WM-Qualifikation für 2014
Ernst-Happel-Stadion, Wien, 10. September 2013
Österreich - Irland
1-0
Tore: 84' Alaba

Alaba war überall, dann half Arnautovic: Österreich erzwingt 1:0 über Irland

Spielerisch war’s arm. Bei den Iren sowieso, aber auch bei Österreich war da nicht viel los. Viel Kampf, viel Krampf, und letztlich nützte David Alaba einen haarsträubenden irischen Abwehr-Schnitzer zum erzwungenen 1:0-Sieg. In dem sehr vieles nicht wunschgemäß funktionierte, einige ÖFB-Spieler deutlich außer Form sind, es weiter keinen wirklichen Plan B gibt und fast alles an einem 21-Jährigen hängt. Und an einem Vielgeschmähten, dessen Einwechslung aber das Spiel in Österreichs Richtung lenkte.

Österreich - Irland 1:0 (0:0)
Österreich – Irland 1:0 (0:0)

Rückblende, März 2011. Österreich steht vor einem wichtigen Heimspiel in der EM-Quali, daheim gegen Belgien. Einen Gegner, den man ein halbes Jahr davor am Rande einer Niederlage hatte, es war Aufbruchstimmung, ein Heimsieg gegen Belgien schien schon ausgemachte Sache zu sein. Damit wäre man drei Punkte vor Belgien und der Türkei gewesen, mit einem Spiel in der Hinterhand. Wie’s ausging, ist bekannt: Österreich spielte seltsam gehemmt, traute sich wenig, verlor sang- und klanglos 0:2. Der endgültige Anfang vom Ende der Ära Constantini.

Trap kopiert die Deutschen

Dieses Spiel gegen Irland fühlte sich recht ähnlich an. Österreich fehlte nach dem chancenlosen 0:3 in München und dem halbherzig bestrittenen Test gegen Griechenland das Selbstverständnis, Österreich spürte den extremen Druck des Gewinnen-Müssens, und Österreich hatte mit einem Gegner zu kämpfen, der zwar nicht besonders gut Fußball spielen kann, aber doch recht genau wusste, wie man Österreich nerven kann.

Dabei hat Trapattoni offenbar Video geschaut und sich von den Deutschen dabei einiges ab. Wie diese nämlich verdichtete er in seinem 4-4-1-1 vor allem das Zentrum, indem er die Mittelfeld-Außen nach innen und die beiden Viererketten sehr nahe aneinander rücken ließ. Gleichzeitig ging bei Ballgewinn einer aus dem zentralen Mittelfeld-Duo (fast immer Green) und einer der Flügelspieler nach vorne, um das Zusammenspiel mit Robbie Keane zu suchen.

Zu viele Fehlpässe und Schwächen im Zweikampf

Mit anderen Worten: Irland machte die Räume vor dem eigenen Sechzehner sehr eng und verwickelte Österreich in Zweikämpfe, und ließ die Gastgeber somit nicht das Pressing- und Umschaltspiel aufziehen, das dieser unter Marcel Koller eigentlich schon recht gut einstudiert hatte. Diesem Plan A beraubt war Österreich auf Wucht und Willen reduziert. Die Pässe waren überhastet und dadurch ungenau. Kavlak und Baumgartlinger waren im Passspiel untereinander ganz okay, aber die leichten Passwege nach vorne waren nicht vorhanden.

Um das Getümmel im Zentrum, durch das man nicht durchkam, zu überbrücken, griff Österreich schon nach einer Viertelstunde vermehrt auf lange Bälle zurück. Ein kleiner Sieg für Irland, so hatten diese nämlich den Gegner quasi auf ihr Niveau gezogen und ihm das eigene Spiel aufgedrückt. Was auch für die Physis im Zentrum galt: Hier zeigte Österreich Schwächen im Zweikampf, bekam auch deshalb keinen echten Zugriff auf das Spiel.

Probleme auf den Außen und mit der Kompaktheit

Auch die Mittelfeld-Außen trugen nicht viel zum Aufbauspiel bei. Burgstaller gab sich Mühe und versuchte, über seine Physis ins Spiel zu kommen. Sein Defensiv-Verhalten war sehr diszipliniert, er rückte oft weit mit Walters nach hinten und sorgte immerhin auch dafür dass Irland-RV Coleman kaum zur Geltung kam. Nach vorne kam von Burgstaller aber eher wenig. Wie auch von Martin Harnik. Dieser war, wie man es von ihm gewohnt ist, sehr geradlinig und wollte auch Zug zum Tor zeigen. Doch man konnte es ihm auch in diesem Spiel ansehen, dass er einfach seit Monaten seiner Top-Form hinterherläuft.

Ebenfalls ein Problem war das Defensiv-Verhalten von Fuchs und Garics, wenn Irland schnell umschalten konnte. Vor allem auf der Seite von Garics – der von Harnik deutlich weniger Hilfe bekam als Fuchs von Burgstaller – entpuppte sich gegen Ende der ersten Halbzeit als latente Gefahrenherd, in dessen Folge auch Prödl, Dragovic und Baumgartlinger ins Schwitzen kamen.

Ein weiteres latentes Problem, das von den Iren aber nicht konsequent angebohrt wurde, war die fehlende vertikale Kompaktheit von Österreich. Immer wieder zogen die einzelnen Mannschaftsteile zu weit auseinander. Das war im Aufbau ein Problem, weil die Passwege zu lang wurden (und damit das Fehlpass-Risiko stieg), und das war auch defensiv nicht ungefährlich, weil sich den Iren da eben Raum bot.

Alaba

Derjenige Österreicher, der den Laden noch am Ehesten zusammen hielt, war David Alaba. Bei den Bayern Linksverteidiger, im Team normalerweise auf der Acht, spielte er hier in Ermangelung des wohl länger ausfallenden Zlatko Junuzovic auf der Zehn, war aber in Wahrheit überall zu finden. Viel anzupressen – wie es bei Koller normalerweise der Job dieser Position ist – gab es nicht, weil Irland selten von hinten das Spiel aufzubauen versuchte.

So holte sich Alaba die Bälle von hinten, wich auf die Flügel aus (vor allem den linken), scheute keinen Zweikampf, wollte immer anspielbar sein. Baumgartlinger machte defensiv einen guten Job, brachte aber nach vorne nichts, so blieb die ganze Last auf Alabas Schultern hängen. Und er war auch in den ein, zwei Szenen beteiligt, in denen es Irland doch einmal erlaubte, dass Österreich schnell von Defensive auf Offensive umschaltet und es da auch immer sofort gefährlich wurde.

Erster Wechsel brachte wenig

Nach einer von Kampf und Krampf statt Rasse und Klasse geprägten ersten Hälfte wechselte Koller für den zweiten Spielabschnitt den angeschlagenen Veli Kavlak aus und brachte Christoph Leitgeb. Damit änderte sich aber an keinem einzigen der Problemfelder auch nur irgendetwas. Leitgeb – der gefühlt ja irgendwie vereinslos ist – bemühte sich vor allem, keinen Mist zu bauen. Er half brav mit, zwischen Baumgartlinger und Alaba aufzuräumen, machte keine haarsträubenden Fehler.

Aber er brachte halt auch sehr wenig. Keine überraschenden Pässe, keine Tempowechsel, (logischerweise) wenig Zutrauen in sich selbst. Leitgeb war halt da. Und zeigte nebenbei auch Eigenwilligkeiten im Pressingspiel. Was erstaunlich ist, schließlich wird in Salzburg sehr großen Wert darauf gelegt. Aber immer wieder setzte er im Anpressen eines Gegners zwei-, dreimal ab und startete von Neuem. So als wäre er sich nicht sicher, ob der diesen Spieler wirklich anpressen soll und ob das in die momentane Raumaufteilung passt.

Da hätte man sicherlich etwas progressiver wechseln können. Denn der einzige sichtbare Unterschied zur ersten Halbzeit war zunächst nur, dass die Außenspieler weiter einrückten und mehr verschoben, wohl um die Unterzahl im Zentrum auszugleichen. Diese Maßnahme blieb aber ohne positiven Effekt. Im Gegenteil: Gerade Burgstaller musste nun umso mehr laufen, um Coleman nicht an der allzu langen Leine zu halten.

Arnautovic bringt den nötigen Funken

Ab 60. Minute
Ab 60. Minute

In der 60. Minute kam Marko Arnautovic für Burgstaller, gleichzeitig rückte Leitgeb tendenziell etwas weiter zu Alaba auf. Das hatte zwei positive Effekte, die das Pendel auf die Seite von Österreich ausschlagen ließen. Erstens war Arnautovic von Beginn an ein großer Aktivposten und für die Iren der Gefahrenherd Nummer eins. Er vertendelte auch einige Bälle im 1-gegen-1, aber Coleman traute sich dennoch fast nicht, aufzurücken.

Zum anderen konnte Alaba im 4-1-4-1, das es nun eher war, auf die halblinke Seite zu Arnautovic und Fuchs gehen. Weil Fuchs nun extrem viel nach vorne machte (Baumgartlinger bzw. vor allem Dragovic sicherten ab), war das Dreigestirn Alaba, Fuchs, Arnautovic vereint und sorgte über die linke Angriffsseite für viel Druck.

Irland beeindruckt

Aus dem Spiel heraus war das zwar nicht torgefährlich – auch, weil Weimann erstaunlich viele technische Schwächen offenbarte und sich kaum durchsetzten konnte – aber Irland zeigte sich merklich beeindruckt. Mit der Einwechslung von Marc Janko kam dann auch noch davor fehlende Präsenz in den Strafraum.

Was sich bei den Iren in gesteigerter Unsicherheit manifestierte. Vor allem der bis dahin recht sichere Torhüter Forde wurde in der Schlussphase extrem flatterhaft, seine Vorderleute ließen sich davon anstecken. Schon die Eckballserie zwischen 70. und 75. Minute überstand man nur mit Mühe, und als Arnautovic in Minute 84 Fuchs schickte und dieser flankte, “klärte” Wilson genau vor die Füße von Alaba – dieser drosch den Ball ins Tor. Dass genau diese drei Spieler den entscheidenden Treffer einleiteten und abschlossen: Sicher kein Zufall.

Fazit: Einsatz kaschiert die vielen Schwächen

Vor zweieinhalb Jahren wurde so ein wichtiges Spiel, in dem es nicht laufen wollte, ohne echtes Aufbäumen mit 0:2 verloren. Nun wird in so einem wichtigen Spiel, in dem es nicht so recht laufen will, mit viel Einsatz sogar der Sieg erzwungen. Plakativ formuliert: Das ist der Unterschied zwischen damals und heute. Und der Torjubel von Alaba, der sofort zu Marcel Koller lief, sagt aus: Für diesen Trainer gehen wir durchs Feuer. Auch das war bei seinem Vorgänger ja nicht so sehr der Fall.

Dieser Einsatz und dieser Sieg kaschieren so ein wenig die vielen Schwächen und die vielen Problemzonen, die sich in der österreichischen Mannschaft aber trotz des Erfolgs offenbarten und die man auf keinen Fall außer Acht lassen darf. Die Formkurve bei vielen auch zentralen Akteuren zeigt nach unten (v.a. bei Harnik, Fuchs war dafür deutlich besser als in München), manchen fehlt es an Spielpraxis (Ivanschitz, Arnautovic, Leitgeb), Weimann ist ein braver Kämpfer, der aber nicht torgefährlich genug ist.

Es gibt, es wiederholt sich ja alles immer wieder, keinen Plan B wenn der Gegner Österreich die Möglichkeit zu Pressen und die Umschaltphasen von Defensive auf Offensive wegnimmt (das kann natürlich in dieser Quali-Kampagne nicht mehr gemacht werden). In diesem Spiel sah sehr viel auf individuelle Initiative und Ideen vor allem von Alaba aufgebaut aus. Zufallsfußball, bis zu einem gewissen grad, ein Hauch von Constantini. Das ging gut, weil hinten dichtgehalten wurde und Alaba vorne einen haarsträubenden irischen Abwehrfehler nützte.

Ebenso weiterhin eine recht massive Problemzone sind die Standardsituationen. Da kommt einfach zu wenig dabei heraus. Und es bleibt dabei, einen Junuzovic kann diese Mannschaft nicht adäquat ersetzen.

Im Englischen heißt es “grinding out results”, die nötigen Ergebnisse ohne Glanz erarbeiten. Darum geht es in dieser Phase der Qualifikation. Weiterentwicklung gibt es danach wieder. Jetzt zählt erstmal nur das Spiel in der “Friends”, die Auswärtspartie in Schweden. Verlieren ist da verboten – es zählt nur, was am Ende dabei herauskommt.

(phe)

Über Philipp Eitzinger

Journalist, Statistik-Experte und Taktik-Junkie. Kein Fan eines bestimmten heimischen Bundesliga-Vereins, sondern von guter Arbeit. Und voller Hoffnung, dass irgendwann doch noch alles gut wird.

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  • corbu

    Nicht der schlechte Tag unserer Mannschaft, sondern die Umsetzung des Spielsystemes gegen die Iren macht einem Sorgen. Zuerst ein halbherziges 4-2-3-1 gespielt, bei dem mit fortwährender Spieldauer klar wurde, daß die Viererkette viel zu weit am eigenen 16er steht und sich nicht nach vorne bewegt. Damit war bei gegnerischen Ballbesitz das Spielfeld viel zu groß, um wirklich effektiv Pressing spielen zu können und bei eigenen Ballbesitz war das Loch zwischen Abwehr und Angriff riesig. Die Iren haben diesen Raum und die Einladung zum Pressing dankbar angenommen. Unser Spielaufbau war dann meistens langer Ball sinnlos nach vorne, Einzelleistungen von Alaba als Ausnahme. Weinmann und Burgstaller harmlos, Kavlak überfordert. Fuchs und vorallem Garic indiskutabel.
    Taktische Reaktion in/nach der Pause: null. Erst mit den Einwechslungen und der (immerhin) vorhandenen Moral wurde es etwas besser.
    Fazit: wir haben kein Spielsystem, daß unsere Mannschaft versteht und umsetzen kann. Die Diskussionen der Mannschaft während des Spieles untereinander bestätigen das.

  • tf

    Löw hat ein gutes Rezept gefunden, unseren Aufbau zu stören und Trap hat’s übernommen. Koller hat die Lehre aus dem Deutschland Debakel gezogen und zur Halbzeit von 6-6-10 mit Leitgeb auf 6-8-10 bzw 6-8-8 umgestellt (war Alaba eher ein 8er als ein 10er). Der taktische Pfeil hat getroffen.

  • charles

    Leitgeb hat auch schon vor der Einwechslung von Arnautovic keine so schlechte Rolle gespielt.
    Nach dessen Einwechslung verbesserte sich das Offensivspiel generell, sowohl links als auch
    über die Mitte. Natürlich gibts Baustellen, Formschwächen, Verletzungen, natürlich gabs auch enormen Druck, dem aber mental wie schon in Dublin standgehalten wurde. Jetzt werden diese sogenannten dreckigen Siege auch eingefahren. Und das finde ich ist der größte Reifungsprozess
    dieses Teams. Auch wenns mal nicht nach Wunsch läuft, dranbleiben und das Glück zwingen.
    Denn welche NTs haben schon die Klasse Gegner fast immer zu dominieren, da gibts höchstens eine Handvoll weltweit. Also, deswegen bin ich auch zuversichtlich für SWE, warum sollten wir sie kein zweites Mal besiegen? 1998 haben wir es ja auch geschafft. Daher hoffen das Junuzovic vielleicht in einem Monat doch noch fit wird und Spieler wie Harnik, Arnautovic, Janko, Fuchs noch besser in Form kommen.

    • tf

      … zumal die Schweden auswärts unserer Spielanlage entgegenkommen. Die Schweden sind bei schnellem Umschaltspiel verwundbar und keine Weltmeister im Pressen, gegen das wir anfällig sind.

  • Martidas

    Mal wieder ein paar Eindrücke aus dem Stadion:

    – Die Mannschaft war extrem verunsichert. Alleine was sich da an hektischer Kommunikation während dem Spiel abgespielt hat, sagenhaft. Ein umso größeres Kompliment an die Mannschaft, gerade Österreich ist ja psychologisch sehr anfällig.

    – Dragovic ist unglaublich. Er muss für vier Leute denken (das Stellungsspiel von Garics, Prödl und Fuchs ist teilweise jenseitig, hätten die Iren mehr auf Seitenwechsel gesetzt, wäre es anders ausgegangen) und gewinnt noch dazu nahezu jeden Zweikampf.

    – Warum spielte Weimann bzw. warum spielt ein Konterstürmer gegen Irland??? Dafür gibt es keinen Grund. Allerspätestens wenn ich sehe, dass über das Zentrum nichts geht (wie auch?), sondern nur mit langen Bällen oder Flanken, muss Janko kommen. Gefühlte 60x ist ein Österreicher ratlos an der Flanke gestanden, weil niemand im Strafraum war (Weimann war nie in der Mitte, ist immer auf den Flügel gewichen).

    Die Präsenz von Janko im Strafraum ist überhaupt unglaublich, der arbeitet so viel mit den gegnerischen IV, die wurden von ihm in der Drangphase Österreichs regelrecht zermürbt -> Deswegen war Alaba auch beim Tor so alleine.

    – Über Alaba wurde schon genug gesprochen. Er sollte weiter OM spielen, solange Junuzovic verletzt ist. Das Experiment war meiner Meinung nach gelungen. DM haben wir eh genug.

    – Arnautovic ist selbst in Unform besser als alle Alternativen. Wir haben sonst niemanden, der so den Ball halten kann und für so viel Verwirrung und Angst beim Gegner sorgt. Aber mir gefiel der Gedanke ihn erst später zu bringen, über 90 Minuten mit Fuchs als Absicherung wäre in der derzeitigen Form der beiden wohl etwas gewagt. Und eine linke Seite mit Alaba als LV und davor Arnautovic würde jeden Gegner ins Schwitzen bringen. Arnautovic braucht Alaba, er ist der einzige vor dem er fußballerisch Respekt hat, das merkt man an seinen Pässen zu ihm und bei den Pässen vice versa.

    – Harnik war unterirdisch.

    – Und Leitgeb war die Überraschung schlechthin. Das hätte ihm wahrlich nicht zugetraut (auch das ganze Stadion nicht). Aber darüber wurde ja auch schon genug gesprochen.

  • Hekate

    also mir fiel Leitgeb erstmals durch einen ballverlust im aufbau auf, der zu einem konter der iren führte und dann einmal mit einer irrsinnig schlechten flanke in halbhöhe, schön auf einen iren gezirekelt. dann kam arnautovic und zog sämtlich konzentration der iren auf sich, dadurch blühte leitgeb auf uns spielte dann ganz ordentlich. aber arnautovic war einfach die erlösung. Mit ihm hatte dann alaba endlich einen gleichwertigen spielpartner gefunden.

  • Waldemar

    Ich hatte auf einen Wechsel Janko für Harnik ins Sturmzentrum gehofft, der Weimann nach rechts auf die Harnik-Position zurückgeschoben hätte. Ich denk, da wär über rechts dann auch mehr gegangen. Garics’ Offensivschwäche hatte doch auch sehr viel mit Harniks Totalausfall zu tun, nehm ich an.

    Und, naja, Arnautovic war bestimmt ein wichtiger Faktor in der Schlussoffensive, aber es hilft nix: Gegen ein Team, das Fußball spielen kann (zB Schweden) ist sein pomadiges Defensiv-Verhalten eine Gefahr, und dann ist da auch noch Fuchs hinter ihm…

  • Keisuke H.

    Arnautovic hat dann wirklich den Unterschied gemacht, ich kann die Leute einfach nicht verstehen die in ihm ihren Sündenbock gefunden haben. Da muss man einfach sagen das besagte keine Ahnung von Fußball haben.
    Was hier ausser Acht gelassen wird ist einfach die defensive Arbeit von Arnautovic bzw. das Passspiel man reisst nur die Augen auf wenn er einmal einen Ball verliert(worauf man auch lautstark von diesem unprofessionelen Kommentator hingewiesen wird).
    Dann Aussagen wie Arnautovic läuft lustlos mit dem Ball sind genauso dumm, der Spieler beweist Übersicht und versucht nicht überhastet den Ball loszuwerden ,siehe Szene vor dem 1:0 wartet geschickt bis Fuchs am Flügel frei wird um diesen anzuspielen, wo ein anderer vielleicht zur Mitte passen würde oder gar selbst den Abschluss gesucht hätte.
    Einen großen Unterschied hat auch Arnautovics körperliche Präsenz ausgemacht gerade in den Schlussminuten ein extremer Ruheherd.
    Für mich zählt Arnautovic nach Alaba und Dragovic zu den besten Spielern die Österreich zu bieten hat.

  • Karlinger

    Leitgeb habe ich durchaus besser in Erinnerung, wie er in dem Text wegkommt. Warum Koller 60 min braucht um auf die Baustelle “Linke Seite” zu reagieren, ist mir schleierhaft.

    Prinzipiell meine ich, dass das Experiment mit Ligaspielern nun abgeschlossen ist. Wie man an Hosiner bzw. nun auch an Burgstaller sieht, sind diese für den internationalen Einsatz noch nicht wirklich reif. Burgstaller war für mich auch in der Defensive nicht so gut, wie oben beschrieben. Es gab einige Situationen, bei denen sich Fuchs um 2 Angreifer kümmern musste und da siehst du dann natürlich immer schlecht aus(soll aber nicht sein katasprophales Stellungsspiel entschuldigen).

    Warum Burgstaller immer so weit in die Mitte einrückte und Weiman auf die Zehen stieg, ist mir auch unklar. Das Spiel wurde erst mit Arno breit.

  • Jiriki

    Meine Stadion-Sicht der Dinge:

    Finde auch dass Leitgeb seine Sache sehr gut gemacht hat. Und mit Arnautovic ist das Spiel dann wirklich gekippt, danach war ich recht zuversichtlich, dass uns noch ein spätes Tor gelingt.
    Garics war wirklich sehr schwach und fehleranfällig, Fuchs wie erwähnt im Lauf des Spiels immer besser. Baumgartlinger hat gut “Staub gesaugt”, hat dann aber leider sehr oft gerade gewonnene Bälle gleich wieder zum Gegner befördert. Harnik sehr blass, Weimann überraschenderweise technisch oft mangelhaft. Beide konnten ihre Schnelligkeit auch kaum ausspielen. Kavlak hat mir auch nicht besonders gefallen, vielleicht hat ihn die Maske doch zu sehr irritiert.

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  • Leitgeb war ab der 60. Minute in seiner höheren Positionierung sehr wichtig, um das andere Halbfeld gegenüber Alaba sauber zu halten. Das machte er gut, das hab ich aber auch so geschrieben.

  • einer

    Bitte Leitgeb noch einmal genau studieren. Ich hab zwar geflicht wie ein Rohrspatz, als ich seine Einwechslung mitbekommen habe, aber was er dann gespielt hat, vor allem ab der ca. 60sten Minute war mehr als blitzsauber. Für mich persönlich noch wichtiger als Arnautovic, dass gestern doch noch ein bisschen was ging.

  • Peter

    “Leitgeb – der gefühlt ja irgendwie vereinslos ist – bemühte sich vor allem, keinen Mist zu bauen. Er half brav mit, zwischen Baumgartlinger und Alaba aufzuräumen, machte keine haarsträubenden Fehler.

    Aber er brachte halt auch sehr wenig.”

    Den Text hattest du aber schon in der 46. Minute verfasst, oder?
    Leitgeb hat in einer klassischen destroyer-passer-creator-Aufgabenteilung aber sowas von einem blitzsauberen Achter gespielt.

    Viel eher ist mMn zu kritisieren, dass offensiv sowas von überhaupt nichts passte: die Standards bis auf die Eckenserie wirklich grausam (ja, die von Alaba!), gute Schusspositionen aus der zweiten Reihe (Kavlak, Baumgartlinger) blieben ungenützt (warum!?) und Harnik und Weimann sollte man bitte daran erinnern, was denn die Hauptaufgabe eines Stürmers ist.
    Da können die noch so viele Meter abspulen, aber ein Arnautovic im Stand und ein rekonvaleszenter Janko waren da weit gefährlicher.

  • tf

    in Kombination mit Arnautovic fand ich Leitgeb sehr gut. Er hat eben die 15 min bis zur Einwechslung von Arno gebraucht, um sich warm zu spielen. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, daß Koller richtig wechselt. Trotzdem Kritik am Teamchef: Janko kam viel zu spät. Die Probleme im offensiven Zentrum waren so offensichtlich, daß er Janko mit Arnautovic in der 60. bringen musste.

    Gestern zeigte sich wieder deutlich: unsere N11 kann nur über links Offensivkraft entwickeln. Im offensiven Zentrum und rechts läuft wenig. Garics ist im Aufbauspiel und offensiv furchtbar schwach. Koller muß Alternativen suchen (Trimmel?).

    Wir haben Kavlak, Weimann und Alaba in der Juno Rolle gesehen. Von den 3 machte es David weitaus am besten.

    • Chevy

      Klein ist eh dabei! Und in Ö bestimmt der Stärkste rechts…

      • tf

        meiner Ansicht nach ist Klein körperlich und im defensiven 1:1 viel zu schwach, um international dagegen halten zu können. Er ist daher auch bei den Bullen hinter einem mehr als biederen Schwegler (und der ist nicht einmal Schweizer Nationalspieler) die Nr 2.

        Ich halte Trimmel für eine interessante Alternative. Er hat sich als AV strak verbessert. Im defensiven 1:1 enorm stark und sehr robust, im offensiven 1:1 und bei Flanken auf Augenhöhe mit Klein. Trimmel hat 2 Eigenschaften, die ich für besonders interessant halte:
        er ist sehr schnell (kommt unserer langsamen Defensive zu gute) und sehr kopfballstark (wir haben im Mittelfeld außer Baumgartlinger lauter Zwerge)

    • pp

      Trotz der positiven Performance von Leitgeb: wir haben auch gesehen, dass die erste österreichische Elf der Legionäre nicht zu ersetzen ist.

      Auch wenn mit Arnautovic, Baumgartlinger, Fuchs, Garics, Harnik und Janko gleich mehrere Spieler derzeit nicht auf der Höhe ihrer Möglichkeiten agieren, sind sie nicht mit Spielern aus der Ö-Bundesliga zu ersetzen – wie uns Burgstaller bewiesen hat. Das allseits konstatierte Bemühen will ich ihm dabei ja auch nicht absprechen, aber das alleine reicht für internationales Niveau eben nicht. Mir ist da deswegen auch sehr schleierhaft warum da ausgerechnet ein Trimmel (statt Garics) das Offensivspiel beleben soll – es steht eher zu befürchten, dass mit ihm auf dieser Seite dann offensiv und defensiv rein gar nichts mehr funktioniert (obwohl auch er sich sicher bemühen wird ;-)

      Bei Weimann bleibt ein riesiges Fragezeichen – gelingt es noch eine passende Rolle für ihn im Nationalteam zu finden? Wäre sehr schade falls nicht.

      • tf

        Leitgeb hat doch gezeigt, daß auch Liga Kicker eine Bereicherung fürs Team sein können, wenn sie ins taktische Konzept passen. Burgstaller ist weder besonders in Form noch ist er besonders für die von Koller angedachte Rolle geeignet. Salzburg, Rapid und Austria spielen heuer in Europa Gruppenphase. Sehen wir uns doch einfach an, wie sich derzeitige und zukünftige Teamkandidaten (zb Suttner, Trimmel, Ulmer, Ortlechner, Sonnleitner, Burgstaller, Grünwald, Royer, Stankovic, Ilsanker, Hierländer…) präsentieren. Der eine oder andere wird die Reifeprüfung bestehen und sollte dann auch von Koller im Team getestet werden (entweder in Hinblick auf den WM Kader oder die EM Quali)

  • Radagast

    also Marcel Koller und der Prohaska machten ja eher Leitgeb dafür verantwortlich, dass es in Hälfte 2 mehr nach vorne ging.

    Und noch eine Frage: Wie haltet man die Kommentare vom BKJ aus? Der Mann hat ja Depressionen.

    • Ich bitte davon Abstand zu nehmen, hier irgendjemanden persönlich zu attackieren. Das brauchts echt nicht.

      • Vivicorsi

        Wer ist eigentlich BKJ?

      • Boris Kastner-Jirka, Kommentator im ORF

      • Vivicorsi

        Danke für die Antwort!