WM-Qualifikation 2018: Wales - Austria, der Vorschaupodcast

Österreich in Wales: Aus oder Euphorie in der WM-Quali?

Die Stimmung ist nicht gut, das kann man über das österreichische Männer-Fußballpublikum momentan vielleicht schon ohne großen Fact Check behaupten. Die Euphorie der verganenen EM-Quali ist längst vergessen und verpöhnt. Dabei gibt es ja noch eine Chance, sich für die WM 2018 zu qualifizieren. Dazu muss aber ein Sieg gegen Wales her. Die Ballverliebt-Crew spricht vor dem wichtigen Spiel in Cardiff über den Zustand und die Ausgangslage für das ÖFB-Team. Welche Formation erwartet sie, welche Spieler sind gerade in Form und was sind die Antworten auf die vielen Fragen aus der Community, die uns erreich haben? Der neue Podcast klärts.

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Credits: Intro-Soundkomposition von Ballverliebt.eu mit Sounds von paulw2k, Wanga, CGEffex. Swoosh von GameAudio. Background von orangefreesounds

  • Martidas

    Dagegen! Und zwar in fast allen Punkten.

    Eine Dreierkette gegen einen der besten und vor allem torgefährlichsten Flügelspieler der Welt zu spielen ist entweder sehr mutig oder sehr dumm. Auf jeden Fall ein extrem hohes Risiko. Kommt Bale hinter den Flügelspieler kann er dann in vollem Tempo seine ganze Klasse ausspielen und im Gegensatz zu einem AV hat ein IV aus einer Dreierkette eben nicht die Zeit das Tempo aufzunehmen, da er viel positionstreuer spielen muss.

    Außerdem würde sich mit Lainer, Dragovic, Prödl, Hinteregger eine schöne Viererkette bilden lassen. Hinteregger (als unser mit Abstand bester Verteidiger zur Zeit) direkt gegen Bale spielen zu lassen wäre eine gute Lösung und da Hinteregger auch meistens sehr sinnvoll mit nach vorne geht, könnte er Bale auch ein wenig in der eigenen Hälfte binden.

    Nur wie stellt man davor auf? Leider haben dem österreichischen Spiel drei Reihen noch nie gut getan (also 3-4-3 oder 4-4-2, jeweils mit Linie statt Raute im MF). Die Räume werden dann einfach für das Kurzpassspiel zu weit, wir werden ungenau und wir brauchen dann zu lange um in Pressingsituationen zu kommen. Also muss es wohl oder über mal wieder auf das 4-2-3-1 hinauslaufen.

    Im DM hat man dann die Qual der Wahl. Ilsanker wäre zum Doppeln gegen Bale und gegen die britische Spielweise eine gute Wahl, zusätzlich ist er sehr solide. Will man das Spiel aber in die Hand nehmen und wirklich auf Sieg spielen kann das DM nur Alaba und Grillitsch heißen (unser Kapitän möge mir das eine Mal verzeihen). Gemeinsam im Verbund mit dem (auch defensiv) braven Laimer im OM wäre das ein richtig spielstarkes Mittelfelddreieck gegen das die extrem biederen Waliser von der Papierform her eigentlich kein Mittel hätten.

    Und dann hätte man vorne mit Arnautovic, Janko und Harnik drei richtig gute und torgefährliche Vollstrecker. Gerade auch die Kombo Laimer und Janko in der Mitte würde mir gefallen. Junuzovic und Janko harmonieren ja auch prächtig und Laimer wuselte ja bekanntlich schon immer gerne um einen ballstarken Stoßstürmer herum.

    Heinz Lindner wünsche ich natürlich die Perfomance seines Lebens. Das Talent hat er dafür!

    Ansonsten sind da schon ein paar fragwürdige Einberufungen dabei. Kuster? Da hätte man sicher Pervan oder Hadzikic vorziehen müssen. Und gerade Torhüter sind immer so eine sensible Sache. Es ist eine sehr gut gelebte Praxis in unsicheren Torhüterzeiten als dritten Tormann einen sehr erfahrenen Torhüter einzuberufen um im Training Sicherheit und Erfahrung zu geben. Warum stelle ich dem Heinzi daher zwei völlig unerfahrene (nichts gegen die beiden) Trainingspartner zur Verfügung? Ich könnte mich in der Hinsicht durchaus auch mit einer Einberufung von Alexander Kofler anfreunden.

    Die Einberufung von Wöber ist natürlich der Witz des Tages, während Wimmer, Lienhart und Madl auf Abruf stehen. Und ob man sich Bauer unbedingt jetzt wo es um alles geht, anschauen muss, ich weiß nicht.

    Nicht in die Startelf bitte: Gregoritsch, Sabitzer, Burgstaller, Schaub. Danke.

    Zu den Zuschauerzahlen noch zwei Anmerkungen: Wie hat es ein Kollege letztens so schön ausgedrückt: “Wir lassen halt ned an jeden eine!” Wir Austrianer sind halt von der Anzahl her eher klein, dafür fein. ;)

    Und bei den Zuschauerzahlen im NT spielen halt noch zwei Faktoren eine Rolle. Die Unfähigkeit des ÖFB [Umgang mit supportwilligen Fanclubs (lange Geschichte) und völlig unverschämte Ticketpreise wie nun gegen Georgien], sowie die Geschichte des NT.

    Im Gegensatz zu fast allen anderen Nationalteams ist das Team eben nicht automatisch das nationale Identifikationsgut des Landes im Sport. Nach 1945 wurde der Löwenanteil dieser Aufgabe von den Skifahren getragen. Hinzu kamen Spannungen, die so in anderen Ländern weniger existierten oder existieren (Stichwort: Wiener Team oder die lange im Stadion präsente Vereinszugehörigkeit, Stichwort: Rapid / Austria). Auch viele der größten Fanclubs des Landes unterstützen das Team dezidiert nicht (im Gegensatz zu anderen Ländern). Es ist daher nicht verwunderlich, dass das Team Erfolg braucht, um das Stadion zu füllen. Es ist halt mehr, im Gegensatz zu anderen Nationalteams, eine bloße Sportmannschaft, statt ein nationales Kulturgut (vor allem nach 1945). Und Sportmannschaften generieren Zuschauer nun einmal hauptsächlich durch Erfolg.

    Letzter Kritikpunkt: Das Happel darf ruhig so bleiben, wie es ist. Es hat immer noch mehr Charme als das neue Wembley.

    Ich habe fertig.

    Schöne Grüße an die Redaktion,
    Martidas

    P.S.: Eigentlich sollte es in meiner Antwort um die mentale Verfassung des Teams gehen, die ist nämlich derzeit der wahre Knackpunkt im Team. Aber dazu vielleicht ein anderes Mal mehr.