Champions League 2016/17, Fiktiv mit 32 Teams

So könnte die Champions League als Meisterpokal aussehen

Die erste Runde der Gruppenphase der Champions League 2016/17 ist gespielt und insbesondere nach der Ankündigung der beschlossenen, umstrittenen, zukünftigen Reform des Bewerbs sorgten einige besonders klare Ergebnisse für Frust unter Fans.

Dass Klubs der Top-Nationen mehrere Schützenfeste feiern konnten und sich dann über eine künftige Reform noch mehr Geld sichern wollen, das ist verständlicherweise ein ziemlicher Abturner. Viele wünschten sich auf unserer Facebook-Seite eine einfachere, dem Gefühl nach gerechtere Zeit zurück, als die Champions League noch ein Bewerb für Landesmeister war.

Aber ist das die Lösung? Wir haben uns einfach mal angeschaut, wie ein solcher Bewerb heute aussehen würde.

Champions League der Meister im aktuellen Modus

Wir nehmen einfach mal an, dass sich die Meister der 32 besten Nationen für die Gruppenphase qualifiziert hätten und gemäß ihrer Reihung auf eine sportlich gerechte Weise in Gruppen gesetzt würden (bei einer Auslosung würden die Gruppen natürlich etwas anders aussetzen, aber die Töpfe gleich). Eine solche Champions League-Gruppenphase würde heute so aussehen:

Champions League 2016/17, Fiktiv mit 32 Teams
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Man sieht: Ein solcher Modus würde für ziemlich klare Verhältnisse sorgen. Es ist schwer vorstellbar, dass da nicht auch ein paar klar zweistellige Ergebnisse zum Standardrepertoire einer Saison gehören würden. Vaduz oder Zagreb gegen Barcelona? Giurgiu, Legia und Trencin gegen Bayern? Und auch für Platz 2 gäbe es fast überall ein ziemlich klar favorisiertes Team.

Seid ehrlich: Für wie viele Spiele dieser Gruppenphase würdet ihr tatsächlich um gutes Geld ins Stadion gehen oder auch nur den Fernseher anmachen? Würde Bayern gegen Girugiu das Stadion vollkriegen? Oder Salzburg gegen Vaduz? PSV ggen Karabach? ODer Norrköping gegeb Astana. So einen Bewerb will niemand sehen und man versteht schnell, weshalb.

Champions League der Meister mit 16 Teams

Ändern wir deshalb den Modus und machen unsere kleine Champions League der Meister etwas elitärer. Nur noch 16 Teams dürfen dazu, um attraktivere Spiele zu bieten:

Champions League 2016/17, Fiktiv mit 16 Teams
Champions League fiktiv mit 16 Teams. Der Modus gefällt dir am Besten? Stimme hier per Like ab!

Die Gruppen sind jetzt wesentlich ausgeglichener (einige Kantersiege trotzdem zu erwarten) und von ein paar Spielen abgesehen sollte hier auch jede Begegnung vor vollem Haus stattfinden. Noch immer besteht sicher kaum Zweifel daran, dass die Gruppenköpfe aus den Top-Nationen weiterkommen würden. Um Rang zwei würde möglicherweise aber mehr Gerangel entstehen (wobei: mehr als jetzt in der Realität? Eher nicht.). Dem Fernsehpublikum entgehen in der Form aber natürlich trotzdem ziemlich viele Top-Spiele. Während sich derzeit im Wochentakt Top-Teams matchen, wären in einer 16er-Meister-Champions-League ein Match zwischen Juve gegen Paris (also die auf Platz 4 und 5 gesetzten Teams) ein rares Highlight.

Wenn man die CL zu einem reinen Meisterbewerb machen würde, würde um diesen Modus kein Weg herumführen. Wie schon im aktuellen Modus würden sich auch hier spätestens ab dem Viertelfinale die Top-Nationen die Plätze ausmachen. Es ist deshalb durchaus zu hinterfragen, was damit nun eigentlich gewonnen wäre.

Champions League der Meister im K.O.-Modus

Man stelle sich zu guter Letzt vor, die Champions League würde wieder zu einem K.O.-Bewerb umfunktioniert. In diesem Fall würde die Setzliste die folgenden Spiele hervorbringen (ab der zweiten Runde haben wir das besser gesetzte Team gewinnen lassen, was nur in einer handvoll Begegnungen nicht der vollkommen klaren, derzeitig realistischen Ausgangslage entsprechen würde.

Champions League 2016/17, Fiktiv mit KO-System
Champions League fiktiv mit KO-System. Der Modus gefällt dir am Besten? Stimme hier per Like ab!

Mit den 55 UEFA-Verbänden kann man fünf volle Runden spielen. Das sind also 9 Spiele für die Finalisten (weniger als Brügge allein in diesem Herbst haben wird). Von diesen 9 Spielen wären je nach Los 4 bis 6 sportlich gänzlich uninteressant.  Das sieht man am Beispiel des Meisterpokals von 1991. Damals gab es zum letzten Mal ein K.O.-System. In der ersten Runde endeten 3 von 15 Duellen mit einem zweistelligen Score für den Sieger. In 9 weiteren Duellen erzielte der Sieger 5 oder mehr Tore. Das ist sportlich schlicht kein interessanter Wettbwerb.

Im Viertelfinale sind die Großen wieder unter sich, davor gibt es so gut wie keine hochklassigen Begegnungen. Die Saison hätte extrem wenige Spiele, der Modus wäre weder attraktiv noch spannend und alle Beteiligten würden schlicht auf viel Geld verzichten, ohne dass irgendjemand etwas gewinnen könnte. Er ist komplett zum Vergessen.

Statt die Wahl zu haben, sich an einem Mittwochabend Real gegen Sporting anzusehen (die beide nicht Meister geworden sind) und davon möglicherweise nach vielen Jahren Champions League gelangweilt zu sein, würde man sich einfach bis zum Viertelfinale so gut wie kein Spiel ansehen wollen.

Der Modus der Champions League ist nicht das Problem

Es wird im Fußball wohl immer so sein, dass sich die großen Nationen und ihre Top-Klubs auf europäischer Ebene die Titel sichern. Das war schon vor der Einführung der Champions League so und es ist kein sportlicher Modus vorstellbar, der das verhindert (Und warum sollte er auch? Im Sport geht es darum, dass die besten gewinnen.).

Das Problem der Champions League ist nicht der aktuelle Modus und die Lösung für das scheinbar wachsende Desinteresse der Fans ist deshalb auch nicht der Rückschritt in die 80er-Jahre (den die Großklubs sowieso nicht mitmachen würden).

Was selbst Kritiker und Skeptiker akzeptieren müssen: Die Champions League ist deshalb so erfolgreich, weil sie die besten Teams des Kontinents (und damit der Welt) in einen Wettbewerb steckt. Und das sind eben nicht nur die Meister jeder noch so verdüdelten Dödelliga, sondern auch andere Top-Klubs aus den großen Ligen. Das spricht viel mehr Menschen an, als der alte Meisterpokal. Deshalb wachsen die Fernsehgelder in den Himmel, deshalb steigen die Preisgelder stetig an, deshalb sind die Stadien voll, deshalb wollen dort alle Klubs spielen. Der Modus ist gut, deshalb ist er erfolgreich.

Drei Punkte für eine bessere Champions League

Die UEFA  muss in meinen Augen aber vor allem auf drei Dinge achten.

1. Kleinere Ligen müssen eine Chance auf den Eintritt in dieses Konzert behalten. Der aktuelle Modus ist dafür ein ziemlich guter Kompromiss, der auch bei Fans prinzipiell lange akzeptiert wurde. Jeder weiß, dass österreichische Klubs einfach besser in der Europa League aufgehoben sind, wenn sie schon an BATE oder Zagreb  scheitern. Diesen Zustand muss die UEFA verteidigen.

2. Das Prinzip der Attraktivität beruht aber eben auch auf sportlichen Werten. Die angekündigte Reform (so sie nicht tatsächlich neu verhandelt wird), die den Top 4-Nationen jeweils vier Plätze sichert, beginnt diese Prinzipien zu überreizen. Natürlich bezweifelt niemand, dass englische Vertolger wettbewerbsfähiger sind und attraktiveren Fußball zeigen als die Meister aus Österreich, Weißrussland und Schweden.

Insbesondere England, Spanien und Deutschland bringen seit längerem ohne großes Murren meist vier Teams in die CL-Gruppenphase. Normalerweise sind die Teams, die durch die Nichtmeister-Quali kommen durchaus Anwärter auf den Aufstieg ins Achtelfinale. Aber schon jetzt hat es kein drittes italienisches Team durch die Qualifikation geschafft (auch Villarreal scheiterte als vierter Spanier) und aus der Gruppenphase schafften es zuletzt auch höchstens 1-2 Italiener. Es ist sportlich nicht so eindeutig zu rechtfertigen, weshalb Italien (oder auch Frankreich) nun plötzlich vier Fixplätze beanspruchen sollten. Es ist auch unnötig den jeweiligen vierten Teams der anderen Top-Ligen eine Qualirunde zu ersparen. Hier geht es nur um Macht und Geld und es ist ein Schritt zuviel, der den Fans stinkt. Die UEFA muss diese Reform absagen

Und sie kann es auch. Denn es mag sein, dass strauchelnde Großklubs die Champions League brauchen, um ihren Status einzuzementieren, die Champions League kann auf ein strauchelndes Manchester United, Inter Mailand, Valencia oder Schalke aber durchaus verzichten. Der Traditionsbonus bei der Qualifikation und Setzliste ist Bullshit.

3. Die UEFA sollte (wie auch die nationalen Ligen) darüber nachdenken, den Bewerb zu straffen. K.O.-Runden (oder auch Ligarunden), die sich über vier Abende ziehen, sind nicht nötig. Momentan läuft an gefühlt 340 von 365 Tagen im Jahr Spitzenfußball im TV (weil auch die Länderspiel-“Pausen” mit der “Week of Football” ins Unerträgliche gestreckt werden). Für jede einzelne Streckung mag es wirtschaftlich sinnvolle Gründe und sogar Zuseherinteresse geben. Aber in der Gesamtheit bringt dieses Überangebot vor allem begeisterte Fans (wie mich) an den Rande des Fußball-Burnouts, der nur durch bewusst erzwungenem Verzicht abzuwenden ist. Den Frust darüber bekommt meiner Ansicht nach auch die Champions League ab. Vielleicht sollte der europäische Verband Initiativen starten, um den Freitag und/oder Montag wieder frei zu bekommen.

Wir machen auch einen Podcast zur Champions League

Diese Dinge werden wir sicher auch in unserem kommenden Podcast über die Champions League-Saison (verpasst auch die aktuellen zur neuen Bundesliga– und Premier League-Saison nicht) ansprechen. Gerne greifen wir dabei auch wie immer Diskussionen oder Fragen von euch auf. Also lasst uns welche hier! :)

  • samot

    cl so lassen wie sie außer der gruppendritte darf nicht mehr in de el umsteigen. genauso würde ich die fixplätze der ganz großen länder in der el auf 1 club kürzen.
    das problem ist nicht das die kleinen nicht mehr so gut in der cl mitmischen können sondern das sogar in der el die großen schon fixplätze haben.

    • samot

      ich schenke mir noch ‘ist’ …

  • Philipp Eitzinger

    Man sollte bei der Dikussion nicht vergessen, dass damals – als die CL aus vier Vierergruppen mit ausschließlich Meistern plus dem Titelverteidiger bestand – die Leistungspotenzial-Schere noch deutilch geschlossener war als heute. Da mussten selbst Spitzenklubs aus Deutschland, England oder Spanien richtig arbeiten, um an den Meistern aus Belgien (meistens Anderlecht), Norwegen (Rosenborg war sogar mal VF) oder Tschechien (Sparta Prag stellte die halbe tschechische Nationalmannschaft) zu biegen. Heute sind das kaum mehr als bessere Trainingsspielchen.

    • Das war aber vor Bosman und hat mit dem Modus eben auch nicht so richtig viel zu tun.

  • Matthias Lukas

    Ich glaub der Modus ist schon ok. Aber die großen sollten einfach nicht noch mehr Geld bekommen. Ich kann ehrlicherweise auch nicht nachvollziehen was das bringen soll?! Damit Real noch mehr Kicker verpflichten kann, die dann nicht spielen? Ich glaub das Übel, warum niemand mithalten kann, ist das die, ich sag mal lapidar 6 Clubs, die Besten und Zweitbesten und Drittbesten zusammenkaufen und dann alle 30 Mann starke Kader haben. Die Qualität lässt sich meiner Meinung nach nur nochmal streuen, wenn es Gehaltsobergrenzen, Kaderobergrenzen und Ausgabegrenzen gibt. Das schwindlige Financal Fair Play ist doch nur Platini Bullshit! Ich bin grundsätzlich ein Gegner von übermäßiger Reglementierung, aber wenn es absurd wird muss man reagieren.

  • Martidas

    Interessanter Beitrag, nur eine Perspektive wird leider völlig vergessen. Die der zukünftigen Entwicklung der Clubs. Sollten die mittleren Ligen auf Dauer mehr Platz im Eliteformat bekommen, dann würde die sportliche Schere auch wieder zusammengehen. Clubs wie Marseille, Roter Stern, Ajax oder Celtic konnten früher den Titel holen, heute sind sie zum Teil Kanonenfutter. Was die Topclubs heute auf der Bank sitzen haben, spielte früher eben bei solchen Clubs. Die Attraktivität würde dadurch auch kaum nachlassen. Clubs wie die erwähnten haben z.B. weit mehr Zugkraft als Leverkusen, Wolfsburg oder dergleichen. Die mitlleren Ligen haben Clubs mit ungehörem Potential zu bieten (man denke z.B. an Feyenoord oder Benfica), die derzeit aber null Chance auf den Titel in der CL haben. Diese Schere muss geschlossen werden.

    Das kann nur geschehen, wenn den mittleren Ligen ausreichend CL-Plätze garantiert sind. Denn genau diese Entwertung der nationalen Meisterschaften hat das Aufgehen der Schere in Gang gesetzt. Sicher mit CL-Einnahmen kann man nur planen, wenn man in den vier großen Ligen spielt. Ligen wie die russische, portugiesische, französische oder holländische sollten von Reformen begünstigt werden um die Schere zu schließen. Ligen wie die belgische, österreichische oder schweizerische Liga müssen wiederum so gefördert werden, dass sie den Anschluss an die gerade angeführten Ligen nicht verlieren.

    Nur das wird auf Dauer die Basis schaffen, die der Fußball braucht.

    • “Clubs wie Marseille, Roter Stern, Ajax oder Celtic konnten früher den Titel holen, heute sind sie zum Teil Kanonenfutter.”

      Jetzt mal abgesehen davon, dass deren Erfolge oft sehr singulär waren (Marseille, Celtic und Roter Stern haben den Meisterpokal alle genau einmal gewonnen. Marseille hat dafür gedopt und war in Bestechungsskandale verwickelt). Das ist eine Entwicklung die ein bisserl damit zu tun hat, wie diese Klubs geführt werden (Marseille) und viel mehr mit der Liberalisierung des Arbeitsmarktes (Celtic, Ajax) und politischen Umwälzungen (Roter Stern) . Jedenfalls ziemlich null mit dem Format der Champions League. Diese Entwicklungen wird man auch nie mehr rückgängig machen können (und großteils sollten wir darüber froh sein) und ich halte es für illusorisch zu denken, dass diese Klubs diesen alten Status wieder erlangen können, ganz ohne irgendwoher die finanzielle Basis dafür zu bekommen – was in allen Fällen nur dann geht, wenn man Mäzene kriegt oder darüber hinaus nationale Ligen aufgibt und Ajax in Deutschland und Celtic in England mitspielen dürfen.

      Dauernd in der Champions League zu spielen bringt nicht genug Geld, um mit Premier League-Absteigern oder Bundesliga-Mittelfeldlern um Spieler zu konkurrieren. Sonst könnten Ajax und Celtic das nämlich, denn die sind meistens dabei. Und das gilt noch viel mehr, wenn die Champions League weniger attraktiv wird. Denn die finanzielle Entwicklung von dort ist nicht linear in die Unendlichkeit weiter zu ziehen. Wenn du Real, Atletico, Arsenal, Tottenham, City, Dortmund und Gladbach (oder in anderen Jahren Liverpool, Schalke, Inter, Roma, Milan, Manchester United oder Chelsea) aus dem Bewerb kickst, um dort Astana, Giurgiu und Vaduz aufzunehmen, wirds mit den Fernseh- und Sponsorengeldern nämlich radikal bergab gehen.

      Bis zu einem gewissen Grad muss man das tun, damit das ein gesamteuropäischer Wettbewerb bleibt. Aber radikal drauf zu bestehen, dass es ein Meisterpokal wird, stellt nur einen weniger attraktiven Bewerb sicher, sonst nichts.

      Ich fürchte: Diese Schere schließt sich – egal welchen Modus man für die CL wählt – nicht mehr, solange der Fußball-Alltag (also die nationalen Ligen) dermaßen ungleich sind.

      • Martidas

        Gute Antwort, die auf das ursächliche Hauptproblem hinweist: Die Kluft zwischen den nationalen Ligen selbst. Womit wir aber wieder bei meiner Argumentation wären. Denn für das Problem gibt es im Endeffekt nur zwei Lösungen: Erstens man schafft gleich große Ligen (durch Zusammenschluss mehrerer kleinerer Ligen) oder man wertet die mittleren Ligen im gesamteuropäischen Kontext wieder auf. Die zweite Variante wäre möglich, die erste ist illusorisch.

        Mir geht es nicht um die Wiedererrichtung eines Meistercups (das habe ich auch nicht erwähnt, übrigens), sondern vor allem um eine Stärkung der mittleren Ligen (Niederlande, Frankreich, Portugal, Russland). Deren Kluft zu den vier Topligen ist ein Problem. Und diese Kluft generiert sich auch aus der CL (Einnahmen, Startplätze und vor allem mediale Aufmerksamkeit). Es wäre daher sinnvoll, im Rahmen einer langfristigen Entwicklung, diesen Ligen mehr Fixplätze zur Verfügung zu stellen um die gesamteuropäische Schere nicht noch weiter aufgehen zu lassen.

        Ich möchte nur daran erinnern, dass der früher kunterbunte zweithöchste europäische Bewerb (man denke nur an die österreichischen Beiträge) in letzter Zeit von einem in der nationalen Meisterschaft und CL chancenlosen Club (Sevilla) nach Belieben dominiert wurde. Das kann nicht im Sinne des Erfinders sein.

        Mir geht es also nicht um eine radikale Kritik an der CL, sondern um Feinheiten, die auf lange Sicht Clubs mit CL-Format aus den “falschen” Ligen wieder an die europäische Spitze führen können. Und damit würde man schon einiges in Gang setzen (zwecks Einnahmen, Zuschauer und medialer Aufmerksamkeit).

        • “Es wäre daher sinnvoll, im Rahmen einer langfristigen Entwicklung, diesen Ligen (Niederlande, Frankreich, Portugal, Russland) mehr Fixplätze zur Verfügung zu stellen”

          Aber die haben bereits jeweils 2-3 Startplätze (davon 1-2 fix) und machen daraus nix. Welche Klubs dieser Länder sollen denn noch mehr Plätze füllen und vor allem: Wie macht das deren Spitzenteams konkurrenzfähiger?

          In den Niederlanden sind zB Ajax und PSV die wohl entwicklungsfähigsten Vereine. Die müssen sich aber eh schon ziemlich deppert anstellen, wenn sie nicht in die CL kommen wollen. Und siehe da: Das tun sie auch (indem Ajax zB in den vergangenen zwei Jahren gegen Rapid und Rostov aus dem Bewerb knallt und dort dann hinter dem mächtigen Molde BK aus der EL-Gruppenphase fliegt). In dieser und den vergangenen drei Europapokal-Saisonen haben niederländische Klubs ziemlich genau gleich viele UEFA-Punkte gesammelt, wie österreichische, kroatische, griechische oder schweizer Klubs – weniger als türkische, belgische, tschechische oder ukrainische Klubs. Was genau berechtigt die denn, bessergestellt zu werden? Dass sie vor bald 50 Jahren mal ein Topteam hatten, das auf einer restriktiven Arbeitsmarktpolitik basierte?

          • Martidas

            Erstens schaut der Alltag von Bayern oder Real nicht anders aus, als der von Ajax oder der Austria. Ein paar Spiele gegen die anderen populären Teams der Liga, der Rest heißt einfach Augsburg, Leganes oder Grödig. Da ist kein Unterschied.

            Zweitens ist es mir völlig egal, woher der Sieger stammt. Real Madrid ist seit immer Favorit auf den höchsten Titel im europäischen Fußball, völlig unabhängig vom Format. Die Existenz von großen Klubs mit großer Geschichte macht ja auch einen ungeheuren Reiz des Fußballs aus.

            Das große Problem ist doch folgendes: Alle Ressourcen des europäischen Fußballs fließen derzeit den vier Topligen zu (CL-Plätze, Fernsehgelder, Sponsoren, Spieler), Italien vielleicht (noch) ausgenommen. Und das ist eine neue Entwicklung im europäischen Fußball, denn früher gab es über Europa verstreut große Clubs, heute gibt es am Markt vor allem vier große Ligen. Und damit entsteht eine problematische Konzentration (medial, finanziell, sportlich).

            Vielleicht müsste man das Pferd komplett von der anderen Seite her aufzäumen und alle Fix- und Quotenplätze abschaffen. Somit könnten sich nationale Platzhirsche nicht mehr genügsam zurücklehnen (wie Ajax oder Rosenborg) und die vier Topligen müssten sich zumindest sportlich beweisen. Die ersten drei jeder Liga dürfen in einer allgemeinen Quali für Europa spielen. Die Verlierer werden in der EL zusammengefasst, die Gewinner spielen die CL unter sich aus. Mal so als Idee aus der Hüfte geschossen.

          • “Erstens schaut der Alltag von Bayern oder Real nicht anders aus, als der von Ajax oder der Austria. Ein paar Spiele gegen die anderen populären Teams der Liga, der Rest heißt einfach Augsburg, Leganes oder Grödig. Da ist kein Unterschied.”

            LOL? Da ist ein so riesiger Unterschied, dass man gar nicht weiß, wie man darauf antworten soll. Es ist sportlich und finanziell überhaupt nicht vergleichbar. Das Stadion des FC Augsburg fasst 30.000 Zuseher, die Partie der Bayern dort schauen sich allein in Deutschland 3-500.000 Menschen im Pay-TV an. Die Austria spielt in Grödig vor 2000 Leuten und einem netten Berg-Panorama unter praktischem Ausschluss der TV-Öffentlichkeit. Und deshalb kassieren die Bayern über 70 Mio. pro Jahr für ihre Liga-Fernsehauftritte in der Liga und die Austra 1-2.

            Die Austria selbst könnte froh sein, in diesem Beispiel Augbsurg zu sein. ;)

            “Zweitens ist es mir völlig egal, woher der Sieger stammt. Real Madrid ist seit immer Favorit auf den höchsten Titel im europäischen Fußball, völlig unabhängig vom Format. Die Existenz von großen Klubs mit großer Geschichte macht ja auch einen ungeheuren Reiz des Fußballs aus.”

            Das ist mehr oder minder mein Punkt.

            “Das große Problem ist doch folgendes: Alle Ressourcen des europäischen Fußballs fließen derzeit den vier Topligen zu (CL-Plätze, Fernsehgelder, Sponsoren, Spieler), Italien vielleicht (noch) ausgenommen. Und das ist eine neue Entwicklung im europäischen Fußball, denn früher gab es über Europa verstreut große Clubs, heute gibt es am Markt vor allem vier große Ligen. Und damit entsteht eine problematische Konzentration (medial, finanziell, sportlich).”

            Die Champions League ist keine Ursache, sondern ein Symptom dieser Entwicklung. Nochmal: Du wirst das Bosman-Urteil nicht rückgängig machen können. In der Premier League wird IMMER viel mehr Geld verdient werden als in der österreichischen Bundesliga. Die Talente und Stars werden deshalb immer dorthin wechseln. Und alles was du gegen diese Zustände tun kannst, hat NICHTS mit dem aktuellen CL-Format zu tun.

            Die Attraktivität der CL ist im Gegenteil sogar der Grund, warum sich die Austria ihr Stadion renovieren kann, wenn sie es einmal in 25 Jahren reinschafft. Dort reinzukommen verdoppelt mal so eben das Jahresbudget solcher Teams. Die UEFA hat der Austria vor ein paar Jahren in der CL 13 Mio Euro ausgeschüttet für ihr Vorrunden-Aus. Der Sieger des Jahres (Real) hat 57 Mio. bekommen.

            Es gibt keine andere Einnahmequelle, in der die Austria 23% von dem erreicht, was Real Madrid verdient.

            “Vielleicht müsste man das Pferd komplett von der anderen Seite her aufzäumen und alle Fix- und Quotenplätze abschaffen. Somit könnten sich nationale Platzhirsche nicht mehr genügsam zurücklehnen (wie Ajax oder Rosenborg) und die vier Topligen müssten sich zumindest sportlich beweisen. Die ersten drei jeder Liga dürfen in einer allgemeinen Quali für Europa spielen. Die Verlierer werden in der EL zusammengefasst, die Gewinner spielen die CL unter sich aus. Mal so als Idee aus der Hüfte geschossen.”

            Und deshalb ist gut gemeint das Gegenteil von hilfreich, wenn mans nicht ganz durchdenkt ;)

            Die kleinen und mittleren Ligen fangen durch die Bank zu kotzen an, wenn ihre Meister in der Quali künftig gegen Real, Barcelona, Atletico, Juve, Napoli, AS Rom, Bayern, Dortmund, Leverkusen, PSG, Monaco, Lyon, PSV, Ajax, Porto, Benfica, Dinamo Kiew, Shakhtar Donetsk, ZSKA Moskau, Zenit Arsenal, Tottenham und Leicester ran müssen, statt sich gegen Dinamo Zagreb und BATE Borisov qualifizieren zu dürfen.

            Und egal ob man es mit 1, 3 oder 5 Klubs macht: Es ist komplett lächerlich England und Deutschland gleich wie Albanien und Irland zu behandeln. Es ergibt auch weder einen spannenden noch attraktiven Bewerb, wenn dann Manchester City daheim am Sofa zuschaun soll, wie Fjölnir Reykjavík versucht in die Champions League zu kommen und dabei von Juventus 23:0 überrollt wird, wobei 15 Zuseher vorm TV sitzen während sich Higuain verletzt und für die Saison ausfällt.

            Das ist ein Punkt, wo die Gleichbehandlung von offensichtlich Ungleichem einfach niemandem hilft.

          • Martidas

            Ganz verstehe ich deine Agression nicht. Ich habe nichts gegen die CL an sich, sondern überlege nur laut, ob man Symptombehandlung betreiben kann. Mehr nicht.

            Und wie du selbst sagst, ist die Ungleichheit zwischen den Ligen enorm geworden. Und trotzdem gibt es Bestrebungen diese noch weiter auszudehnen, denn Spiele gegen Augsburg sind den Bayern einfach zu wenig, wie die stete Forderung nach eine Superliga ja beweist.

            Es ist völlig klar, dass man in England immer mehr Geld als in Österreich machen wird, aber die Konzentration von Ressourcen wird immer grotesker. Man kann sich jetzt hinsetzten und diese Verhältnisse als unumkehrbar hinnehmen oder versuchen Lösungen zu entwickeln.

            Ich habe jahrelang im In- und Ausland gespielt und ich sehe einfach aus einer anderen Warte, wieviel Ressourcen und Menschen da verschwendet werden und manchmal könntest du da einfach nur Kotzen vor Unmenschlichkeit. Das ist eine problematische Entwicklung und die kann man eben nicht mehr mit sportlichen Gegebenheiten rechtfertigen.

            Ich gestehe dir zu, dass deine Argumentationen sicher durchdachter sind als meine und das System sicher nicht am CL-Modus geheilt werden kann, aber irgendwo muss etwas passieren.

            Und die Medien könnten da auch einmal einen Anfang machen und statt immer von den ewig gleichen Ligen und der CL zu bereichten, vielleicht mal einen längeren Artikel zum holländischen, russischen oder portugiesischen Meister veröffentlichen. Damit wäre schon ein Anfang gemacht.

          • Es sollte nicht aggressiv rüberkommen, sorry falls es das tat.

            “Es ist völlig klar, dass man in England immer mehr Geld als in Österreich machen wird, aber die Konzentration von Ressourcen wird immer grotesker. Man kann sich jetzt hinsetzten und diese Verhältnisse als unumkehrbar hinnehmen oder versuchen Lösungen zu entwickeln.”

            Selbstverständlich, aber wie ich schon sagte und was du ja auch einsiehst: Dafür ist der Modus eines europäischen Klubwettbewerbs, der im Großen und Ganzen eh schon ziemlich gut durchdacht und auch ziemlich fair ist, der völlig falsche Hebel. Also warum reden wir in diesem Zusammenhang darüber? Das ist doch Energieverschwendung. Es wäre besser, die richtigen Dinge zu kritisieren. (Jetzt fragst du vielleicht, warum ich dann einen Artikel drüber schreib. Aber mir gehts ja eben drum einem Argument zu widersprechen, das ziemlich unreflektiert durch die Mainstreammeinung geistert und für wahr gehalten wird,) Und man muss eben auch mal sagen, wenn etwas eigentlich gut ist, auch wenn viel drüber gesudert wird. Ich finde den CL-MODUS gut. Ich glaube der Frust darüber, entsteht aus völlig anderen Dingen heraus, die damit zu unrecht assoziiert und ihrerseits viel zu wenig kritisiert oder bedacht werden.

            “Und die Medien könnten da auch einmal einen Anfang machen und statt immer von den ewig gleichen Ligen und der CL zu bereichten, vielleicht mal einen längeren Artikel zum holländischen, russischen oder portugiesischen Meister veröffentlichen. Damit wäre schon ein Anfang gemacht.”

            Jein.

            Einerseits stimmt das schon (aber viele Medien tun das auch durchaus), andererseits folgen die Medien großteils den Bedürfnissen und Interessen der Nutzer. Ich kenn die Zugriffszahlen von engagiert geschriebenen Artikeln zu weniger populären Themen. Kurz gesagt: Vergiss es! Medien erledigen sowas als Liebhaberaufgabe, nicht weil es in irgendeiner Form Sinn aus der Nachfrage heraus ergibt.

            Im Endeffekt muss immer das Konsumprodukt stimmen – und das besteht aus dem Fußball, den Vereinen und den Spielern in diesen Ligen. Du kannst Leute mit einem tollen Artikel vielleicht neugierig drauf machen, mal bei Benfica – Sporting einzuschalten, aber Funchal – Benfica interessiert trotzdem keine Sau. Und natürlich schaut sich ein Fußballfan Celtic – Rangers an und liest auch gerne ein langes Feature darüber, aber eben nicht Ross County – Rangers. Und auch PSV – Ajax kann interessant sein, aber nicht Cambuur – PSV. Während Augsburg – Bayern eben sehr wohl viele interessiert, ohne dass man dafür überhaupt was schreiben muss, und Dortmund – Bayern von Haus aus zig oder gar hunderte Millionen Zuseher hat.

          • Martidas

            Da hast du einen guten Punkt erwischt, am Modus der CL kann man echt seinen Frust auslassen, was etwas an der Sache vorbeigeht. Aber dafür sind gute Diskussionen ja da – um die eigene Meinung zu korrigieren.

            Aber zu den Medien: Mit dem Bedienen der Nachfrage verselbständigt sich dieser Teufelskreis noch mehr und die mediale Konzentration ist im Fußball schon jetzt extrem hoch. Und dabei muss man jetzt nicht an die großen Geschichten denken, es reicht ein einfaches Beispiel: In der Tageszeitung meines Vertrauens gab es früher am Montag die Tabellen aus 12 europäischen Ländern zu lesen, heute sind es neben der nationalen nur mehr vier. Eine früher gängige Berichterstattung über die Nachbarländer (nicht die großen), gibt es heute nicht mehr. Mag alles seine Gründe haben, das Problem ist nur, es hat Auswirkungen auf die Wirklichkeit.

            Junge Talente sitzen in England auf der Bank oder zerstören sich in der zweiten englischen Liga unter miserablen Bedingungen, statt in der französischen oder portugiesischen Liga erstklassige Bedingungen für ihre Entwicklung vorzufinden. Nationalteamfähige Spieler werden völlig vergessen, sobald sie in die falsche Liga wechseln und ganze (prinzipiell tragfähige) Ligen werden zu Zulieferindustrien für die großen Vier degradiert. “Ausbildungsliga” ist im Übrigen ein sehr zynischer Begriff (da spielen Vollprofis jeden Alters im professionellen Umfeld um die höchste Meisterschaft), der sich eben auch auf das Publikumsinteresse auswirkt (was oft vergessen wird).

            Der mediale Fokus auf die Elite (und ihrer Inszenierung) und das Ausblenden oder Niederschreiben der 99% prägt vor allem eine Generation, die den Fußballkonsum oft nur aus Medien kennt. Ich kenne erfolgreiche Jugendspieler, die noch nie ein Spiel der österreichischen Bundesliga live im Stadion gesehen haben, aber ein Sky-Abo haben.

            Ich habe zu wenig Einblick in der Medienwelt um hier fundierte Aussagen zu treffen. Aber ich kann erzählen, was die heutige Jugend auf dem Platz spricht. Und die sprechen von Vereinen, die sie nie verpflichten würden, als große Versager, weil sie “nur” Europa-League spielen.

            Mit geht es dabei bitte nicht um falsche Nostalgik oder regionale Verbundenheit, sondern um Wertschätzung. Und die Wertschätzung der Medien für “normale” Ligen oder Bewerbe außerhalb der Elite ist leider oft unter aller Sau. Und das wirkt leider auf die Wertschätzung der Konsumenten für diese Bewerbe zurück.

          • Du hast schon recht damit, das Medien mehr tun könnten und wohl auch sollten (denn es gibts spannende Geschichten da draußen, die zu wenig erzählt werden). Aber auch da sollte man sich keine Illusionen machen. Die Macht der Medien ist sehr begrenzt. Du kannst den Leser nicht für etwas interessieren, das ihm komplett egal ist. – schon gar nicht dauerhaft. Du kannst jeden Tag in deiner österreichischen Zeitung eine engagiert gemachte Seite über die Schweizer Liga haben, aber diese Seite wird halt vermutlich einfach niemand lesen. Denn so spannend ist die Schweizer Liga für einen österreichischen Fußballfan einfach nicht.

            Du kannst dem Leser als Medium nur Appetit auf ein Gericht machen, das auch von sich aus nach was schmeckt.

            (Und – das sollte man bitte auch nicht vergessen – alles andere wäre auch nicht deine Aufgabe als Journalist.)

  • Gernot Vessla

    Wenn ich die Situation richtig verstehe, ist es doch so: Die Topteams wollen möglichst viele Einnahmen, viele Spiele, viele attraktive Gegner, und sie drohen damit, das notfalls auf eigene Faust zu veranstalten. Die mittleren und kleineren Nationen wollen einen europaweiten Bewerb, der sie nicht mit irgendwelchen Tricksereien ausschließt und zumindest ihren Meistern eine echte Chance lässt, es in die CL zu schaffen. Die Fans wollen einen echten sportlichen Wettstreit, bei dem der beste und nicht der traditionsreichste oder wirtschaftsstärkste gewinnt und bei dem nicht immer die gleichen Teams gegeneinanderspielen. Die UEFA muss alles das unter einen Hut bringen.

    Mein Vorschlag:

    Aus der CL wird eine “Super Liga”, bestehend aus zwei Achter-Gruppen (= 14 Spiele pro Team), mit anschließendem “Final Four” (= 1 oder 2 Spiele pro Team) an einem zentralen Ort. Die Teams auf Platz 8 (oder 7 und 8) steigen ab.
    Hier wären dann die Topteams “unter sich”, hätten viele sichere Spiele, vermutlich hohes Zuschauerinteresse, aber auch ernsten sportlichen Wettstreit mit Abstiegsgefahr.

    Aus der EL wird ein “UEFA Liga”, bestehend aus z.B. 16 Vierergruppen (= 6 Spiele pro Team), anschließende KO-Runde wie bisher. Teilnehmer sind die Meister der UEFA-Länder (reduziert durch eine Qualifikationsrunde) sowie weitere Länder aus den Topnationen. Die beiden Finalisten (oder die vier Halbfinalisten) steigen im Folgejahr in die “Super Liga” auf.
    Hier würden die Karten jedes Jahr neu gemischt, es wären alle (oder zumindest nach einer Vorqualifikation für die ganz schwachen Nationen immer noch sehr viele) nationalen Meister und einige weitere Teams vertreten. Der Charme, jedes Jahr völlig neue Teams aus Georgien, Island oder Albanien kennenzulernen, bliebe erhalten; zugleich wäre es in der Spitze ein hochklassiger Bewerb, in dem es um viel geht (nämlich um den Aufstieg in die Super Liga). Es wäre also in etwa dasselbe wie die jetzige EL, aber in der Spitze etwas breiter aufgestellt (weil die CL verkleinert wäre) und insgesamt vielleicht mit mehr beteiligten Nationen.

    Theoretisch könnten da bizarre Sachen passieren, nämlich dass der FC Bayern aus der Bundesliga absteigt, aber trotzdem seinen Platz in der Super Liga behält – aber besonders realistisch scheint mir das nicht. Die Super Liga wäre etwas umfangreicher als die bisherige CL, aber auch die CL hatte schon mal insgesamt 17 Runden (in der Zeit, als es eine zweite Gruppenphase gab). Die Zahl der Spiele in der UEFA-Liga wäre so hoch wie bisher. Es könnte sogar die Qualifikation vereinfacht werden (z.B. auf eine einzige Runde, je nachdem, wie vielen Teams aus den großen und den kleinen Nationen man diese Hintertür offenhalten will). Außerdem müsste man die Teilnehmer des ersten Durchlaufs der Super Liga festlegen – aber das ließe sich irgendwie regeln.

    • Ich seh wie gesagt im derzeitigen Modus keine echte Schwäche. Er mischt den Zugang kleinerer Nationen und Teams zu einem spektakulären Konzert der Großen ziemlich gut. Die Europa League bedeutsamer zu machen, wird schwer fallen. Das ginge vielleicht, indem man das Teilnehmerfeld halbiert (da kann man den Top-Ligen auch Startplätze wegnehmen) und dann die Prämien verdoppelt. Dadurch würde mehr Geld an ein paar kleinere und vor allem mittlere Ligen fließen.

      Dass die Fans das Gefühl haben, da spielen immer dieselben Teams, wirst du einfach nicht lösen können. Weil es nunmal einen gewissen Pool gibt, in dem die besten Teams der größten Klubs sind und selbst wenn davon mal der ein oder andere ein oder mehrere Jahre weg sind, fällt das in Wahrheit niemandem als Veränderung auf.

      • Gernot Vessla

        Ich wollte das auch nicht als Gegenentwurf gemeint haben. Ich könnte mir aber vorstellen, dass schon in kurzer Zeit die Topligen noch mehr Plätze in der CL für sich einfordern – erst recht, wenn es weiter so viele Kantersiege gibt wie zuletzt. Daher ist meine Idee, die CL noch “exklusiver” zu machen und dabei auch zu riskieren, dass darin sechs spanische, sechs englische und vier deutsche Teams landen, die dann aber wirklich die Besten der Besten sind, und dafür die EL breiter aufzustellen und sie zum eigentlichen “Europacup” zu machen.

  • Und weil die Frage schon aufgetaucht ist, wie beim KO-System das Finale ausginge. Das verraten wir, nachdem ihr den Artikel 150 Mal geshared habt! :D ;)