33&#8242; / 2-0 Mudathir 80&#8242; / 2-1 Ouedraogo 90&#8242;</span></p>
<div id="attachment_6614" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/C6-Sud-Bfa-2-11.png"><img class=" wp-image-6614 " title="C6 Sud-Bfa 2-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/C6-Sud-Bfa-2-11.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Sudan - Burkina Faso 2:1</p></div>
<p>Der harmlosen Vorstellung gegen die abgeklärten Ivorer folgte eine beherzte gegen Angola &#8211; so hatte der Sudan noch die Chance, sich mit einem eigenen Sieg und einer Niederlage von Angola, eines davon musste mir mehr als einem Tor Differenz ausgehen, sensationell für das Viertelfinale zu qualifizieren.</p>
<p>Bedenkt man das, war die Spielweise der Sudanesen gegen die bereits fix eliminierte Mannschaft aus Burkina Faso seltsam gehemmt. Die Sudaner, an körperlicher Robustheit den eher filigranen Burkinern deutlich überlegen, kamen zunächst überhaupt nicht in die Partie. Das Team von Paulo Duarte, der auf den angeschlagenen Alain Traoré verzichten musste und dafür Pitroipa auf die Zehn seines 4-2-3-1 stellte, führte die technische deutlich feinere Klinge, dominierte den Ballbesitz und zeigte sich durchaus gewillt, das Spiel zu machen.</p>
<p>Vor allem Charles Kaboré von Olympique Marseille versuchte sich als Achter mit einigem Erfolg daran, dem Angriffsspiel seiner Mannschaft Struktur zu verleihen. Dennoch konnte man die anfängliche Verwirrung in der sudanesischen Abwehr &#8211; Innenverteidiger Nagm Eldin musste schon nach wenigen Minuten nach einem unglücklichen Zusammenprall mit Pitroipa ausgewechselt werden &#8211; nicht in Tor ummünzen.</p>
<p><strong><em>Sudan gegen den Spielverlauf 1:0</em></strong></p>
<p>Nachdem der Anfangsschwung verflogen war, verflachte das Spielniveau zusehens. Die Sudanesen kamen aus dem Spiel heruas überhaupt nicht sinnvoll vor das Tor des Gegners: Versuchte man, sich nach vorne zu spielen, wurden die Aktionen schnell zu umständlich, direkte Bälle nach vorne fanden ihr Ziel nur äußerst selten. Da auch bei den Burkinern die Präzision sank und sank, wurde aus einer flotten Partie immer mehr ein unansehnliches Fehlpass-Festival.</p>
<p>Was sich auch nicht änderte, nachdem Mudathir einen fürchterlichen Stellungsfehler von Innenverteidiger Mamadou Tall komplett entgegen des Spielverlaufs zum 1:0 für den Sudan nützte. Die Roten fanden weiterhin nicht zu einem flüssigen Kombinationsspiel, bei den Burkinern wirkte vorübergehend der letzte Wille gebrochen. Nach dem Motto: Bei diesem Turnier will es nun mal nicht klappen, für uns.</p>
<p><em><strong>Sudan gegen den Spielverlauf 2:0</strong></em></p>
<p>In der zweiten Hälfte brachte Duarte nach einer Stunde den Admiraner Issiaka Ouedraogo, damit einen zweiten nominellen Stürmer. Das hieß aber nicht, dass er groß an seinem 4-2-3-1 rüttelte: Ouedraogo musste auf die zentrale Mittelfeldposition gehen. Diese interpretierte er zwar relativ offensiv und nicht annähernd so fahrig wie vor allem Bancé im ersten Spiel gegen Angola, aber es ist schon erstaunlich, dass Duarte trotz Rückstand in einer Partie, deren Ausgang für sein Team völlig gleichgültig war, nicht die Doppelsechs aufzulösen (die ob der harmlosen Sudanesen ohnehin überflüssig war), sondern stattdessen einen Flügelstürmer vom Platz zu nehmen.</p>
<p>Dennoch schien ein Ausgleichstreffer der Burkiner, die sich in dieser Phase wieder fingen und das Spiel wieder deutlich in die eigene Hand nahmen, wenn schon nicht eine Frage der Zeit, dann doch zumindest deutlich naheliegender als ein 2:0 für den Sudan. Aber wie es oft so ist: Weiter Abschlag vom sudanesischen Keeper Akram Richtung Mudather, Burkina Fasos sonst starker Goalie Diakité zögert, und Mudather schiebt zum 2:0 ein.</p>
<p>Eigentlich völlig unverdient, aber angesichts des Zwischenstandes und des Spielverlaufs im Parallelspiel war das de facto der Viertelfinal-Einzug. Daran änderte auch das späte Anschlusstor von Ouedraogo, der tief in der Nachspielzeit quasi mit dem Schlusspfiff den Ball am wild herausstürmenden Akram vorbei ins Tor köpfelte, nichts mehr.</p>
<p><strong><em>Fazit: Unverdienter Sieg, nicht unverdienter Viertelfinal-Einzug</em></strong></p>
<p>Keine Frage, es war alles andere als eine Meisterleistung, die der Sudan da ablieferte und dass man gegen die deutlich aktivere und technisch wesentlich bessere Mannschaft aus Burkina Faso zu einem Sieg gekommen ist, entspricht den Spielverlauf überhaupt nicht. Man muss dem Team von Mohamad Abdalla aber zu Gute halten, dass man hinten weitgehend dicht gehalten hat &#8211; was allerdings sicher auch zu einem großen Teil an der in unfassbarem Ausmaß fehlenden Präzision der Burkiner lag &#8211; und vorne die zwei horrenden Fehler, die die Burkiner machten, eiskalt ausgenutzt haben.</p>
<p>Und letztlich muss man auch sagen, dass das Team aus dem Sudan deutlich mehr aus den vorhandenen Möglichkeiten gemacht hat als sie mit deutlich mehr Erwartungen ins Turnier gestarteten Burkiner und vor allem Angolaner. So gesehen ist der Viertelfinal-Einzug nicht ganz ungerechtfertigt.</p>
<p>(phe)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=6607&amp;md5=02a44ba22d3eeb50191d0af21b5413f7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ein modernes Libyen? Im Fußball schon!</title>
		<link>http://ballverliebt.eu/2012/01/29/ein-modernes-libyen-im-fusball-schon/</link>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 22:33:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Den Gastgeber gefordert, dem Gruppensieger einen Punkt abgeknöpft &#8211; und jetzt das Meisterstück gegen den Senegal! Libyen ist sicher die ganz große positive Überraschung dieses Afrika-Cups. Teamchef Paqueta manövrierte mit einem exakten Matchplan die eindimensionalen Senegalesen aus &#8211; das reichte zwar nicht für&#8217;s Viertelfinale, aber geringschätzen darf man diese Leistung keinesfalls. Wie sich Libyen als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Den Gastgeber gefordert, dem Gruppensieger einen Punkt abgeknöpft &#8211; und jetzt das Meisterstück gegen den Senegal! Libyen ist sicher die ganz große positive Überraschung dieses Afrika-Cups. Teamchef Paqueta manövrierte mit einem exakten Matchplan die eindimensionalen Senegalesen aus &#8211; das reichte zwar nicht für&#8217;s Viertelfinale, aber geringschätzen darf man diese Leistung keinesfalls.</em></strong></p>
<div id="attachment_6604" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/A5-Lby-Sen-2-1.png"><img class=" wp-image-6604 " title="A5 Lby-Sen 2-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/A5-Lby-Sen-2-1.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Libyen - Senegal 2:1</p></div>
<p><span id="more-6602"></span>Wie sich Libyen als Land entwickeln wird, politisch und gesellschaftlich, steht in den Sternen. Aber ihr Fußball-Team zeigte bei diesem Afrika-Cup nach &#8211; vor allem, wenn man die Umstände bedenkt &#8211; mehr als ordentlichen Leistungen und packte nun, im letzten und im Grunde bedeutungslosen Spiel gegen den gefallenen Geheimfavoriten Senegal ein Spielsystem aus, das man ohne Umschweife als hochmodern bezeichnen kann.</p>
<p>Um die Mini-Chance nützen zu können, doch noch ins Viertelfinale zu kommen &#8211; was neben einem eigenen Sieg eine gleichzeitige Niederlage von Sambia gebraucht hätte &#8211; wollte Libyens brasilianischer Teamchef Marcos Paqueta, der in der Qualifikation nicht nur (logischerweise) auf Heimspiele verzichten musste, sondern auch auf den einen oder anderen Spieler, der an der Front kämpfte, mit entsprechender Besetzung vorne das Seine dazu tun.</p>
<p><strong><em>Sehr geschicktes 4-1-3-2</em></strong></p>
<p>Das hieß, dass mit Ihab Boussefi ein zweiter Stürmer ins Spiel kam und der so starke rechte Mittelfeld-Mann Walid El-Khathroushi, der beim 2:2 gegen Sambia verletzt raus musste, im Grunde gar nicht ersetzt wurde. Dafür wurde aus dem 4-1-4-1, das in den ersten beiden Spielen zur Anwendung kam, nun ein 4-1-3-2 mit einem Clou. Dieser lag darin, dass der Sechser, Suiuieinei Aboubaker, sehr tief spielte und sich, wenn nötig, zwischen die Innenverteidiger schob. Das ist international schon nichts besonderes mehr, war aber beim Afrika-Cup bislang noch von keiner Mannschaft praktiziert worden.</p>
<p>Das erlaubte den Außenverteidigern El-Moghrabi und Belrrish, nach vorne zu marschieren. Das wiederum erlaubte den Außenspielern im Mittelfeld, Ahmed Osman und Mohamed Esnani, einzurücken um das (von Senegal ohnehin unterbesetzte) Zentrum aufzufüllen und mit dem schnellen Ihab und dem wuchtigen Zuway gab es vorne gleich zwei Anspielstationen.</p>
<p><em><strong>Libyen nützen Senegals Schwächen schnell</strong></em></p>
<p>Paqueta wusste natürlich, dass Senegal bei der Niederlage gegen Äquatorialguinea vor allem durch zu weit innen postierte Außenverteidiger verwundbar war und legte sein Spiel genau darauf an, die Viererkette der Senegalesen auseinander zu ziehen. Und es dauerte auch nur fünf Minuten, bis Senegals Rechtsverteidiger Omar Daf (der letzte Übriggebliebene aus der Mannschaft, die bei der WM 2002 das Viertelfinale erreicht hatte) nach außen zog und der rechte Innenverteidiger, Kader Mangane, nicht entsprechend mit verschob. Ahmed Osman legte den Ball genau in die Schnittstelle, Ihab nahm ihn auf und verwertete zum 1:0.</p>
<p>Zwar kam der Senegal kurz darauf nach einem Eckball zum Ausgleich, aber die Umstellungen von Paqueta hatten ihr Ziel erreicht: Der Favorit war verwirrt und konnte sich zunächst nicht wirklich auf den Gegner einstellen. Das Zentrum blieb unterbesetzt und vorne lauerten mit Niang und Demba Ba zwei Stürmer &#8211; eine immer leicht versetzt hinter dem anderen &#8211; auf Zuspiele von den Außen. Die kamen aber nur selten, weil durch den zusätzlichen Mann in der Abwehrzentrale die senegalesischen Außenstürmer von Außenverteidiger und dem entsprechenden Innenverteidiger gedoppelt werden konnte, ohne in der Mitte einen personellen Nachteil zu erleiden.</p>
<p><strong><em>Favorit bleibt eindimensional</em></strong></p>
<p>Senegal war zweifellos das individuell klar besser besetzte Team mit auch deutlich mehr Ballbesitz, aber es gelang nicht, die eigenen Spielanlage auf jene der Libyer abzustimmen, sprich, das Zentrum etwas mehr zu stärken. So liefen sich die Senegalesen immer wieder am Flügel fest, Flanken waren zumeist sichere Beute der libyschen Verteidiger und echte Gefahr strahlten eigentlich nur Standardsituationen aus.</p>
<p>Das ändert alles nichts daran, dass Senegal das Spiel dennoch gewinnen hätte können, oder zumindest nicht verlieren müssen, aber die Chancen, die sie bekamen, nützten sie letztlich halt nicht. Auch nicht, als Paqueta in der zweiten Hälfte mit Torschützen Ihab einen seiner beiden Stürmer zurückzog und damit das Mittelfeld stärkte, indem er im Grunde zu seinem 4-1-4-1 zurück kehrte.</p>
<p><strong><em>Senegal verliert&#8217;s sogar noch</em></strong></p>
<p>Man kann den Senegalesen nicht gesteigertes Desinteresse vorwerfern, oder dass sie das für sie bedeutungslose Spiel im Frust über der allzu frühe Ausscheiden abgeschenkt hätten, aber wie in den Partien zuvor wurden zwei Dinge bei den Löwen der Teranga offensichtlich: Erstens die Ausrechenbarkeit, weil die Spielanlage rein nur auf die Flügel ausgerichtet ist, und zweitens die mangelnde Chancenverwertung.</p>
<p>Denn anstatt das Spiel zu gewinnen, was angesichts der Feldüberlegenheit und auch des trotz der intelligenten Spielanlage der individuell halt klar unterlegenen Libyer Chancenplus zu gewinnen, setzte es in der Schlussphase sogar noch das 1:2, erneut durch Ihab, wieder herausgespielt durch fehlende Abstimmung zwischen Innen- und Außenverteidiger; diesmal waren Mbengue und Diawara die geschlagenen.</p>
<p><strong><em>Fazit: Ein Bravo an Marcos Paqueta und seine Libyer</em></strong></p>
<p>Auch, wenn die nüchternen Zahlen für Libyen das Vorrunden-Aus ausweisen, darf sich die Mannschaft dennoch als einer der ganz großen Gewinner dieser Afrika-Meisterschaft fühlen. Gegen den Gastgeber erst kurz vor Schluss das 0:1 kassiert, gegen Gruppensieger Sambia nicht schlechter und 2:2 gespielt, und nun sogar den mit großen Namen gespickten Senegal geschlagen &#8211; das ist angesichts der Umstände im Land eine unglaubliche Leistung.</p>
<p>Eine, für die das Lob ganz eindeutig an Marcos Paqueta gehen muss. Der Brasilianer verstand es, in der Qualifikation die widrigsten Umstände zu überstehen und sich sensationell zu qualifizieren, und nun bewies er mit seiner Mannschaft auch noch, dass man auch als an sich klar unterlegenes Team mit dem nötigen Hirnschmalz und eines diszipliniert durchgezogenen Matchplans den Großen absolut ein Bein stellen kann.</p>
<p>Der Senegal, als heißer Außenseiter-Tipp für den Titel ins Turnier gestartet, darf sich nach der dritten Niederlage und dem Aus mit null Punkten schon ein wenig schämen. War im ersten Spiel die zweite Hälfte stark und scheiterte man im zweiten als deutlich besseres Team nur an der Chancenverwertung, wurde nun deutlich, dass man in seiner Spielanlage halt doch sehr eindimensional war. Und auch, wenn drei Niederlagen eine harte Strafe dafür sind &#8211; das Aus ist letztlich sicherlich verdient.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong><em>Äquatorialguinea &#8211; Sambia 0-1 (0-0).</em></strong></span> <span style="color: #0000ff;">0-1 C. Katongo 62&#8242;</span></p>
<div id="attachment_6603" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/A6-Eqg-Zam-0-1.png"><img class=" wp-image-6603 " title="A6 Eqg-Zam 0-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/A6-Eqg-Zam-0-1.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Äquatorialguinea - Sambia 0:1</p></div>
<p>Dieses Spiel kann in wenigen Sätzen abgehandelt werden &#8211; ganz deutlich war es beiden Teams bewusst, dass ein Remis beiden zum sicheren Viertelfinal-Einzug reicht. So tat man sich dann auch nicht weh: Den Tempo war überschaubar, körperliche Attacken selten und ernsthafte Torchancen so gut wie inexistent.</p>
<p>Bei den Co-Gastgebern besetzte Balboa diesmal wieder die linke Außenbahn, dadurch konnten theoretisch beide Flanken wieder Druck ausüben. Was passte, weil Sambia genau diesen Bereich vor allem bei schnellen Seitenwechseln dazu neigte, dem Gegner Platz zu lassen. Genützt wurde das aber nicht.</p>
<p>Die Entscheidung in einer Partie, die unaufhaltsam einem 0:0 entgegen plätscherte, brachte dann auch keine taktische Maßnahme oder eine schöne Kombination, sondern ein Energieanfall con Chris Katongo, der nach einer Stunde einen Einfwurf zugespielt bekam, zwei Gegner stehen ließ und aus 20 Metern abzog.</p>
<p>Das hieß war, dass Äquatorialguinea den Gruppensieg los war, so richtig stören schien das aber keinen. Was womöglich ein Anzeichen dafür ist, dass es mit dem Kampfgeist in der bunt zusammengewürfelten Mannschaft vielleicht doch nicht so arg weit her ist, wenn eine Niederlage beim Heimturnier so gleichgültig in Kauf genommen wird. Strafe dafür: Im Viertelfinale geht es eher gegen die Ivorer als gegen Angola.</p>
<p>(<a href="https://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=6602&amp;md5=c90dacc645c86b062b27752f044e9a1f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ghana mit Dienst nach Vorschrift, Guinea mit 6:1-Schützenfest</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 22:48:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Afrika Cup]]></category>
		<category><![CDATA[Matchbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Taktikbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika-Cup]]></category>
		<category><![CDATA[Botswana]]></category>
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		<description><![CDATA[Ja, es kann vorkommen, dass so ein Turnier echte Kräfteverhältnisse nicht widerspiegelt. Guinea  war schon gegen Mali das bessere Team, verlor aber &#8211; und steht trotz dem 6:1 gegen Botswana vor dem Aus. Anders als Ghana: Die Black Stars lieferten gegen ein weiter eher harmloses Team aus Mali Dienst nach Vorschrift ab und holten einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Ja, es kann vorkommen, dass so ein Turnier echte Kräfteverhältnisse nicht widerspiegelt. Guinea  war schon gegen Mali das bessere Team, verlor aber &#8211; und steht trotz dem 6:1 gegen Botswana vor dem Aus. Anders als Ghana: Die Black Stars lieferten gegen ein weiter eher harmloses Team aus Mali Dienst nach Vorschrift ab und holten einen 2:0-Sieg.</em></strong></p>
<div id="attachment_6592" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/D4-Gha-Mli-2-0.png"><img class=" wp-image-6592 " title="D4 Gha-Mli 2-0" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/D4-Gha-Mli-2-0.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Ghana - Mali 2:0</p></div>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong><em><span id="more-6591"></span>Ghana &#8211; Mali 2-0 (0-0).</em></strong></span> <span style="color: #0000ff;">1-0 Gyan 62&#8242; / 2-0 A. Ayew 74&#8242;</span></p>
<p>Selbst das Gestalten des Spiel zu übernehmen &#8211; das macht das Team aus Ghana nur, wenn es unbedingt sein muss. So verlegte sich auch erst einmal darauf, das Tempo aus dem Spiel zu nehmen und die Malier möglichst in Schach zu halten. Das Team um Bacelona-Mittelfeldmann Seydou Keita hingegen war seinerseits nicht gerade darauf aus, den Gegner zu überrennen und dadurch hinten offener als notwendig zu sein. Womit die Partie kein großes Vergnügen für die Beobachter war.</p>
<p>Auffällig war bei Ghana, dass fast alles über die rechte Seite ging. André Ayew war der mit Abstand aktivste Offensiv-Mann seiner Mannschaft, er wurde auch gut von seinem Hinterman John Pantsil unterstützt. Im Gegensatz dazu war auf der linken Seite Muntari bei Drissa Diakité in guten Händen und Kwadwo Asamoah, der in die Startformation gerückt war, nahm eher nur am Rande am Spiel teil.</p>
<p><em><strong>Keita stört Ghanas Aufbau</strong></em></p>
<p>Bei Mali war wieder einmal die Rolle von Seydou Keita im Interessantesten. Er war wiederum auf der Zehnerposition aufgestellt, kümmerte sich aber weniger um die direkten Pässe nach vorne auf Solo-Spitze Diabaté (das übernahm eher der sehr fleißige Maiga auf dem rechten Flügel), sondern &#8211; ganz ähnlich wie Yaya Touré bei den Ivorern &#8211; um das Stören der ghanaischen Spieleröffnung mit Emmanuel Badu und Anthony Annan. Keita, der einen deutlich fitteren Eindruck machte als noch beim 0:1 gegen Guinea, ist es von Barcelona gewohnt, heftiges Pressing zu spielen, und so war es ihm kaum ein Problem, die beiden Sechser von Ghana damit aus dem Spiel zu nehmen.</p>
<p>Grundsätzlich waren aber beide Mannschaften darauf bedacht, erst einmal keine Fehler zu machen. Risikopässe gab es praktisch gar nicht, im Zweifel wurde der Ball zurück gespielt. Den etwas sichereren Eindruck im Passspiel machte Mali, wiewohl eben kaum schwere Bälle gespielt wurden. Und so entstanden auch nur aus Standardsituationen Torchancen, die beste hatte Mali aus einem Freistoß, der vom linken Pfosten auf den rechten sprang und von dort zurück ins Feld.</p>
<p><strong><em>Ayew und Gyan entscheiden</em></strong></p>
<p>In der zweiten Hälfte stieg Ghana etwas aufs Gas, verschob etwas nach vorne und wurde direkter im Spiel nach vorne &#8211; wiederum hauptsächlich über André Ayew und John Pantsil. Sturmspitze Gyan merkte das natürlich und orientierte sich seinerseits tendenziell auf die Seite der beiden. Ihre malischen Gegenspieler Abdou Traoré und Adama Tamboura hatten ihre liebe Mühe. Dennoch brauchte es einen von Gyan hervorragend platzierten Freistoß, um nach einer Stunde in Führung zu gehen.</p>
<p>Eine Reaktion von Mali blieb weitgehend aus. Angriffe versandeten an der gut gestaffelten Defensive der Ghanaer und der einzige echte Schwachpunkt, der in der Strafraumbeherrschung sehr unbeholfene Kwarasey im Tor von Ghana, wurde nicht ausgenützt. Anders als der nun richtig aufblühende André Ayew, der eine sehr umsichtige Vorlage per Ferse von Gyan zum 2:0 nützte &#8211; der Entscheidung.</p>
<p><strong><em>Fazit: Ghana trocken, Mali zu harmlos</em></strong></p>
<p>Ghana zeigte sich so, wie man Ghana eben kennt: Staubtrocken in der Defensive, ohne den großen, kollektiven Glanz in der Vorwärtsbewegung, aber mit der hohen individuellen Klasse vor allem von André Ayew eiskalt im Ausnützen der wenigen, echten Torchancen. So ist der Viertelfinal-Einzug zwar noch nicht theoretisch fixiert, aber in der Praxis wird wohl nichts mehr schiefgehen.</p>
<p>Mali fehlte in den eigenen Angriffen nie Qualität, um die Abwehr von Ghana wirklich ins Wanken zu bringen. Dennoch ist nicht alles negativ: Seydou Keita war deutlich präsenter als in der ersten Partie, man ließ in der Defensive nicht viel zu, zudem machte Torhüter Diakité erneut einen sicheren Eindruck, war bei beiden Toren ohne jede Chance. Dass in der letzten Viertelstunde nicht mehr auf den Ausgleich ging, mag einerseits mit dem Wissen um die Aussichtslosigkeit erklärbar sein, aber auch damit, dass man immer noch in der Pole-Position um das Viertelfinale ist. Denn &#8211; aufgepasst, liebe Südafrikaner &#8211; es zählt der Direktvergleich. Und den hat Mali gegen Guinea nun mal gewonnen.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong><em>Guinea &#8211; Botswana 6-1 (4-1).</em></strong></span> <span style="color: #0000ff;">1-0 S. Diallo 15&#8242; / 1-1 Selolwane 23&#8242; (p) / 2-1 S. Diallo 25&#8242; / 3-1 A. Camara 42&#8242; / 4-1 I. Traoré 45&#8242; / 5-1 M. Bah 82&#8242; / 6-1 Soumah 85&#8242;</span></p>
<div id="attachment_6595" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/D3-Gui-Bot-6-1.png"><img class=" wp-image-6595 " title="D3 Gui-Bot 6-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/D3-Gui-Bot-6-1.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Guinea - Botswana 6:1</p></div>
<p>Mit etwas mehr Mut zur Offensive wollte Botswanas Teamchef Stanley Tshosane spielen lassen &#8211; was hieß, dass er den im ersten Spiel gesperreten Stürmer Dispy Selolwane aufstellte und ihn als Mittelding aus hängender Spitze und Zehner hinter dem vordersten Mann, Jerome Ramatlhakwana, spielen ließ.</p>
<p>Hinter ihm gab es diesmal zwar zwei Sechser statt nur einem beim 0:1 gegen Ghana, aber die hohe Positionierung Selolwanes und seine mangelhafte Bereitschaft, mehr in der Defensive mitzuarbeiten, erlaubte der Zentrale der Guineaner die Ballhoheit. Mamadou Bah konnte aus dem Zentrum heraus fast immer unter mehreren freien Mitspielern auswählen, Sadio Diallo und Pascal Feindouno hielten die Bälle gut, Abdoul Camara und Ibrahima Traoré auf den Flügeln machten viel Betrieb.</p>
<p><strong><em>Botswana nach vorne limitiert</em></strong></p>
<p>Die Offensivbemühungen von Botswana beschränkten sich wiederum nur darauf, nach Ballgewinn lange Bälle zu den beiden Spitzen zu schlagen. Das war auch schon gegen Ghana das einzige Rezept und darauf hatte sich auch Guinea eingestellt. Nennenswerte Torgefahr konnte Botswana daher nicht ausstrahlen.</p>
<p>Dafür warteten die Guineaner geduldig auf ihre Chancen, die sich dann auch realtiv flott ergaben und nach einer Viertelstunde war das 1:0 schon hochverdient. Auch vom zwischenzeitlichen Ausgleich nach einem Elfmeter &#8211; ein schrecklicher Rückpass von Bobo Baldé auf Torhüter Yattara, der von Ramatlhakwana abgefangen wurde, zwang den Goalie zum Foul &#8211; ließ man sich nicht aus der Ruhe bringen.</p>
<p><em><strong>Schneller Aufbau</strong></em></p>
<p>Ghana hatte Mühe, mit einem eher langsamen Aufbauspiel durch die dicht gestaffelte Abwehr der Botswaner durchzukommen und hatten Probleme damit, schon im Mittelfeld angegriffen zu werden. Die Vorgabe von Guineas Teamchef Michel Dussuyer, möglichst flink mit schnellen Pässen und auch mit Solo-Läufen diese Zone zu überbrücken, war unübersehbar.</p>
<p>Damit kam Botswana nicht zurecht und so stand&#8217;s zur Pause durch einen späten Doppelschlag bereits 4:1, zudem war der erst wenige Minute davor für den verletzten Sechser Nato eingewechselte Patrick Motsepe nach einem derben Foul zu Recht vom Platz gestellt worden. Somit war die einzige verbleibende Frage für die zweite Hälfte: Wie hoch wirds?</p>
<p><strong><em>Favoriten bleiben am Gaspedal</em></strong></p>
<p>Die Guineaner wussten also schon zur Halbzeit, dass das Spiel gewonnen war, sie gaben aber dennoch weiterhin Vollgas. Bei Botswana wurde, einem weiteren Wechsel zur Halbzeit zum Trotz, die rechte Mittelfeldseite unbesetzt gelassen &#8211; Tshepo Motlhabankwe hatte hier den Laden nun ganz alleine dicht zu machen. Guinea verabsäumte es, vermehrt diese Seite anzubohren, aber das machte für das Spiel keinen Unterschied.</p>
<p>Der Favorit ließ Ball und Gegner laufen, hatte im zweiten Spielabschnitt rund 80 Prozent Ballbesitz, verlagerte das Spiel immer wieder gut von einer Seite auf die andere und wartete geduldig ab, bis sich im Abwehrverbund ein Loch ergab. Guinea hatte jede Menge Chancen, darunter ein Lattenpendler von Feindouno, der zwar wahrscheinlich hinter der Linie war, aber nicht als Tor gegeben wurde.</p>
<p>Botswana wusste natürlich auch, dass es nur noch um Schadensbegrenzung ging, und sendete frisch gewonnen Bälle praktisch gar nicht mehr lang in die Spitze sondern versuchte nach Kräfte, die Kugel zu halten um zumindest für kurze Zeit nicht von den Guineanern unter Druck gesetzt zu werden. So kam der Außenseiter in der ganzen zweiten Hälfte nur ein einziges Mal ernsthaft vor das Tor von Naby Yattara. Und gerade, als es so aussah, als sollte es tatsächlich beim 4:1 bleiben, gelang Guinea doch noch mal ein Doppelschlag.</p>
<p><strong><em>Fazit: Guinea hat das bevorstehende Aus nicht verdient</em></strong></p>
<p>Es ist keine Überraschung &#8211; mit einem Mann weniger gegen ein individuell klar besser bestztes Team hatte Botswana natürlich nicht den Funken einer Chance. Das Team aus Guinea hatte es gegen eine Mannschaft, die das Mittelfeld zu lange zu offen ließ und so gut wie gar keine ernsthafte Offensive anzubieten hatte natürlich sehr leicht.</p>
<p>Aber der Eindruck aus dem ersten Spiel, der unglücklichen Niederlage gegen Mali &#8211; nämlich, dass Guinea eigentlich die klar bessere Mannschaft ist als jene, die nun vor dem Viertelfinaleinzug steht &#8211; konnte man auch diesmal gewinnen. Zum einen natürlich aus der Ballsicherheit und der sehr ansprechenden spielerischen Darbietung. Zum anderen aber vor allem daran, dass man auch nach dem 4:1 noch eine Halbzeit lang am Gaspedal blieb, obwohl die Höhe des Sieges nichts an den geringen Chancen auf das Weiterkommen ändert. Weil ja eben der Direktvergleich zählt.</p>
<p>(<a href="https://twitter.com/#!/PEitzinger">phe</a>)</p>
 <p><a href="http://ballverliebt.eu/?flattrss_redirect&amp;id=6591&amp;md5=67f908f299d2479bb31abd96aaed5d8f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://ballverliebt.eu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Gabun dreht unfassbare Partie noch um &#8211; 3:2 über Marokko, das Viertelfinale!</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 23:12:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Eitzinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es war ohne Zweifel das aufregendste Spiel des Turniers! Was Gabun und Marokko boten, war dramatischer Fußball bis in die 97. Minute, eine Werbung für den Afrika-Cup. Marokko fühlte sich zu früh sicher, Gabun drehte das Match, doch in den Schlussminuten wurde es erst so richtig unglaublich. &#8220;Unglaublich&#8221; müssen sich auch die Nigrer gedacht haben, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Es war ohne Zweifel das aufregendste Spiel des Turniers! Was Gabun und Marokko boten, war dramatischer Fußball bis in die 97. Minute, eine Werbung für den Afrika-Cup. Marokko fühlte sich zu früh sicher, Gabun drehte das Match, doch in den Schlussminuten wurde es erst so richtig unglaublich. &#8220;Unglaublich&#8221; müssen sich auch die Nigrer gedacht haben, nachdem sie trotz sehr beherzter Leistung in ein Last-Minute-1:2 gegen Tunesien gelaufen waren.</em></strong></p>
<div id="attachment_6582" class="wp-caption aligncenter" style="width: 388px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/C4-Gab-Mar-3-2.png"><img class=" wp-image-6582 " title="C4 Gab-Mar 3-2" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/C4-Gab-Mar-3-2.png" alt="" width="378" height="531" /></a><p class="wp-caption-text">Gabun - Marokko 3:2</p></div>
<p><span id="more-6581"></span>Beim leichten 2:0-Erfolg gegen Niger waren die Außenverteidiger von Co-Gastgeber Gabun nach vorne praktisch nicht zu stoppen und bereiteten dem Gegner große Probleme &#8211; aber defensiv getestet wurden sie da natürlich nicht. Genau dort setzte Eric Gerets, der belgische Teamchef der Marokkaner, auch den Hebel an: Er ließ seine Außenspieler grundsätzlich relativ weit innen stehen, um sie mit Bällen aus dem Zentrum hinaus auf die Flügel, in den Rücken der Außenverteidiger Gabuns, zu füttern.</p>
<p><strong><em>In den Rücken der Außenverteidiger</em></strong></p>
<p>Marokko musste diese Partie nach der Auftaktpleite gegen Tunesien gewinnen, um eine realistische Chance auf das Viertelfinale zu wahren, ein Remis hätte zumindest noch einen kleinen Hoffnungsschimmer am Leben erhalten. Und dementsprechend starteten die Nordafrikaner auch: Als die aktivere Mannschaft mit der klareren Struktur und dem ausgereifteren Plan, das Spiel schnell in die eigene Richtung zu befördern.</p>
<p>Die Gabuner Außenverteidiger wurden, nachdem ihnen Carcela und Belhanda ein paar Mal auf den Flügeln entwischt war, zunehmend vorsichtiger, womit Marokko das erste Etappenziel erreicht hatte. Ohne Moussono und Mouela, die vorne die Außenstürmer hinterlaufen, fehlte dem Team von Gernot Rohr sichtlich der Back-up-Plan. Auch deshalb, weil durch die innen lauernden Außenspieler der Marokkaner die beiden defensiven Mittelfeldspieler gebunden waren und im Zentrum eine marokkanische Überzahl entstand.</p>
<p><strong><em>Marokkos Schlüsselspieler: Hossine Kharja</em></strong></p>
<p>So kamen auch aus dem Zentrum kaum Impulse und die Mannschaft aus Gabun, die vor allem in der ersten Hälfte gegen Niger den Gegner noch an die Wand spielte, machte einen etwas ratlosen Eindruck. Dieser verstärkte sich zunächst noch, als die Marokkaner nach einer halben Stunde durch ihren Kapitän und Schlusselspieler, Hossine Kharja, in Führung gingen.</p>
<p>Der Mann von der Fiorentina ist im Mittelfeld der Marokkaner das Um und Auf: Er lenkt das Spiel aus der Tiefe, versorgt seine Vorderleute mit Zuspielen, diesmal eben vor allem Richtung Außen, und in dieser ersten Hälfte bekam er vor allem auch die Zeit dazu. Weil die beiden defensiven Mittelfeld-Leute von Gabun eben hinten gebunden waren und Kharjas Nebenmann Hermach auch noch Madinda aus dem Spiel nahm, gab es keinen, der seine Kreise wirklich einengen konnte. So hatte Marokko das Spiel im Griff und ging auch nicht unverdient mit dieser 1:0-Führung in die Pause.</p>
<p><em><strong>Marokko wiegt sich in Sicherheit&#8230;</strong></em></p>
<p>Und nach dem Seitenwechsel sah es auch zunächst so aus, als sollte sich das Spiel der ersten Hälfte fortsetzen: Die Marokkaner legten bis etwa zur 60. Minute eine Abgeklärtheit an den Tag, aus der schon ersichtlich war, dass hier  die überwiegende Mehrheit der Spieler in Top-Ligen wie Italien und Frankreich am Werk war, und den Gabunern diese internationale Erfahrung einfach noch fehlt.</p>
<p>So konnten sich die Marokkaner in Sicherheit wiegen und die Tatsache, dass Eric Gerets schon für die zweite Hälfte mit Youssef El Arabi die einzige Spitze vom Platz nahm und stattdessen den Zehner Youssef Hadji nach vorne stellte, signalisierte zudem: Routiniert die Zeit runterspielen, jetzt. Es dauerte eine Viertelstunde, aber dann hatten die Gabuner erkannt, dass Marokko hier keine großen Ambitionen mehr hegte.</p>
<p><strong><em>&#8230;und Gabun merkt das</em></strong></p>
<p>Ein guter Wechsel von Gernot Rohr half dem Aufbäumen auf die Sprünge: Der Deutsch-Franzose nahm den eher kaltgestellten Stéphane Nguéma raus und brachte mit dem routinierten Daniel Cousin einen neuen, bulligen Mann für die Zentrale; dafür ging der flinke, eher filigrane Pierre-Emerick Aubameyang auf den Flügel. Dort konnte er auch alleine, ohne Hilfe von hinten, Bälle besser halten als sein Vorgänger und so auch zum einen eigenen Chancen kreieren als auch zum anderen seiner Mannschaft Zeit geben, aufzurücken.</p>
<p>Was nun auch immer mehr die Außenverteidigier taten. Vor allem Moussono auf der linken Seite konnte mit Mouloungui für solchen Wirbel sorgen, dass sich Eric Gerets schnell gezwungen sah, den damit überforderten Mickaël Basser rauszunehmen und mit Jamal Alioui einen frischen Mann für rechts hinten zu bringen.</p>
<p><strong><em>In zwei Minuten das Spiel gedreht</em></strong></p>
<p>Aber der Schaden war bereits angerichtet, die Hausherren warfen alles nach vorne. Im Mittelfeld wurde der Spieß nun umgedreht &#8211; nun wurden die Marokkaner schnell angegriffen, wodurch sie keine Möglichkeit mehr hatten, für dauerhafte Entlastung zu sorgen. Und Hossine Kharja war in dieser Phase komplett abgetaucht, gerade jetzt, wo die Mannschaft seine Klarheit am dringendsten gebraucht hätte.</p>
<p>Und so kam, was sich immer mehr abgezeichnet hatte: Alioui verlängerte von Cousin bedrängt eine Ecke direkt vor das Tor, wo Aubameyang die x-te Torchance für Gabun zum Ausgleich nützte, zwei Minuten später holte sich Moubamba einen verlorenen Ball umgehend zurück, der Ball kam über Aubameyang zu Cousin in der Mitte, der drückte ab &#8211; 2:1, das Spiel war gedreht!</p>
<p><strong><em>Dramatische Schlussphase</em></strong></p>
<p>Die Marokkaner &#8211; die mit diesem Resultat fix ausgeschieden wären &#8211; bemühten sich, zurück zu ihrem eigentlichen Matchplan zu gehen und hinter die Außenverteidigier zu kommen. Die Präzision war mit dem ganzen Druck natürlich dahin und weil die Löwen vom Atlas Risiko gehen und hinten aufmachen mussten, fiel beinahe das 1:3, doch in der 89. Minute schafften sie es doch noch einmal, zur Grundlinie durchzugehen. Der Ball wurde für den am Sechzehner stehenden Belhande zurückgespielt, der zog ab, und Moussono wehrte mit der Hand ab. Elfmeter, und Kharja verwertete zum 2:2. Womit Marokko immer noch so gut wie aus dem Rennen war, aber zumindest noch hoffen konnte.</p>
<p>Aber nur wenige Minuten. Gerade als die fünf angezeigten Nachspiel-Minuten abgelaufen waren, senste Benatia in der Strafraumgrenze den kurz zuvor eingewechselten Mbanangoye um. Es dauerte wegen der Behandlung und einem Wechsel zwei Minuten, ehe der Gefoulte den Freistoß ausführen konnte. Und über die Mauer hinweg im kurzen Eck versenkte! Das 3:2, der Endstand &#8211; das Stadion stand endgültig Kopf, Gabun steht im Viertelfinale.</p>
<p><strong><em>Fazit: Kampfgeist bringt Gabun ins Viertelfinale</em></strong></p>
<p>Natürlich hat die Einwechslung von Cousin geholfen, weil Aubameyang dadurch auf die davor ziemlich abgemeldeten Außenbahnen gehen und dort Leben in das Flügelspiel von Gabun brachte. Letztlich entschieden aber zwei andere Faktoren noch viel mehr über den Verlauf des Spiels: Zum einen, dass sich die Marokkaner viel zu früh sicher fühlten, nachdem sie auch die erste Phase nach dem Seitenwechsel sicher im Griff gehabt hatten und das Signal, das Eric Gerets mit der Auswechslung des einzigen echten Stürmers bereits zur Halbzeit sendete.</p>
<p>Und zum anderen der enorme Kampfgeist und Siegeswillen der Spieler aus Gabun. Die nach einer Stunde begriffen, dass sie die Marokkaner biegen konnten, wenn sie die sich immer mehr einschleichende Selbstzufriedenheit der Gegenspieler nützten, indem sie sie aggressiver angingen, früher attackierten und selbst den bedingungslosen Vorwärtsgang einschalteten. Dass es mit dem Freistoß-Tor in der 97. Minute dann doch noch den Sieg gab, nachdem die Marokkaner mit dem Ausgleich das schlimmste verhindert zu haben glaubten, spricht für den Kampfgeist dieser Mannschaft.</p>
<p>Die sich ihr Ticket im Viertelfinale damit redlich verdient haben. Während sich die Marokkaner das Aus doch selbst zuschreiben müssen &#8211; denn sie waren eine Stunde lang die reifere, klarer strukturierte und deutlich sicherere Mannschaft.</p>
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<p><span style="color: #ff0000;"><strong><em>Tunesien &#8211; Niger 2-1 (1-1).</em></strong></span> <span style="color: #0000ff;">1-0 Msakni 4&#8242; / 1-1 Ngounou 8&#8242; / 2-1 Jemâa 90&#8242;</span></p>
<div id="attachment_6587" class="wp-caption alignright" style="width: 304px"><a href="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/C3-Tun-Nig-2-1.png"><img class=" wp-image-6587 " title="C3 Tun-Nig 2-1" src="http://ballverliebt.eu/wp-content/uploads/C3-Tun-Nig-2-1.png" alt="" width="294" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Tunesien - Niger 2:1</p></div>
<p>Debütant Niger fing sich durch recht schleißiges Zweikampf-Verhalten in der Defensive sofort das 0:1 und glich mit einem Tor, das sehr wahrscheinlich aus einem Handspiel entstanden ist, praktisch umgehend wieder aus &#8211; spielte aber, als sich das Geschehen etwas beruhigt hatte, eine erstaunliche Partie.</p>
<p>Mit der auch die Tunesier ganz offensichtlich nicht gerechnet hatten. Sami Trabelsi drehte ein wenig an seiner Besetzung, beließ das 4-2-3-1 aus dem knappen Sieg gegen Marokko aber bei. Anders Harouna Doula (oder doch sein ihm vom Verband, warum auch immer, vor die Nase gesetzter Anstands-Wauwau Rolland Courbis?) bei Niger: Er brachte mit William Ngounou aus der dritten (!) schwedischen Liga eine zweite Spitze neben Maazou, dafür blieb die linke Mittelfeld-Seite de facto unbesetzt.</p>
<p>Was Bilel Ifa natürlich dazu einlud, nach vorne zu gehen, doch sobald er den Ball hatte, fielen Lacina aus dem Halbfeld und Soumaila frontal vor ihm über ihn her. Und ganz ähnlich machten sie das im ganzen Mittelfeld: Korbi und Traoui hatten kaum Zeit zum Spielaufbau, weil ihnen sofort ein Nigrer auf den Füßen stand.</p>
<p><em><strong>Niger nervt den Gegner</strong></em></p>
<p>Der Plan, um selbst nach vorne zu kommen, war relativ simpel: Den erkämpften Ball halten, bis man sich halbwegs formiert hatte, und dann ein schneller Steilpass auf einen der beiden Stürmer. Die Tunesier kamen damit überhaupt nicht zurecht und so hatte der krasser Außenseiter diverse Chancen, sogar in Führung zu gehen.</p>
<p>Der Favorit verlor ob des unerwarteten Spielverlaufs nicht die Nerven, das nicht, aber man merkte den Tunesiern schon an, dass sie von der robusten und aktiven Gangart der Nigrer im Mittelfeld und den sich daraus ergebenden Chancen durchaus genervt waren. Vor allem, weil sie kein wirksames Mittel dagegen fanden um den Druck im Mittelfeld zu entgehen und die vor allem in Eins-gegen-Eins-Situationen alles andere als sattelfeste Abwehr der Nigrer selbst zu testen.</p>
<p><strong><em>Tunesier bleiben zu statisch</em></strong></p>
<p>An diesem Prizinzip änderte Sami Trabelsi auch in der zweiten Hälfte nichts &#8211; er änderte nicht einmal sein System. Der für Chermiti eingewechselte Jemâa hing ähnlich in der Luft wie sein Vorgänger, viel zu selten, genau genommen nur ein einziges Mal, ging es schnell mit direkten Pässen nach vorne. Die Tunesier verhielten sich weiterhin zu drucklos, agierten zu umständlich und wurden von den flink umschaltenden Nigrern hinten immer wieder in Verlegenheit gebracht.</p>
<p>Daran änderten auch die weiteren Wechsel, alle innerhalb des Systems, nichts. Tunesien hatte zwar deutlich mehr Ballbesitz, konnte die Statik des eigenen Spiels aber praktisch nie durchbrechen, bis kurz vor Schluss Jemâa einmal schnell mit einem Steilpass aus der Tiefe geschickt wurde &#8211; eine Geradlinigkeit, die man davor komplett vermisste. Der Auxerre-Stürmer ließ sich dann auch nicht zweimal bitten und schoss doch noch das mehr als schmeichelhafte 2:1-Siegtor.</p>
<p><em><strong>Fazit: Da hat wohl das falsche Team gewonnen.</strong></em></p>
<p>Natürlich sind die Spieler aus Niger ihren Gegnern individuell klar unterlegen. Das wurde aber ob des cleveren Matchplans, der wirklich gut umgesetzt wurde, nie so richtig deutlich und das sich anbahnende Unentschieden wäre alles andere als glücklich gewesen. Im Gegenteil, angesichts der statischen und unvariablen Tunesier, die über 90 Minuten hinweg nicht fähig waren, ihr Spiel auf passende Art und Weise umzustellen, wäre ein Sieg für den krassen Außenseiter sogar korrekt gewesen.</p>
<p>Dass sie nun sogar verloren haben und damit (wie, fairerweise, nicht anders zu erwarten war) die Heimreise antreten müssen, ist ein harsches Resultat, weil es ihre beherzte Leistung in diesem Spiel gegen Tunesien nicht reflektiert. Die Adler von Kathargo werden sich im Turnierverlauf, was die eigene Offensivleistung betrifft, steigern müssen. Aus einer gesicherten Abwehr heraus kontern können sie, das hat man gegen Marokko gesehen. Aber das Spiel selbst zu gestalten ist ganz offensichtlich nicht ihre Stärke.</p>
<p>(phe)</p>
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