WM-Qualifikation für 2014
Ernst-Happel-Stadion, Wien, 16. Oktober 2012
Österreich - Kasachstan
4-0
Tore: 23' und 63' Janko, 71' Alaba, 90' Harnik

Alaba und Arnautovic in Spiellaune – 4:0-Sieg gegen kasachische Opferlämmer

Die Gegenwehr von Kasachstan? Gleich Null! Jener Gegner, der Österreich in Astana noch mit aggressivem Spiel geärgert hatte, ließ diesmal in Wien das Treiben von Alaba, Aranautovic und Co. über sich ergehen wie Opferlämmer auf Valium. So dominierte Österreich das Spiel, zeigte deutlich mehr Zielstrebigkeit als im Hinspiel und gewann völlig ungefährdet mit 4:0. Das ÖFB-Team zeigte aber auch, dass es weiterhin viel zu tun gibt.

Österreich – Kasachstan 4:0 (1:0)

Pressing auf die österreichische Spieleröffnung und blitzschnelles Umschalten bei Ballgewinn? Genau auf jene beiden Aspekte, mit denen die Kasachen den Österreichern beim 0:0 in Astana das Leben so dermaßen schwer gemacht haben, verzichteten sie im Wiener Happel-Stadion völlig.

Seltsame kasachische Passivität

Was seltsam war. Denn von schnellem Umschalten abgesehen war im Aufbau bei den Kasachen schon im Hinspiel nichts los. Dieser Effekt verstärkte sich durch die ungeheuer passive Spielweise nun natürlich noch. Österreich hatte bis zu 80 Prozent Ballbesitz und musste vor dem Gegner nie auch nur die geringste Angst haben. So wurde das Spiel zu einer Übungseinheit: Wie knackt man eine Mannschaft, die nur darauf aus ist, so wenig Gegentore wie möglich zu kassieren?

Miroslav Beranek musste auf das gelbgesperrte Sturmduo Ostapenko/Nusarbajev verzichten. Statt den beiden giftigen Angreifern spielte diesmal mit Sergej Gridin als Solo-Spitze in einem 4-1-4-1. Dem Lulatsch fehlte es an jeglicher Unterstützung, er trabte auch nur über den Platz und störte die Österreicher überhaupt nicht. Genauso wie das Mittelfeld-Zentrum, das in Astana mit seiner Aggressivität noch sehr viele Impulse der Österreicher neutralisieren konnten, gefiel sich in seiner Passivität.

Mehr Balance im Spiel

Ganz anders traten da die Österreicher auf. Nominell schickte Koller wieder das gewohnte 4-2-3-1 auf das Feld, mit dem eine beinahe barceloneske Dominanz ausgeübt wurde. Die beiden Außenverteidiger Klein und Fuchs waren, wie sich das gehört, praktisch permanent in der kasachischen Hälfte unterwegs, während es im defensiven Zentrum eine klare Gewaltenteilung gab: Emanuel Pogatetz stand zumeist am Tiefsten, schräg vor ihm war Sebastian Prödl für den ersten Pass zuständig, und Veli Kavlak hielt den vor ihm postierten Alaba und Junuzovic den Rücken frei. Wiewohl es da nicht viel freizuhalten gab.

Die Spielanlage des ÖFB-Teams zeigte sich wesentlich ausbalancierter als in Astana, wo ein massiver Rechtsdrall zu erkennen war und die linke Seite praktisch komplett ignoriert wurde. Auffällig war allerdings, das praktisch nie die Bälle von tief über die Flanken nach vorne getragen wurde, sondern es eine eindeutige Schlatzentrale im Zentrum gab, von wo aus die Bälle dann verteilt wurden. Entweder eben auf Klein/Harnik rechts, auf Fuchs/Arnautovic links oder zu Junuzovic und Janko durch die Mitte.

Bärenstarker Alaba

Diese Schaltzentrale war David Alaba. Er brachte mit seiner unglaublichen Übersicht jenes ordnende Element ins Spiel, das in Astana so schmerzlich vermisst wurde. Und weil ihn Korobkin, Bogdanov und Shakmetov gewähren ließen und sich Alaba auch extrem viel und gut bewegte, konnte er recht problemlos als Kopf der Mannschaft auftreten. Und wenn es eng wurde, kam halt der Pass zurück für den geordneten Neuaufbau von hinten.

Die Performance von Alaba war beeindruckend. Dass er seit fünf Monaten kein Pflichtspiel mehr in den Beinen hat – sein letztes war das 2:5 mit den Bayern im Cup-Finale gegen Dortmund – merkte man ihm nicht an. Er spielte kaum Fehlpässe, warf sich ohne Scheu in die Zweikämpfe und die meisten seiner Zuspiele kamen mit einer Präzision, die auf dem Kunstrasen in Astana vermisst wurde. Seine beiden weiten Flanken auf Marc Janko zum 1:0 und zum 2:0 zeigten das; sein erstes Länderspiel-Tor zum 3:0 krönten seine Leistung.

Das Spiel auf den Flügeln

Ebenfalls sehr aktiv war Marko Arnautovic. Bei ihm fällt immer deutlicher auf, dass er im Trikot der Nationalmannschaft einen wesentlich zielstrebigeren Eindruck macht als in jenem von Werder Bremen. Schon in Astana war er ein absoluter Aktivposten, und in diesem Spiel beherrschte er gemeinsam mit Christian Fuchs die linke Seite nach Belieben – wiewohl es dennoch noch Verbesserungspotential gibt.

Denn Arnautovic zeigte, wie auch Martin Harnik von der rechten Seite in noch stärkerem Ausmaß, eine Tendenz zum relativ frühen Einrücken; genau auf die einmal mehr sehr zurückhaltenden kasachischen Außenverteidiger zu. Doch während Fuchs durch konsequentes Hinterlaufen zumindest links für die nötige Breite sorgte und RM Konisbajev nach hinten drängte, war dies bei Klein auf der rechten Seite weniger der Fall. Klein rannte zwar sehr schwungvoll nach vorne, aber es fehlte ihm so ein wenig das Auge für die Situation.

Harnik und Janko

Was dem ohnehin verunsicherten Martin Harnik wohl zumindest nicht geholfen hat. Dem Stuttgarter klebt eine Un-Form an den Schuhen, die sich gewaschen hat – umso wichtiger für ihn das Tor zum 4:0 in der Nachspielzeit. Im Aufbauspiel war er immer wieder sehr wertvoll, war mannschaftsdientlich und zeigte gute Abstimmung mit seinen Nebenleuten. Aber vor dem Tor hat er die Seuche. Sein Tor schoss Harnik zu einem Zeitpunkt, als er schon nicht mehr auf dem Flügel agierte, sondern nach Jankos Auswechslung statt diesem im Sturm-Zentrum.

Überhaupt, Janko. Bei Trabzonspor kommte er bislang noch nicht so recht zum Zug – viermal ein- und einmal ausgewechselt, noch kein Tor – aber ihm war der Wille deutlich anzusehen, sich gegen die massierte kasachische Abwehr mehr ins Spiel einzubringen. So ließ er sich oft zwischen die Reihen fallen, um gemeinsam mit Junuzovic den kasachischen Sechser Bogdanov zu beschäftigen oder, im Idealfall, einen Innenverteidiger aus der Position zu ziehen. Hier allerdings agierten die Kasachen sehr diszipliniert.

Längst nicht alles war super

Und das darf trotz den erfreulichen und natürlich auch in der Höhe verdienten 4:0 nicht außer Acht gelassen werden: So erfreulich es ist, dass sehr viel mehr Zielstrebigkeit an den Tag gelegt wurde, dass man mit kreativem Spielaufbau den Gegner knacken wollte, dass Schwung vorhanden war – echten Zugriff auf den Strafraum hat die österreichischen Offensive selten bekommen. Die ersten beiden Tore entstanden aus weiten, unbedrängten Flanken von Alaba auf Janko (dem von Harnik bzw. Junuzovic in beiden Situationen blendend ein Mitspieler den am langen Pfosten postierten Verteidiger band), beim dritten Tor lag ein kasachische Verteidiger verletzt am Boden, und auch das vierte Tor resultierte aus einem Zuspiel von außerhalb der Box.

Bei allem Ballbesitz und bei allem Jubel über die starke Leistung von Alaba – einen Gegner mit einer solch destruktiven Anlange mit spielerischen Mitteln zu knacken ist und bleibt ein Schwachpunkt. Das ist nicht schlimm, weil nach acht Spielen unter Koller vor allem im Spiel gegen den Ball schon dermaßen viel weiter gegangen ist und das Gestalten und Durchkommen durch defensive Mannschaften deutlich schwerer zu erlernen ist. Dennoch wird hier das Hauptaugenmerk des Teamchefs liegen müssen, wenn es Richtung der Spiele gegen die Färöer geht. Zumal bei Österreich hier auch noch das psychische Element dazukommt.

Standards ausbaufähig – Pogatetz der Verlierer des Abends

Auch bei Standardsituationen gibt es noch Verbesserungspotential. Das wurde schon in Astana deutlich, als eine Ecke nach der anderen einfallslos in den Strafraum getreten wurde – dabei ist die kasachische Verteidigung eigentlich gar nicht die sicherste, wenn es um das Klären von hohen Bällen geht. Bei diesem Spiel war darüber hinaus auffällig, dass vor allem bei Freistoß-Flanken kein Österreicher lang postiert war. Wenn der Ball also über die Abwehr segelt oder nach außen geklärt wurde, musste immer ein Spieler im roten Dress nachlaufen, anstatt sich frontal dem Ball zu nähern und damit Zeit gegen die verschiebende Abwehr zu gewinnen.

Und es muss auch erwähnt werden – im Spiel der Österreicher gab es einen ganz großen Verlierer: Emanuel Pogatetz. Er fiel vor allem durch praktisch nicht vorhandene Spieleröffnung auf, durch eine ziemliche Streuung in seinem Passspiel, durch latente Gehetzheit wenn schnelles Handeln gefordert war. Kurzum: Der Wolfsburg-Legionär war ein ziemlicher Unsicherheitsfaktor. Es ist anzunehmen, dass die unangenehmen Ostapenko und Nusarbajev das wesentlich konsequenter auszunützen versucht hätten als der als Solo-Stürmer ohne Hilfe auf völlig verlorenem Posten stehende Gridin das tat.

Fazit: Ergebnis wichtig, punkt. Leistung wichtig, aber ausbaufähig

Das deutliche Ergebnis ist vor allem dafür gut, um Unkenrufern die Luft ein wenig aus den Segeln zu nehmen. Der Pflichtsieg ist eingefahren, das mit einer sehr ordentlichen Leistung. Die zwei Punkte aus Astana fehlen zwar immer noch und die historische Aufholjagd der Schweden in Berlin, mit der sie ein 4:4 retteten, hat dem ÖFB-Team auch nicht geholfen. Aber man hat sich in der öffentlichen Wahrnehmung für Astana rehabilitiert.

Wie man die sachliche, analytische und beharrliche Art von Marcel Koller kennt, wird er allerdings sehr wohl auch gesehen haben, dass es weiterhin natürlich noch viel zu tun gibt. Bei der Chancenverwertung wird der Schweizer nicht viel tun können, aber im nächsten Schritt seiner Arbeit wird der Begriff “Eigene Spielgestaltung” eine zentrale Bedeutung einnehmen.

Denn Alaba und Arnautovic werden nicht jedes Mal so einen guten Tag haben wie diesmal. Und ein gutes Abschneiden in der WM-Quali wird auch maßgeblich davon abhängen, wie gut es gelingt, aus dem eigenen Spiel heraus Zugriff auf den gegnerischen Strafraum zu bekommen. Das 4:0 gegen Kasachstan (der höchste Sieg seit dem 5:1 gegen Malta vor der Heim-EM) ist ein schönes Ergebnis. Aber kein Ruhekissen.

Auch, weil sich in den restlichen sieben Quali-Spielen garantiert kein Team mehr als dermaßen williges Opferlamm präsentieren wird wie die schon fast skandalös passiven Kasachen.

(phe)

Über Philipp Eitzinger

Journalist, Statistik-Experte und Taktik-Junkie. Kein Fan eines bestimmten heimischen Bundesliga-Vereins, sondern von guter Arbeit. Und voller Hoffnung, dass irgendwann doch noch alles gut wird.

  • chevy

    sollte ja auch “schade” heißen und nicht schande, so schlimm wars ja wieder auch nicht ;)
    jedem steht seine meinung zu, kein Problem! Meine Meinung ist halt dass ich hier selten so gegen einen spieler gerichtete kritik gelesen habe wie diesmal und das halt sehr auffällig war, speziell weil für mich nicht nachvollziehbar…
    oba wuarscht! besser geht immer, hoffentlich auch beim nationalteam!

  • Tom Schaffer

    Mal halblang. Ich habe Pogatetz zwar auch nicht so schlecht gesehen wie Philipp, aber das ist seine legitime Meinung für die er Argumente nennt. Wegen eines kritischen Absatzes der einem nicht passt hier von “unqualifiziert” und “boulevardesk” anzufangen geht auch nicht. Respekt vor begründeten anderen Meinungen gehört zu Qualität dazu.

    Hier wird ja kein Feldzug gegen den Mad Dog geführt. Er wird halt in einem Spiel mal kritisiert.

  • chevy

    ich bin ein bisserl enttäuscht! bisher waren die Analysen immer sehr objektiv und auf System/Positionen ausgerichtet, negativ/positiv hervorgehoben wurde meist niemand, oder maximal situationsbedingt…
    Daher verstehe ich dieses unreflektierte hintreten auf Pogatetz nicht, speziell in einem solchen Medium, und dann auch noch ungerechtfertigterweise!
    Pogi machte in der Defensive keine Fehler, gewann quasi alle Zweikämpfe und Kopfballduelle und war als Backup von Prödl, wenn der als 6er mehr nach vorne ging immer zur Stelle!
    Außerdem brachte er sich mehrmals mit Tempoläufen gut in die Offensive mit ein, was öfters für Gefahr sorgte!
    2 Mal hat er mit einem dribbling nach vorne den Ball vertendelt, aber ihm deswegen so unqualifiziert zu kritisieren ist schon sehr boulvardesk! Schande!

  • Martidas

    Ich muss da auch widersprechen! Pogatetz war alles andere als ein Unsicherheitsfaktor. Ich fand den Auftritt von Pogatetz gestern sehr gut. Jedesmal wenn er keine Anspielstation vorfand ging er mutig nach vorne (was er sich aufgrund des Gegners leisten konnte und klug erkannte) und sorgte dafür für noch mehr Verwirrung im gegnerischen Mittelfeld. Die Kasachen standen diesen Vorstößen völlig hilflos gegenüber. Er hätte das ruhig öfter machen dürfen.

    Und Janko kann es scheinbar den österreichischen Fans nicht Recht machen. War gestern im Stadion und Janko’s Einsatz und Spielintelligenz stand dem Rest Österreichs um nichts nach. Er rannte ständig zwischen den beiben Strafraumenden vertikal hin und her, was eine Manndeckung der kasachischen IV unmöglich machte und der Hauptgrund für den freien Raum bei den beiden Toren war. Und wie dringend wir einen Spieler brauchen, der die Tore auch macht, sollte ja bekannt sein. Die Kritik an Janko ist mir daher völlig unverständlich. Aber das war sie mir schon immer. Man muss sich nur einmal seine Trefferquote im Nationalteam anschauen und diese Treffer resultieren aus einer Zeit, in dem das Spiel nie auf ihn zugeschnitten war!

    Positiv aufgefallen ist mir gestern auch Klein. Technisch überraschend stark.

    Alaba und Arnautovic haben schon völlig zurecht genug Lob abbekommen. Vor allem Arnautovic war gestern überragend.

  • Patrick

    Jetzt habe ich doch glatt vergessen meine E-Mail-Adresse anzugeben, um die mögliche Auklärung zu bekommen.
    patrick.bruckner@gmail.com

  • Patrick

    Generell echt eine gute Spielanalyse.
    Ich muss jedoch in 2 Punkten widersprechen.

    Punkt 1: Mark Janko
    Er war der Spieler den wir für diese Partie gebraucht haben, und der auch ein Schlüssel zum Erfolg war. Ohne seine beiden Treffer, hätte es wohl anders ausgesehen. ABER er hat sich weder ins Spiel eingebracht, noch ist er viel gelaufen. Die meiste Zeit in der unsere Mannschaft den Ball hatte stand er im Abseits (und damit meine ich nicht er wäre ins Abseits gelaufen, sondern er hielt sich dort schon auf – Ist wahrscheinlich auch seine Absicht, um dann bei Flanken nicht sofort von einem Gegenspieler gedeckt zu sein). Aber dass er sich einmal kurz anspielen hätte lassen, oder als Anspielstation verfügbar gewesen wäre war nicht der Fall. Bei Flanken wartete er eigentlich immer auf der 2. Stange, was es schwieriger macht ihn anzuspielen. Dennoch hat er beide Tore so erzielt, und somit auch eine ganz gute Leistung gebracht. Aber von einer “sehr guten” oder “perfekten” Leistung ist das noch weit weg.

    Punkt 2: Emanuel Pogatetz
    Er war gemeinsam mit Prödl und dann auch mit Dragovic ein solider Teil dieser Hintermannschaft. Gewann eigentlich 99% aller Kopfballduelle, Fackelte nicht als es dann mal brenzlich war und wirkte für mich in keinem Zeitpunkt als Unsicherheitsfaktor. Er spielte meist Alaba vor ihm den Ball zu, der dann das Spiel verteilte. Wenn Alaba einmal nicht anspielbar war, bzw. sich neben ihm keine Anspielstation bot, nahm er vor allem in der 1. Halbzeit (2-3 mal) den Ball und ging selber über das Kasachische Mittelfeld und versuchte den Ball dann Tief auf Arnautovic oder Janko zu spielen. Dass nicht jeder Steilpass ankommt ist verständlich und gelingt auch keinem Xavi, Messi oder Iniesta. Aber ihn als großen “Verlierer des Abends” zu bezeichnen finde ich nicht richtig.

    Wer das anders sieht darf sich gerne bei mir per E-Mail melden und mich aufklären.

  • jo

    Ich glaube aus diesem viel besseren Spiel kann man vieles lernen was das Spiel gegen schwächere Gegner anbelangt:

    Im Hinspiel hatte man mit Kavlak und Baumgartlinger eher 2 Sechser, die gemeinsam wenig kreativ im Spielaufbau sind. Mit Alaba statt Baumgartlinger (dessen Stärken eher in seiner Zweikampfstärke liegen) war diesesmal ein zweiter Kreativer im Zentrum, was die Kasachen viel mehr beschäftigt hat.

    Gegen einen tief stehenden Gegner macht auch ein Janko Sinn. Ja, er ist kein moderner Stürmer, aber er hat Brecher- und Verwerterfähigkeiten, und kann sich im Strafraum durchsetzen. Auch Deutschland setzt auf den klassischen Strafraumstürmer Gomez und ist sehr erfolgreich damit.

    Insgesamt war das Spiel viel vertikaler als in Astana und zwar links, in der Mitte und rechts. Was vielleicht noch gefehlt hat, waren Flanken von der Grundlinie auf Janko in der Mitte, weil beide Außen (Harnik und Arnautovic) lieber in die Mitte ziehen. Da wären Klein und Fuchs gefragt gewesen.

    Also bitte gegen die Färöer ein ähnliches Konzept spielen und das wird wieder ein Sieg. :-)

  • TF

    bitte Jungs: schenkt uns eine Analyse des Deutschland-Schweden Spiels

  • Peter

    Was ich außerdem noch loswerden möchte:

    Ich bin seit einiger Zeit dazu übergegangen mir vor den Spielen bewusster Gedanken über realistische Erwartungen zu machen, da man zu leicht in die manische Depression der Medien verfällt.
    Und da habe ich gegen Kasachstan zweimal einen richtigen Schweinskick erwartet, weil das ja noch unsere größte Baustelle ist: das Spiel machen.

    Aber schon in Astana war ich eigentlich positiv überrascht wie flüssig das Spiel nach vorne ausschaut, wenn man es mit der Constantini-Ära vergleicht. Noch dazu, wo Kasachstan am Freitag das beste der vier Spiele gegen uns gemacht hat.
    Dass dann mit Alaba und Janko noch einmal ein so deutlicher Schritt nach vorne möglich ist, hätte ich mir gar nicht erwartet.

    Soll heißen vom Ergebnis her schmerzt das 0:0 natürlich sehr, aber die Entwicklung des Teams ist im Nachhinein betrachtet schon weiter fortgeschritten, als ich es mir erwartet habe.

  • Peter

    Sehr gute Analyse!

    Auch bei der Kritik an Pogatetz bin ich bei dir: selbst nach dem 2:0 wirkte er in seinen Aktionen überhastet. Das ist bei der momentanen Form der Wolfsburger Mannschaft aber auch irgendwie verständlich.

    Was mir am Spiel besonders gefallen hat ist, dass die mMn drei wesentlichen Schwachpunkte aus dem Hinspiel (Harnik Solospitze gegen defensiven Gegner, Rechtslastigkeit, Passgenauigkeit) behoben wurden.

  • Faxi

    Ich bin nur mit dem Pogatetz-Schema nicht ganz einverstanden. Ich hatte den Eindruck, er hatte gestern den Auftrag mit dem Ball in den Angriff zu gehen, falls er keine Anspielstation findet. Hat er erste Halbzeit sicher 2-3 mal gemacht und damit die Kasachen ganz schön aus der Fassung gebracht.

  • War sie sogar sicher. Trotzdem hab ich ihn auch innerhalb seiner Aufgabe als mitunter etwas wackelig empfunden. Das hat in diesem Spiel nichts ausgemacht, weil die Kasachen einfach so dermaßen harmlos waren. Bei stärkeren Gegnern kann so eine Schwäche aber zum Problem werden.

  • jo

    Wie immer sehr gute Analyse! Aber kann es nicht auch sein, dass die Rolle von Pogatetz in einer insgesamt sehr offensiv ausgerichteten Mannschaft bewusst so gewählt wurde? Ich mein, irgendwer muss sich ja auch auf die Absicherung konzentrieren.