Peter Schöttel ist neuer Sportdirektor des ÖFB

Peter Schöttel ist neuer ÖFB-Sportdirektor: Ein Kommentar (in 5 Tweets)

Die Wut auf die irrwitzige Struktur und intrigante Vorgehensweise im ÖFB ist groß. Das ist schwer greifbar, aber daran muss sich Kritik wenden.

Peter Schöttel zu attackieren wäre aber vorerst das falsche Ventil. Er kann es trotzdem gut machen. Hoffen wir es und messen ihn an seiner Arbeit.

Dazu muss er zuerst beweisen, dass er auf die Strukturen, die ihn einsetzten, keine Rücksicht nimmt und den bestmöglichen Trainer findet. (Das ist nicht Andreas Herzog und jetzt erst recht auch sonst kein Österreicher.)

Darüber hinaus gebührt Willi Ruttensteiner ebenso Dank wie Marcel Koller. Dafür dass sie die Messlatte höher legten, die für andere nun da ist.

Die Farce der letzten Wochen zeigt: Das ÖFB-Präsidium muss strukturell und permanent entmachtet werden. Ständiger Erfolg darf nicht die Voraussetzung für professionelle Arbeit sein.

  • Erich Magerl

    HERR SCHÖTTEL! WERDEN SIE AUCH – WIE ES ZWEIFELLOS RICHTIG WÄRE – UNTER DEN ZU PRÄSENTIERENDEN 10 KANDIDATEN AUCH MARCEL KOLLER HABEN? ER WÄRE DOCH EINER DER QUALIFIZIERTESTEN FÜR DEN POSTEN ALS TEAMCHEF!

  • don’tfollowme

    Unfassbar wie 6 Jahre Arbeit und kleine Schritte in Richtung Gegenwart des Fußballs innerhalb von zwei Wochenenden zunichte gemacht werden, und uns nach der 78er-Generation nun die 98er-Generation droht. Hier stehen auch die Fachmedien in der Pflicht die ÖFB Strukturen kritisch zu beäugen, sonst dürfen wir uns in 10 Jahren auf die 08er-Generation freuen.

  • Markus zimmermann

    Danke Euch beiden Tom und Philipp für Eure super Seite inkl Podcasts und v.a. dafür dass Ihr Euch kein Blatt vor dem Mund nehmt und kritisch berichtet !

  • Markus zimmermann

    Bestürzend war es in der Pressekonferenz zu sehen bzw. von Schöttel selbst bestätigt zu bekommen das er praktisch gar kein Konzept vorgelegt hat (und den Job trotzdem bekommen hat). Offiziell hieß es, er habe sich im Hearing gegen Ruttensteiner durchgesetzt. Und das obwohl Ruttensteiner’s Konzept lt. Aussage v. Windtner und Rinner super war. D.h. kein Konzept gegen ein Super- Konzept. Diese Unprofessionalität und gleichzeitige nicht einmal den Versuch eines Anscheins für ein objektives Urteils erweckende “Wir stehen über Alle”- Mentalität der Landespräsidenten ist zum S…. . Somit haben wir nun auch den objektiven Beweis das es ausgemachte Sache war das Schöttel es wird.

    Weiß jemand wer diese neuen ÖFB- Vizepräsidenten sind ?

  • Peda

    Nachdem hier ja ausnahmsweise so rege geantwortet wird:

    wie sieht/sah denn das Prozedere zur Bestellung der Auswahltrainer in den letzten Jahren aus?
    Gab es da Bewerbungsverfahren oder ging der ÖFB auf die Kandidaten zu?
    Traf Ruttensteiner die Auswahl und ließ sie vom Präsidium absegnen oder waren da auch Task Forces beteiligt?

    • weiß ich nicht ganz genau, ehrlich gesagt. task forces kann ich mir nicht vorstellen.

      • Peda

        Trotzdem danke für die Antwort.

        Ich gehe eigentlich davon aus, dass Ruttensteiner da ziemlich freie Hand hatte. Dann stellt sich für mich aber die Frage, was seine Überlegungen dabei waren. Zsak, Herzog… da steht ja Versorgungsposten in Neonlettern darüber.
        Hat er da also zur Beruhigung der Seilschaften suboptimale Lösung in Kauf genommen? Wenn ich da an Prohaskas Plädoyer für Ogris oder Konsels aktuelle Kolumne denke, spricht einiges für diese These. Oder ist Ruttensteiner selbst mit einigen Ex-Internationalen eng verbandelt?

        Der Treppenwitz dabei ist dann allerdings, dass er sich mit Schöttel seinen eigenen Nachfolger ins Haus gesetzt hat.

  • Michael Rudolf

    Gemessen wird Schöttel an dem was er tut, soweit so richtig! Die Erwartungen bei mir sind aber jetzt nicht so positiv. Er hat den Job vielleicht nicht weil er ein Ex-kicker ist, aber evtl. weil die die ihn installiert haben nach einem gesucht haben, der möglichst wenige Probleme macht. Ob Schöttel die gesuchte Marionette wird weiß ich nicht, befürchte aber, daß die, die ihn ausgesucht haben durchaus weiter als bis drei zählen können wenn es ihren Interessen dient. ..

    • Dass die Erwartungen gedämpft sind, haben wir eh schon in den Artikeln und Podcasts vor der Bestellung gesagt. Aber die Lage ist wenigstens auch nicht vollkommen hoffnungslos. Dass der Bestellungsprozess ein Wahnsinn ist, dabei bleib ich natürlich. Aber den hat sich Schöttel nicht ausgedacht.

      • Michael Rudolf

        Als Blumenau vor längerer Zeit alle möglichen RückSchritte angekündigt hat, habe ich als Aussenstehender an einen typischen übernegativen Blumenau gedacht und jetzt ca. ein halbes Jahr später ist jeder an die Wand gemalte Teufel Wahrheit, fast zumindest. Fehlt nur mehr der Herzog zum nächsten Dico Erlebnis, und genau da bin ich im Moment sehr pessimistisch, dass das auch schon ausgeschnapste Sache ist. 10 Trainer Kandidaten soll er präsentieren und er will bevorzugt einen Österreicher. Wie soll das was gscheites werden?
        1 herzog
        2 zsack
        3 Pfeffer
        4 Polster
        5 ogris
        6 krankl
        7 pfeiffenberger
        8 Streiter
        9 baur
        10 er macht es selber

        • keiner von der liste wirds, da sind manche ja nichtmal trainer.

          ich tippe die liste der “österreicher”, die ernsthaft in erwägung gezogen werden ist die

          1. hasenhüttl (hat aber praktisch schon abgesagt)
          2. stöger (könnt einfach gut passen vom timing, aber an seiner stelle würd ich versuchen, in der bundesliga zu bleiben)
          3. hütter (an seiner stelle würd ich auch auf klubebene bleiben)
          4. foda (allein schon, weil das politisch durchsetzbar wäre und man sich trotzdem dem “is eh kein österreicher” schmäh verschreiben könnte)
          5. herzog (aber nur weils politisch unmachbar wäre, ihn gar nicht drauf zu haben)
          6. gregoritsch (aber nur weil ich glaube, dass schöttel ihn als seinen zukünftigen mitarbeiter vor den kopf stoßen würde, wenn er ihn gar nicht in erwägung zieht)

          wirklich gute öst. lösungen wäre imo nur hasenhüttl und stöger. und ich behaupte: wenns die ersten vier dieser liste nicht werden, wirds jemand aus dem ausland. was aber halt auch noch nicht automatisch gut ist, wenn die entscheidung nicht sehr gut durchdacht ist.

  • nabittened

    Stimmt Tom,
    wir sollten Peter Schöttel weder vorverurteilen sondern ihn einfach an seinem Konzept messen und dann schauen, wie er seine Pläne in die Tat umsetzt.

    oh, wait,…

    • Schöttel hat sich für einen attraktiven Job beworben, was ihm nicht zum Vorwurf zu machen ist. Er ist jetzt Realität und es bringt überhaupt nix, auf ihn loszudreschen.

      Wir haben vorher klar gemacht, dass wir Ruttensteiner für besser gehalten hätten und welche Zweifel an seiner Person Schöttel jetzt zu überwinden hat. Aber es wäre unfair und nicht angebracht, ihm die Eignung schon im Vorfeld gänzlich abzusprechen.

      Er hat Erfahrung in dem konkreten Tätigkeitsbereich als Sportdirektor, er hat Erfahrung im österreichischen Fußball, er hat Erfahrung im ÖFB und er hat den Job insofern nicht einfach nur, weil er ein Ex-Kicker war, sondern durchaus dafür gearbeitet (immerhin hielt ihn Ruttensteiner für fähig genug, um ihn in der U19 zu installieren).

      Er wird jetzt daran zu messen sein, was er in seiner Funktion tut. Kritisch, hart und fair. Aber nicht aus fehlgeleiteter Empörung, die sich ganz andere Personen verdient haben.

      • nabittened

        ok, ich geb zu, es ist für mich nicht einfach, mich mit dieser neuen Realität anzufreunden, vor allem, weil die Vorgänge rundherum extrem an die Vergangenheit erinnern.
        Eine Messlatte werden wir auf jeden Fall mit der Wahl des bzw. den Vorschlägen für den neuen Teamchef haben.

        Abgesehen davon tu ich mir heute ein bissl schwer, optimistisch zu sein was das alles anbelangt…

  • Andreas

    Danke, jeden einzelnen Satz unterschreibe ich davon.
    Meine Wut auf das ÖFB-Präsidium ist nämlich gerade so groß, da könnte ich jetzt gerade weder etwas Konstruktives noch Höfliches schreiben.