Contra: Foda als Teamchef

Die BILD hat es bestimmt: Franco Foda wird seit Sonntag als Fix-Nachfolger von Dietmar Constantini gehandelt. Ob die Informationen des deutschen Boulevards stimmen oder trügen, wird sich zeigen. Aber er ist ja die oberflächlich logische Variante. Er stellt irgendwie die zufrieden, die keinen Österreicher wollen, aber auch die, die einen Vertrauten der heimischen Liga fordern. Er hat den Ruf als guter Fachmann, wird aber nicht allzu teuer sein. Er ist nicht zu verhabert, aber doch auch nicht ganz von heimischen Rücksichtnahmen losgelöst. Kaum jemand könnte sich ärgern. Auf ihn kann man sich einigen. Man sieht: Wenn man nur in Lobbys denkt, dann passt Foda irgendwie.

Auch das seltsame Festhalten an Constantini (deshalb wundert mich dieser Unsinn auch nicht so) seitens des ÖFB sprach für mich sofort für Foda. “Er wird wohl nicht vor einem Europa League-Herbst bei Sturm hinwerfen wollen”, dachte ich. Lediglich die Deadline, vor dem 15. November einen neuen ÖFB-Trainer haben zu wollen, passt nicht rein. Sturms letztes EL-Spiel ist am 14.12., das letzte Meisterschaftsspiel am 17.12.. Aber dem ÖFB wäre ja auch zuzutrauen, dass er für diesen Monat und das Ukraine-Testspiel ein Doppelamt akzeptiert.

Ich möchte außer Zweifel stellen, dass ich Franco Foda für einen viel versprechenden Trainer halte. Er ist alles andere als das Schlimmste, was dem ÖFB passieren könnte. Trotzdem wünsche ich mir eine andere Lösung für die kommenden Jahre. Mehrere Gründe sind dafür ausschlaggebend.

1. Foda fehlt internationale Erfahrung

In der österreichischen Liga reüssiert der geborene Mainzer mit Sturm Graz seit Jahren. Aus dem Pleiteklub formte er einen Cupsieger, aus dem Cupsieger einen Meister, aus dem Meister einen Beinahe-Champions-League-Teilnehmer. Beeindruckend! Doch das störende Beiwort “Beinahe” vor “Champions League” ist von Bedeutung. Bei seinen bisherigen großen internationalen Prüfungen konnte Foda nicht glänzen: 2011 gegen BATE in der CL ein unnötiges Aus; 2010 gegen Juventus im EL-Playoff gab es ebenfalls keine Überraschung; 2009 gegen Kharkiv gelang zwar der zurecht viel beachtete Aufstieg in die EL-Gruppenphase, Sturm blieb mit Platz 4 dort jedoch unspektakulär; 2008 flog man gegen den FC Zürich aus der UEFA-Cup-Quali.

Zwar kann er im Herbst nun ein zweites Mal mit Sturm die Europa League beackern – das ist gut – doch sein systematisch unspektakuläres 4-4-2 mitsamt der jeweils dazugehörenden Taktik brachte ihm gegen BATE im Hinspiel unser Urteil “So wie diese Partie inhaltlich nicht besonders prickeld [war]” ein. Im erfolglosen Rückspiel folgte dann gar eines, das uns vom Nationalteam der letzten Jahre zu bekannt vorkommt: “Dann aber fehlte der Plan B“.

2. Sein Erfolg ist noch nicht bestätigt

Die heimische Liga mit Sturm (der theoretisch vierten Geige) zu gewinnen, ist natürlich beachtlich für einen jungen Trainer. Fußballerisch war die Liga trotz des Aufwärtstrends aber auch selten so weit hinter dem internationalen Maßstab wie im Moment (dass wir uns wie wahnsinnig über eine mögliche Rückkehr in die UEFA-Top-15 vor den maroden Schotten freuen würden, spricht Bände). Und selbst in der Meistersaison in dieser Liga sah Sturm gegen die besten Teams nicht besonders gut aus.

Nur nominell schwächere Gegner zu schlagen, klappt vielleicht in einer von (Hausnummer) zehn Meistersaisonen, ist aber für unser Nationalteam kein viel versprechender Erfolgspfad. Ist es Foda zuzutrauen, dass er ein Konzept entwickelt, das über das bei Sturm in Österreich erfolgreiche hinausgeht? Natürlich. Hat er das schon bewiesen? Natürlich nicht. Foda müsste seinen Erfolg mit Sturm erst einmal einigermaßen bestätigen und zeigen, dass er die Mannschaft noch weiter entwickeln kann.

3. Foda ist Österreicher

1996 hat Foda Deutschland als Spieler verlassen – da wurde Joachim Löw dort gerade erst Trainer (bei Fodas Verein, dem VfB Stuttgart). Seit 1997 ist seine Welt in Graz. Top-Ligen kennt er als Coach nicht – außer Ivica Osim hat er auch in Spielerjahren selbst keinen gehabt, von dem er sich für heute viel mitnehmen hätte können. Damit ist Foda trotz anders lautendem Pass eine österreichische Lösung.

Ich würde Foda liebend gerne in fünf bis zehn Jahren als Teamchef sehen, nachdem er in Deutschland einen Mittelständler geleitet und sich daran weiterentwickelt hat. Die selbe Anforderung würde ich auch an Andreas Herzog, Markus Schopp, Didi Kühbauer oder jeden anderen halbwegs viel versprechenden heimischen Jungtrainer stellen. Ohne lehrreiche Auslandserfahrung als Trainer ist die Eignung für das Team nicht wirklich da. Ohne dass die hautnahe Erfahrung des internationalen Niveaus den Trainer geprägt hat, wird das ÖFB-Team zu eben jener “Learning by doing”-Spielwiese, die es teilweise auch bei Constantini war (der immer wieder ausbrechenden Unruhe der besten Legionäre über die professionelle Diskrepanz zwischen Verein und Nationalteam inklusive).

4. Mit Sturm würde auch die heimische Liga einen Rückschlag erleiden

Was ich auch gegen Paul Gludovatz einzuwenden hätte (wenn der nicht ohnehin nicht in Frage käme): Ein Trainer, der einen österreichischen Meisterschafts-Underdog so erfolgreich aufbaut, wird genau dort dringend gebraucht. Foda war ein absoluter Glückfall für Sturm – aber auch für Österreich im Sinne der Liga-Entwicklung. Sturm fordert alle Mannschaften in der Liga und tritt in Europa garantiert nicht peinlich auf, sondern punktet verlässlich für die Fünf-Jahres-Wertung. Es steht zu befürchten, dass Sturm nicht wieder einen solchen Griff landet und mit Fodas Abgang zurückfallen wird. Für Sturm-Fans ist das schade genug, aber hat sich schon mal jemand gefragt, was Österreich dann mit einem vierten und fünften Europapokalstartplatz anfangen soll – geschweige denn diesen fünften zu halten?

Auf dieses Problem muss Sturm sich natürlich ohnehin vorbereiten. Aber gerade der ÖFB sollte sich nicht am Liga-Brain-Drain beteiligen (wie schon mit der Nominierung von Josef Hickersberger), sondern vielmehr Know-How ins Land importieren, von dem dann auch die Ligatrainer profitieren könnten (die ich derzeit allesamt für nicht schlecht besetzt halte). Aus dieser Perspektive wäre es ratsam für und nachhaltig vom ÖFB, sich im Ausland umzusehen. Trainer die Potential haben, aber noch keine endlose Erfolgsliste (die sie teuer machen würde) gibt es dort genug – viele davon können eh deutsch. (Damit der unumgängliche Boulevard mitmacht, müssen die halt ab und zu lustige Sprüche sagen.)

5. Foda muss beim Erfolg sehr loyal sein

Wie Martin Blumenau richtig sagt: Leitet Foda das heimmische Nationalteam mit Geschick, dann wird die Aufmerksamkeit von deutschen Klubs schnell groß sein. Ob der Trainer dann bei lukrativen Angeboten seinen Weg mit dem Nationalteam fortsetzt? Oder müsste dann wieder ein Trainer von vorne beginnen?

Auch das wird zugegeben allgemein ein Problem mit dem nächsten Trainer sein (sofern die Wahl nicht von Haus aus eine Katastrophe wird). Damit jemand mit Klasse im ÖFB-Team sein langjähirges Traumprojekt sieht, muss der Erfolg schon bahnbrechend sein. In dieser Hinsicht kann sich der ÖFB personell schwer absichern. Deshalb muss er es strukturell tun. Die Entwicklung der Mannschaft und Philosophie muss von einem kompetenten Sportdirektor mitgemacht werden, der auch dann bleibt und den Weg fortführt, sollte der Trainer gehen. Der ewige Neuaufbau muss enden.

Fazit

So, wer hätte das gedacht? Jetzt hab ich doch tatsächlich ein Plädoyer gegen einen Trainer gehalten, den ich sehr respektiere. Aber die genannten Punkte bereiten mir Kopfzerbrechen und sollten nicht ignoriert werden, wenn man an die langfristige Entwicklung des österreichischen Fußballs denkt. Foda wäre eine anständige Lösung für den Teamchefposten, aber auch unter Berücksichtigung des knappen Budgets – im Moment – nicht die optimale.

Zurecht mag man nun einwenden, dass man einen international etablierten (Punkte 1, 2), zukunftsfähigen (Punkt 5) Topp-Mann wird man zwar ohnehin nicht bekomme, aber gerade der drohende Liga-Qualitätsverlust (Punkt 4.) und die zumindest geringe Erfahrung bei einem hochprofessionell geführten, modernen Verein in einer Topp-Liga (Punkt 3) erscheinen mir bedeutende Unterschied zwischen Foda und etwa einem Marco Pezzaiuoli zu sein. Für dessen Engagement würde ich dem ÖFB übrigens ohne jedes Bauchweh gratulieren. (tsc)

Dieser Text ist Teil eines Pro/Contras. Die Pro-Haltung hat Georg eingenommen. In der Umfrage seid ihr am Wort.

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  • El10z

    Noch was zu Irland: Das ist natürlich keineswegs ein Umbruch, sondern reinster Trapatonismus. Da haben sich einfach zwei natürliche Freunde gefunden: Irland mit seinem Steinzeit-Fußball und Trap, der genau das sein Leben lang zur Perfektion bzw. Perfidie entwickelt hat. Man kann es sarkastisch sogar Konzept nennen, aber es hat definitiv keine Zukunft.

  • El10z

    Gebe Dir recht. “Souveränes Scheitern”, wie Hackl sagte, wäre auch o.k., denn es kann – wer immer auch Coach ist – natürlich keine Garantie geben.

    ad Ferguson: Er kam mit dem sensationellen Erfolg mit Aberdeen im Rücken und MU war zu diesem Zeitpunkt völlig am Arsch. Ohne den bereits erbrachten Beweis, dass er es kann und weiß wovon er redet und warum, hätte er wohl nie die Zeit bekommen.

    Ich glaube, dass Novizen im professionellen Trainergeschäft wie P. oder Zsak oder Herzog oder Ruttensteiner nicht die Überzeugungskraft haben können, um Profis wie Alaba, Scharner, Janko, Fuchs, Pogatetz, die Vieles aus der jahrelangen, qualizierten Praxis besser wissen, Ihre Ideen, Konzepte auf die Gruppe zu übertragen und auf den Boden zu bringen. Noch dazu in relativ kurzer Zeit.

  • Tom Schaffer

    “Ferguson ist so erfolgreich, weil er in den letzten Jahren circa 1 Million richtige Entscheidungen getroffen hat”. – Ferguson ist in den ersten Jahren als Trainer bei MUFC hauchdünn vor dem Rauswurf gestanden. Ein englischer Cuptitel hat ihm den Arsch gerettet – und eben die Geduld des Managements, seinen Umbau zu tragen.

    Mit Platz 2 als Ziel bin ich einverstanden. Damit den neuen Trainer nur daran zu messen nicht. Selbst mit einem hervorragenden Trainer, der gute Arbeit leistet, wärs möglich nur Dritter zu werden. Schweden und Irland haben ihren Umbruch schon längst begonnen, bei uns hat der neue Coach im kommenden Jahr vielleicht 3-5 Termine mit seiner Mannschaft, bevor es wieder ernst wird. Das muss man jetzt erstmal sehen. Man hat Constantini mindestens ein halbes Jahr zuviel Zeit gegeben, die dem nächsten Mann jetzt fehlen werden und das kann man nicht in seiner Bewertung ignorieren.

  • El10z

    @Tom Schaffer: ad Erwartung an den neuen Teamchef: Weder Irland, Schweden, schon gar nicht Kasachstan oder gar Faröer hat in der Kadersumme bessere Fußballer als wir. Auch spielen annähernd gleich viele in den relevanten Ligen. Auch die Bedingungen bzw. Ausreden für einen Teamchef sind überall die gleichen (keine Zeit, kein Einfluss, Glück/Pech, Verletzungen usw.).

    D.h., dass das Ziel “2. hinter D” realistisch und deshalb die Erwartung an den neuen Teamchef vollkommen klar ist.

    Eine erfolgsorientierte Gehaltsstruktur für Trainer und Spielers wäre zweckdienlich, weil für alle, auch die Öffentlichkeit sofort klar wäre, worum es bei (jedem) Nationalteam einzig und alleine geht:

    Qualifizieren auf Basis einer modernen, konsequenten Spielidee.

    Alles andere ist Papperlapapp.

  • El10z

    @Tom Schaffer bzgl. “Erwartung/Zeit”: Großer Einspruch: Ich nehme zu diesem Thema einmal einen sehr gescheiten Satz von Kloppo zu Hilfe: “Ferguson ist so erfolgreich, weil er in den letzten Jahren circa 1 Million richtige Entscheidungen getroffen hat”.

    Wenn, was ich annehme, wir uns darüber einig sind, dass erfolgreiche Lernprozesse auch auf Trainerseite Zeit und qualifizierte Erfahrung brauchen, erhöht dieses Trainerprofil die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs – unter den gegebenen Bedingungen (12 k.o.-Spiele + 8-10 Testspiele + Trainingslager bis Ende 2013).

    Eben weil die Einflussnahme zeitlich begrenzt ist, braucht es “richtige”, aus professioneller, qualifizierter Erfahrung gespeiste Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt. Im Verein kann man Fehlentscheidungen über eine oder sogar mehrere Saisonen ausgleichen, korregieren. Im Team, wo es de facto permanent um eine Quali geht, eben nicht.

    Konkret: Ein auf hohem Niveau erfolgreicher Profi-Trainer schlägt sich eben nicht mit der dummen Frage: Maierhofer oder Janko bzw. Ivanschitz ja oder nein herum. bzw. erwägt Harnik eben erst gar nicht als 10-er. Er hätte auch Gspurnig nie in Erwägung gezogen. Stattdessen hätte er die wenigen Talente wie Drazan eventuell authentisch gebrieft, gefördert und zur Brust genommen (ihm z.B. konkret berichtet wie ein Tages/Wochen/ Jahresablauf eines Thomas Müller in den letzten 3 Jahren abgelaufen ist, incl. dessen Leistungsdaten und konkreter Entwicklung am Spielfeld mit ihm analysiert und ihn, Drazan persönlich daran gemessen).

    Wir brauchen einen kompetenten Teamchef mit Autorität, der voran geht (keinen Erlöser) und auch unter der Zeit selbst- und sendungsbewusst, hörbar und nachvollziehbar auf die interne und externe Öffentlichkeit Einfluss nimmt.

  • Tom Schaffer

    “@Tom Schaffer bzgl. Philosophie braucht Zeit/ Pezzauoli: Österreichischer Teamchef heisst u.a: 10 respektive 12 K.o.Spiele auf Basis klarer, funktionierender Spielphilosophie, die in relativ kurzer Zeit zu vermitteln ist. Da kann man sich kein Vercoachen/Spiel nicht lesen können/ Spieler falsch beurteilen leisten”

    Das ist richtig, deshalb hätten wir so einen Mann auch schon 2008 gebraucht. Wunder werden deshalb so genannt, weil man sie nicht voraussetzen kann. Vomnächsten Trainer – selbst wenn er Hiddink heißen würde – kann man sich nicht erwarten, dass er die Gesetze des modernen Fußballs dauerhaft außer Kraft setzen kann und weniger Zeit als jeder andere Trainer braucht.

  • El10z

    Wie finanziert man den “g´standenen Konzepttrainer”, der zweifellos was kostet (wie oben gesagt: relaitv geringes GG + hohe Prämie bei Quali + Chance zu Ruhm und Karriere, höchstwahrscheinlich Ablöse, sogar bei Start erst Jänner 2012)?
    Abgesehen vom Fifa-Geldsegen bei Quali könnte man ja die Ablöse (Coach und Spielers für ‘Quali) per August-Testspiel statt gg. Slowakei/Litauen et altere beim abgebenden Verein (Sporting L, Alkmaar, Rennes, wie und wo auch immer) reinholen. Bei 20.000 Zuschauern gg. Österreich sind das rund eine halbe Mio. Einnahmen, die man als Ablöse verrechnen könnte. Auch einem Sponsor könnte man schon jetzt Vermarktungsrechte am Coach (der bei Quali sofort ein Star ist) vertraglich zusichern. Windtner muss sagen was er für den Topmann, den er in Ruhe sucht, im Quali-Fall/Prämie braucht, Ludwig soll die dafür nötige Kohle kreativ aufstellen.

  • El10z

    @Tom Schaffer bzgl. Philosophie braucht Zeit/ Pezzauoli: Österreichischer Teamchef heisst u.a: 10 respektive 12 K.o.Spiele auf Basis klarer, funktionierender Spielphilosophie, die in relativ kurzer Zeit zu vermitteln ist. Da kann man sich kein Vercoachen/Spiel nicht lesen können/ Spieler falsch beurteilen leisten. Hier ein paar Argumente gegen talentierte Trainer ohne qualifizierte, relevante Erfahrung als Profitrainer: Pekermann, D-Arg 06, 65. Minute: Ein Konzeptrainer wie aus dem Buche, nimmt bei 0-1 das Hirn Riquelme und Bastituta raus statt das 2-0 abzuwarten, statt WM zu werden, Ergebnis bekannt. Klinsmann, D-Ita 06, Verlängerung: Gibt Parole Abwarten/Verlängerung aus, wähend Profi Lippi auf 4 Stürmer umstellt und gewinnt. Weitere Beispiele: Van Basten 06, Donadoni 07 bis 08 durchgehend, Constantini eh schon wissen, Maradona, der leider vollkommen Ahnungslose, und Daxbacher sei in diesem Zusammenhang hier als kleine austriakische Fußnote nur erwähnt.
    Fazit: Wir brauchen einen “G´standenen Konzepttrainer”.

  • El10z

    Meyer wäre jedenfalls ein Fortschritt, hätte die Souveränität und das Know how. Aber ob er noch den nötigen Drive hat (“Nicht mal mehr Barcelona …”)? Also leider nein.

  • Thor

    äh Besten, nicht Bersten…

  • Thor

    @El10z
    Hans Meyer. Autorität, moderner Fußball (macht seit 10 Jahren taktisch genau das, wofür nun Tuchel, Dutt und Slomka in den Himmel gelobt werden), erfolgreich in Holland und beiden Deutschlands, als Ossi evtl. nicht oder in anderer Piefkeverhaftung (und wenn: Mit seinem Humor krtiegt er “Euch” auch rum) und als Rentner möglicherweise auch bezahlbar.
    Einziger Nachteil: jeder Präsident will ihn erst haben und dann nach 4 Wochen wieder los sein, weil er halt wirklich seine Meinung ungeschminkt zum Bersten gibt.

  • Tom Schaffer

    Ja trau ich ihm zu. Hat er ja auch bei Hoffenheim gemacht. Eine Philosophie umzusetzen kostet Zeit, ein professionell arbeitender Trainer weiß das. Vor dem Boulevard einzuknicken ist im Fußball mittlerweile mehr oder weniger eine österreichische Eigenart.

  • El10z

    Die Frage ist: Traust Du (bzw. wir alle) es P. oder einem ähnlichen Kaliber zu, dass er auch bei Rückschlägen ein offensives Konzept bzgl. Anspruch, Spielphilosophie, Taktik, erforderliche Strukturen, öffentlicher Kritik am Status Quo ohne Autoritätsverlust durchhält? Mein Eindruck von P. ist, dass ihm dazu (noch?) die Statur fehlt. Dem Foda wäre das noch eher zuzutrauen. Aber vielleicht denke ich da selber schon zu kleingeistig.

  • Tom Schaffer

    Das Einknicken vor dem Vorurteil noch bevor es zum Tragen kommt?

  • El10z

    Weiters muss man bedenken: Deutsche haben in Österreich grundsätzlich einen Startnachteil, weil sie der gut eingeübte Reflex “Piefke-Oberlehrer-geh scheissn” auf Basis unseres Minderwertigkeitskomplexes erwartet. So sehr uns z.B. der unsägliche und zu teure Herr Daum gut tun würde – er hätte beim geringsten sich bietenden Anlass alle Vorurteile gegen sich – und könnte in diesem Klima schon nichts mehr bewirken. Gar nicht zu reden von Pezzauoli, der beim ersten Gegenwind einknicken würde. Brückner wurde umgekehrt – ich kann mich noch gut daran erinnern – wie ein Medizinmann von den Winheims & Co. begrüßt und ehrfürchtig gehuldigt, ehe man nach Monaten begriff, dass der Kaiser nackt ist. Deshalb: Ausländer ja bitte, aber kein Deutscher, er hätte fast keine Chance.

  • El10z

    Phillipe hat recht, das Land bräuchte einen Teamchef, der die fachliche und persönliche Autorität hat, unseren vormodernen aber eingebildeten Provinzfiguren in den Vereinen und den Medien die moderne Fußballwelt vorzuleben und auch durchaus arrogant zu erkären. Deshalb wäre Pezzaiuoli die falsche Wahl, weil ihm trotz hoher Kompetenz die Statur, der Nimbus fehlt – siehe Oenning derzeit beim HSV. So einer muss weiter unten, aber im Profibereich, zuerst Erfolg nachweisen (siehe Tuchel, Klopp), um oben Akzeptanz zu haben. Benitez? Hat nachhaltig bewiesen, dass er es nicht kann, er ist ein ausgewiesener Loser. Nur ja keine teuren Old-School-Abkassierer a la Rehagel. Zu den Kosten: Als ÖFB würde ich anbieten: 2 Jahre ab Jänner, 300.000 JG + Deutsch-Crashkurs, bei Quali 1 Mio Prämie (sollte mit den Fifa-Quali-Prämien dann finanzierbar sein). Ähnliche Struktur für die Spielers. Das sollte für einen ambitionierten, schon erfolgreichen Profitrainer in Spanien, Holland, D oder Frankreich doch die Sache wert sein.

  • Wenn Ihr wie ich dafür seit das dem skandalösen ÖFB wenigstens im Internet etwas entgegengesetzt wird, dann supported doch bitte diese Gruppe/Community auf Facebook:

    Reformiert den ÖFB! Weg mit dem alten Ballast, her mit einem echten Konzept…

    Link:
    http://www.facebook.com/pages/Reformiert-den-%C3%96FB-Weg-mit-dem-alten-Ballast-her-mit-einem-echten-Konzept/275983765763522

    Vielleicht kann man ja mit solchen Maßnahmen wenigstens ein paar Leute wachrütteln und die Medien hellhöriger machen!

  • kernöl

    ich find auch, daß der foda weiter bei sturm arbeiten soll und in 10jahren kann man ja noch einmal reden. teamchef sollte einer werden, der schon erfolge auf internationaler ebene nachweisen kann und schon viele erfahrungen hinter sich hat. also auch keiner der derzeit favorisierten sogenannten systemtrainer. die holländischen trainer zählen zu den besten der welt…

  • Leider hört man von Insidern (Spieler von Sturm) das Franco Foda ein “oaschloch” ist. Zusammenstauchen vor der gesammelten Mannschaft ist gang und gäbe.

    Und im Endeffekt ist der Foda auch ein “halber Österreicher” und kennt auch den gesamten ÖFB VIP Club.

  • Markus

    weder Foda noch Pezaouli sind mMn die richtigen. Die Gründe gegen Foda wurden im Artikel angesprochen. MMn spricht gegen Pezauoli einfach das er zu brav ist, und in Hoffenheim einfach gar nichts gerisssen hat. Es braucht schon eine Respektperson die bei einem großen Klub gespielt hat, damit die Spieler ihr Maul halten und dem glauben was der Trainer sagt. Ich wäre ganz klar für eine teurer Lösung, aber die sicher was bewirken wird, und zwar Benitez, einen TAktikfuchs, der gesagt hat er will auf ein interessantes Projekt warten. Ich glaube das wäre sicher reizvoll für ihn

  • Tom Schaffer

    in dem bereich ists übrigens sehr wertvoll, dass sich ex sportverantwortliche und kenner der interna wie gludovatz und hickersberger damit im moment zu wort melden, dass die struktur nicht stimmt und am erfolg hindert. so wird die öffentliche aufmerksamkeit drauf gelenkt und vllt. gibt das dem präsidenten die möglichkeit, mal mit dem umbruch anzufangen.

  • Tom Schaffer

    dass ein hiddink eine super wahl wäre, ist eine banale erkenntnis. aber solche leute scheinen eben außerhalb der öfb-budgetmöglichkeiten zu liegen. das muss man akzeptieren. es ist auch nicht sinnvoll, wenn der verband sich einen wunderwuzzi für 2 jahre holt und dann auf 20 jahre die schulden für den möglichen höheflug abbauen muss… eine garantie, dass es funktioniert, hast du ja auch mit einem hiddink nicht.

    allgemein muss man mit erlöserfantasien vorsichtig sein. von einem trainer zu erwarten, dass er die verkrusteten verbandsstrukturen zerschlagt, neue aufbaut, recht schnell den sportlichen erfolg reinbringt, ein langfristiges sportliches konzept erstellt und auch diesen bereich im ganzen verband reformiert, das ist zu viel. das geht allerhöchstens, wenn alle an einem strang ziehen, aber bei strukturveränderungen geht es immer um eitelkeiten und machtfragen, da wird es bei den betonköpfen keine kooperation geben.

    die strukturen sind aufgabe des öfb und verantwortungsbereich des präsidenten. das sportliche konzept ist aufgabe des trainers und eines sportdirektors. einer allein strampelt sich da kaputt, wenn man von ihm alles verlangt – name hin oder her.

  • Philippe

    interessant wäre wirklich mal ein klasse trainer, vor dem die diversen öfb provinzkaiser kuschen würden: bspw. hiddink, van gaal, hitzfeld. ich denke solche namen sind fähig veraltete strukturen aufzubrechen, da der respekt vor solchen trainern unter den provinzsturschädeln so groß ist, dass er sich zur devotheit entwickeln würde. junge trainer ohne namen würden im gegensatz nur belächelt (nach dem prinzip: was glaubst du wer du bist,´dass du dir so ein benehmen glaubst erlauben zu dürfen – mannschaft aufstellen, pappn halten). aber dass wir so einen trainer bekommen, ist unrealitisch.

  • Tom Schaffer

    den sportlichen strukturwandel – besonders die durchdringung der strategie von der a-nationalmannschaft durch alle jugendmannschaften, aber auch die etablierung einer strategie die ihn selbst im amt überlebt – den trau ich einem pezzaiuoli jedenfalls zu. vor allem weil er immer wieder das best practice- beispiel des DFB als argument bringen wird können und genau im jugendbereich erfahrung hat.

    den allgemeinen sturkturwandel vom öfb, der die provinzialität von entscheidungsgremien rauslüftet, den kann kein trainer dir durchsetzen, das muss der präsident erkennen und durchziehen.

    aber ich will jetzt gar nicht zu viel über ihn sprechen. ich sag nur: ich würd dem öfb herzlich zu einer solchen wahl gratulieren, einfach weils ein (auch finanziell nicht billiger aber vernünftiger) sprung in die moderne wäre.

  • charles

    Theoretisch Pezzaiuoli ja, aber ich denke, das ist ein wenig blauäugig viel verlangt von diesem Mann, auch noch die notwendigen Strukturveränderungen innerhalb des ÖFB durchzusetzen. Pezzaiuoli ist in einem System aufgewachsen, das in D einheitlich alle wollen und von allen gelebt wird!
    Bei uns kommt er da eher in die Wüste. Und er wird auch nicht vom ÖFB mit diesen Kompetenzen ausgestattet werden. Da müsste man schon jemanden holen vor dem man den notwendigen Respekt hat und zu ihm aufblickt, und zwar auch die ÖFB Granden.
    so gesehen klingt das zwar theoretisch gut, ist aber viel Wunschdenken dabei. Oder glaubt ihr wirklich, dass der ÖFB aktuell, später vielleicht, jemanden ins Boot holt, der ihre angenehmen Pfründe bedroht oder gar trockenlegt?
    DA habe ich noch mehr Hoffnung auf einen Manager, dass sie so jemand installieren, dessen Persönlichkeit ist für Reformen viel entscheidender.

  • Tom Schaffer

    wenn sturm sich das leisten kann und pezzaiuoli das machen will, wärs natürlich eine variante. das sind aber schon zwei “wenn” mehr, als wenn der öfb den p. nimmt ;)

  • Also Punkt 4 kann ich nur bedingt unterstreichen. Wenn sich der ÖFB den Foda statt den Pezzai schnappt, gäbs für Sturm – wenns gescheit sind – den Pezzai. Das würd der Liga sicherlich gut tun.

  • Einer

    @Philippe Ein Nachwuchstrainer des DFB hat defacto die beste Ausbildung und vor allem laufende Weiterbildung genossen, die es weltweit derzeit gibt. Im DFB hält sich kein Trainer, wenn er nicht sämtliche Ressourcen ausschöpft, die beeindruckend sind, und alle Methoden kennt, die heute State of the Art sind.

    Man muss sich ja nur einmal die Aussagen diverser Teamspieler anhören zum Pezzaiuoli (Alaba, Ivanschitz etwa), der genießt unter den Kickern ein sehr hohes Ansehen.

    Dass er in Hoffenheim gehen musste, hat verschiedene Gründe, ist doch komplexer. Das ändert aber nichts daran, dass wir hier die Möglichkeit haben, einen top ausgebildeten, jungen, ehrgeizigen, akribisch arbeitenden, taktisch modern geschulten Fachmann aus der Kaderschmiede des DFB haben könnten, der auch bereit wäre, hier etwas zu bewegen, sich also reinzutigern und langfristig etwas aufzubauen.

    Das Land fordert aber natürlich “Namen” – von daher wird leider nichts in die Richtung passieren. Und da unsere Kicker zwar gut sind, aber keiner genug Selbstvertrauen oder Rückgrat hat, um auch einmal aufzutreten und sich gegen altmodische Strukturen oder schlechte Personalentscheidungen zu wehren, wird da nichts passieren. Diese Dinge machen unsere Burschen ja nur hinter vorgehaltener Hand.

  • Einer

    Foda ist wohl eines der geringeren Übel, wenn ich mich aber daran erinnere, wie sehr ich ihn verflucht habe für die diesjährige peinliche CL-Nichtqualifikation, die noch nie leichter war, dann kommen leichte Zweifel auf, ob er auch den taktischen Herasuforderungen auf internationaler Ebene gewachsen ist. Wie feig und resultatsbezogen er da gegen Bate auswärts spielen hat lassen, war erschreckend. Sturm war klar besser und hätte mit etwas mehr Risiko schon im Hinspiel alles klar machen müssen.

    Nein, Foda mag unter den möglichen Leuten nicht die schlechteste Wahl sein, aber es spricht einfach zu viel gegen ihn. Allen voran, dass er kaum im ÖFB Reformen anstreben wird.

  • Mike Oberbichler

    Ich weiß nicht ob ich mit Pezzaiuoli glücklich wäre. Der ist eher der Typ Trainer, der mit einer Mannschaft langfristig arbeiten will, nicht alle zwei Monate zwei Wochen. Es braucht einen stilprägenden Trainer, den seh ich auf dem zur Verfügung stehen Markt aber nicht.

  • Tom Schaffer

    Weils in Deutschland bei einem hochprofessionell geführten Klub war (siehe Biermanns “Fußball-Matrix) und seine Erfahrung imo deshalb jedenfalss ähnlich viel wert ist – bei Pezzaiuoli gelten aber die anderen Argumente nicht.

    Wie gesagt, ich bin über Foda als möglichen Trainer nicht direkt unglücklich, aber die Summe der Bedenken würde eine andere Lösung nahelegen.

  • Philippe

    Wieso Pezzaiuoli? Die Erfahrung von ihm beschränkt sich auf diverse U-Mannschaften (zugegebenermaßen des DFB, aber dennoch U) und ein paar Monate für Hoffenheim als Cheftrainer (wo er entlassen wurde). Wieso würden Sie ihm also mehr Vertrauen schenken als einem Foda, der immerhin jahrelang eine A-Mannschaft trainierte, mit dieser trotz der Personalpolitik Sturms Erfolge erreichte?

  • Peter

    Ich bin da deiner Meinung.

    Vor allem die Punkte 3 und 4 kann ich nur unterstreichen.
    Dazu wäre mir ein 4-4-2 One-Trick-Pony beim derzeitigen Spielermaterial einfach zu bieder.

    Ich befürchte aber, dass jetzt halt einfach der Bundesliga-Präsident an der Reihe ist sich einen Teamchef zu wünschen und der besteht halt auf seinen alten Spezl Franco.

    Das ist nämlich des Pudels Kern!
    Natürlich soll und kann man auch über den Constantini-Nachfolger diskutieren, wenn dadurch aber auch bei euch “Netzwerkern” eine nötige Strukturreform des ÖFB aus dem Blickfeld rutscht, dann ist das ein Etappensieg für die Habererpartie. Weder ein Foda noch ein Pezzaiuoli können die Einflussnahme der entbehrlichen Landesverbandspräsidenten stutzen und wahrscheinlich auch keine durchgehende Struktur bzw. Philosophie von der A-Nationalmannschaft bis runter in alle U-Mannschaften installieren.

    Lieber ein Ende mit Schrecken mit Ende als ein Schrecken ohne Ende – und ein solch großer Umbruch kann mMn nur von den Spielern selbst ausgelöst werden. Aber nicht halbjährlich durch ein Einzelschicksal wie Stranzl oder Garics, sondern als Mannschaft.